LED oder NED

Die Zukunft geht in fast allen Anwendungsbereichen eindeutig in Richtung LED-Beleuchtung. Auch in der Gebäudebeleuchtung beginnen sich die LEDs allmählich durchzusetzen, wobei gerade dieser Bereich die differenzierte Eignung dieser Technik deutlich macht.
09.05.2011

Vorweg eine Tabelle mit den grundsätzlichen Stärken und Schwächen der drei wesentlichen, heute in der Wohnraumbeleuchtung eingesetzten Techniken:

Art/ Merkmale

Glühbirne

Energiesparlampe

LED

Funktionsweise

Ein Wolframfaden in einem mit Schutzgas gefüllten Glaskolben wird durch Stromdurchfluss zum Glühen gebracht.

Die gebräuchlichste Art sind kleine Leuchtstofflampen. Elektrischer Strom fließt durch einen in einem Kolben erhitzten Quecksilberdampf.

Sie sind Licht Emittiernde Dioden. Halbleiterkristalle werden durch Strom zum Leuchten gebracht.

Lichausbeute (Lumen pro Watt)

bis 15, Halogen bis 35

bis 60

bis 80 mit Potential zu weiteren Steigerungen

Wärmeabgabe

hoch

mittel

gering

Einschaltdauer

leuchtet sofort

leuchtet verzögert

leuchtet sofort

Giftstoffe

keine

Quecksilberanteil

keine

Lichtfarbe

ideales Sonnenspektrum

bedingt gestaltbar

gestaltbar

Max. Helligkeit einer Birne

>1500 Lumen (ca. 100 Watt Glühbirne)

1500 Lumen

600 Lumen (entspricht ca. einer 40–60 Watt Glühbirne)

Form

klassische Glasbirne, Kerzen und Spots

gebogene Röhren

den klassichen Lampen nachempfunden

Dimmbarkeit

ja

je nach Modell

je nach Modell

Anschaffungspreis

gering

hoch

sehr hoch

Lebensdauer in Std.

1000

5–10.000

20.000

Korkisch Haustechnik, Ober St. Veits Kompetenzzentrum in Sachen LEDs, hat aus dem verwirrenden Angebot einige fortschrittliche Lösungen der Firmen  Ledon und Zumtobel in ihr Angebot aufgenommen. Anhand fünf dieser Lampen wird im Folgenden der Stand der Technik und deren Einsetzbarkeit veranschaulicht.

Das Highlight der LEDON Produktpalette ist die links oben abgebildete 10-Watt-Lampe (es gibt auch eine 6-Watt-Version) mit dem meist verbreiteten Sockel E27. Mit ihrem Lichtstrom von 600 lm ist sie ein – auch optisch akzeptabler – Ersatz für Glühlampen bis zu 60 Watt. Es gibt nicht dimmbare, dimmbare und „double-klick" Ausführungen. Wie alle in herkömmliche Leuchten einschraubbaren oder einsteckbaren Lampen (=„retrofit") besteht sie aus einem Lichtmodul (Zusammenfassung mehrer LED-Chips) in einem Glaskörper (Glasdome), einem Vorschaltgerät innerhalb des auch der Kühlung dienenden Metall-Gehäuses und dem Sockel zur Befestigung in Leuchten. Die zu kühlende Wärme kommt aus dem Vorschaltgerät, das vor allem der Spannungsreduktion (von 220 auf einige wenige Volt) dient. Als Lebensdauer werden 25.000 Stunden angegeben. Der satte Preis von rd. 36 Euro pro Stück zeigt, wie tief man für gute Qualität in die Tasche greifen muss und rechtfertigt eine genaue Amortisations-Rechnung (siehe Berechnung unten). Allerdings wird man von diesen Lampen dann auch selten enttäuscht, und sie erfüllen die Erwartungen. Die Einsetzbarkeit ist dank ihrer geringen Wärmeabgabe universell.

Fortgeschritten sind mittlerweile auch die Kerzen mit den Sockeln E14 und B15 (5 Watt entsprechen herkömmlichen 25 Watt)  und die für den dekorativen Einsatz besonders geeignete Globe-Lampe (8 cm Ø, 6 Watt). LED-Ersatz gibt es auch für die Halogen-Spots mit Sockel GU10 und GU5.3 (4 Watt). Die Preise all dieser Lampen reichen  je nach Stärke, Sockel und Farbe von ca. 12 bis 50 Euro.

Über das hier dargestellte „retrofit"-Angebot hinaus bieten die LEDs natürlich mannigfache modernere Einsatzmöglichkeiten durch Einbau in Wand- und Deckenelementen, Einrichtungsgegenständen etc. Möglicherweise bedeutet sie nicht nur das „Aus" für die herkömmliche Glühbirne, sondern die Lampe oder den Luster überhaupt.

Eine einfache Amortisationsrechnung für eine 10 Watt-LED-Lampe im Vergleich zur herkömmlichen 60 Watt-Birne:

50 Watt weniger ersparen pro Stunde (bei einem Strompreis von 17 Cent pro Kilowattstunde) 0,85 Cent. Ein Lampenpreis von 35 Euro wird damit erst nach über 4000 Stunden Betriebsdauer durch die Stromersparnis kompensiert. Erhebt man eine Amortisationsdauer von zwei Jahren zum Entscheidungskriterium, dann kommt der Lampentausch nur für Räume in Frage, in denen das Licht täglich mindestens 5–6 Stunden lang brennt. Der Birnentausch wird damit in vielen Räumen, vor allem in Abstell- und Sanitärräumen, unwirtschaftlich.

Quellen:
Mag. Christoph Hnidek von Korkisch Haustechnik und diverse Testberichte

hojos