Ein Feuerwerk im Narrenturm

Bilder einer Veranstaltung (Beitrag in Arbeit)
17.10.2020

Organisation

Naturhistorisches Museum, Wiener Gesundheitsverbund, AG Medical Humanities ÖAW, Herwig Swoboda, Eduard Winter, Felicitas Seebacher.

1133.at war nur am zweiten Tag – dem 17. Oktober 2020 – anwesend, um die einzelnen Vorträge festzuhalten. Videomitschnitte wurden von Karl Osobsky und Josef Holzapfel erstellt und sind den folgenden Kurzfassungen der einzelnen Vorträge nachgestellt. Die Vorträge des ersten Tages wurden live gestreamt. Der Mitschnitt des ersten Teiles der Vorträge (13 bis 15 Uhr) kann auf billrothhaus.at betrachtet werden, der zweite Teil der Vorträge (15:30 bis 18 Uhr) auf youtube.

Das Programm der Veranstaltung war sehr umfangreich und die Vortragenden hochrangig. Dem Bericht darüber wird daher aus Gründen der Übersichtlichkeit eine Inhaltsangabe vorangestellt, von der zu den Abstracts und – soweit vorhanden – zu den Videos der einzelnen Vorträge weitergeklickt werden kann.

1133.at war nur am zweiten Tag – dem 17. Oktober 2020 – anwesend, um die einzelnen Vorträge festzuhalten. Videomitschnitte wurden an diesem Tag von Karl Osobsky und Josef Holzapfel erstellt. Die Vorträge des ersten Tages wurden live gestreamt. Der Mitschnitt des ersten Teiles der Vorträge (13 bis 15 Uhr) kann auf billrothhaus.at betrachtet werden, der zweite Teil der Vorträge (15:30 bis 18 Uhr) auf youtube.

Die Vorträge des ersten Tages (16. Oktober 2020)

Herwig Swoboda
Adam Politzer (1835–1920) und sein Schüler Viktor Hammerschlag (1870–1943)

Michael Pretterklieber
Joseph Hyrtl und Karl Langer

Ruth Koblizek
Anton Elfinger – Arzt und Zeichner

Johannes Kirchner
Juljan Zilz (1871–1930) – Wegbereiter der feldzahnärztlichen Chirurgie in der k.u.k. Armee

Gustav Kortenhaus
Moulagen in der Otologie – die Sammlung von Politzer, Henning und Urbantschitsch

Herwig Swoboda
Lotosblüte der Wiener Medizinischen Schule – von Anton Weichselbaum bis Robert Pollitzer

Otto Biba
Beethoven persönlich

Andreas Erfurth
Ludwig van Beethoven aus psychiatrischer Perspektive

Herwig Swoboda
Gehörlos? So what! Anmerkungen eines Ohrenarztes zu Beethoven

Christian Reiter
Neueres über Beethovens Haare und Schädelknochen und Schlussfolgerungen auf seine Ertaubung

Maria Schwendenwein
Gehörlosenseelsorge Wien

Herbert Rasinger
Klavierbauer Stein und Streicher

Ursula Rokitansky
„Wir waren dabey, als sie ihn begruben, und als er starb, haben wir geweint.“ Beethovens Tod als Ausganspunkt für verwandtschaftliche Verbindungen der Familie Rokitansky in die Kunstwelt

Ursula Rokitansky
„Die Antlitznerven waren von bedeutender Dicke; die Hörnerven dagegen zusammengeschrumpft und marklos.“ Beethovens Impuls auf Rokitanskys Forschungszugang

Die Vorträge des zweiten Tages (17. Oktober 2020)

Irene Montjoye
William Wilde in Wien

Robert Langer
Die verkannte Genialität von Ignaz Semmelweis

Roland Sedivy
„...einen Gypsabdruck von der Leiche zu nehmen“ – die Totenmaske Beethovens

Johann Thomas Ambrózy
Körper und Seele in der Kunst von Egon Schiele (1890–1918)

Reinhard Mundschütz
Karl Henning und Alphons Poller – Die Wiener „Meister der Moulage“: eine Spurensuche

Sabine Hille, Richard Hirn, Ernst Kolar, Julia Marschner
Joseph Haydn (1732–1809): Streichquartett Hob III: 44 Op 42 in d-moll

Fotos vom zweiten Tag. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine  Führung durch die pathologisch-anatomische Sammlung im Narrenturm. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich froh darüber, keine Fotos machen zu dürfen ...

