Hietzing. Seine siedlungs- und sozialgeschichtliche Entwicklung bis 1820

Ein Artikel von Walter Weinzettl im Jahrbuch des Vereines für Geschichte der Stadt Wien, Band 10 (1952/53)
1952

Die früheste Besiedelung

Aus dem spröden und von den Autoren der Heimatkunden bisher recht wenig ausgenützten Quellenmaterial der Grundbücher (Dienst-, Gewähr- und Satzbücher) fließen vorwiegend wertvolle Beiträge zur Lokalgeschichte. Die Bedeutung der Grundbuchsaufzeichnungen reicht aber darüber hinaus, schon der Theresianische, Josefinische und Franziszeische Kataster[1] bieten wertvolle Bausteine zur Orts- und Siedlungsgeschichte und die Kombination der Ergebnisse aus der Betrachtung der Fassionen und der Untersuchung der im Spätmittelalter einsetzenden Besitzerlisten liefert ein klareres über die Ergebnisse der bisherigen Heimatforschung meist weit hinausgehendes Bild der wirtschaftlichen und sozialgeschichtlichen Entwicklung.

Die Geschichte der Kirche von Hietzing, die Schilderung der Bedeutung des Dorfes als Wallfahrtsort und die Beziehungen zur Pfarre Penzing liegen außerhalb des Themas. Mit diesen Fragen beschäftigte sich schon seit dem 17. Jahrhundert eine Reihe von Autoren, unter denen besonders die in Hietzing als Seelsorger tätigen Regularen des Stiftes Klosterneuburg hervorragen[2].

Über das Schicksal der Siedlung im Früh- und Hochmittelalter vermögen nur Ortsnamenkunden und Siedlungsformenforschung auszusagen. Der von einem Eigennamen abgeleitete Ortsname stammt vermutlich aus karolingischer Zeit[3], die bayerische Stammeszugehörigkeit der Siedler darf angenommen werden[4]. Das karolingische Gemeinwesen wird kaum den Ungarneinfall überdauert haben, die endgültige Siedlungsform – Straßendorf – deutet auf Neukolonisierung in frühbabenbergischer Zeit[5]. Einen vorsichtigen Zeiteinsatz für die Wiederbesiedlung des Gebiets um Hietzing erlaubt eine Urkunde Heinrichs II., der 1015 dem Domkapitel zu Bamberg 30 Hufen im Gotinesfeld (heute wohl St. Veit im 13. Wiener Gemeindebezirk) schenkte[6]. Hietzing wird 1130 im Klosterneuburger Traditionskodex erstmalig erwähnt, ein Rupertus de Hezingen fungiert als Donator[7], er und andere Angehörige des Geschlechtes der Hietzinger erscheinen gelegentlich als Zeugen bei Traditionen, doch wird nirgends etwas über den Ort selbst ausgesagt[8].

Den ersten Einblick in die Besitzverhältnisse bietet eine Urkunde des Klosterneuburger Stiftsarchivs aus dem Jahre 1253, in welcher der Deutsche Orden mit dem Chorherrnstift Hof und Kapelle zu Hietzing gegen Güter und Gülten zu Stockstall, Ziersdorf und Dürnbach tauscht[9]. Man kann annehmen, dass Klosterneuburg – wohl aus Einzeltraditionen – bereits früher Besitz in Hietzing besaß, den es nun zu erweitern wünschte. Das Stift erhält hier Güter mit Naturalleistungen gegen solche mit Gelddiensten. Der eingetauschte Hof in Hietzing diente jährlich „modium tritici silinginis et modium hordei nec non avenae modium unum“, die dafür gegebenen Güter brachten jährlich 3 ½ lb d ein. Die Urkunde erwähnt, dass die Kapelle in Hietzing mit 2 Weingärten und 18 Eimern Wien Bergrecht dotiert war.

Wie bei anderen Grundherrschaften ging man auch in Klosterneuburg im 13.Jahrhundert von der unübersichtlichen Form der Traditionsbücher zur über­sichtlichen Aufzeichnung des Besitzes in Urbaren über. Das älteste bekannte Urbar wurde im Jahr 1258 angelegt, es erlaubt einen genauen Einblick in den Besitzstand und das Einkommen des Klosters[10]. Wie bei allen geistlichen Körperschaften mit größerem Besitz war dieser auch hier in einzelne Ämter aufgeteilt; Hietzing gehörte damals zum officium Nussdorf.

Dem Kloster diensten 1258 in Hietzing (zu Michaelis): 8 Benefizien je 5 s d Grunddienst und 12 d Furgeding, ferner 6 curtes 15, 15, 22, 24, 16, 10 d, eine weitere curtis lag öde[11]. An Bergrecht wurden dem Hietzinger Gotteshaus 15 Eimer, dem Kloster 13 Eimer „ex parte Hiecinger“ gereicht. Der Amtmann hob somit den Benefizien 5 lb d Dienst und 3 s 6 d Furgeding und von den Hofstätten 3 s 14 d (richtig 3 s 12 d) ein[12], die Überländgründe leisteten Natural­dienste. Es handelt sich also um untertäniges, an bäuerliche Hintersassen nach bäuerlichem Leihrecht ausgetanes Leihegut.

Die Besitzgrößen dieses untertänigen Besitzes sind einerseits das „Beneficium“ (in den späteren Dienstbüchern mit „Lehen“ übersetzt), das ist eine Bauernwirtschaft mit Haus und Äckern; andererseits die „Area“ oder „Curtis“. Letzterer Terminus kann Verschiedenes bedeuten; aus dem Vergleich mit späteren Dienstbüchern ergibt sich, dass in unserem Fall das Kleinhaus samt Hofstelle, später Hofstatt genannt, damit gemeint ist. Der Hofstätter ist kein Vollbauer, er kann unserem Kleinhäusler verglichen werden. Die Areae leisten daher nur 1/6 bis 1/15 des Dienstes der Beneficia und bezahlen kein Furgeding. Die Lehen werden wohl annähernd gleich groß gewesen sein, daher werden sie im Urbar nicht einzeln aufgeführt, dagegen sind die Hofstätten wegen ihrer verschiedenen Dienstleistungen einzeln mit den Namen ihrer Besitzer verzeichnet.

15 Eimer Bergrecht (Grunddienst für Weingärten) erhält die Hietzinger Kapelle; das bezieht sich auf die vom Deutschen Orden ertauschten Weingärten. 13 Eimer werden direkt dem Grundherrn abgeliefert und stammen offenbar aus Widmungen des Ministerialgeschlechtes der Hietzinger, deren letzter noch urkundlich nachweisbar ist. 1263 verzichtete Rudlo, genannt Hyetzinger, auf sein Erbteil zu Hietzing und Zohensunsdorf gegen ein jährliches Deputat, wobei Umfang und Charakter seines Besitzes in Hietzing nicht klar umschrieben werden[13]. Vermutlich besaß Rudlo Weingärten. Damit scheint Klosterneuburg schon damals alle grundherrlichen Rechte über das Dorf in seiner Hand vereinigt zu haben[14].

Das Urbar von 1340[15] vermerkt die Einnahmen von Hietzing nun unter der Rubrik Officium Meidling. Offenbar der leichteren Verwaltung wegen hat man die Zahl der Ämter vermehrt[16]. Das Urbar verzeichnet als Zinsobjekte eine Curia, sowie 3 ganze und 3 Drittelbenefizien. Die Curia, ursprünglich aus 4 Benefizien bestehend (Dienst 2 ½ lb d, Furgeding 48 d) wird unter einem späteren Besitzer (Enczinger) um 2 von den 3 ganzen Benefizien vergrößert und dient nun „de 6 beneficiis“ 4 lb 12 d[17]. Neben ihr Bestehen nun nur mehr ein ganzes und 3 Drittelbenefizien. Erstmalig wird das Ausmaß der Weingärten mit 12 Joch angegeben, jedes Joch dienst 2 Eimer Bergrecht (jus montanum) und 6 d Furgeding. Der Dienst der beneficia hatte sich seit 1258 nicht verändert, Furgeding reichen nur die Curia und die ganzen Bauernlehen. Am Rande des Blattes vermerkt ein Schreiber: „Ibi de servicio melius scrutetur, quia plus debet esse“[18]. Hofstätten werden im Urbar von 1340 nicht mehr verzeichnet. Von den 8 Benefizien des ältesten Urbares waren, wie bereits gesagt, zunächst 4, dann im 14. oder beginnenden 15.Jahrhundert 6 zu einer Curia vereinigt worden. Dieser Meierhof ist aber nicht mehr wie in der Villikationsverfassung Mittelpunkt der lokalen Wirtschaft, sondern nur mehr ein größeres Bauerngut ohne rechtliche Sonderstellung[19]. Das 7. Benefizium wurde in 3 Teile geteilt, das 8. (den Kern des heutigen Pfarrhofes) besaß der plebanus, der Leutpriester. Die Einkünfte aus Weingärten hatten sich seit 1258 auf 24 Eimer verringert, von der Hietzinger Kapelle wird nicht mehr gesprochen.


[1] Eduard M a y r h o f e r, Die Josefinische Fassion als Quelle zur Dorfgeschichte. In: Unsere Heimat 1946/2, S.40. – Heinrich W e i g l, Fluranlage und Ortsgeschichte. In: Unsere Heimat, 1951/7-9, S.115

[2] Die ältere heimatkundliche Literatur verzeichnet die österreichische Kunsttopographie, 2.Band: Die Denkmale der Stadt Wien (XI.-XXI.Bezirk), bearbeitet von Hans Tietze und Heinrich Sitte, Wien 1908, S.60. Außerdem erschienen: Josef F r e u d e n r e i c h, Das k.k. Lustschloß Schönbrunn, dessen Geschichte, sowie Erläuterungen über die im Bereich des Parkes errichteten Bau- und Bildhauerwerke, nebst einem Anhange: Geschichtliches über Hietzing. Wien1873; Arnold W i n k l e r, Hezingen-Hietzing, Pancingen-Penzing. In: Jahresberichte der Realschule im 13.Bezirk, Wien 1905; Berthold C e r n i k, Das Stift Klosterneuburg und seine Pfarren. Wien 1914; Wolfgang P a u k e r, Beiträge zur Orts- und Pfarrgeschichte von Hietzing. In: Unsere Heimat 1929, S.83 ff. Hietzing, ein Heimatbuch des 13. Wiener Gemeindebezirkes, hgg. von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde in Hietzing, 2.Band, Wien 1932. Beiträge für das 19.Jahrhundert enthält die handschriftlich im Pfarrarchiv aufbewahrte, mit der Gründung der Pfarre einsetzende und bis 1889 geführte Pfarrchronik.

[3] Heinrich W e i g l, Die Bedeutung der Ortsnamen in Niederdonau, St.Pölten 1940, S.8. Ernst K l e b e l, Siedlungsgeschichte des Deutschen Südostens, München 1940, S.56.

[4] Erich Z ö l l n e r weist auf Hietzing am Ostufer des Simssees (Chiemgau) hin. Zur Bedeutung der älteren Otakare für Salzburg, St.Pölten und Wien. In: Jb. Adler III/1 (1947), S.28.

[5] Adalbert K l a a r, Die Siedlungsformen Niederösterreichs. In: Jb. d. Ver. f. Ldkde. NÖ. 23 (1930), S.62f.

[6] MG DD H II. Nr.318. VCl. hiezu Ernst K l e b e l, Zur Frühgeschichte Wiens. In: Abhandlungen zur Geschichte und Quellenkunde der Stadt Wien 4 (1932), S.100. K l e b e l vermutet richtig in Gotinesfeld St.Veit, der alte Ortsname lebt noch in der Gottsfeldmühle zu St. Veit fort. Josef K r a f t, Aus der Vergangenheit von Ober-St. Veit. Wien 1952, S.22. Vgl. auch Franz M a s c h e k, Kahlenberg-Heiligenstadt, Nachrichtenbl. d. V. f. G. d. St. W. 1942, S.29ff.

[7] FRA II/4, Nr.75. Die Edition Maximilian Fischers erschien 1851 und ist heute veraltet. Ein angeblich älteres Stück, eine Urkunde des Babenbergers Ernst für Melk ist eine Fälschung aus der Mitte des 12.Jahrhunderts. Urkundenbuch zur Geschichte der Babenberger in Österreich I (1950), Nr.1. Genannt werden dort „Rodbertus et Heimo et Gundacher de Hezingin“.

[8] FRA II/4, Nr. 441 (Ulricus de Hizzinge), 802 (Rudlo de Hiezinge); im Formbacher Traditionsbuch wird um 1170 Wolfger de Hiezingen genannt (Oberösterr. Urkundenbuch I, Nr.569). Siehe auch Fontes rer. Austr. II/4, Nr.610.

[9] Den besten Druck bietet noch immer Maximilian F i s c h e r, Merkwürdige Schicksale des Stiftes und der Stadt Klosterneuburg, Wien 1815, 2.Teil, Urkundenbuch Nr.68. 1255 wurde der Tausch bestätigt; ebendort Nr.69.

[10] Das Urbar liegt nur mehr in einer Kopie des 16.Jahrhunderts vor und ist heute dem Urbar III (um 1340) beigebunden. Die Edition besorgte Vinzenz Oskar L u d w i g, Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg 5 (1913).

[11] Siehe die Häuserskizze Hietzing 1258-1428: Lehen 1-8, Hofstätten 1-7; die Lage der Hofstatt 4 nicht gesichert.

[12] Urbar fol. 43 und 43v; Druck bei L u d w i g a.a.A., Zeile 1462ff.

[13] Bernhard P e z, Cod. Dipl. hist. Epist., pars II., pag.110.

[14] 1272 erließ Propst Nikolaus Wernher dem „Speisenmagistro“ und seiner Tochter Elisabeth Bergrecht und Zehent eines Weingartens am Kahlenberg gegen das halbe Lehen des Wernher zu Hietzing. Drucke: P e z, a.a.O. S.120; F i s c h e r a.a.O. S.88. Das Stück ware noch zu untersuchen. Abgaben von ¾ Joch Weingarten „in Hieczenperg“ wurden noch im 14.Jahrhundert dem Wr.Bürgerspital (Dienstbuch C, 1342, fol.135) und Burgrechtzinse im 15.Jahrhundert den Himmelpförtnerinnen geleistet (Stiftsarchiv Klbg., alte Rapulatur fol.359, Nr.56).

