1000 Jahre Ober St. Veit

Nach der 10-Uhr-Messe des 6. September 2015 waren alle zum Frühschoppen des Ober St. Veiter Huatklubs in den Pfarrgarten eingeladen. Dieser Frühschoppen war auch der 1000-jährigen Geschichte des Ortes gewidmet.
06.09.2015

Ist Ober St. Veit wirklich 1000 Jahre alt?

Nach heutigem Wissensstand lässt sich sogar eine noch längere Siedlungskontinuität vermuten, doch einen Beweis dafür oder gar für den genau 1000-jährigen Bestand Ober St. Veits gibt es nicht. Die Entstehung Österreichs und seiner deutschen Besiedlung hat mit den Eroberungen Karls des Großen, seit 768 König des Fränkischen Reiches und seit 800 auch Römischer Kaiser, und der von Bayern ausgehenden Einwanderung in unsere Region begonnen. Eine zweite, viel stärkere Einwanderungswelle setzten die Babenberger ab 975 gemeinsam mit anderen Grafengeschlechtern wie den Formbachern in Bewegung. Das Wiental war eine der Hauptentwicklungsachsen dieser Zeit, und es entstanden mittelalterliche Ortschaften wie eben St. Veit.

Interessanterweise stehen zwei der ältesten schriftlichen Belege zur Geschichte unserer Region im Zusammenhang mit dem Wiental:

  • Die Salzburger Annalen lokalisieren in einer Eintragung zum Jahr 881 das erste Gefecht mit den Ungarn (sie haben die karolingische Einwanderung unterbrochen) bei bzw. an der Wien. Die Fachwelt glaubt, das mit dieser Erstnennung Wiens der Fluss gemeint ist und dieser der Stadt den Namen gegeben hat. Für eine Schlacht mit Reiterheeren braucht man einen großen freien Platz, ein „Feld". War das schon das Godtinesfeld?
  • Die zweite prominente Schrift ist die Godtinesfeld-Urkunde aus dem Jahr 1015. Das Godtinesfeld wird von der heutigen Geschichtsforschung im Wiental vermutet. Glaubt man dieser Annahme, dann ist es nur das alte St. Veit (an der Wien), das einen geschichtlichen Bezug zu diesem Godtinesfeld herstellen kann: Die als Indiz für die Lokalisierung dienende Mühle im Gottesfeld, die heute noch im Namen der Feldmühlgasse fortlebt, lag im späteren Veitinger Feld, einer Flur auf dem Gebiet der historischen Herrschaft St. Veit.

Angesichts des 1000-jährigen Jubiläums der Godtinesfeld-Urkunde und des in ihr enthaltenen frühesten schriftlichen Hinweises auf die Siedlungstätigkeit in unserer Region ist sie ein idealer Ausgangspunkt für eine 1000-jährige Reise durch die Geschichte St. Veits an der Wien, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu Ober St. Veit wurde.

Diese Geschichte wurde im Rahmen des vom 1. Ober St. Veiter Huatklub veranstalteten Frühschoppens am 6. September 2015 im Pfarrhof der Pfarre Ober St. Veit anhand einer von der IG Kaufleute Ober St. Veit gespendeten "Millenniumstafel" präsentiert. Diese Tafel wurde der Volksschule Ober St. Veit gespendet.

Das waren die Programmpunkte des Frühschoppens

  • Einzug der Fanfarenbläser "Wolfersberger Musikzug" nach der Hl. Messe.
  • Enthüllung der Millenniumstafel von Bezirksvorsteherin Mag. Silke Kobald gemeinsam mit Gerhard Korkisch (Obmann IG Kaufleute Ober St. Veit) und Josef Holzapfel (Inhalt und Gestaltung der Tafel).
  • Bieranstich mit Pfarrer Mag. Andreas Kaiser zu den Klängen der Fanfarenbläser und offizielle Eröffnung des Frühschoppens
  • Umfangteiches Kinderprogramm unter der Obhut der Familie Schwenk inkl. Kinderschminken, Huatwerfen usw ...
  • Musikalische Unterhaltung durch die Wienerwald Buam
  • Aufgestellt war auch eine von Emma Zorga geschaffene Fotowand mit mittelalterlichen Figuren.
  • Der Ertrag der Tombola dieses Tages geht an LE+O = Leben und Orientierung.
  • Für das leibliche Wohl gab's Spanferkel, Kasspatzen, Bier und Alkoholfreie Getränke.
Emma Zorga mit der von ihr gemalten Fotowand. © Emma Zorga

Das folgende Poster kann im Format 4961x3508 (=A3 bei 300ppi) heruntergeladen werden.

Poster 1000 Jahre Ober St. Veit. © Archiv 1133.at

hojos
im Juli 2015