Adam Politzer (1835–1920) und sein Schüler Viktor Hammerschlag (1870–1943)

Herwig Swoboda

Das Ohr bannte seit jeher das forschende Interesse der Menschheit. Therapeutische Sicherheit kam aber erst mit wissenschaftlicher Erkenntnis auf. G. F. Ingrassía hatte der galenischen Osteologie mit Entdeckung des Steigbügels und Deutung der Schallleitung einen Impuls gegeben (1546/1603), Pedro Ponce de León und Pablo Bonet der Hörerziehung (c1530, 1620). Der Sensualismus förderte das Interesse an der Verständigung – einschließlich Gebärde, Maschine und motivisch-thematischer Arbeit. Joseph II. förderte Abbé de l'Épée (Paris 1777, Taubstummeninstitut Wien 1779) und Antonio Scarpa (Paris 1781, Wien 1784, Josephinum). Michael Wittmann (Trommelfell 1819) und Lorenz v. Vest (Taubstummen-Lehranstalt Graz 1830), Alois M. Mayer (Malleolus 1817), Johann G. Ilg (Lichtleiter 1806, Helicotrema 1821), Christian E. Pohl (vergleichende Anatomie Ohr 1818), Josef v. Vering (Ohrenkrankheiten 1834) und Ignaz Gruber (Ohr-Trichter 1838, Wilde 1853) bereiteten einer Generation spezialisierter Kliniker den Weg. Franz Polansky (Ohrenkrankheiten 1842; Molkenkur 1854), Ignaz Gulz (Habiltation für Otologie 1845), Gustav v. Gáal (Bosnien 1849-n1870) und Politzers Konkurrent Josef Gruber (Trommelfell 1867) waren auch schriftstellerisch tätig.

Adam Politzer war Mitbegründer der akademischen Otologie mit Eröffnung der weltweit ersten Ohrenklinik am Wiener AKH 1873 gemeinsam mit Josef Gruber, sowie der ersten Zeitschrift für das Fach, das Archiv für Ohrenheilkunde (1864, gemeinsam mit Anton von Trötsch, Würzburg, und Hermann Schwartze, Halle). Er verfasste eine bis heute unübertroffene Geschichte der Ohrenheilkunde (1907, 1913).

Für die Vielfalt ab Adam Politzer stehen Ernst Mach (Beschleunigung 1873, Interferenz, Mikroskop), Emanuel Zaufal (Radikal-Operation) und Viktor v. Urbantschitsch (Hughes-Audiometer c1882, Aufmerksamkeit c1875). Bedeutende Schüler waren Gustav Alexander (Histologie, Chirurgie, Alexander's law), Heinrich Neumann (Ohrenchirurgie in LA) und Robert Bárány (Nobelpreis 1914). An Politzers Otoskleroseforschung knüpften Otto Mayer (Monografie 1917, Kallustheorie 1931) und Viktor Hammerschlag (Heredität 1910) an. Hammerschlag begründete die Ohrenabteilung des Wilhelminenspitals (Klinik Ottakring), engagierte sich als Abgeordneter zum Wiener Gemeinderat für das Wiener Gesundheitswesen. Mit seiner Ehefrau wurde er 1943, ein Jahr nach seinem Sohn Peter, im KZ Theresienstadt ermordet. Sein mittelbarer Nachfolger Edwin Vyslonzil (1912–81) war Pionier der Mikrochirurgie des Mittelohres (Bogengangsfensterung bei Otosklerose) und der transnasalen Hypophysenchirurgie. Ein ähnliches Spektrum erarbeitete Kurt Burian (1921–96) an der II. HNO-Univ.-Klinik. Er war 1976/77 Vorreiter des Cochlea-Implantats in Europa.

Herwig Swoboda ist Vorstand der HNO-Abteilungen der Kliniken Hietzing und Ottakring, Wien.
2015: 500. Geburtstag von Andreas Vesalius, Wien, Josephinum und Kunstakademie. 2016: International Ernst Mach Centenary Conference, Universität Wien und Österreichische Akademie der Wissenschaften. Ernst Mach’s contributions to medicine and otology.
Mitwirkung an Lehrbüchern, z.B. Juvenile Angiofibroma, Siba Dubey and Bernhard Schick (eds.), Springer 2017; Color Atlas of Head and Neck Surgery, S. P. Dubey, C. P. Molumi, 2nd ed., Springer 2020; Galen: A Thinking Doctor in Imperial Rome, Vivian Nutton, Routledge 2020.