[15] Die Edition wird derzeit im Auftrage der Akademie der Wissenschaften vorbereitet. Leo S a n t i f a l l e r, Übersicht über den gegenwärtigen Stand der Herausgabe der Österreichischen Urbare. In: Österr. Urbare III/3/1 (1951), S. X f., Urbar 1340, fol. 67

[16] Die Urbare 1303 – 1306 und 1316 – 1320 enthalten Hietzing nicht.

[17] Siehe die Häuserskizze oben: Die Curia ursprünglich bestehend aus Lehen 2 – 5, später kommen 6 und 7 dazu.

[18] Wahrscheinlich bezieht sich der Vermerk auf die im Urbar nicht verzeichneten Hofstätten.

[19] Alfons D o p s c h stellte ähnliche Höfe schon im 13. und 14.Jahrhundert fest. (Die landesfürstlichen Urbare Nieder- und Oberösterreichs aus dem 13. und 14.Jahrhundert, Wien 1904, Einleitung S 112f.)

Hietzing 1258–1428. Hier wird versucht, die Lage der Wohnstätten nach den Einträgen in den Klosterneuburger Urbaren der Jahre 1258 und 1340, sowie nach den Aufzeichnungen im ältesten Dienstbuch 1428 festzustellen. Unsicher bleibt 1258 die Lage der strichliert gezeichneten Hofstatt 4, eine bis in die Neuzeit bestehende Baulücke zwischen den Hofstätten 3 und 5 lässt den eingetragenen Standort vermuten. Das Urbar von 1340 verzeichnet Hofstätten nicht, von den sechs Benefizien 2 – 7 bilden zunächst vier, dann alle sechs eine Curia. Mit dem Einsetzen des ältesten Dienstbuches (1428) betritt der Topograph gesicherten Boden, die Besitzerreihen der verzeichneten Häuser lassen sich von da an bis zur Gegenwart verfolgen. © Weinzettl

Das älteste Grundbuch

Das älteste erhaltene besondere Grundbuch, ein Gewähr- und Satzbuch über das Amt Meidling (enthaltend Meidling, Hietzing und andere Orte) weist Eintragungen von 1392 bis 1428 auf. Mit ihm und dem ältesten Dienstbuch (1428–1458) desselben Amtes setzt die bis zur Gegenwart fast lückenlose Besitzerreihe der Liegenschaften ein[1]. Der klösterliche officialis saß in der Regel in Meidling, doch amtierten gelegentlich Unteramtleute im benachbarten Hietzing[2].

In topographischer Anordnung zählt das Dienstbuch von 1428 die 17 behausten Güter und die Überländgründe auf. 5 Wohnstätten liegen am heutigen Kirchenplatz (an Stelle der heutigen Häuser Am Platz 1 und 2 und Maxingstraße ungerade Nummern 1–13)[3], die übrigen Häuser bilden die Dorfstraße, die heutige Altgasse (an ihrer Stelle stehen, bzw. standen vor dem letzten Krieg die Häuser Altgasse 3, 13, 15, 17, 21, 23 und Maxingstraße 2; Altgasse 4, 6, 8/10 und 16)[4]. Wie schon in den älteren Urbaren heben sich deutlich wieder 2 Arten von Besitzeinheiten ab: einerseits die ganzen und geteilten Benefizien und die aus ihnen gebildeten Höfe, andererseits die Hofstatthäuser. Erstere liegen am Kirchenplatz und südlich der Dorfstraße in bevorzugter Lage gegenüber den Hofstätten. Unschwer lassen sich die Veränderungen und Teilungen seit 1340 erkennen. Die Curia, zuerst aus 4, dann aus 6 Lehen bestehend, wird im 15. Jahrhundert zerteilt; Großer Hof (4 Lehen) und Kleiner Hof (2 Lehen) werden getrennt ausgetan. Westlich des Hofes lagen 1340 3 Drittelbenefizien, von denen 2 nun zusammengelegt worden waren. Am Kirchenplatz muss das Benefizium der Kapelle gesucht werden, später wurde es mit den Nebenhäusern zum Pfarrhofe vereinigt. 1428 beträgt sein Grunddienst 25 d, eine Korrektur berechtigt zur Annahme, dass die im ältesten Dienstbuch nachstehenden 4 Häuser (dienen 200d = 6 s 20 d) vom Lehen des Leutpriesters abgetrennt worden waren. Die übrigen Hofstatthäuser drängten sich am Westausgang des Dorfes an der Kreuzung Dorfstraße – Hetzendorferstraße zusammen, 3 südlich, 5 nördlich der Dorfstraße und 4 am Kirchenplatz. Ihre Zahl vermehrte sich seit 1258, das Urbar von 1340 verzeichnet sie merkwürdigerweise nicht[5].


[1] Grundbuch 15/2 (enthält auch Gewähren und Sätze 1418 bzw. 1428 bis 1458).

[2] Z.B. Peter im Großen Hof, Stiftsarchiv Klbg., Alte Rap. Fol. 359v, Nr.56.

[3] Dienste 25 d, 50 d, 50 d, 50 d, 50 d. Die Häuser werden mit ihren heutigen Orientierungsnummern oder mit den am beiliegenden Plan eingezeichneten CN. Von ca. 1870 zitiert. Siehe Häuserskizze oben: Lehen 1, Hofstätten 10 bis 13.

[4] Dienste 40 d, 13 s 10 d, 8 s 12 d, 50 d, 3 s 10 d, 16 d, 16 d und 40 d, 15 d, 15 d, 15 d, 16 d. Siehe Häuserskizze oben: Hof (2 – 5), Hof (6 – 7), Lehen 8, Hofstätten 1 – 9.

[5] Vielleicht entrichteten sie damals ihre Dienste nicht unmittelbar dem Kloster.

Nördlich der Anwesen dehnte sich der Anger bis ins Augelände am Wienufer aus; er reichte nach Osten bis in die Gegend des heutigen Schönbrunner-Haupttores und grenzte westlich an die Gemarkung von St. Veit. Häufige Überschwemmungen des ungebärdigen Flusses erlaubten nur eine Nutzung als Viehweide und Bleiche. Südlich der Wohnstätten lagen die wenigen Äcker und die ausgedehnten Weingartenfluren. An Hand der Theresiana[1] lässt sich feststellen, dass der an das Haus angrenzende Garten immer mit der Behausung verbunden bleibt. Daneben besaßen die Hietzinger noch als Hausgründe bis ins 18. Jahrhundert kleine Zwerch (Quer) äcker an der heutigen Schönbrunner Tiergartenmauer. Die Besitzverhältnisse des an die Hausgärten südlich anschließenden Geländeteiles bleiben unklar, wesentliche Flächen gehörten noch im 16. Jahrhundert zu den Höfen, im 18. Jahrhundert erscheint das Gelände als Dominikalgrund. Die tiefe Lage und die dadurch bedingte Bodenfeuchtigkeit dürften hier Weinbau verhindert haben, denn sogar zur Blütezeit der Rebkulturen (um die Mitte des 16. Jahrhunderts) führte man hier den Pflug[2]. Daran grenzten, etwa von der Linie der heutigen Weidlichgasse, ziemlich steil gegen den Scheitel des Künigl- und Stranzenberges ansteigend die Überländgründe. Die Weingärten, es handelt sich im 15. Jahrhundert nur um solche, sind nicht wie die Hausgründe dauernd mit dem Besitz eines Hauses verbunden, sie sind einzeln verkäuflich und können auch an auswärtige Gewährnehmer vergeben werden. Über auswärtige Besitzer besaß der Grundherr keine Gerichtsbarkeit in persönlichen Sachen[3]. Beim Vergleich der Besitzerreihen stellt sich heraus, dass höchstens 25% der Überländgründe von behausten Hietzingern bebaut wurden, und dass sie im Übrigen höchst ungleich auf die Besitzer verteilt waren.

Hietzing zeigt, genau wie das benachbarte Penzing, im Wesentlichen die charakteristischen Flur- und Besitzformen des Weingartendorfes[4]. Das Dienstbuch von 1428 verzeichnet zwei große Rieden: Hietzingerberg-Oberschoß und Hietzingerberg-Unterschoß[5]. Noch im 15. Jahrhundert werden grund­herrschaftlich mehrere Gruppen geschieden: manche Liegenschaften leisten ihre Giebigkeiten den Höfen, wenige der Kapelle und die meisten unmittelbar dem Kloster[6]. Darunter befinden sich auch die sogenannten „New secz“. Flurname und exponierte Lage (zum Teil östlich des Hetzendorfer Weges) deuten auf spät­mittelalterliche Rodung, von der noch eine Gewähr des 15. Jahrhunderts spricht[7].

Die unterschiedliche Dienstleistung an Klöster, Höfe und Hietzinger Kapelle ist die letzte Reminiszenz an die verschiedene Herkunft des Besitzes: Hof und Kapelle samt Zugehör einerseits und dem Kloster tradiertes Gut andererseits. Im frühen 16. Jahrhundert, wahrscheinlich im Zuge der Verwaltungsneuordnung des Propstes Georg Hausmannstetter, beseitigte das Stift die unterschiedlichen und unübersichtlichen Abhängigkeitsverhältnisse. Beide Höfe und ihr abhängiger Besitz wurden eingezogen, seit damals leisten alle Überländgründe ihre Abgaben unmittelbar dem Grundherren, auch die Kapelle ging ihres Einkommens verlustig[8].

Das vom Gestrüpp überwucherte Gelände des heutigen Küniglberges diente als Weide, ebenso das an die Kulturflächen anschließende Heideland östlich des Hetzendorfer Weges. Dort lag auch der von Kieslinger erwähnte, nicht genau lokalisierbare Steinbruch[9], der nachweisbar seit dem 14. Jahrhundert ausgebeutet wurde[10]. Noch im 19. Jahrhundert heißen die Äcker in der Gegend des heutigen Hietzinger Friedhofes „Auf der Haid in der Steingruben“[11]. Material aus dem Steinbruche, bzw. den Sand- und Schottergruben fand noch beim Bau Schönbrunns Verwendung[12].

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts war die Rodungsarbeit noch nicht abgeschlossen. 1444 übergab das Stift Klosterneuburg dem Franz Pehaim 7½ Joch, dem Wolfgang Meindel 2 Joch und dem Kristan Pawr 6 Joch Ackerlandes „pey Meyrling auf der hayd pey dem hölczlein“[13], das ist an Stelle und östlich des heutigen Friedhofes. Die Gewähren sprechen noch öfter von Rodungen, doch ist Strenge zwischen neu gerodetem Kulturland und verödetem, wieder kultiviertem Acker- und Weingartengrund zu scheiden. Die Häuser vermehren sich gegen 1467 um die Schleifmühle. In diesem Jahr erhielten der Müller Wolfgang Herczog und seine Gattin Elsbeth Nutz und Gewähr über eine von ihnen erbaute Schleifmühle auf dem Anger[14]. Das Gebäude lag etwas außerhalb des Ortes und statt der Nennung der Nachbarn müssen die Grundbuchschreiber unbestimmte Angaben zur Lokalisierung verwenden, etwa „negst an dem khayl. thürgartten gelegen“[15] oder „zunegst des prikhls gegen der martersäulen“[16]. Der Schleifmühlenbetrieb scheint sich nicht gelohnt zu haben. 1512 bezeichnen die Gewähren den Besitz als verödet[17], nach dem Wiederaufbau des Hauses wurde der Mühlenbetrieb nicht mehr aufgenommen. Die Lokalisierung des Gebäudes bereitet Schwierigkeiten, da sich die Besitzerreihe nur bis 1734 fortführen lässt[18]. Die Lösung bringt die Theresianische Fassion, welche vermerkt, dass aus der einstigen Schleifmühle das Kaiserstöckl entstanden war, in dem 1751 Van Swieten wohnte[19]. Damit kann auch der Standort der Mariensäule genauer bestimmt werden[20], sie stand an der Abzweigung der alten Hietzinger-Dorfstraße von der Straße nach St. Veit in der Gegend des späteren Kaiserstöckels[21].


[1] Nö. Landesarchiv, Ther. Fassion, Herrschaft Klosterneuburg, Dorfschaft Hietzing, fol. 648ff

[2] Gb. 15/9 fol. 109v (1551).

[3] Vgl. auch Ernst K l e b e l, Zur Rechts- und Verfassungsgeschichte des alten Niederösterreich. In: Jb. d. Ver. f. Ldkde. NÖ. 28 (1939-43), Seite 65.

[4] Ernst K l e b e l, Zur Frühgeschichte Wiens, S. 19f.

[5] Schoß kommt u. a. auch in Nussdorf als Riedname vor. Im 18. Jahrhundert gibt es in Hietzing 3 Rieden: Unterschoß (zwischen Gloriettegasse und Weidlichgasse), Mitterschoß (Weidlichgasse bis zur Linie der Hanselmayergasse), Oberschoß (südlich der Mittelschoß).

[6] Fälligkeitstermin ist für den Bereich Klosterneuburgs St.Michael, im 18. Jahrhundert auch Matthei.

[7] Gb. 15/2, fol. 95 (1456 Veit Traysmer).

[8] Letzte Gewähr über den Großen Hof 1479 (Gb. 15/3, fol. 60: Paul Scheyner), dann wird der Hof wegen Verschuldung und Verödung eingezogen, nächste Gewähr 1551 (Gb. 15/9, fol. 109v: Hanns Gelioth). Die dem Großen Hof dienstbaren Weingärten dienen nachweisbar seit etwa 1520 dem Kloster (z. B. Gb. 15/3, fol. 197v: Bertlme Lebrer; vorher Gb. 15/2, fol. 46: Niclas Sneyder). Das der Kapelle dienstbare halbe Joch in der Unterschoß diente noch 1468 der Kapelle (Gb. 15/3, fol. 24: Stephan und Hedwig Krekl); 1522 erfolgten die Zahlungen unmittelbar an Klosterneuburg (Gb. 15/3, fol. 203: Waldburg, Tochter des Gilg Rauchnzawner). Über Georg Hausmanstetter siehe Vinzenz Oskar L u d w i g, Probst Georg II. Hausmanstetter. In: Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg 4 (1912) S 213ff.

