Die Wien – eine Fotoreise von der Quelle bis zur Mündung

10.10.2013

Das Einzugsgebiet des Wienflusses. Diese vereinfachte Darstellung zeigt den Wienfluss mit seinen wesentlichen Zubringerbächen. Sie erklärt auch, warum nicht die längere Kalte Wien, sondern das aus der Hauptrichtung des Flusslaufes kommende Kaiserbrünndl als Quellbach bezeichnet wird. Nicht eingezeichnet sind die Zuläufe in Wien (Rosenbach, Ameisbach, Marienbach, Lainzerbach), weil sie nicht in den Fluss, sondern in die begleitenden Sammelkanäle münden. © Archiv 1133.at
Das Kaiserbründl am Nordosthang des Kaiserbrunnberges wird als der Ursprung Wienflusses betrachtet. Doch beginnt hier nicht der eigentliche Wienfluss, sondern die "Dürre Wien". © Archiv 1133.at
Bei Dürrwien gleich neben Pressbaum ist die Dürre Wien schon ein richtiger Waldbach. Sie darf aber noch völlig unreguliert durch nahezu unberührte Natur fließen. Nur ein paar Wege und Brücken kreuzen sie. Im ebener gewordenen Gelände ist sogar Platz für ein paar Mäander © Archiv 1133.at
In Dürrwien kreuzt sie auch die 2. Wiener Hochquellenwasserleitung und fliest erstmals in einem Stück regulierten Bachbettes. Die Wasserleitung unterquert in einem Dücker das Tal samt Straße und Dürrer Wien. Die Wässer, die sich hier nur kreuzen, hatten sich früher mit großer Wahrscheinlichkeit schon sehr bald vermengt. Die gute Versorgung mit Fließwasser, vor allem durch die 1872 und 1910 eröffneten Hochquellenwasserleitungen, ermöglichte in Wien nämlich früher als in anderen Städten die flächendeckende Einführung von Wasserklosetts und Schwemmkanalisationen, die letztendlich in die Flüsse mündeten. Damit wurden allerdings die damals noch wenig kontaminierten und landwirtschaftlich verwertbaren Exkremente vom wertvollen Dünger zum Abfall und zu einer zusätzlichen Belastung des Wienflusses und des Donaukanals. © Archiv 1133.at
Manchmal drängen die Häuser und Straßen knapp an den Fluss, dann wieder treten sie weit zurück. Das vorwiegend natürliche Flussbett wird daher auch im Wienerwald immer wieder von Ufer-Verbauungen begleitet. © Archiv 1133.at
Der Zusammenfluss von Kalter und Dürrer Wien in Preßbaum. Ab hier heißt der Fluss einfach "Die Wien". Auf diesem Foto sieht man, dass die Kalte Wien (von links kommend) der wasserreichere Fluss ist. Die Kalte Wien ist mit einer Länge von 5,69 km auch der längere Zubringer. Trotzdem gilt die Dürre Wien als namengebender Hauptquellbach, weil sie die Laufrichtung in der Region vorgibt. Im Unterschied zur Dürren Wien hatte die Kalte Wien auch zahlreiche andere Namen: Grotte Wien, Weiße Wien etc. © Archiv 1133.at
Die ersten Meter der Wien vom Zusammenfluss abwärts fotografiert. Zu sehen sind die erste Brücke und die konträren Ufergestaltungen der links und rechts anliegenden Privatgründe. Ca. zwei Kilometer sind es bis zum Beginn des Wienerwaldsees. © Archiv 1133.at
Der über einen Kilometer lange Wienerwaldsee bei Tullnerbach.. Er nimmt auch den Wolfsgrabenbach auf und unterstützt auf natürliche Weise die Hochwasserrückhaltung. Er ist wunderbar in die grünen Hügel des Wienerwaldes eingebettet erfreut mit seinem Wasser uns seiner Vegetation Mensch und Tier. © Archiv 1133.at
Der Wienfluss hinter dem Restaurant Staubmann. Nach dem Wienerwaldsee passiert er Untertullnerbacher und Neupurkersdorfer Gebiet mit der Richter-Minder-Siedlung, der Postsiedlung und dem Rechenfeld. Diese Schwelle hinter dem Gasthof Staubmann zeigt die Stelle des einstigen Prager Wehrs, von dem das Wasser für das Deutschwaldbad und die Prager Mühle abgeleitet wurde. © Archiv 1133.at
Der Wienfluss bei Purkersdorf. Auf den knapp sechs Kilometern vom Wienerwaldsee bis zum Zusammenfluss mit dem Gablitzbach bei Purkersdorf ist er relativ naturnahe wie hier bei Purkersdorf. Bei Siedlungen und entlang der Bundesstraße kann er aber auch von hohen Böschungen eingeengt sein. © Archiv 1133.at