Joseph Hyrtl und Karl Langer

Michael Pretterklieber 

Joseph Hyrtl (1811–1894), der seit 1837 Professor der Anatomie in Prag war, trat 1845 die Nachfolge von Joseph Berres als Vorstand des Instituts für Anatomie an. Eigentlich wollte Hyrtl aus Prag, wo er sich sehr gut eingerichtet hatte, gar nicht weg. Hatte er damals düstere Vorahnungen darüber, was ihn in Wien à la longue erwarten würde, so muss man leider sagen, dass sie sich bewahrheitet haben. Auf Grund der im Revolutionsjahr 1848 geschehenen Zerstörungen durfte Hyrtl 1849 in die aufgelassene josephinische militärchirurgische Akademie übersiedeln. Die mit Recht berühmten anatomischen Wachspräparate gliederte er der anatomischen Sammlung an. Allerdings musste Hyrtl diese wunderbaren Räume bereits 1854 wieder verlassen und in die nur notdürftig adaptierte „alte Gewehrfabrik“ übersiedeln. Hyrtl hat sich trotz aller Widrigkeiten mit seinem wissenschaftlichen oevre einen großen Namen gemacht. Seine Bibliographie zählt 186 Originalarbeiten und 24 Monographien. Zeit seines Lebens war ein sehr musischer Mensch. Sein Vater war Oboist im Privatorchester des Fürsten Esterhazy und spielte damit unter der Stabführung von niemand geringerem als Joseph Haydn.

Im Jahre 1869 wird ein früherer Mitarbeiter Hyrtls, Carl Langer (1819-1887), zum dritten ordentlichen Professor für Anatomie ernannt. Langer war von 1856 bis zur 1869 erfolgten Schließung Professor für Anatomie an der josephinischen militärchirurgischen Akademie. Unter seiner Ägide gelang es endlich, den von Hyrtl schon lang gehegten Plan eines Institutsneubaus ab 1875 in die Tat umzusetzen. Und so konnte Carl Langer am 11. Oktober 1886 das heute noch im Wesentlichen bestehende Institutsgebäude feierlich eröffnen. Er begründet mit seinem erstmals 1865 erschienenen „Lehrbuch der systematischen und topographischen Anatomie“ den praktisch wichtigsten Zweig der makroskopischen Anatomie, die Topographie. Seine künstlerische Ader zeigt sich in der Befassung mit der Oberflächenanatomie des menschlichen Körpers und so erschien 1884 seine „Anatomie der äußeren Formen.

Michael Leopold Pretterklieber, a.o. Univ.-Prof. Dr., Medizinische Universität Wien, Abteilung für Anatomie, Zentrum für Anatomie und Zellbiologie.
Hauptforschungsgebiet: Topographische Anatomie des menschlichen Körpers mit besonderer Berücksichtigung des muskuloskeletalen Systems und anatomischer Varietäten.
Ausbildung: 2012 Habilitation für das Gesamtfach Anatomie und Ernennung zum ao. Univ.-Prof. an der Medizinischen Universität Wien; 1985 Promotion zum Dr. med. univ. an der Universität Wien; 1970 – 1978 Bundesgymnasium Baden, humanistischer Zweig.
Akademischer Werdegang und bisherige Positionen:
2017–2019 Line-Koordinator für “Organmorphologie I” des mcw (MedizinCurriculum Wien); seit 2016 stellvertretender Leiter der Abteilung für Anatomie am Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Universität Wien; 2011–2016 Leiter des Körperspendewesens und des Anatomy Training Centre Vienna am Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Universität Wien; seit 2014 Inhaltsverantwortlicher Studien- und Fachkoordinator für das KPJ-Tertial C „Anatomie – Topographische Anatomie“des mcw (MedizinCurriculum Wien); seit 2011 Koordinator des Blocks 2 „Der menschliche Körper“ des mcw (MedizinCurriculum Wien); seit 2007 Prosektor und bis 2019 auch Mitglied des Planungsteams des Line-Elements “Organmorphologie” des mcw (MedizinCurriculum Wien).
Wissenschaftliche Leistungen:
Publikationen in peer-reviewed internationalen Journalen 65; Buchkapitel 27; Short abstracts/proceedings papers (<=2 Seiten) 34; Eingeladene wissenschaftliche Vorträge: 347.

Anton Elfinger – Arzt und Zeichner

Ruth Koblizek 

Anton Elfinger (1821–1864) war Arzt, Zeichner, (politischer) Karikaturist und medizinischer Wachsmodelleur. Sein Künstler-Name „Cajetan“, abgekürzt „Cjt“, bezog sich auf Cajetano (oder Gaetano) Zumbo, einem Pionier der Zeroplastik, dessen Kleinplastiken heute noch durch ihre präzise Körperdarstellungen und Details faszinieren.

Elfinger war inspiriert durch seine Ausbildung als Zeichner und Maler an der Kunstakademie in Wien, wo er die Knochen- und Muskellehre anhand anatomischer Studien und Abgüssen lernte und in der Anfertigung medizinischer Präparate unterrichtet wurde. Durch den Tod seines Vaters gezwungen studierte er 1839–45 Medizin in Wien.