[9] Alois K i e s l i n g e r, Die Steine von St. Stephan, Wien 1949, S. 58.

[10] Ebendort S. 304, 306.

[11] Gb. 20/99, fol. 351.

[12] Vergleiche die Anmerkungen in der Theresiana.

[13] Gb. 15/2, fol. 71 (gemeint ist das Gatterhölzl)

[14] Gb. 15/3, fol. 15v.

[15] Gb. 15/10, fol. 718 (1637: Hanns Tholl und Katharina)

[16] Gb. 15/12, fol. 144 (1686)

[17] Gb. 15/3, fol. 68v

[18] Gb. 15/13, fol. 281v: seit 1734 Maria Briffant.

[19] Theresiana, fol. 693 f.

[20] Beschrieben in der Österr. Kunsttopographie, II, S. 69.

[21] Die Kirchliche Topographie gibt nur „am Wege nach St. Veit“ an (vgl. Österr. Kunsttopographie, II, S. 69).

Grundherrschaften in Hietzing. Dieses Bild bringt die Bereiche der verschiedenen Grundherrschaften: a) den Anteil des Stiftes Klosterneuburg, innerhalb dessen bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts als Reminiszenz der Herkunft von mehreren Vorbesitzern verschiedene Abhängigkeitsverhältnisse bestanden und b) den bis 1796 zur Herrschaft St. Veit (Bistum, dann Erzbistum Wien) gehörenden Geländeteil. Dargestellt ist noch das Abbröckeln der alten Hietzinger Dorfflur im Osten durch die Ausweitung des Schönbrunner Parkgeländes und die Aufteilung des Dominikallandes seit dem späten 17. Jahrhundert. Gestrichelte Linien bedeuten, dass eine kartographisch genaue Festlegung der Parzellengrenzen nicht möglich ist. © Weinzettl

Von Friedrich III. zu Maximilian

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts bot Hietzing das Bild eines friedlichen Weinhauerdorfes, dessen Bewohner in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebten. Regelmäßig erfolgten die Gewähranschreibungen, Ödungen von Häusern und Gründen sind nicht verzeichnet. Die lange Regierungszeit Friedrichs III. brachte jedoch Zeiten schwerer politischer und damit wirtschaftlicher Krisen. Der Vormundschaftsstreit mit den Ungarn, der habsburgische Bruderkrieg und die Kämpfe mit Mathias Corvinus ließen das Land nicht zur Ruhe kommen. 1461 gelangte Albrecht VI. im Kampf mit dem Kaiser unter großen Verwüstungen vor Hietzing, kaum eines der folgenden Jahre verschonte die Bauern des Wiener Beckens und der Randsiedlungen des Wienerwaldes[1]. Um die Mitte der 1480er-Jahre kam es zur Katastrophe; 1484 zerstörten die Ungarn das Gotteshaus[2] und es scheint, dass damals das ganze Dorf in Schutt und Asche gelegt wurde. Die Gewährbücher bringen das Jahr der Zerstörung nicht, die letzten Anschreibungen haussässiger Untertanen erfolgten im Jahr 1479[3], erst 1493 wurden wieder Gewähren an behauste Untertanen erteilt[4]. Die öden Anwesen und Weingärten hatte das Stift eingezogen, sie wurden als „Reisgut“ an neugewonnene Untertanen vergeben. Diese verzichteten oft auf die grundbücherliche Eintragung, es tauchen Zwischen­besitzer ohne Gewähr auf.

Erst das Zeitalter Maximilians brachte dem Lande die ersehnte Ruhe, die zerstörten Wohnstätten wurden wieder aufgebaut. 1493 vergab der Grundherr 3 Liegenschaften49, im selben Jahre wurden der Kleine Hof[5] und 1494 4 weitere Besitzeinheiten ausgetan[6]. Unter dem Ungemach der Zeiten litten die empfindlichen Weingartenkulturen ganz besonders. In Hietzing lagen ganze Rieden öde[7], es mangelte an Arbeitskräften. Die regelmäßigen Gewähreinträge setzen bei den Überländgründen etwas später ein, auf sofortige grundbücherliche Anschreibung beim Liegenschaftserwerb wurde wenig Wert gelegt. Im Zusammenhang mit der Neukultivierung sind Teilungen recht häufig, doch bleibt das vorherrschende Weingartenmaß das Viertel. Dies lässt auf regen Menschenzustrom aus den umliegenden Ackerbaugebieten schließen. Alfred Grund nimmt an, dass deren Bewohner vielfach in die Weingegenden zogen, um dort leichteren Lebensunterhalt zu finden[8]. Die Wirtschaftsführung des Stiftes befand sich in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts in etwas desolatem Zustand. Durch Nachlässigkeit und Unkenntnis war damals dem Stift mancher Grundbesitz entfremdet worden[9], die Aufzeichnungen über Besitz­veränderungen scheinen nachlässiger geführt[10]. Der fähige Propst Georg II. Hausmanstetter schuf gründlichen Wandel. Kurz nach seinem Amtsantritt bereiste er selbst die manchen Orts hart mitgenommenen Stiftsbesitzungen und ließ neue Register und Urbare anlegen. Er fixierte die grundherrlichen Rechte und Einkünfte und sorgte für Aufzeichnung des Gewohnheitsrechtes der Gemeinden, der Banntaidinge. So entstanden die Haupt- und Stockurbare von 1512, die in 2 mustergültig angelegten Riesenbänden auf 1168 Folien den gesamten damaligen stiftlichen Besitz verzeichneten. Auf fol. 864 des 2. Bandes findet sich Hietzing. Außer 15 ausgetanen Häusern[11] werden folgende Weingärten verzeichnet: 2 zu einem Joch, einer zu 7 Achtel, einer zu 2 Viertel, 10 zu einem halben Joch, 2 zu 2 Sechstel, 7 zu 3 Achtel, 45 zu 1 Viertel, 3 zu 1½ Achtel und 19 zu 1 Achtel. Ferner waren 2 ganze und 2 halbe Saunäck[12] und Äcker im Ausmaß von 6, 3 mal 2 und 2 mal 1 Joch vergeben. Propst Georg II. bemühte sich auch erfolgreich um die Hebung der Weinkultur. 1525 werden die letzten Überländäcker auf der Heide in Weingärten verwandelt und an Untertanen vergeben[13].

Es wäre verfehlt, die wirtschaftliche Lage der österreichischen Länder zur Zeit Maximilians als günstig zu bezeichnen. Die Vergangenheit wirkte auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet zu unheilvoll nach[14]. In den Weinorten um Wien aber zeigten sich doch Früchte regen Fleißes und aufwärtsführender Entwicklung. Die Grundbuchseinträge sprechen eine deutliche Sprache: Die Grundherren bemühten sich um arbeitswillige Untertanen und die Pflege der Weinkulturen wurde nach Kräften intensiviert.


[1] Max V a n c s a, Geschichte Nieder- und Oberösterreichs, 2. Bd. (1927), S 377.

[2] Wolfgang P a u k e r, Die Pfarrkirche von Hietzing, Wien 1899, S. 5.

[3] Gb. 15/3, fol. 60. Im gleichen Zeitraum wurde nur bei 2 Weingärten Besitzwechsel eingetragen; ebd. Fol. 67v und 68v.

[4] Gb. 15/3, fol. 85v, fol. 86v.

49 Gb. 15/3, fol. 85v, fol. 86v.

[5] Gb. 15/3, fol. 86v.

[6] Gb. 15/3, fol. 87v und 88.

[7] Unter mehr als 100 Grundstücken läßt sich nur bei einem Saunack ordnungsgemäß eingetragener Besitzerwechsel feststellen: Gb. 15/3, fol. 45v (1475 Kathrey, Wolffganggs Tramppen ux. Durch Kauf), ebd. Fol. 110 (1499 Lienhart Phluegler aus Hietzing und Ursula durch Kauf).

[8] Alfred G r u n d, Die Veränderungen der Topographie im Wiener Walde und Wiener Becken, Geogr. Abhandlungen (A. Penck)., Leipzig 1901, S 126.

[9] Vinzenz Oskar L u d w i g, Propst Georg II. Hausmanstetter. In: Jb. D. Stiftes Klosterneuburg IV (1912), S. 219.

[10] Für Hietzing erfolgten 1461-1463, 1474, 1477, 1478, 1480, 1481, 1484-1492, 1495, 1496 keine Grundbuchseinträge.

[11] 1516 zählte Hietzing schon 16 haussäßige Untertanen (Vermerk des Obristkellers Christoph Lamprechtshauser, Stiftsarchiv Klosterneuburg, Alte Rap. fol. 223). Vgl. Gustav W i n t e r, Nö. Weistümer, I., Wien 1866, S. 745 f. Gustav O t r u b a verzeichnete Banntaidingstexte, bzw. Protokolle für Hietzing aus dem 16. bis 19. Jahrhundert im „Anzeiger“ der Akademie, phil. Hist. Klasse 86 (1949), S. 563 ff.

[12] Flurname, 1 ganzer Saunack = ungefähr 1 Viertel.

[13] Gb. 15/3, Db. Fol. 86v.

[14] Anton S c h a c h i n g e r, Der Wienerwald, Wien 1934, S. 224.

Der erste Türkensturm

Der Türkensturm von 1529 vernichtete in einigen Tagen das Aufbauwerk einer Generation. Nach dem Abzug der Belagerungstruppen glich die Umgebung Wiens einem Trümmerhaufen. Hietzing mit seinen wahrscheinlich nur aus Holz und Lehm gebauten Häusern wurde von den Scharen des Paschas von Anatolien verwüstet. Meldemann, die einzige, aber kartographisch unzuverlässige Quelle, zeichnete das Hietzinger Gotteshaus in Flammen stehend[1]. Über das Ausmaß der Zerstörung liefern die Grundbücher verlässliche Angaben. Im Gegensatz zu Penzing ist die Grundbuchsführung nicht unterbrochen[2], denn dank der Tapferkeit der Verteidiger Klosterneuburgs blieben die Grundbücher im Stifte erhalten[3]. Aber wie muss es in Hietzing ausgesehen haben! Die erste Grundbuchseintragung nach der Katastrophe fand erst am 13. Mai 1530 statt[4]. Ununterbrochen sprechen die Gewähren von unbewohnten, verbrannten und verödeten Häusern und beklagten die Säumigkeit der verarmten Dienstzahler.

Die Frauenkapelle lag in Schutt und Asche[5], das angrenzende Haus des Seelsorgers teilte vermutlich dasselbe Schicksal, beide Baulichkeiten werden, weil Dominikalbesitz, in den Grundbüchern nicht erwähnt. Außerdem zerstörten die Türken nachweisbar 10 Wohnstätten, deren Bewohner niedergemetzelt oder verschwunden waren[6]. Die öden Gründe und Brandstätten zog der Grundherr ein, wenn keine Erben Ansprüche erhoben. Nach Schätzung hatten die Käufer beim Grundbuch den halben oder den ganzen Schätzwert[7] für den etwa wiederkehrenden Besitzvorgänger zu hinterlegen. Die Urbarmachung des verwüsteten Weingartengeländes bedurfte vieler fleißiger Hände. Begünstigungen von der Grundherrschaft sollten Arbeitswillige heranziehen. Auf sofortige grundbücherliche Anschreibung wurde wenig Wert gelegt, die Schätzwerte zeigten sehr niedere Ansätze, außerdem gewährte das Stift Freijahre[8]. Trocken und sachlich werden in den Gewähren Brandstätten und öde Weingärten verzeichnet und Tod oder Verschleppung der Untertanen vermerkt. Und doch spricht aus ihnen das große Leid, das unsere Generation so gut zu begreifen vermag. Bei einigen Häusern allerdings hören wir weder von Verwüstungen, noch von Unterbrechungen der Besitzerreihe[9]. Dies schließt schwere Zerstörungen nicht aus, doch überlebten die Besitzer die Belagerung, kehrten nach dem Abzug der Türken in ihr verwüstetes Dorf zurück und setzten ihre Wohnstätten wieder instand. Eine Anschreibung im Grundbuch war hier natürlich nicht nötig. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die schwersten Schäden im Zentrum des Dorfes entstanden, vielleicht haben dort die Bewohner hoffnungslosen Widerstand zu leisten versucht. Dass Hietzing nicht von allen Bewohnern verlassen war, beweist schon die fromme Legende, die seinen Ruf als Wallfahrtsort weit verbreitete.

Das für die Häuser gesagte gilt auch für die ruinierten Weingärten. Wieder lassen sich nur in wenigen Fällen die Besitzerreihen über die kritische Zeit hinweg führen[10]. Die ersten Besitzer übernahmen ohne Grundbuchs­eintragung die verwüsteten Liegenschaften, oft genug überstieg aber die mühevolle Aufbauarbeit ihre Kräfte und Mittel[11]. Noch um die Jahrhundertmitte sind aus den Gewähren öde Gründe nachweisbar[12]. Aus den widerstreitenden Rechtsansprüchen ergab sich in der Grundbuchsführung eine Fülle von Komplikationen; einerseits sollten Besitzrechte der Verschleppten gewahrt bleiben, andererseits bemühte man sich um neue Arbeitskräfte. Ein Officialis oder sein Amtsschreiber notierte sich auf dem Titelblatt des 1531 angelegten Gewährbuches B (Gb. 15/9) einen Auszug aus der geltenden Rechtspraxis, auf den ich hier nicht näher eingehen kann, der aber einer rechtshistorischen Betrachtung wert wäre.



[1] Geschichte der Stadt Wien (Altertumsverein) II/1 (1900), S. 338, Anm. 2.

[2] Leopold S a i l e r, Das Jahr 1529 im Spiegel der Wiener Grundbücher. In: Mitteilungen des Ver. F. Gesch. d. St. Wien IX/X, (1929/30), S. 81 ff.