Blick vom Alois-Czedik-Steg flussaufwärts nach Westen. Auch auf den ca. zweieinhalb Kilometern von der Einmündung des Gablitzbaches bis zum Alois-Czedik-Steg, der ersten Brücke auf Wiener Gebiet, verändert sich der Fluss kaum. Wie in Purkersdorf kommt auch hier die Westbahn ganz nahe an den Fluss. © Archiv 1133.at
Der Alois-Czedik-Steg. Von ihren insgesamt rund 34 Kilometern fließt die Wien 16,15 km durch das Gebiet des Bundeslandes Wien. Ca. einen Kilometer nach dem Alois-Czedik-Steg beginnen die zwei Kilometer langen Regulierungsanlagen. © Archiv 1133.at
Die Rechenanlage vor dem Hauptwehr bei Mariabrunn. Seit dem Ausbau der Rückhaltebecken im Jahr 1997 fließt die Wien durch alle Staubecken und vereinigt sich erst nach deren Ende mit dem Mauerbach. © Archiv 1133.at
Der Wienfluss im Rückhaltebecken VI. Die Natur scheint hier unberührt zu sein und gleicht einer Idylle. © Archiv 1133.at
Der Hirschenauerbach. Er ist der letzte Zufluss an der rechten Seite der Wien. An dieser Stelle fließt er aus dem Lainzer Tiergarten kommend unter der Wientalstraße hindurch in das flussabwärts gesehen letzte Haltebecken. © Archiv 1133.at
Der Umlaufgraben entlang der Haltungen III bis VII. Er ist durch eine solide Mauer von den Haltebecken getrennt und weitgehend renaturiert. Der in ihm fließende der Mauerbach vereinigt sich erst am Ende Stauanlagen mit dem Wienfluss. © Archiv 1133.at
Blick vom Weg auf dem Damm zwischen Haltebecken und Umlaufgraben zurück nach Mariabrunn. © Archiv 1133.at
Der Turm rechts markiert das Ende der Rückhalteanlagen. Er ist ein funktionsloses architektonisches Element. Von Weidlingau bis zur Kennedybrücke wird der Fluss vom sogenannten "Wiental-Highway" (ein Rad- und Fußweg) begleitet. © Archiv 1133.at
Ein Blick zurück zum Zusammenfluss von Wien und Mauerbach. Wie der Umlaufgraben ist auch dieser Bereich weitgehend renaturiert. © Archiv 1133.at
Am Ende der Hochwassersammelbecken schwingt sich die Betonkonstruktion der verlängerten Hadikgasse über die Wien. Am Ende der Staubecken quert die verlängerte Hadikgasse den Wienfluss. Die rd. 1,5 Kilometer von hier bis zur Zufferbrücke behält der Fluss mit seinem trapezförmigen Querschnitt und den beiderseitigen, teilweise bewachsenen Uferböschungen noch etwas von seinem Talcharakter. Bis zur Kennedybrücke in Hietzing sind es rd. 4,5 Kilometer und weitere rd. 4,5 Kilometer bis zum Beginn der Einwölbung beim Rüdigerhof vor dem Naschmarkt. © Archiv 1133.at
Ruhet sanft. Im Zuge der Regulierungsarbeiten war die Sohle des Gerinnes vom Umlaufgraben bis zur Badhausbrücke mit Steinquadern und -platten befestigt und weiter stadteinwärts betoniert worden. Mit Ausnahme der renaturierten Bereiche ist das so geblieben. Die verwendeten Steine waren verschiedenster Herkunft, manchmal wurden sogar Grabsteine eingearbeitet. © Archiv 1133.at
Bald folgt eine dichte Brückensequenz wie sonst nirgends entlag der an sich brückenreichen Wien. Zuerst der Park&Ride-Zubringer, dann die wuchtige Stahlkonstruktion der U-Bahn-Brücke (auch: Stadtbahnbrücke) und schließlich ganz hinten, mit dem Steinpfeiler in der Flussmitte, die Zufferbrücke. © Archiv 1133.at
Blick von der Zufferbrücke flussabwärts. Ab der Zufferbrücke wird der Querschnitt des Flussbettes rechtsufrig durch die nahezu senkrechte Mauer zur Stadtbahn (heute U4) eingeengt. Bald schwenkt der Fluss von der Mitte nach rechts in eine der Mauer entlangführende Künette. Anstelle der heutigen Wohnbauten standen am rechten Wienflussufer bis in die 1970er-Jahre die Gebäude der Ober St. Veiter Färberei Winkler & Schindler. © Archiv 1133.at
