Der ASV 13

Die Geschichte des derzeit erfolgreichsten Hietzinger Fußballvereines chronologisch geordnet

Vor 1945

In der Zwischenkriegszeit war der Sportplatz in der Linienamtsgasse (heutiger ASVÖ-Platz) in Speising der Heimatplatz des Vereines HAC Nordstern. Kriegsbedingt wurden die Spieler immer weniger, und der Verein löste sich auf. Nach dem 2. Weltkrieg trafen sich die Fusballfreunde, unter ihnen wenige Spieler des ehemaligen HAC Nordstern, auf der Hörndlwald-Wiese.

1946

kickt die Jugend der Region als SV Hörndlwald/SPÖ Sektion 8 auf dem Sportplatz Hörndlwald.

Ein Mannschaftsfoto des FC Hörndlwald. Das Vereinslokal des Nachfolgevereines ASV 13 war lange das Gasthaus Sperl in der Mozartgasse (heute Eyslergasse). Im Bild außen links ist ein Sohn der Familie Sperl zu sehen. © Heimatrunde St. Hubertus

1947

Im Mai beobachten Michael Horvath sen. und Edmund Briza die Schar Jugendlicher und beschließen, mit den jungen Spielern einen Verein zu gründen, und zwar den ASV 13 (Hörndlwald). Es wird ein Proponentenausschuss mit Herrn Briza an der Spitze gewählt und um Mitglieder geworben. Am ersten Juni sind es 8 Mitglieder und am 1. Juli bereits 31. Diese Gruppe veranstaltet am 20. und 24. Juli einen Kirtag im Gasthaus Schubert; mit dem Reingewinn werden Fußballausrüstungen gekauft und damit der Spielbetrieb aufgenommen. Darüber hinaus können einige ehemalige Jugendspieler der Sport- und Kulturvereinigung „Gaswerk“ für den Verein gewonnen werden. Am 30. August findet die Gründungsversammlung des Vereines statt.

Der Platz in der Linienamtsgasse steht zu dieser Zeit unter sowjetischer Besatzungsverwaltung (USIA) und heißt noch HAC-Nordstern-Platz.

Im selben Jahr wird mit dem Meisterschaftsbetrieb begonnen, und zwar in der damals einzigen Schutzgruppe (5. Klasse). Im ersten Jahr belegt man den 9. Platz unter 11 Vereinen.

Historische Spielerpässe des ASV. Spielerpass 1947 (Leihgabe H. Mauritsch) und 1953 © Heimatrunde St. Hubertus

1948

Ein Jahr später kann die Schutzgruppe durch viele Vereinsneugründungen – u. a. auch in Hietzing mit SAT, Lainz, Spitalbedienstete und Litega-Hietzing – auf 4 Gruppen ausgeweitet werden.

Im Rahmen einer Namensänderung streicht der Verein den Beinamen „Hörndlwald" und heißt jetzt kurz „ASV 13“, damals meist „ASV XIII“ geschrieben. Die Buchstaben ASV stehen für „Arbeiter-Sport-Verein“.

Das erste Meisterschaftsspiel gegen Ober St. Veit geht kampflos an den ASV 13, da der Ober St. Veiter Zeugwart nicht rechtzeitig erscheint. Doch auch sportlich glänzt der ASV 13 und beginnt eine Siegesserie, die ihm dreimal in Folge den Meistertitel einbringt. Diese Titel werden von der 5. Klasse B aufsteigend und nach Klassenreform bis in der 2. Klasse B errungen.

1949

Ein Zeitungsartikel vom 30. Jänner 1949 bestätigt die enorme Spielstärke des ASV 13 in einem Spiel gegen den erstklassigen Verein HSV:

HSV. – ASV. XIII 1:1
HSV.: Neumann; Richter I, Svec; Richter II, Weinstingl, Richter III; Schließer, Severa, Lechner, Rinner, Chlub. – ASV. XIII: Seitelberger; Peschka, -Travnicek; ChaIupsky, Sögner, Heikenwälder; Göllrich, Wimmer, Kröpfl, Linauer, Roßmann. HSV.-Platz. 300 Zuschauer, Schiedsrichter Haag.
Lf. – In der Mannschaft von ASV. XIII lernte man eine junge, mit großem Einsatz spielende Elf kennen, die ein schönes, flaches Spiel vorführte. Nur mit dem Abschluß der Aktionen wollte es nicht recht klappen, denn die vielen Chancen hätten zu einem Sieg reichen müssen. Die Heiligenstädter, die nur eine kombinierte Mannschaft stellten, mußten froh sein, daß sie mit einem Unentschieden davonkamen. Aus der Elf der Unterklassigen, die sich zum größten Teil aus der früheren Gaswerkjugend zusammensetzte, ragten Travnicek, Sögner, der überaus schnelle Göllrich und der schußgewaltige Linauer besonders hervor. HSV. stützte sich auf Neumann, der wohl am ersten Tor mitbeteiligt war, später aber ausgezeichnet hielt, ferner auf Svec und Lechner. Das Tor der Unterklassigen erzielte Wimper in der 14. Minute, den Ausgleichstreffer der Hausherren erreichte Svec in der 46. Minute.

Der ASV 13. Die erste Meistermannschaft des ASV 13. Sie gewann die Meisterschaft 1948/49 in der 5. Klasse B. © ASV 13

1950

Ein Zeitungsartikel vom 7. Juni 1950, thematisiert die Herkunft eines Teils der Spieler des von Beginn an kampfstarken ASV 13:

Weiße Wochen bei Gaswerk
Der Wiener Ligaverein Gaswerk hat einen Spieler an den ASV. 13 verkauft. Ein ausgewachsener Spieler, technisch erstklassig, vom Gaswerk sozusagen mit der Flasche aufgezogen, wurde für 700 Schilling abgegeben.
Als die Arbeiter-Zeitung von diesem Verkauf kürzlich eine Notiz brachte, klärten uns die Gaswerker auf:
„Wir sind noch viel billiger, hören Sie nur zu: Der ASV. 13 hat von uns schon mehr Spieler als diesen einen bekommen. Immer wieder bat uns der ASV., ihm Spieler zu überlassen. Nie haben wirauch nur einen einzigen Groschen verlangt. Neun Spieler hat der ASV. 13 völlig umsonst bekommen. Der zehnte war eben der, von dem die Arbeiter-Zeitung schrieb. Da sagten wir dem ASV., daß es jetzt genug sein müsse mit der Liebe. Wohin kämen wir, wenn wir unsere Spieler am laufenden Band verschenken? Schließlich sind zehn Mann fast ein ganzes Team. So haben wir für alle zusammen, für die neun Spieler und auch für den letzten, siebenhundert Schilling verlangt. Macht pro Spieler siebzig Schilling.“
Gaswerk ersucht um folgende Notiz: Verkauf von erstklassigen Spielern um 70 Schilling vorläufig eingestellt. Die Wiedereröffnung der weißen Wochen bei Gaswerk wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Meisterschaftsspiel ASV 13 – Ober St. Veit. Ein interessanter, handschriftlicher Spielbericht aus der Chronik des ASV 13 © ASV 13

1951

Die Meisterschaft 1950/51 ist spannend und die letzten Spiele von unsauberen Angeboten überschattet. Der Obmann des ASV 13 findet dazu in einem Presseartikel vom Juni 1951 klare Worte:

Die Antwort
Und hier die Antwort des Obmannes von ASV 13, Herrn Horwath, der nicht einen Augenblick auch nur dabei gezögert hat, sondern fuchsteufelswild auf den Unterhändler losging:
„Was wollen Sie? Das Geld für mehr als 30 Liter Wein? Passen S‘ auf, Sie! Herr... Wir sind von der Schutzgruppe bis in die 2. Klasse auf anständige Art marschiert, obwohl wir einen unserer besten Spieler an Wacker abgegeben haben. Nicht einmal ein Achtel geben wir euch für einen Schub. Wir spielen! Haben wir verloren, so haben wir verloren, und wir bleiben auf anständige Weise unten, und haben wir gewonnen, dann gebührt uns der Aufstieg erst recht. Oder glauben S‘, daß meine Buam an einen „Schubaufstieg“ a Freude haben könnten. Na, mei lieber Herr, da täuschen S‘ Ihna gründlich. Wir legen nur auf einen erkämpften Meistertitel Wert oder sonst auf gar keinen.“ Sprach’s und ließ den verdutzten Unbekannten stehen.

1952

In der Saison 1951/52 spielt der ASV 13 bereits in der 1. Klasse, die der heutigen Oberliga entspricht. Die Heimspiele des ASV 13 werden zu dieser Zeit vorwiegend auf dem Union-Mauer-Platz ausgetragen. Der SV SAT (benannt nach der dortigen Siedlung Auhofer Trennstück, seine Vereinsfarben sind Grün-Weiß) ist in der damaligen 3. Klasse und trägt seine Heimspiele auf dem Sportplatz in der Linienamtsgasse (heutiger ASVÖ-Platz) aus.