[3] Aus verwaltungstechnischen Gründen wurden 1531 Dienst- und Gewährbuch getrennt und das Gewährbuch B (Gb. 15/9) angelegt.

[4] Gb. 15/3, fol. 237 (Thoman Sailer und Ursula)

[5] Wolfgang P a u k e r, Die Pfarrkirche von Hietzing, Wien 1899, S. 6. Auf den Streit um das Präsentationsrecht zum Hietzinger Gotteshaus zwischen dem Propst von Klosterneuburg und dem Bischof von Wien brauche ich hier nicht einzugehen. Vgl. Theodor W i e d e m a n n, Geschichte der Reformation und Gegenreformation im Lande unter der Enns, 2. Bd., Prag 1880, S. 19 ff.

[6] Ich gebe die Conscriptions-Nr. und in Klammer Datum und Zitat der 1.Gewähr nach 1529: CN. 2 (1552, Gb. 15/9, fol. 119); CN. 3 (1536, Gb. 15/9, fol. 18v); CN. 35 (1544, Gb. 15/9, fol. 32); CN. 43 war schon vor der Belagerung als ödes Gut vergeben worden (1529 öd, Gb. 15/3, fol. 236v; 1553 Gb. 15/9, fol. 129); CN. 46 (1546, Gb. 15/9, fol. 80v); CN. 47 (1550, Gb. 15/9, fol. 99); Kleiner Hof (1552, Gb. 15/9 fol. 122, Ackergründe wurden zur Katerburg geschlagen); Großer Hof 1551, Gb. 15/9, fol. 109v).

[7] Z. B. Gb. 15/3, fol. 241: „Nota, an dieser kauffsuma ist erlegt ain pfundt funff schilling pfening, die der Margaretha, Stettan Pregartners hawsfraw, die durch den Thurgkhn verfurt, zu irm taill ...“ gehören.

[8] Z. B. Gb. 15/9, fol. 109v: Hanns Gelioth und Barbara 3 Freijahre.

[9] Das gilt für die Häuser CN. 1, zu 3 (1870 beim Haus CN. 3), 40, 44, 45, und die Schleifmühle. Zitate: Gb. 15/9, fol. 8 (1533, Niclas Nagl und Anna), Gb. 15/9, fol. 29 (1538, Paul Gregkler und Agnes); Gb. 15/9, fol. 1 (1531, Wolfgang Mair und Barbara); Gb. 15/9, fol. 1 (1531, Wolfganng Aygner und Magdalena); Gb. 15/9, fol. 8 (1533, Georg Khornhiert), Gb. 15/9, fol. 11v (1534, Hanns Fritz, Müller und Veronika).

[10] Z. B. Gb. 15/9, fol 14 (1535, Colman Schön, der Flößer, Wiener Bürger, und Appolonia).

[11] Z. B. Gb. 15/9, fol. 53: „... alls der angeczaigt weingarten weillennd Wolffganngen Mayr etwo zw Hieczinng gesessen unnd Barbara seinner hausfrauen alls öd reisig guet aufgeben worden unnd nachdem aber gedachter Mayr mit tod abganngen unnd solchen weingarten wenig zw fruchten pracht ...“

[12] Z. B. Gb. 15/9, fol. 43 (1541, Leonhart Scherdinger)

Die Blütezeit und der Niedergang des Weinbaus

Als Weinbauort erholte sich Hietzing verhältnismäßig rasch von den Zerstörungen, in das 16. Jahrhundert fällt ja die Blütezeit des Weinbaues. Der Ausfall der ungarischen Konkurrenz infolge der Besetzung Ungarns durch die Türken öffnete neue Absatzmärkte in Schlesien und Polen; zu keiner Zeit bildete der Wein in solchem Maße den wichtigsten aktiven Ausfuhrposten Nieder­österreichs und Wiens und damit die Lebensgrundlage eines wesentlichen Teils der Bevölkerung. Die Weinkulturfläche erreichte damals das größte Ausmaß, aber schon traten Symptome ungesunder Überproduktion zu Tage[1]. 1526 erging ein landesfürstliches Mandat gegen Umwandlung von Äckern in Weingärten[2]. Seit 1559 durften Handwerker zu ihren bisherigen Weingärten keine neuen erwerben, Maximilian II. verbot 1565 die Anlage neuer Weingärten überhaupt[3]. An Arbeitskräften fehlte es in den Weinbaugebieten nicht, das beweisen schon die vielen Grundstückteilungen im späteren 16. Jahrhundert, auch wurden dominikale Weidegründe zur Anlage von Weingärten an Untertanen ausgetan[4]. In Hietzing schoben sich die Weingärten den Hang des Küniglberges empor[5]. Die Parzellenteilung schritt fort: 1592 (bei Anlage des Dienstbuches Gb. 15/4) gab es nur mehr 2 Liegenschaften im Ausmaß eines halben Joches, 6 zu drei Achtel, 81 zu einem Viertel, 11 zu anderthalb Achtel und 68 zu einem Achtel. Der Ertrag der spät gerodeten Weingärten auf der Heide lohnte die Mühe nicht, bei 8 Grundstücken brechen die Besitzerreihen ab, die Gründe werden dominikalisiert. Der allmähliche Rückgang des Weinbaus ließ die Nachteile der Übervölkerung und Besitzzersplitterung deutlich spüren, sinkendes Einkommen und soziale Spannungen stehen am Ausgang des 16. Jahrhunderts[6].

Der Einfall ungarischer Truppen im Verlauf der Kämpfe mit Boczkay (1604/05) verschonte den Ort nicht, das Gotteshaus brannte ab und wurde vom Prälaten Thomas Rueff wieder aufgebaut[7]. Die Grundbücher erwähnen den feindlichen Überfall nicht und verzeichnen keine Zerstörungen oder schwere Beschädigungen an den Wohnstätten. Vom furchtbaren Ringen des 30jährigen Krieges blieb Niederösterreich südlich der Donau im allgemeinen verschont, doch bedrückten schwere finanzielle Lasten und Steuern die Bevölkerung. Viel schwerer traf die Weinbauern der Niedergang des Weinhandels, bedingt durch den Ausfall großer Absatzgebiete, die Konkurrenz des Bieres und den Mangel an Arbeitskräften[8]. Während des Krieges machte herumstreunendes Gesindel die Umgebung Wiens unsicher und zwang zu scharfen Maßnahmen der nieder­österreichischen Regierung, wobei unter den betroffenen Dörfern Hietzing eigens genannt wird[9]. Hiezu kamen Seuchen, wie die zahlreichen Infektionsrodungen – 20 zwischen 1540 und 1680 – beweisen[10]. Viele Weingärten gelangten in die Hände unvergewährter Besitzer und verödeten neuerlich[11].

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts begann die Umwandlung der Weingärten in Ackerland, und in Verbindung damit die Vereinigung mehrerer Grundstücke in einer Hand. Zunächst wurden schlechte Rieden aufgegeben, im Gewährbuch verzeichnet der Schreiber erstmalig 1641 in Acker verwandelte Weingartengründe[12]. Sie lagen östlich des Hetzendorfer Weges auf steinigem Boden. Allerdings sind die Grundbücher nicht immer eine verlässliche Quelle für die Umwandlung von Weingartengrund in Acker. Häufig unterscheiden sie nur zwischen Weingärten und öden Weingärten, die jetzt Wiese oder Acker sein können. Oft verzeichnen sie schon längst nicht mehr mit Reben bepflanzte Grundstücke stereotyp weiter als Weingärten.

Mit der Vernachlässigung der Weinkulturen erlahmte das Interesse der Hauer am Grunderwerb, es fehlte wohl auch an Arbeitskräften. Das Stift zog Gründe an sich und errichtete so durch Dominikalisierung rustikalen Bodens einen für das kleinräumige Hietzing umfangreichen Eigenbetrieb. 1657 kaufte es um 1800 Gulden den Großen und Kleinen Hof von Natal de Paolo[13], dazu gehörten damals noch 16 Tagwerk Wiese „zum kühlen Brünndl“ (im heutigen Schlosspark). Mit den Höfen erwarb das Stift auch Überlände im Ausmaß eines halben Joches, dreier Viertel und sieben Achtel in den Neusätzen östlich des Hetzendorfer Weges und zwei Viertel in der Unterschoß[14].

Die wachsende Beliebtheit des Wallfahrtsortes Hietzing („Maria-Hietzing“) erforderte im 17. Jahrhundert einen Ausbau der Seelsorge. Nach Pauker legte man um 1630 den Grundstein zum neuen Pfarrhofe, damals traten Kanoniker an die Stelle der bisher dem aus Säkularklerus genommenen Benefiziaten[15]. Das Leutpriesterhaus entsprach den Anforderungen nicht mehr und musste erweitert werden. Um 1642 kaufte das Stift vom Fleischhauer Georg Renschenkhl ein Haus, während der dazugehörige Hofstattgrund dem Besitzer verblieb[16]. 1680 erwarb Klosterneuburg auch das Nebenhaus um 350 Gulden von Stefan und Agathe Schädel[17]. In beiden Gebäuden richteten sich die Chorherren ein, Pauker erwähnt Bauarbeiten zum Jahre 1682[18]. Es entstanden das (Chor-) Herrenhaus und das Gemeindegasthaus, in dem auch die Wallfahrer übernachteten[19].



[1] Anton S c h a c h i n g e r, Der Wienerwald, Wien 1934, S. 261. Siehe auch Rudolf W e b e r, Der Weinhandel in Niederösterreich im 16. Jahrhundert. Ungedruckte Diss. Wien 1947.

[2] Karl H a s e l b a c h, Über Johann Rasch’s Weinbuch und die Weinkulturen in Niederösterreich, vornehmlich im 16. Jahrhundert. In: Bl. F. Ldkde. NÖ. XV (1881), S. 172 f.

[3] Codes Austriacuas II, pag. 424.

[4] Z. B. Gb. 15/9, fol. 106 (1550, Hanns Gertzer und Margaretha).

[5] Z. B. Gb. 15/9, fol. 120 oder Gb. 15/7, fol. 524, alter Flurname „Hasensprüng“.

[6] Edmund F r i e s s, Der Aufstand der Bauern in Niederösterreich am Schlusse des 16. Jahrhunderts. In: Bl. F. Ldkde. NÖ XXXI (1897), S. 439.

[7] Wolfgang P a u k e r, Regesten zur Geschichte der Pfarre Hietzing, Wien 1898, S. 8; S c h a c h i n g e r; Wienerwald, S. 285.

[8] Alfred G r u n d, Die Veränderungen der Topographie im Wiener Walde und Wiener Becken, S. 145.

[9] Quellen zur Geschichte der Stadt Wien I/5, Nr. 5939 (1641), 5969 (1644).

[10] Leopold S e n f e l d e r, Das nö. Sanitätswesen und die Pest im 16. und 17. Jahrhundert. In: Bl. F. Ldkde. NÖ. XXXIII (1899), S. 44. 1655 starb Kaspar Hagen in Hietzing an einer pestähnlichen Seuche (Gb. 15/11, fol. 426).

[11] Z. B. Gb. 15/10, fol. 742 (1635); Gb. 15/11, fol. 166v (1647); fol. 277v (1659); Gb 15/10, fol. 399 (1621); Gb. 15/11, fol. 264v (1658); fol. 280 (1659); fol. 292v (1660).

[12] Gb. 15/11, fol. 109v. Die in Hietzing gekelterten Weine erreichten höchstens mittlere Qualität. St. S i x e y führt in seinem Unterösterreichischen Landeskompaß unter den Rieden mittlerer Güte nur die von Penzing an. Vgl. H a s e l b a c h a.a.O. S. 180.

[13] Kaufbrief Stiftsarchiv Klosterneuburg, 2. Rap., fol. 74, Nr. 3; fol. 120, Nr. 15.

[14] Gb. 15/11, fol. 109. Beispiele für Erwerb anderer Überländgründe Gb. 15/6, fol. 202, 202v.

[15] Wolfgang Pauker, Die Pfarrkirche von Hietzing, Wien 1899, S. 66.

[16] Gb. 15/11, fol. 87v: 1639 erhielten Renschenckhl und seine Gattin Nutz und Gewähr, fol. 15/12, fol. 81v.

[17] Gb. 15/12, fol. 81v.

[18] Pauker a.a.O. S. 15

[19] Das Lehen der Kapelle und das Nebenhaus trugen später die Nr. 1, das Wirtshaus die Nr. 2. (Gb. 15/7, fol.424)

Seuchen und zweite Türkenbelagerung

Vier Jahre vor der zweiten Türkenbelagerung setzte still ein anderer Feind seinen Fuß über die Grenze: 1679 wurde die Pest aus Ungarn eingeschleppt[1]. Der schwarze Tod hielt reiche Ernte, der Bericht von Spindler und Kharzy über die Krankenbewegung und Sterblichkeit im neuen Lazarett vom September bis Dezember 1679 meldete am 8.Oktober, dass in Hietzing angeblich viele Kranke unter freiem Himmel lägen. Diese Meldung wiederholt wahrscheinlich nur ein in der Bevölkerung umlaufendes Gerücht, doch lassen sich aus Grundbuchs­einträgen tatsächlich mehrere Pesttote nachweisen. Es starben die Inhaber der Häuser CN. 42, 43 und 44[2], außerdem fiel Margarethe Hermsteiner aus Haus CN. 35 der Seuche zum Opfer[3], auch einige Überländgrundbesitzer gingen an der Pest zugrunde[4]. Hier versagen die Grundbücher als Quelle, der an der Seuche Verstorbene wird erst bei der Anschreibung des Nachbesitzers erwähnt. Da diese häufig erst nach 1683 erfolgte, überschichtete die eindrucksvollere Erinnerung an den Türkensturm die ältere an den Schwarzen Tod. Aus den Gewähren sehen wir aber doch, dass die Pest 1679 in Hietzing ungleich mehr Opfer forderte, als im Jahre 1713.

