Ein neuer "Zauberteppich" für die Lindwurmwiese

03.10.2013

Die Gemeinde Wien glaubt, uns mit dem Skilift auf der Lindwurmwiese etwas Gutes zu tun, und viele, nicht zuletzt die Bezirkspolitik, sehen das auch so. Es fällt daher schwer, sich in diese Feierstimmung hinein kritisch zu äußern. Wenn man sich die Fotos dieses Beitrags anschaut und als Anwohner die vielen Betonwägen zählt, die sich die Wiese im sogenannten Wald- und Wiesengürtel hinaufquälen, scheint die Frage nach der Verhältnismäßigkeit gerechtfertigt zu sein.

Sind ein paar Meter Höhenunterschied, die sich ein paar Menschen(kinder) während einer Handvoll Wintertage ersparen, es wirklich wert, dass mit beträchtlichem Energie- und Materialeinsatz ein beträchtliches Stück Wiese dauerhaft zubetoniert wird? Liest niemand die vielen Umweltberichte, die zur radikalen Änderung unserer Lebensgewohnheiten mahnen? Erinnert sich niemand mehr, dass die Kinder auf diesem Stück Wiese, als es noch ursprünglich war, mindestens dieselbe "Hetz" hatten und das Hinaufgehen mit den Skiern und das Hinaufziehen der Rodel nicht nur kein Problem, sondern sogar sehr gesund waren? Und stört es niemanden, dass dieser Lift genau auf die Idealroute einstiger Rodelabfahrten liegt, nämlich auf der einzigen, die bei durchschnittlichen Bedingungen eine durchgehende Abfahrt von ganz oben nach ganz unten zuließ?

Nichts für ungut!

Der Bau des neuen Teppichlifts auf der Lindwurmwiese. Fotografiert am 3. Oktober 2013 © Archiv 1133.at
Der Bau des neuen Teppichlifts auf der Lindwurmwiese. Fotografiert am 3. Oktober 2013 © Archiv 1133.at

hojos
3. Oktober 2013