Der markante Blick von der Hietzinger Kennedybrücke zurück flussaufwärts. Der Fluss ist über fast seine ganze Länge in Wien ein Grenzfluss und trennt die Bezirke 3, 4, 5, 12 und 13 im Süden von den Bezirken 1, 6, 15 und 14 im Norden. Die Grenze liegt aber nicht wie üblich in der Flussmitte, sondern am südlichen Rand (hier im Bild linken, flussabwärts gesehen also rechten Rand) des Flussbettes. Das markante Amtshaus für den 13. und 14. Wiener Gemeindebezirk erinnert aber daran, dass der Fluss nicht immer als teilendes, sondern als verbindendes Element gesehen wurde. Von der Eingemeindung nach Wien im Jahr 1892 an bis 1938 gehörte auch der größte Teil des heutigen Penzing zu Hietzing. und die Wien war in dessen Mitte. Das Amtshaus blieb aber auch nach der Schaffung des neuen 14. Bezirkes dasselbe in Hietzing verbliebene und ist damit eine Wiener Besonderheit. © Archiv 1133.at
Bis Hietzing überspannen nur Stahl- oder Stahlbetonkonstruktionen die Wien. Hier vor Schönbrunn wölbt sich mit der Schönbrunner Schlossbrücke die erste der im Zuge der Regulierung gebauten und weitgehend einheitlich gestalteten Betongewölbe-Brücken über den Fluss. © Archiv 1133.at
Blick von der Schönbrunner Schlossbrücke zur Schönbrunner Brücke. Ab der Kennedybrücke wird auch das linke Ufer durch eine hohe Stützmauer begrenzt und die Kämpferansätze begleiten das Flussbett auf beiden Seiten. Mit der Schönbrunner Brücke verlässt der Wienfluss die Parklandschaft um Schönbrunn und erreicht das besonders dicht verbaute Stadtgebiet. © Archiv 1133.at
Die Fabriksbrücke mit der dahinterliegenden und zur Überbauung verbreiterten Lobkowitzbrücke im Bereich der Meidlinger-Hauptstraße. Wirtschaftliche und andere Begierden kümmern sich wenig um alte Ideen oder wichtige Funktionen der Wientalschneise. Wo immer die Politik es zulässt, werden möglichst voluminöse Funktionsbauten errichtet. © Archiv 1133.at
Beim Rüdigerhof verschwindet der Wienfluss und bald auch die U-Bahn-Trasse in die Unterwelt. Gut sichtbar ist hier das ab der Schönbrunner Brücke den Flussverlauf prägende Stadtbahngeländer: eine stilisierte Sonne in einem Kreis, aus dem vier Streben zu den Ecken eines Quadrates weisen, die Handschrift Otto Wagners, der für die architektonische Gestaltung des Stadbahnbaues verantwortlich zeichnete. © Archiv 1133.at
Blick über die Einwölbung im Bereich des Naschmarktes. © Archiv 1133.at
Diese Häuserfront im Bereich des Naschmarktes vermittelt die Vorstellung von der geplanten Prachtstraße. © Archiv 1133.at
Legionen an Architekten versuchten sich an der Gestaltung des durch die Einwölbung gewonnenen Karlsplatzes. Diese ehemalige Stadtbahnstation Otto Wagners ist mittlerweile ein Museum. © Archiv 1133.at
Am Beginn des Stadtparks verlässt die Wien das überwölbte Bett und tritt wieder ans Tageslicht. Hier entstand eine von Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer geschaffene symmetrische Anlage mit Promenaden mit großzügigen Sitzbereichen entlang des Flusses. Die Wienflusspromenade im Stadtpark wurde am 15. November 1906 eröffnet. (Hajós) © Archiv 1133.at
Blick vom Abgang bei der Johannesgasse flussabwärts zur Stadtparkbrücke. Ohmann fügte gerne farbenfrohe Bepflanzungen in die Architekturelemente ein, wie hier den im Herbst hervorstechenden Wilden Wein. Das markante Rot des Wilden Weines bildet einen wunderbaren Kontrast zu den türkisfarbenen Keramikvasen. (Hajós) © Archiv 1133.at
Die Nischen an der Stadtpark-Promenade mit den Vasen in Formen des Jugendstils. Sie machen einen wesentlichen Teil des von Friedrich Ohmann geschaffenen Ambientes. Sie wurden während des 2. Weltkrieges zerstört. Als Geschenk der Wiener Hochschulen an die Stadt Wien wurden sie in den Jahren 1974/75 orignalgetreu erneuert. © Archiv 1133.at
Zahlreiche Stahlkonstruktion führen nach dem Stadtpark Straßen und Wege über den Fluss. Hier sogar in zwei Etagen: Der Zollamtssteg über der Zollamtsbrücke. Die Zollamtsbrücke verbindet die beiden Tunnelröhren der ehemaligen Stadtbahn, heute U-Bahn. © Archiv 1133.at
Bei der Urania mündet die Wien in den Donaukanal. Blick unter der Radetzkybrücke zur Zollamtsbrücke. © Archiv 1133.at

hojos
2013 bis 2014