Das Jahr 1683 brachte für den schon durch die Pest hart getroffenen Ort Zerstörung und fast völlige Entvölkerung. Um den 13. Juli streiften türkische Reiter vorfühlend durch Hietzings Fluren, bald erfüllten feindliche Lager den Raum zwischen Schönbrunn, Gumpendorf und Hernals[5]. Nach der Flucht der Belagerer lag in Hietzing kein Stein auf dem anderen, die Bevölkerung war dezimiert; die Gewähreinträge verraten, dass Hietzings Umgebung viel stärker als 1529 betroffen wurde. Es verschwanden nachweisbar die Besitzer der Häuser CN. 3, zu 3, 35, 41, 42, 43, 44, 45, 47 und 54[6]. In Schutt und Asche lagen die Häuser CN. 35, 41, 43, 45, 47, 54 und die ehemalige Schleifmühle[7], Haus CN. 42 erlitt zumindest schwere Schäden[8]. Nachrichten fehlen nur über den Pfarrhof und über die beiden Höfe. Nur bei 2 Häusern reißt die Besitzerreihe 1683 nicht ab[9], in einem dritte Falle kümmerten sich die Erben um die verlassene Behausung[10]. Dem Weinbau versetzte die türkische Belagerung den Todesstoß; soweit das Auge reichte, waren die Kulturen verwüstet und Wendungen wie „völlig ruinirt und verderbt“ oder „totaliter verwuest und ruinirt“ kehren immer wieder[11].

Nur einzelne Weingartenbesitzer machten nach dem Abzug der Türken Besitzansprüche geltend[12]. Mit Ausnahme eines Wiener Bürgers und des Peter von Aichen, der sein Leben gewiss rechtzeitig in Sicherheit zu bringen vermochte, kümmerten sich – vom Klosterbesitz abgesehen – nur die Erben zweier Untertanen um ihre verwüsteten Weingärten, die sie überdies bald verkauften. Damit soll nicht behauptet werden, dass alle Besitzer getötet oder verschleppt wurden. Manche von auswärts verzichteten vielleicht auf ihre Besitzrechte. Es fehlte an Geld, es mangelte an Arbeitskräften, es lohnte sich die mühevolle Anlage eines Weingartens nicht mehr. Wie schon 1529 bemühte sich auch jetzt wieder die Grundherrschaft eifrig um den Wiederaufbau, die einstigen Hauer oder ihre Erben leisteten aber dem öffentlich kundgemachten Aufruf keine Folge. Daher werden nun die öden Weingärten als Äcker vergeben. Die Wiedererrichtung von Weingärten – wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt – behält man im Auge[13]. Immer häufiger müssen dabei kleine Parzellen zusammengelegt werden, um die Bewirtschaftung rentabel zu machen. Ein trostloses Bild: Trümmer an Stelle friedlicher Wohnstätten – 1691 und 1692 zahlen erst 5 Häuser Hausgeld an den Pfarrer zu Penzing[14] – und Wiesen und Äcker statt der vernichteten Rebkulturen, Verarmung der Bevölkerung und vollkommene soziale Umschichtung.

Die Vernichtung des Weinbaues traf die Weinhauer schwer, ihre Hofstatt vermochte eine Familie nicht zu ernähren. Der Einzelne hatte schon früher Überländgründe besessen oder gegen Lohn Weingartenarbeit verrichten müssen. Eine Aktion des Grundherren sollte die verarmten Bauern unterstützen. 1702 überließ das Stift jedem Untertan ein Achtel öden Dominikalgrundes[15]. So vermehrte das Grundbuch seine Einkünfte und brachliegendes Weideland wurde in Acker verwandelt. Damals besaß Klosterneuburg in Hietzing 13 untertänige Häuser, die Behausung mit der späteren CN. 3 hatte das Stift von 1688 bis 1746 selbst inne[16]. Von früher her war es noch Besitzer des Pfarrhofes und der beiden Höfe. Nach dem 1. Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts schienen für die Herrschaft die ärgsten Schwierigkeiten überwunden zu sein. Die Abgaben liefen wieder ein, die Neuvergebung der Überlände war nach 20 jähriger Arbeit durchgeführt, aus dem Weinbauerndorf war ein Ackerbauerndorf geworden. Die vollkommene Behebung der Schäden dauerte freilich erheblich länger und war in den Orten um Wien erst um die Jahrhundertmitte abgeschlossen[17].

1713 brach neuerlich die Pest aus. Nach Fuhrmann wütete sie in Hietzing vom 16. Juli bis 2. November und forderte 30 Todesopfer[18]. Diese Zahl scheint für das kleine etwa 180 Seelen zählende Dorf ungewöhnlich hoch, sie hält einer kritischen Prüfung auch gar nicht stand. Von den Haussässigen Untertanen starben nur Matthias und Maria Aichmann und deren Tochter[19], von den Überländbesitzern Katharina Haresleben aus Lainz[20]. Gewissheit bringt der älteste Band der Matriken von St. Jakob in Penzing, der auch Todesfälle von 1709-1729 aber ohne Angabe der Todesursache enthält. Es starben 1711: 2, 1712: 4, 1713: 21, 1714: 3, 1715: 6 Personen. Im Pestjahr verteilten sich die Todesfälle auf folgende Monate (die Zahlen in Klammern geben das Alter des Verstorbenen an): April 3 (60, 10, 3 Monate), Mai 2 (7, 23), Juni 2 (30, 30), Juli 2 (Alter unbekannt), August 1 (50), September 6 (57, 9, 60, 18, 12, 14), Oktober 4 (12, 15, 40, 8), November 1 (8). Die Aufstellung widerlegt die Zahlen Fuhrmanns und lässt den Höhepunkt der Seuche in den Monaten September und Oktober (etwa zur Zeit der Weinlese) deutlich erkennen. Beide Geschlechter halten einander die Waage; es fällt auf, dass Kinder und Jugendliche den größten Prozentsatz der Opfer stellen.

An der Ostgrenze des Dorfes waren seit dem 16. Jahrhundert Grundstücke zur Katerburg, dem späteren Schönbrunn abgebröckelt.



[1] Senfelder, a.a.O., S. 72.

[2] Gb. 15/12, fol. 81, 97v, 129.

[3] Gb. 15/12, fol. 123.

[4] Z.B. Barbara Teiffl (Gb. 15/12, fol. 96), Antonius Edtbauer (fol 105v) und Daniel Rambl (fol. 128v); alle drei sind wahrscheinlich Hietzinger Inwohner.

[5] Reinhold L o r e n z, Türkenjahr 1683, 3.Aufl. Wien o. J., S. 206: Da Anton S c h a c h i n g e r eine umfangreiche Arbeit über die Türkenschäden im Wienerwald vorbereitet, kann ich mich kurz fassen.

[6] CN. 3 (Gb. 15/12, fol. 140v); zu CN. 3 (ebd. fol. 225); CN. 35 (ebd. fol. 322v); CN. 41 (ebd. fol. 207v); CN. 42 (ebd. fol. 175); CN. 43 (ebd. fol. 211); CN. 44 (ebd. fol. 185); CN. 45 (ebd. fol. 338); CN. 47 (ebd. fol. 402); CN. 54 (ebd. fol. 161).

[7] Siehe oben, Schleifmühle Gb. 15/12, fol. 144.

[8] 1688 müssen Stephan Mändl und seine Gattin Apollonia den Vorbesitzern 14 Gulden Meliorationskosten bezahlen (Gb. 15/12, fol. 175).

[9] CN. 46 befand sich im Besitze der Familie Aichen, die nicht dauernd in Hietzing wohnte; CN. 40 kaufte Thomas Kholler von Martin Panawer und Gattin Kathrina (Gb. 15/12, fol. 152).

[10] Gb. 15/12, fol. 140v.

[11] Gb. 15/12, fol. 296v und 328. Weite Teile der Ried Hietzingerbarg-Oberschoß waren nach 1683 Wiese.

[12] Z.B. Der Wiener Bürger und Äußere Rat Martin Hollerieder, der mehrere Grundstücke besaß (Gewähren Gb. 15/12, fol.41v, 1676; Gb. 15/11, fol. 393v, 1668). Ihn beerben die Witwe und 3 Töchter. Nach dem 1695 ratifizierten Vergleich verbleibt der Besitz einer Tochter (Gb. 15/12, fol. 290, 1696).

[13] Z. B. Gb. 15/12, fol. 190.

[14] Stiftsarchiv Klosterneuburg, 2. Rap., fol. 121v, Nr. 30.

[15] Gb. 15/12, fol. 351v-355v.

[16] Gb. 15/13, fol. 457v.

[17] S c h a c h i n g e r, Wienerwald, S. 334.

[18] Mathias F u h r m a n n, Alt- und Neues Wien, Wien 1738-39, 3. Buch, S. 1340; S c h a c h i n g e r, Wienerwald, S. 336.

[19] Sie besaßen Haus CN. 35 seit 1698 (Gb. 15/12, fol. 322v, Gb. 15/13, fol. 102).

[20] Gb. 15/13, fol. 523v.

Der Ausbau Schönbrunns

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wird das Schicksal Hietzings entscheidend durch die kaiserliche Hofhaltung in Schönbrunn beeinflusst. Während sich Leopold I. wenig um das Schloss gekümmert hatte, bewohnte und liebte es Josef I. 1712 wies Karl VI. den Bau seiner verwitweten Schwägerin als Witwensitz zu, erselbst erübrigte für das Schloss wenig Zeit, die Bauarbeiten ruhten. Das Zeitalter Maria Theresias brachten aber eine glanzvolle Epoche: Seit 1744 entstand der Neubau, eine großzügige Ausgestaltung des Parks folgte[1]. Nicht unbeträchtliche Teile der heutigen Gartenanlagen liegen auf Teilen der alten Hietzinger Dorfflur. So erwarb die Kaiserin zwischen 1734 und 1751 die in ein untertäniges Haus verwandelte Schleifmühle, das spätere Kaiserstöckl[2]. 1753 erstand Franz I. zur Anlage des botanischen Gartens einen mit Gestrüpp bewachsenen Dominikalgrund des Stiftes, dessen Nutzungsrecht die Gemeinde besessen hatte[3]. Wenige Jahre später – 1755 (1756) – verkauften die Hietzinger seht vorteilhaft ihren Weidegrund an der Wien, wobei ihnen zunächst die Nutzung des Geländes verblieb[4]. 1777 verrechnete der Oberkellerer den Kaufschilling für 14 Vierteln Dominikalgrundes „Auf der Heide“, den das Stift der Kaiserin zur Anlage der Fasanerie verkauft hatte[5]. Der Ankauf des zum Bau der neuen Glashäuser benötigten stiftlichen Pfarrgartens erfolgte 1788[6]. Die südlich des ehemaligen Pfarrgartens liegenden Hausgründe ragten nun in den Park hinein, 1801 erwarb sie die Hofbaudirektion zur Vergrößerung des botanischen Gartens[7]. Es handelte sich um insgesamt 13 Gewähren, meist Wiesengründe im Gelände zwischen Menagerie und Maxingstraße, deren eine das Stift als Inhaber dominikalisierter Häuser selbst besaß, und Parzellen auf der Heide (3 kleine Grundstücke mit Eisgrube, 2 Kellern und 2 Presshäusern). Die Amtshandlung nahm das Grundbuch erst 1802 vor[8]. Die letzte Arrondierung vor Anlage des Franziszeischen Katasters erfolgte 1817 durch den Erwerb eines zwischen Park und Hetzendorfer-Weg liegenden Weidegrundes (ca. 2590 Quadratklafter) von der Gemeinde Hietzing[9].

Wie schon ausgeführt, begründete das Stift Klosterneuburg schon im 17.Jahrhundert eine recht ansehnliche Eigenwirtschaft, im späten 17. und 18. Jahrhundert, besonders nach den Verwüstungen im Türkenkrieg, wurde die Grundherrschaft förmlich zu einer Vermehrung der Dominikalgründe gezwungen. Nach 1683 fanden sich für viele Gründe keine Interessenten, wegen nicht bezahlter („vergessener“) Dienste wurden auch später immer wieder Liegenschaften eingezogen[10]. Dieses Anwachsen des Dominikalbesitzes bestätigt die Theresiana[11].

Über das Dienstbuch hinaus verzeichnet die Theresianische Fassion auch die zum Haus gehörigen Gründe und hält ihre Bodengüte fest. Mit Ausnahme eines mittelgut klassifizierten Teiles der Ried Hietzingerberg-Oberschoß zählen alle Überländgründe zu den schlechten Böden. Übrigens bestätigt die Fassion, dass die seit dem Mittelalter abgebauten Steinbrüche auf der Heide beim Bau Schönbrunns als Schotter- und Sandgruben Verwendung fanden. Die benachbarten Gründe, meist magere Wiesen, kamen durch die Fuhrwerke sehr zu Schaden, was eigens protokolliert wird[12].

Bis in die 2.Hälfte des 18.Jahrhunderts unterschied sich Hietzing kaum von den benachbarten Dörfern: schlecht und recht nährten sich die Kleinbauern von den kargen Äckern und dürftigen Wiesen, sie fütterten vermutlich einige Kühe und pflanzten etwas Gemüse. Mit dem Ausbau Schönbrunns und der Nähe des kaiserlichen Hoflagers änderte sich die soziale Struktur des Dorfes grundlegend. Eine ungestüme Baubewegung setzte ein, in einem halben Jahrhundert vermehrte sich die Häuserzahl auf das Neunfache. Einen Überblick über den Bauzustand zu Beginn dieser Periode vermittelt die über direkten Auftrag der Kaiserin von Jean Brequin 1754 gezeichnete Karte der Umgebung Schönbrunns und Laxenburgs. Die in hellen, meist braunen Farbtönen im ungefähren Maßstab von 1 : 10.800 ausgeführte Karte gibt wahrscheinlich die älteste Übersicht über mehrere Vororte, die heute längst Teile des verbauten Stadtgebietes geworden sind[13]. Für besitzgeschichtliche Untersuchungen ist aber erst die Franziszeische Mappe von 1819 brauchbar, da die älteren Karten Gebäude und Gründe nur schematisch wiedergeben. Die intensive Bautätigkeit führte schon im späten 18. Jahrhundert zu fast völliger Auflösung des stiftlichen Eigenbetriebes.