Der Sportplatz in der Linienamtsgasse nach dem Umbau ca. 1950/51. © ASV 13
Der Sportplatz in der Linienamtsgasse nach dem Umbau ca. 1950/51. Bis Ende der 1960er-Jahre wird der Platz auch als Leichtathletik-Anlage genutzt. © ASV 13

1956

Im Sommer dieses Jahres wird mit dem auf der ASVÖ-Anlage beheimateten FC SAT zum ASV 13/SAT fusioniert, womit der Verein in Speising eine ständige Heimstätte findet. Die weiteren Untermieter auf dieser Anlage sind zu dieser Zeit der SC Finanz und die Neubauer Austria. Auch der Feldhandballverein Altturm (einmal Wiener Meister und später in Rapid umbenannt) ist hier beheimatet.

Die Vereinsfarben des ASV 13/SAT sind Blau-Weiß-Grün. Zwei Jahre später verschwindet die Bezeichnung SAT aus dem Vereinsnamen. Seit damals lauten die ASV-Vereinsfarben Blau-Weiß-Blau.

Der ASVÖ-Platz wird bis Ende der 1960er-Jahre auch als Leichtathletikanlage genutzt, wo fast jedes Jahr die Wiener LA-Meisterschaften ausgetragen werden. Später wird das Spielfeld einige Meter Richtung Nordwesten versetzt, die Leichtathletik-Einrichtungen verschwinden, und es werden weitere Tennisplätze errichtet.

1970

In den 1970er-Jahren wird auf der „Gstättn“ hinter dem Pensionistenheim Föhrenhof ein Trainingsplatz errichtet.

1992

Nachdem der ASV 13 zwischen 1954 und 1986 viermal ab- und dreimal aufgestiegen war, schafft er 1992 als Vizemeister der 1. Klasse B zum insgesamt 5. und bisher letzten Mal den Aufstieg in die fünfthöchste österreichische Leistungsklasse.

1995

verzeichnet der ASV 13 den größten Erfolg in der bisherigen Vereinsgeschichte und verfehlt als Unterliga-Vizemeister den Aufstieg in die Wiener Liga nur um einen Punkt.

1999

Auch der Nachwuchs des ASV 13 kann auf respektable Leistungen in den vergangenen Jahren verweisen. In diesem Jahr schafft er den im Fußball-Wien viel bestaunten Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse, in die A-Liga. In der übernächsten Saison muss er jedoch wieder absteigen.

2000

wird der Heimatplatz mit einem Kunstrasen auch für WFV-Spiele meisterschaftstauglich gemacht.

2005

etabliert sich auch eine Damenmannschaft. Nach einem Jahr fleißigen Trainings darf das Team in der Landesliga der Damen antreten. In ihrem ersten Meisterschaftsjahr schafft die Damenmannschaft den erstaunlichen 4. Platz (unter 9 Mitbewerbern).

Der ASV 13. Das Frauenteam in der Saison 2006/2007. © ASV 13
Der ASV 13. Die U18-Mannschaft im Juli 2006 (von links nach rechts): stehend: Raab, Werner, Polster, Wurzer, Kompatscher, Hala, Graser, Glinserer, Valenta; hockend: Peschek, Batajew, Kraus, Wolf, Unger, Masoner, Brückl, Vlaschits, Netsch; nicht auf dem Bild: Gerhartinger, Hirnschall. © ASV 13

2007

feiert der Verein seinen 60-jährigen Bestand. Vereinspräsident Angelo Rathey und sein 1. Vizepräsident Manfred Kratschmer haben bei ihrem Eintritt ins Präsidium einen Grundsatz festgelegt, den sie bis heute konsequent verfolgen: „Andere mögen Stars kaufen, der ASV 13 macht aus seinen Nachwuchsspielern Stars!“ Dementsprechend ist die Nachwuchsarbeit beim ASV 13 sehr groß geschrieben. Mitt­lerweile trainieren über 200 Kinder und Jugendliche in 10 Mannschaften aller Altersklassen, betreut von ausgebildeten Fußballtrainern. Unter der Bezeichnung Kids-Akademie U7 lernt die jüngste Mannschaft spielerisch den sicheren Umgang mit dem Ball.