[1] Quirin L e i t n e r, Monographie des kaiserl. Lustschlosses Schönbrunn, Wien 1875, S. 6.

[2] Siehe oben, S. 90.

[3] L e i t n e r, a.a.O., S. 7; als Dominikalgrund im Dienstbuch nicht enthalten.

[4] NÖ. Landesarchiv, Josephinische Fassion (VUWW 120), als Maß sind 2 Joch 837 ½ Kl. Nutzbarer Grund angegeben. Vgl. auch L e i t n e r, a.a.O. S. 8.

[5] Gb. 20/99, fol. 353.

[6] L e i t n e r, a.a.O., Anmerkung 85.

[7] L e i t n e r, a.a.O., Anmerkung 86

[8] Gb. 15/15, Artikel 504 ex 1802.

[9] Gb. 20/99a, fol. 359, 1819 geht das Dominium directum (die Grundherrlichkeit) auf den kaiserl. Hof über.

[10] Z.B. ließ Anna Franziska Rieschel 1696 ihren Gatten Simon, einen hofbefreiten Handelsmann zu Wien zu sich an die Gewähr über mehrere Weingartengründe schreiben (Gb. 15/12, fol. 290). Das Dienstbuch weist später das Stift Klosterneuburg als Besitzer aus, die Äcker waren offenbar eingezogen worden (Gb. 15/7, fol. 445).

[11] Die Theresiana verzeichnet die gewohnheitsmäßigen Flächenmaße, also Viertel und Achtel. Dabei handelt es sich aber eher um beiläufige Besitzgrößen. Ein Vergleich mit der Franziszeischen Mappe lehrt, dass Viertel und Achtel in verschiedenen Lagen verschiedene Flächeninhalte umfassen.

[12] Theresiana, fol. 669, 673, 689, 711.

[13] Carte des environs de Schönbrunn et ceux de Laxenburg, vgl. Eugen O b e r h u m m e r, Eine Karte der Umgebung Wiens unter Maria Theresia. In: Jb. D. Ver. f. Ldkde. NÖ. 26 (1936), S. 158 ff.

Die Bauperioden

Verschiedene Bauperioden heben sich voneinander ab:

1. Die auf Dominikalgrund an der Wien seit 1755 neu engelegten Häusel mit den späteren CN. 18 (Baubewilligung 1755), 19 (1760 zu 1761), 17 (Bau­bewilligung nicht angegeben), 14 (um 1791 erbaut), 15 (1779 einem Untertanen übergeben)[1]). Damit ist zunächst die Nordfront der Hietzinger Hauptstraße mit 7 Häusern besetzt. Die verbaute Fläche erweitert sich nicht nur nach Norden: in einem ehemaligen Hausgarten entstand seit 1769 das Haus CN. 55[2]. Nach 1776 begann der Bau der Häuser CN. 24, 25, 26, 28, die damals noch im Gebiete der Herrschaft St. Veit lagen[3]. Die Siedler genossen meist 8 Freijahre, die Grunddienste lagen etwas über denen der alten Häuser, zwischen 22 ½ d und 3 s d.

2. Die nächste Bauperiode setzte in josefinischer Zeit ein: damals entstanden die ersten Häuser an der heutigen Hietzinger Hauptstraße zwischen Wienfluss und Kirchenplatz, gleichzeitig beginnt die Verbauung der Südfront der Hietzinger Hauptstraße. Es wachsen die Fabriksgebäude CN. 37[4] und 230[5] empor, dann folgen ein Kaffeehaus (CN. 10) und die Häuser CN. 8 und 9[6]. In diesem Zusammenhang wird erstmalig Ablösung von Zehent und Robot erwähnt[7]. Einen Querschnitt durch die Baubewegung gestattet die Josefinische Fassion, in die alle ertragfähigen Grundstücke aufgenommen, nach ihrer topographischen Lage benannt und nummeriert wurden[8]. Die Vermessung besorgte die Ortsobrigkeit unter Mitwirkung der Bauern, die Flächenmaße werden nicht nach den Angaben im Grundbuch, sondern in Quadratjochen und Quadratklaftern angegeben. Im Gegensatz zum Theresianischen Kataster sind die Grundherrschaften nicht mehr berücksichtigt, Dominikal- und Rustikalbesitz ungetrennt verzeichnet. Die dazugehörige „Grenzbeschreibung“ enthält die damals festgelegten Gemeindegrenzen, frühere Grenzregelungen betreffen nur Interessen der Grundherrschaften[9].

3. Gegen Ende der 80-er Jahre des 18. Jahrhunderts setzte die dritte Bauperiode ein. Zur Festhaltung der neuen Besitzverhältnisse dienste das 1792 angelegte „Ansiedlungsgrundbuch“ des Stiftes[10]. In Hietzing wurden 11 Hausbaustellen rustikalisiert und zu Erbpacht ausgetan. Sie liegen an der Lainzerstraße (Häuser CN. 170-176, wobei Haus CN. 173 erst später von CN. 174 getrennt wurde), in der Hetzendorferstraße, heute Maxingstraße (CN. 56 und 57) und im ehemaligen Garten des Meierhofes (CN. 52 und 53). Bis 1798 wurden weitere 21 Baustellen an der Wien, am Hetzendorferweg und auf der Bleiche (heute Jodlgasse) ausgetan. Die Häuser CN. 27 und CN. 30 lagen in der St. Veiterstraße und wurden auf St. Veiter Gemeindegründen erbaut. Die Vergebung der Baustellen verteilt sich auf die folgenden Jahre (die eingeklammerten Zahlen sind die späteren Konskripstionsnummern): 1788 (7), 1789 (159), 1791 (6), 1792 (178, 58, 59, 60, 61, 63), 1794 (30), 1795 (177), 1796 (20, 21, 22), 1797 (62, 64, 65, 66), 1798 (27, 67, 169). Jeder Untertan hatte die Gewähr zu nehmen, Grunddienst zu leisten und nach Fertigstellung des Baues Robotgeld zu bezahlen. Die in der Nähe des Wienflusses Wohnenden sollten bei Hochwasser keinen Anspruch auf Hilfe von Herrschaft oder Gemeinde haben, sondern selbst Sicherheitsmaßnahmen treffen. Der Hausbau in der Nähe des Schlossparkes war an die Zustimmung des Hofbauamtes gebunden[11].

Im Jahr 1796 kaufte das Stift von der Herrschaft St. Veit die grundherrlichen Rechte über einige Liegenschaften nächst Hietzing[12]. Ursprünglich zum Besitz der Dompropstei gehörend, waren sie 1468 an das damals gegründete Wiener Bistum gekommen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die alten Komplexe der Faistenühle und des Gasthauses zum „Schwarzen Hahn“ samt ihrem Zugehör, bzw. abgetrennten Gebäuden und Grundstücken und einige auf Dominikalgrund errichteten Neubauten[13]. Die Mühle hat ein ehrwürdiges Alter, ihre ununterbrochene Besitzerreihe beginnt 1416[14]. In der langen Liste begegnen uns bekannte und für die Geschichte unserer Stadt und unserer Heimat bedeutende Namen. Seit 1447 besaß die Mühle Hans Haringseer, dem 1460 sein gleichnamiger Sohn folgte[15]. 1489 kaufte Urban Doczi, Bischof von Erlau und 1488–1490 Administrator des Wiener Bistums den Besitz[16], 1512 erhielt ihn über Intervention Kaiser Maximilians Marx Treitzsaurwein[17]. Die Mühle hieß damals Ger(a)mühle, das heißt Mühle am Gern, das ist ein keilförmiges Grundstück, das sich wie ein Zwickel zwischen andere hineinschiebt[18]. Das Gasthaus „Schwarzer Hahn“ (CN. 29) wurde im 17. Jahrhundert erbaut: 1649 hatte die Gemeinde St. Veit vom Grundherrn einen öden Grund erhalten, auf dem ein Schankhaus erbaut wurde, das bis 1794 im Gemeindebesitz verblieb[19].

4. Eine letzte Bauperiode fällt in die Jahre nach 1800. Neben der steigenden Beliebtheit des Kurortes und der Sommerfrische Hietzing regten auch andere Beweggründe die Baulust an: in der Stadt Wien wurde die Bautätigkeit aus Angst vor dem Einströmen unerwünschter Elemente stark gedrosselt[20]. Das lockte viele Baulustige in die Vororte. Außerdem brachten die Koalitionskriege einer dünnen Kriegsgewinnerschicht mühelos erworbenen Reichtum; Bankiers, Kaufleute und Emporkömmlinge konnten sich den Luxus eines Sommersitzes in der Nähe Schönbrunns leisten und verdrängten die Träger alter angesehener Namen. 1800 wurden 9, 1801 7, 1802 nur eine, 1803 19, 1804 25 und 1805 9 Baustellen vergeben. Die napoleonischen Kriege unterbrachen die Entwicklung jäh, begonnene Bauten wurden erst nach längerer Zeit vollendet. 1806 fanden sich noch 6 Interessenten, dann begegnen uns bis 1819 nur mehr 4 Bauwerber in den Gewähren. Ein neuer Ortsteil schoss auf dem Dominikalgrund zwischen der heutigen Maxingstraße und der Lainzerstraße aus dem Boden, 1803 fand Gaheis dort schon einzelne Bauten der Vollendung nahe, andere im Entstehen. Im Übrigen lobte er die neuen Häuser und geschmackvollen Gärten des Ortes[21]. Die Herrschaft legte das moderne Gassennetz hinter der Altgasse an, die Verbauung vollzog sich nach einem wohldurchdachten Plane[22].

Der Franziszeische Katastralplan zeigt bereits das Ortsbild des modernen Villenortes, das mittlere und spätere 19. Jahrhundert brachte keine wesentliche Vermehrung des Baubestandes und der verbauten Fläche.



[1] Gb. 15/7, fol. 436ff., fol. 529.

[2] Ebd., fol. 438.

[3] Gb. 5/22, fol. 233 (1779); 233v (1779); 177v (1777); 403 (1789).

[4] Gb. 15/14, fol. 336v.

[5] Ebd., fol. 335v.

[6] Ebd., fol. 333v; Gb. 15/15, Art. 153 ex 1788; Gb. 15/14, fol. 360v.

[7] Z.B. dient das Haus CN.8 4 s Grunddienst und 4 fl. Robotgeld.

[8] NÖ. Landesarchiv, VUWW. 120; Grundlage der josefinischen Steuerregulierung bildet das kaiserliche Patent vom 20. 4. 1785, die Anlage des Katasters fällt in die Jahre 1787 und 1788. Vgl. S c h a c h i n g e r, Wienerwald, S. 70ff.

[9] 1707 baten die Augustiner auf der Landstraße um Grenzbestimmung zwischen Hietzing und Lainz. Stiftsarchiv Klbg., 3. Rap. fol. 205, Nr. 6.

[10] Ansiedlungsgrundbuch Gb. 20/147, fol. 192-203.

[11] Z.B. Gb. 15/15, Art. 1322 ex 1791.

[12] Gb. 20/98. Vor 1796 gehörten sie zur Gemeinde St. Veit.

[13] Z.B. Haus CN. 28 (Gb. 20/99 a, fol. 103); CN. 24 (ebd., fol. 104); CN. 26 (ebd., fol. 106); CN. 25 (ebd., fol. 105).

[14] 1416 kaufen Hans von Chaternburkch und seine Gattin Elena die Mühle von Anna, der Witwe nach Jakob von Wagram und ihrem Sohn Hans (Gb. 5/1, fol. 81v). Älteste Nennung 1364, K r a f t, a.a.O., S. 28.

[15] Gb. 5/2, fol. 3v, 89v.

[16] Ebd. fol. 204. Josef K o p a l l i k, Regesten zur Geschichte der Erzdiözese Wien, II (1894), S. XI:

[17] Gb. 5/15, fol. 109. David S c h ö n h e r r, Über Marx Treytz-Saurwein, Geheimschreiber Kaiser Maximilians I., dessen Heimat und Familie. In: Archiv f. österr. Gesch. 48 (1872), S. 374.

[18] Andreas S c h m e l l e r, Bayr. Wörterbuch, Spalte 930 f.

[19] Gb. 5/19, fol. 54; 1794 ersteigern das Gasthaus Karl Schakoller und Katharina, heutige Orientierungsnummer Auhofstraße 1, 3 (Gb. 20/98, fol. 40, Nr. 11).

[20] Josef Karl M a y r, Wien im Zeitalter Napoleons. In: Abhandlungen zur Geschichte und Quellenkunde der Stadt Wien VI (1940), S. 86.

[21] Fr. v. P. G a h e i s, Wanderungen und Spazierfahrten in die Gegenden um Wien, 2. verm. Aufl., 7. Bdchen, Wien 1804, S. 157 f.

[22] Gb. 20/99 b, unfol. Titelblätter.

Perioden der Verbauung in Hietzing 1428–1819. Die Gewähreinträge geben nicht das genaue Baujahr des Hauses an; nur beim Besitzwechsel kann man feststellen, ob eine Liegenschaft noch Bauplatz oder bereits Haus ist. Entscheidend für die Zuteilung in eine Bauphase war die erste Erwähnung eines Neubaues. © Weinzettl

Die Herkunft und soziale Stellung der Besitzer

Eine namentliche und bis ins einzelne belegte Wiedergabe der Besitzer­listen würde einen Band füllen und höchstens Genealogen und Lokalhistoriker interessieren. Hier möge es genügen, die prozentuellen Anteile der verschiedenen Besitzergruppen in den einzelnen Perioden festzustellen, wobei allerdings ein durch die Unvollständigkeit der Grundbuchsführung bedingtes Ungenauigkeitsmoment in Kauf genommen werden muss.