Im selben Jahr gründet der seit einiger Zeit in Hietzing beheimatete Toni Polster gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten den CLUB100. In ihm soll die Förderbereitschaft von Menschen und Firmen aus der Region gebündelt werden, um die Jugendarbeit des ASV 13 zu unterstützen.

Der ASV 13. Das Trainerteam 2007/08, fotografiert am 23. September 2007 (von links nach rechts): stehend: Pikesch, Hauk, Pigal, Buchegger, Gleichweit, Frey, Binder, Reiner, Gerhartinger; knieend: Salzl, Weizdörfer, Lassenberger, Raab, Birkmayer, Pikesch, Wolf, Valenta. © ASV 13
Der ASV 13. Die Kampfmannschaft 2008/09 (von links nach rechts): stehend: Gruber, Jauk, Kerner, Raab, Hala, Pigal, Keita, Duschel, Klar, Gradinger, Kastanek; knieend: Unger, Kratschmer, Frey, Kerner, Rathey, Mladenovic, Netsch, Klacansky. © ASV 13

2009

ist – trotz infrastruktureller Probleme – das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des ASV 13 überhaupt: Sechs Meistertitel sind Wiener Rekord!

  • Die Frauenmannschaft wird überlegen Landesmeister.
  • Die U16-Mädchen wollen ihren Kolleginnen nicht nachstehen und erobern in der Nachwuchsliga Ost ebenfalls überlegen den Meistertitel.
  • Bei den Burschen sichern sich mit einer beeindruckenden Leistung die U13, U14, U16 und U18 den Gesamtsieg und Meistertitel in der B-Liga des Wiener Fußballverbandes.
  • Als kleine Draufgabe werden die U14, U16 und die U18 noch Einzelmeister in ihren Altersklassen.

Mit dieser beeindruckenden Leistung schafft der ASV 13-Nachwuchs den Wiederaufstieg in die A-Liga. Auch die Kampfmannschaft zeigt, dass konsequente Jugendarbeit Früchte trägt, denn rund 80 bis 90% der Mannschaft bestehen aus „Eigenbauspielern", und diese werden mit viel Leidenschaft und Fleiß an höhere Ziele herangeführt.

Im Rahmen des alljährlichen Abschlussfests am 6. und 7. Juni 2009 sind seitens des WFV der Vizepräsident Robert Sedlacek und das Präsidiumsmitglied Reinhard Willrader und aus der Politik die beiden Gemeinderäte Mag. Bernhard Dworak und Dr. Alois Mayer unter den Gratulanten. Die erfolgreiche Damenmannschaft erhält den Ehrenpreis des Herrn Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer, der ja selbst beim ASV 13 gespielt hat.

Doch trotz aller Errungenschaften hat der Verein mit strukturellen (z. B. zu wenig Sportflächen für die Jugendmannschaften) und finanziellen (z. B. teure Platzmiete) Problemen zu kämpfen. Hier sind auch Bezirk, Gemeinden und die Dachverbände gefordert. Sport und Bewegung sind für die Jugend wichtig, doch kann die aufopfernde Arbeit von Trainern und Funktionären in kürzester Zeit zunichte gemacht sein, wenn keine Maßnahmen zur Verbesserung der Randbedingungen in die Wege geleitet werden.

Der ASV 13. Ein erfolgreiches Jahr 2008/09: sechs Meistertitel! Im Bild die siegreichen Mannschaften U13, U14, U16, U18 und die beiden Frauenteams. © ASV 13

2014

Der ASV 13 ist Meister der Oberliga A und schafft damit erstmals in seiner nun 67-jährigen Vereinsgeschichte den Aufstieg in die heutige Wiener Stadtliga. 1995 wurde der Aufstieg in die damalige Wiener Liga nur sehr knapp hinter KDAG-Phönix verpasst.

Mehr Informationen zum ASV 13 gibt's auf dessen Homepage www.asv13.at.

Quellen:
Rathey, Angelo; Peschek, Christian; Veits, Herbert; alle vom ASV 13.
Webseite www.asv13.at.
Festschrift 60 Jahre ASV 13 1947–2007. Wien, 2007
Holzapfel, Josef: Historisches Ober St. Veit. Handwerks-, Gewerbe- und Vereinsgeschichte. Wien, Interessensgemeinschaft Kaufleute Ober St. Veit, 2009

hojos
Übertragen im November 2014