Folgende Besitzergruppen lassen sich nach den Gewähreinträgen unterscheiden:

a) Hietzinger, unter denen sich zunächst fast nur haussässige Untertanen finden. Neben Hauern, bzw. Bauern erscheinen seit dem späten 16. Jahrhundert auch einzelne in Hietzing behauste Adelige und Hofbedienstete, deren Hauptwohnsitz in den Gewähren nicht genannt ist. Zu dieser Gruppe habe ich auch jene Besitzer von Überländgründen gezählt, deren Wohnort die Gewähren nicht angeben und die man daher für Hietzinger Inwohner halten darf.

b) Besitzer aus Dörfern der Umgebung

c) Besitzer aus Wien (die nicht immer Bürger sein müssen).

d) Auswärtige Klöster und Kirchen, die nur unbedeutende Flächen besaßen (z.B. die Klarissen bei St. Nikola in der Singerstraße und die Dreifaltigkeitskapelle zu Lainz).

e) Adelige und Hofbedienstete, die nur Überlände besaßen.

Ich bespreche diese Gruppen nun in zeitlicher Folge.

1. Die behausten Besitzer vor 1750. Die Anwesen befinden sich in dieser Zeit in den Händen ortsansässiger Personen; auswärtige Besitzer sind wegen des Fehlens diesbezüglicher Angaben in den Gewähreinträgen vor dem 16. Jahrhundert selten nachweisbar[1]. Die beiden Höfe wurden im 15. Jahrhundert vorübergehend von Nonnenklöstern bewirtschaftet[2]. Großer und kleiner Hof haben seit dem 16. Jahrhundert häufig adelige Besitzer, so den Wiener Burggrafen Jakob von Haag seit 1588[3], später verblieben die vereinigten Höfe durch einige Jahrzehnte in den Händen von Beamten und Hofbediensteten: genannt sind z.B. Christoph Eckstain von Ernegg 1620, der Hofkriegssekretär Ferdinand Khatzenstainer 1622 und der kaiserliche Hofpastetenkoch Hans Michael Biancolin 1632[4]. Durch die Gunst seiner Herrin bekam beide Höfe 1641 Valentin Stampa, der älteste Kammerdiener der Kaiserin Eleonora; 1657 nahm die Gewähr Natal de Paolo, der rürkische Kurier des Königs (des späteren Kaisers Leopold I.)[5]. Die Hietzinger lebten zumeist vom Weinbau; außer den für das Dorf unentbehrlichen Gewerben (Bäcker, Fleischhauer) gab der Steinbruch auf der Heide einigen Arbeitern Lebens­unterhalt[6]. Im 16. und 17.Jahrhundert haben Leute aus der Umgebung nur geringen Anteil am Hausbesitz, ich fand Untertanen aus Baumgarten, Meidling und Lainz[7]. Vereinzelt tauchen in den Besitzerlisten auch Wiener Bürger auf[8].

Die Pest von 1679/80, die Belagerung von 1683 und die Pest von 1713 dezimierten die Bevölkerung; in den Gewähren taucht nun eine neue Schicht von Familiennamen auf. Zunächst kümmerten sich auswärtige Bewerber kaum um die zerstörten Häuser, sodass sich scheinbar das bodenständige Element verstärkte. Bald aber strömten von auswärts neue Ansiedler in das entvölkerte Land. Zur Feststellung der Herkunft der nach 1683 neu auftauchenden Untertanen sagen die Matriken der Pfarre Penzing leider nichts aus: die Traubücher sind erst ab 1709 erhalten, die Brautleute stammen aus der Umgebung Penzings oder aus dem Pfarrorte selbst. Damals war eben der Zuzug schon abgeschlossen und die meisten Liegenschaften waren bereits vergeben. Besitzer aus Wien und den umliegenden Orten bleiben auch nach der Türkenbelagerung recht selten[9], 2 Realitäten befinden sich seit 1721 in adeligen Händen[10].

2. Die Überländgrundbesitzer von 1750. Während bei den haussässigen Untertanen auswärtige Besitzer bis ins 18. Jahrhundert selten bleiben – nur die Inhaber der beiden Höfe heben sich sozial scharf von den Bauern ab – verläuft bei den Überländgründen die Entwicklung anders. Durch Vergleich der Besitzerlisten lässt sich für das 15. Jahrhundert leicht feststellen, dass die behausten Hietzinger kaum ein Viertel der Überländgründe in eigener Regie bearbeiten. Viele Grundbesitzer stammten aus den umliegenden Dörfern Penzing, Speising, St.Veit, Baumgarten, Meidling, Lainz, Hütteldorf und Gumpendorf[11]. Das Stockurbar von 1512 ermöglicht einen Überblick über die Grundstückverteilung am Beginne des 16. Jahrhunderts, es verzeichnet in einzelnen Fällen die Wohnorte der Weingartenbesitzer[12], mitunter erfährt man auch den Beruf. Bei Vergleich der Namen der Hausbesitzer stellt sich heraus, dass nur ein schwaches Zehntel aller ausgetanen Gründe an haussässige Holden vergeben war. Auch wenn man die eventuell an Inwohner vergebenen Gärten berücksichtigt, bleibt die Fläche sehr klein und beweist das starke Interesse fremder Elemente am Liegenschaftserwerb. Der Anteil der Behausten bleibt auch im späten 16. und 17. Jahrhundert merkwürdig gering. Ihre prozentuellen Anteile für 1550, 1575 und 1600 betragen 23 %, 27 % und 21 %. Sehr konstant mit allmählich fallender Tendenz verhalten sich die Anteile der Leute aus der nächsten Umgebung: 1550 35 %, 1575 26 %, 1600 27 %. Charakteristisch für die Entwicklung des Weinbaues ist, dass bis zum 17. Jahrhundert die Fläche der von Wienern genutzten Parzellen ständig zunimmt: 1550 39 %, 1575 42%, 1600 43%. Diese Zahlen zeigen eindringlich, wie intensiv sich der Wiener Bürger des 16. Jahrhunderts mit Weinbau und Weinhandel beschäftigte. Gering bleibt der Weingartenbesitz der Beamten und Hofbediensteten (meist niedrigen Ranges)[13]. Von auswärtigen Kirchen baute im 16. Jahrhundert nur die Lainzer Dreifaltigkeitskapelle einen Weingarten, im 17. Jahrhundert kommen die Klarissen von St. Nikola hinzu.

Seit dem 2. Viertel des 17. Jahrhunderts vollzog sich in der Besitzverteilung der Gärten ein tiefgreifender Wandel. Die wirtschaftlichen Erschütterungen durch den 30-jährigen Krieg sind deutlich spürbar, Weinbau und Weinhandel liegen darnieder. Sofort erlahmt auch das Interesse der Wiener am Weinbau, 1625 sind sie über 34 % der Gesamtfläche grundbücherlich eingetragen, 1650 über 21 % und 1675 nur mehr über 18 %. Viele Bürger schlugen ihre verödeten Weingärten um billiges Geld los oder sagten sie der Grundherrschaft heim. Analog dazu vermehrte sich im 17. Jahrhundert der Anteil der haussässigen Hietzinger auf etwa die Hälfte aller Überländgründe, deren Umwandlung in Äcker bereits einsetzt. Allmählich vermehrt sich die Zahl der Adeligen und Hofbediensteten, die in den Hietzinger Grundbüchern als Besitzer erscheinen[14]. Wie schon ausgeführt, beginnt im 17. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem allmählichen Übergang zum Ackerbau die Besitzzusammenlegung größeren Ausmaßes, um im 18. Jahrhundert Regel zu werden. Diese Gründe werden zwar im Grundbuch der Einhebung der Taxen wegen getrennt geführt, verbleiben aber dauernd in der Hand eines Besitzers. Zuerst verstanden es die Inhaber des Großen Hofes, mehrere Überlände in ihrer Hand zu vereinen. 1623 erhielt Michael Biancolin Nutz und Gewähr über 10 verödete Weingärten im Ausmaß von 19 Achtel, die vorher von verschiedenen Personen bebaut worden waren[15]. Auch Peter Grienwaldt, ein Amtsadjunkt der nö. Landschaftsbuchhalterei, besaß 1637 Gärten im Ausmaß von 4 Vierteln und 3 ½ Achteln[16]. Der wirtschaftlich Stärkere war im Vorteil, doch nützen auch Hietzinger die Gunst der Zeit: Daniel Heypeck hat 1666 3 Vierteln und 5 Achtel Weingartengrundes an sich gebracht[17].

Die Verwüstungen von 1683 bedeuteten das Ende des Weinbaues, die Verödung der Rieden förderte die Umwandlung in Wiese und Acker, der Mangel an Arbeitskräften zwang zu extensiverer Bodennutzung und zu weiteren Zusammenlegungen. Das Interesse der Bewohner der Stadt am Grundbesitz geht auffallend zurück, ihre Besitzanteile werden unbedeutend: 1703 11 %, 1750 kaum 6 %. An ihre Stelle traten behauste Hietzinger, sie nahmen 1700 64 % , 1725 74 % und 1750 81 % der Feldflur unter den Pflug. Betriebsame Neusiedler übernahmen gleich mehrere Parzellen; die im Türkenkrieg verschollenen Holden kamen selten in die Heimat zurück[18]. Eine rege Geschäftigkeit zeigten einige unternehmende Leute der Umgebung, aus denen besonders 3 hervorragen: Johann Bartholomä Hueber, der Müller der Gottsfeld­mühle nächst St. Veit mit seiner Gattin Margaretha[19], Bartholomä Deglmann, der Müller der Holzmühle zu Baumgarten mit seiner Gattin Margarete[20] und Georg Obermayr, ein behauster „Gerichtsbeistand“ zu Meidling[21]. Es ist bezeichnend, dass alle drei ihren Besitz bald wieder mit bedeutendem Gewinn verkaufen[22]. Alle diese Liegenschaften lagen nicht immer nebeneinander, man erwarb Grund, wo sich die Gelegenheit bot[23]. Zweifellos dienten die Häuser den Adeligen und Beamten zu Sommerwohnungen, doch vermochten sie im frühen 18. Jahrhundert noch das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und manchmal (für Hietzinger Verhältnisse) recht ansehnlichen Grundbesitz erwerben, den sie von Bediensteten verwalten und bewirtschaften ließen. Bald hatten sie mehr Anteil an der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche als die haussässigen Hietzinger.

3. Die Hausbesitzer von 1750–1819. Um die Mitte des 18.Jahrhunderts lebten die Ortsbewohner größten Teils noch vom Ackerbau; die Theresiana erwähnt daneben noch als Hausgewerbe die Bäckereigerechtigkeit beim Hause CN. zu 3, das seit 1692 Bäcker bewohnten[24], unbeständig ruhte das Schneider­handwerk auf dem Hause CN, 43, das bis ins späte 18. Jahrhundert Schneider beherbergte[25], während das Herrschaftswirtshaus als Dominikalgewerbe von Pächtern betrieben wurde. Außerdem vermieteten die Hietzinger auch ihre besseren Räume während des Aufenthaltes des Hofes in Schönbrunn an Hofbedienstete. Daher vermerkt die Theresiana fast bei jedem der nicht allzu großen Häuser ein oder mehrere Zinszimmer, die fallweise erkleckliche Summen eintrugen. Aus diesen kurzfristig dem Hofpersonal vermieteten Räumen entstanden die seit dem Ende des 18.Jahrhundert so beliebten Sommerwohnungen.

Das rasche Anwachsen der Häuserzahl im späten 18. und frühen 19.Jahrhundert änderte auch die soziale Struktur des Ortes: der alte Ortskern verblieb zwar im Wesentlichen in den Händen der eingesessenen Kleinbauern und Taglöhner, dem neuen Ortsteil gaben jedoch Adelige, Wiener Bürger und Hofbedienstete sein Gepräge. Neue, durch den Aufschwung des Ortes lebensfähige Gewerbe tauchen auf: es gibt einen Chirurgen (Wundarzt), einen Apotheker (die Apotheke befand sich schon damals im Hause CN. 17, jetzt Hietzinger Hauptstraße 24), einen Kaffeesieder, einen Schlosser, einen Uhrmacher und einen Webermeister[26], auf dem Ansiedlungshause CN. 52 ruhte die Fleischhauergerechtigkeit[27].

Eine bedeutendere Industrie vermochte sich in Hietzing nicht zu entwickeln. Es misslang der Versuch, Maulbeer- und Seidenkultur an der Wien heimisch zu machen. 1766 erhielt der Verwalter der 1762 von Maria Theresia erworbenen Herrschaft St. Veit eine Belohnung für die Anpflanzung von Maulbeerbäumen, doch ging die Pflanzschule bald in private Hände über[28]. Die Gewähren sprechen auch von einem Seidenfilatorium bei der damals noch zu St. Veit gehörenden Faistenmühle, aus dem später das Kleine Herrschaftshaus entstand[29]. 1738 erhielt der privilegierte Seidenfabrikant Josef Grims mit seiner Gattin Maria Anna die Gewähr über 2 Tagwerk Dominikalwiese, um darauf ein Fabriksgebäude zu errichten, dessen Bau zur Zeit der Grundbuchsanschreibung schon begonnen worden war[30]; dieses Haus mit der späteren CN. 37 ersteigerte 1789 ein Bäckermeister, von einer Seidenfabrik ist keine Rede[31]. In unmittelbarer Nähe des projektierten Textilbetriebes erhielt 1783 der privilegierte Spallierfabrikant Wilhelm Greill einen Fleck Dominikalwiese, auf dem der Bau eines Fabriksgebäudes schon in Angriff genommen worden war[32]; der nächste Besitzwechsel erwähnt 1789 nur die Behausung mit der späteren CN. 230[33]. Mehr Bedeutung und längere Lebensdauer besaß eine im Haus CN. 85 untergebrachte Wachsleinwandfabrik; 1808 erwarb den Bauplatz der bürgerliche Leinwandhändler Kaspar Donat aus Wien, der wahrscheinlich die Werkstatt einrichtete[34]. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts betrieb noch Mathias Fresidy im 1811 erworbenen Haus CN. 96 eine Essig- und Likörfabrik[35]. Den Bedürfnissen der Sommergäste diente ein Bad, als dessen Besitzer ein Schottenfelder Seidenfabrikant genannt wird[36]; 1819 umfasste der Komplex Druckfärberei, Badgebäude, Waschhütte und Holzlage.

Im Kurort konnten sich also einige den lokalen Bedürfnissen dienende handwerkliche Betriebe behaupten, die vermutlich nur wenige Arbeiter beschäftigten. Den Großteil der neuerbauten Häuser bewohnten Leute gehobener sozialer Stellung, die in Hietzing den Sommer verbrachten. Mit dem modernsten Komfort der damaligen Zeit ausgestattet, ließen sie die verwöhnten Besitzer das Landleben genießen, ohne dass sie den geselligen Verkehr der Großstadt vermissen mussten. Meist verzichteten sie auf den Erwerb von Überländgründen, aus den einfachen Küchengärten hinter den Anwesen schufen fachkundige Hände prachtvolle Ziergärten und lauschige Parkanlagen, wie sie der Katastralplan von 1819 zeigt und wie sie sich – allen Ereignissen der Folgezeit zum Trotz – teilweise bis heute erhalten haben. Den Bedürfnissen der Sommergäste diente auch das von Kornhäusel 1816 in der heutigen Trauttmansdorffgasse erbaute Theater, das in den Gewähren nicht erwähnt wird[37]. Personen und Distinktion, angezogen durch den Aufenthalt des Hofes in Schönbrunn, Gelehrte, Künstler und Spekulanten belebten im Sommer die sonst so stillen Straßen und verdrängten die Dorfbewohner, denen der Fremden­zustrom Verdienstmöglichkeiten bot.

4. Die Überländgrundbesitzer von 1750–1819. Die schon früher festgestellten Entwicklungszüge treten nun klarer zu Tage. Die soziale Umschichtung der Hausbesitzer und das Überwiegen sozial gehobener Elemente beeinflussen die Zusammensetzung der Grundbesitzer entscheidend. Seit dem späten 18.Jahrhundert bildeten die Bebauung der kargen Felder nicht mehr die alleinige Beschäftigung der ansässigen Hietzinger, die in den Überländgewähren immer seltener werden. Das Parzellenprotokoll zum Franziszeischen Katastralplan (1819) verzeichnet etwa 81 Joch Überländgründe, die in krassem Missverhältnis zu der hohen Häuserzahl (176) stehen. Rund 18 % der Fläche (gegen 15 Joch) besitzt die Gemeinde, doch handelt es sich meist um Weidegründe; den weitaus größten Anteil an Ackerland hatten Besitzer gehobener sozialer Stellung mit dem ordentlichen Wohnsitz in Wien, die in der Regel auch in Hietzing Häuser ihr Eigen nannten. Unter ihnen finden wir mehrere Adelige. Eine auffallende Persönlichkeit ist der Hof- und Gerichts­advokat Dr. Theophil Sandmann, der im Laufe der Zeit nicht weniger als 17 % der genannten Überländgründe erwarb. Sein Besitz liegt nicht geschlossen beisammen, der Jurist war offenbar Grundspekulant oder wollte in der Nepoleonischen Ära leicht erworbene Kapitalien sicher anlegen. Der Grundherr, das Stift Klosterneuburg, nutzte etwa 14 % der Gesamtfläche (teils Acker, teils Weide). Dann folgten die „Einheimischen“ mit 12 %, die Fläche von nicht ganz 10 Joch ermöglichte einigen Kleinhäuslern einen bescheidenen Lebensunterhalt. Der Anteil der Besitzer aus den Orten der Umgebung beträgt nur mehr 9 % und umfasst 2 Parzellen.

Damit erreicht diese kurze Untersuchung ihr Ende. Sie möchte zeigen, wie viele Erkenntnisse zur engeren Heimatkunde, wie auch zur Wirtschafts- und Kulturgeschichte aus den trockenen und formelhaften Grundbuchseinträgen gewonnen werden können. Es erweist sich wieder einmal die enge Verbundenheit von politischer und Wirtschaftsgeschichte. Kriegerische Ereignisse werfen ihre Schatten auf das Leben der Bewohner, wirtschaftliche Entwicklungen beeinflussen die soziale Schichtung der Besitzer, die Nähe der Sommerresidenz des Hofes wandelt die ganze Umgebung. In einem Menschenalter wird das stille Bauerndorf zur vielbesuchten Sommerfrische, deren Überreste auch die republikanische Zeit bis heute nicht zum Verschwinden zu bringen vermochte.



[1] Genannt werden z.B. Hedweig Steffan Kregls Gattin aus Penzing (Gb. 15/3, fol.30v) und der Wr. B. Jakob Woller mit seiner Gattin Amoley (Gb. 15/3, fol. 12, Stiftsarchiv Klbg., Alte Rap., fol. 223, Nr.16)

[2] Die Himmelpförtnerinnen verkaufen den Großen Hof 1439 (Gb. 15/2, fol. 61v); 1428 werden die Klarissen als Besitzerinnen des Kleinen Hofes genannt (Gb. 15/2, Db. Fol. 30v).

[3] Gb. 15/10, fol. 31.

[4] Gb. 15/10, fol. 391, 413, 552.

[5] Gb. 15/11, fol. 107v, 108v, 252v.

[6] Z.B. Caspar Maller (1566, Gb. 15/9, fol. 210v) und Peter Kolmülner (1559, ebd. fol 167).

[7] Gb. 15/10, fol. 509v (1628), fol. 426v (1622), fol. 717 (1635).

[8] Z.B. Gb. 15/10, fol. 105v: 1596 Paul Schapkho und Anna ux.

[9] Z.B. Gb 15/13, fol. 207: Michael Schmidt, ein Gastwirt aus Wien und seine Gattin; Gb. 15/12, fol. 211v: Der Stadtzimmermeister Jakob Pöckh, ein Wiener Bürger und seine Frau.

[10] Gb. 15/13, fol. 129: Michael de Sola Piloa, Sekretär des spanischen Hofrates mit Anna Maria del Castillo seit 1721; Gb. 15/13, fol. 285: Dominikus de St.Nikola, 1735 dessen Gattin Maria Eleonora, geb. Gang; Gb. 15/13, fol. 342: Josef de Sellier seit 1738.

[11] Gb. 15/3, fol. 3 (1459); fol. 2 (1459); Gb. 15/2, fol. 189 (1453), Gb. 15/3, fol. 235v (1529); fol. 227v (1527); fol.231 (1528); Gb. 15/2, fol. 95 (1456).

[12] Z.B. Paul Hekh in der Strauchgassen oder Niclas Sneyder zu Penzing.

[13] Z.B. Expeditor bei der nö. Kanzlei (Gb. 15/9, fol. 270 (1574)); kaiserl. Hofkammersekretär (Gb. 15/10, fol. 7 (1586)); Präzeptor der keiserl. Edelknaben (Gb. 15/9, fol. 200 (1564)); Sekretär bei der nö. Kammer (Gb. 15/9, fol. 248 (1572)) und andere mehr.

[14] Z.B. Kaiserlicher Rat und Schatzmeister (Gb. 15/10, fol. 564v, 1633); Rentmeister der nö. Landschaft (Gb. 15/11, fol. 23, 1637); Weisbote der nö. Landrechte (Gb. 15/11, fol. 219; 1653); kaisl. Kellerschreiber (Gb. 15/12, fol. 22, 1675).

[15] Gb. 15/10, fol. 458.

[16] Gb. 15/11, fol. 21v, 22, 22v.

[17] Gb. 15/11, fol. 347.

[18] Z.B. bekam 1691 Jakob Pöckh mit seiner Gattin 7 Achtel öden Weingartengrundes von der Herrschaft. Die 6 Vorbesitzer waren im Türkenkrieg umgekommen (Gb. 15/12, fol. 223v).

[19] Er erhielt 1690 6 Viertel, zweimal anderthalb Achtel und drei Achtel (Gb. 15/12, fol. 190).

[20] 1690 empfing er Nutz und Gewähr über ein Viertel und ein Achtel, ferner über 12 Achtel (Gb. 15/12, fol. 189f.).

[21] Der Meidlinger bekam 1697 vier Viertel und drei Achtel „Auf der Heide“ (Gb. 15/12, fol. 297).

[22] Hueber gab seine Grundstücke 1695 um 250 Gulden an Wolfgang Christoph Haas von Äsl, Reichsherold und kaiserl. Kammerdiener und seine Gattin Maria Barbara weiter (Gb. 15/12, fol. 280v); das Gut erstand nach mehrmaligen Besitzwechsel 1733 (1736) Dominicus de Violante, der diplomatische Vertreter Neapels, ihm fertigte der Grundbuchsschreiber 12 Gewähren aus (Gb. 15/13, fol. 322).

[23] So kaufte z.B. Michael de Sola Piloa 1721 ein Viertel und 4 Achtel in der Oberschoß, 3 Achtel in der Unterschoß und 1 Achtel auf der Hietzinger Heide (Gb. 15/13, fol. 130v).

[24] Gb. 15/12, fol. 225 (Andreas Madegger).

[25] Gb. 15/12, fol. 346 (seit 1703 Sebastian Mayr).

[26] Gb. 15/14, fol. 360; Gb. 15/16, Art. 1905 ex 1810; Gb. 15/15, Art. 259 ex 1803; Gb. 15/14, fol. 333 (1783); das Haus CN. 10 samt der darauf radizierten Kaffeesiedergerechtigkeit besaß seit 1826 Ferdinand Dommayer mit seiner Gattin Anna (Gb. 20/21; Art. 699 ex 1826; Gb. 15/15, Art. 262 ex 1796; Gb. 15/16, Art. 403 ex 1815; Gb. 15/14, fol. 271v (1773).

[27] Gb. 20/147, fol. 195; Gb. 15/15, Art. 733 ex 1799.

[28] Anton S c h a c h i n g e r, Die Entwicklung der Maulbeerbaum- und Seidenkultur in Wien und Nieder­österreich bis in die Mitte des 19.Jahrhunderts. In: Jb. D. Ver. f. Ldkde, NÖ, 27 (1938), S. 158.

[29] Erste Grundbücherliche Erwähnung 1770 (Gb. 5/22, fol. 80); vgl. Anton S c h a c h i n g e r, Die Entwicklung der Maulbeerbaum- und Seidenkultur, a.a.O., S. 153, Note 3.

[30] Gb. 15/14, fol. 336v.

[31] Gb. 15/15, Art. 394 ex 1789.

[32] Gb. 15/14, fol. 335v; Kirchl. Topographie II (1820), S. 184.

[33] Gb. 15/16, Art. 391 ex 1789.

[34] Gb. 15/16, Art. 369 ex 1808; den Betrieb erwarb 1813 Franz Peitler (Gb. 15/16, Art. 188 ex 1814); Kirchliche Topographie II, S. 184.

[35] Kirchliche Topographie II, S. 184; Gb. 15/16, Art. 1852 ex 1811.

[36] Mathias Opferkuch samt Gattin seit 1810 (Gb. 15/16, Art. 718 ex 1810).

[37] Hietzing, Ein Heimatbuch des 13. Wiener Gemeindebezirkes, II. Bd. (Wien 1932), S. 82; Besitzer seit 1816 Malanotti (Gb. 15/16, Art. 764 ex 1816) und seit 1822 Erbmannszahl (Gb. 20/20, Art. 80 ex 1822).

Die Besitzer der Überländgründe Hietzings. Das Bild bietet Querschnitte über den Wohnort der Grundbesitzer und die Größe der Parzellen. Im 16. Jahrhundert zur Zeit der Hochblüte des Weinbaues, erreichte die Grundzersplitterung ihren Höhepunkt, bei weitem überwiegen auswärtige Besitzer. Das 17.Jahrhundert bringt den Übergang zum Ackerbau und damit die Zusammenlegung vieler schmaler ehemaliger Weingärten. Gleichzeitig verstärkt sich das bodenständige Element. Diese Entwicklung setzt sich im 18.Jahrhundert fort und wird durch die Nähe Schönbrunns entscheidend beeinflusst, es setzt Überfremdung ein, während das bodenständige Kleinbauerntum ganz in den Hintergrund tritt. © Weinzettl

Verzeichnis der benützten Grundbücher

Aus dem Archiv des Stiftes Klosterneuburg
Stift Klosterneuburg: über Meidling, Hietzing u. a.
            Dienst- und Gewährbuch 1428–1458           .           .           .           15/2
            Dienstbuch 1458–1592
                        Mit Gewähren 1458–1531     .           .           .           .           15/3
            Dienstbuch B 1592–ca.1668             .           .           .           .           15/4
            Dienstbuch C 1637–1762      .           .           .           .           .           15/6
            Dienstbuch D 1762–1796      .           .           .           .           .           15/7
            Gewährbücher A–H: 1531–1820      .           .           .           .           15/9–16
Aus dem Archiv der Stadt Wien
Stift Klosterneuburg: über Meidling, Hietzing u. a.
            Dienstbuch E 1797–1880      .           .           .           .           .           20/99
            Ansiedlungsbuch A (1792–) 1813–1839      .           .           .           20/147
Dompropstei, seit 1480 Bistum Wien: Wieden, St.Veit u. a.
            Grundbuch AA          „1408“            .           .           .           .           .           5/1
            Grundbuch D                         „1447“            .           .           .           .           .           5/2
            Dienstbuch 1568–1617                      .           .           .           .           5/3
            Dienstbuch 1674–1700                      .           .           .           .           5/4
            Dienstbuch 1701–1761                      .           .           .           .           5/5
            Dienstbuch A 1761–1846      .           .           .           .           .           5/6
            Gewährbücher G bis L: 1491–1697  .           .           .           .           5/13,16–19
            Gewährbuch M 1697–1722   .           .           .           .           .           fehlt
            Gewährbücher N bis Q: 1723–1806              .           .           .           5/20-23
            Übergabsbuch 1796 (Erzbistum Wien als Herrschaft
                        St. Veit an Stift Klosterneuburg)      .           .           .           20/98

Die Grundlage aller eingefügten Kartenskizzen bildet der Franziszeische Katastralplan im Maßstab 1:2880, der die älteste flächentreue Darstellung bietet.

Die Verbauung Hietzings 1819 mit Konskriptionsnummern 1870. Das Bild gibt den Katastralplan von 1819 mit den Konskriptionsnummern von ca. 1870 wieder, wie sie in der Arbeit verwendet wurden. © Weinzettl

Übertragen von hojos
im Mai 2013