1842 bis 1849 war seine Zeit als „Cajetan“, als Illustrator und politischer Karikaturist, die mit dem Ende des Revolutionsjahres 1848 auch endete.

1849 bis 1858 arbeitete Anton Elfinger als offizieller Illustrator für die Medizinische Fakultät der Universität Wien. In diesen Jahren zeichnete er nicht nur für Ferdinand von Hebra, sondern auch für Karl von Rokitansky, Joseph Hyrtl und Ernst Brücke. Wichtige medizinische Zeichnungen sind präsent im „Atlas der Hautkrankheiten“ und „Atlas Krankheiten des Kehlkopfs und der Luftröhre“. Dazu kam noch die Notwendigkeit naturgetreuer Abbildungen für Vorlesungen und Demonstrationen, weshalb Elfinger zahlreiche Wachsmodelle, Gipsabgüsse und Präparate anfertigte – vor allem für die Dermatologie, wo er in der medizinischen Praxis sehr eng als Sekundararzt auch mit dem Leiter Hebra zusammenarbeitete.

Nachfolger in der Kunst der Moulagenherstellung waren u.a. Carl Henning, von dessen Ohrenmoulagen noch heute zahlreiche im Narrenturm in Wien vorhanden sind und von Kollegen Kortenhaus vorgestellt werden.

Schlagwörter: Gaetano Zumbo, Wachsmodelleur, Präparate, Illustrator, Karikaturist.

Mag. Dr. phil. Ruth Koblizek, geboren und wohnhaft in Wien. Ab 2019 Medizinische Universität Wien /Teaching Center/Curriculum Management (Referentin und Univ. Lektorin), Mitarbeit Projekt „Medical Humanities“; 2006–2018 Medizinische Universität Wien (Kuratorin im Josephinum, Stipendium des Rektorats, Projekt „Memoriae Medicinae“); 2002–2006 ÖAW / Institut für Stadt- und Regionalforschung; Projekt „Wien Umwelt“, Studium „Geschichte und Kunstgeschichte” an der Universität Wien.

Juljan Zilz (1871–1930) – Wegbereiter der feldzahnärztlichen Chirurgie in der k.u.k. Armee

Johannes Kirchner

Juljan Zilz, am 24. November 1871 in Lemberg (heute Lviv in der Ukraine) als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren, studierte Medizin in Wien. Nach einer zahnmedizinischen Ausbildung und zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen zu allen Gebieten der Zahnmedizin habilitierte er sich im März 1914 als Privatdozent an der Universität Wien.

Kurz nach Kriegsbeginn gründete er im Dezember 1914 die von ihm so benannte Kriegszahnklinik im Rücken der Front gegen Russland. Deren Aufgabe war es, die sehr schwer kieferverletzten Soldaten schnellstmöglich einer professionellen medizinischen Behandlung zu unterziehen. In den mehr als drei Jahren ihres Bestehens – zuletzt in Lublin – wurden über 3.000 Kieferverletzte und mehr als 30.000 zahnkranke Armeepersonen behandelt.

Nach Kriegsende war Zilz hauptsächlich als Zahnarzt in seiner Ordination tätig, bis er 1930 plötzlich aus dem Leben schied. Er hinterließ nicht nur eine Fülle wissenschaftlicher Werke, sondern hatte bereits zu Lebzeiten die Krankendokumentation, die 1915-1918 in der Kriegszahnklinik angelegt wurde, der Kieferstation der Universitätszahnklinik in Wien geschenkt.

Diese beeindruckende Sammlung von Ansichts- und Röntgenfotografien, Zeichnungen, Skizzen, Patientenblättern, Spezialwerkzeugen und 40 Moulagen befindet sich heute im Zahnmuseum Wien der Universitätszahnklinik der Medizinischen Universität Wien.

Moulagen in der Otologie - die Sammlung von Politzer, Henning und Urbantschitsch

Gustav Kortenhaus

Die Venus von Willendorf, ein 1908 gefundenes Artefakt aus Oolith aus dem Gravettien, zeigt die Ausdrucksstärke selbst der ältesten formenden Kunst. Der Formenkanon der klassischen griechischen Skulptur ging in die neuzeitliche Lehre von Kunst und Anatomie ein (L. Cigoli c1600, C. Susini 1788, J. M. Fischer 1803).
Giovanni Manzolini und Anna Morandi konnten mit ihrer Wachsplastik des äußeren Ohres Antonio Valsalvas "De aure humanae tractatus" 1704 ergänzen.

Adam Politzer und sein Nachfolger Viktor Urbantschitsch ließen vom innovativen Moulageur Karl Henning (1860–1917; "Elastan") eine reichhhaltige Sammlung von Moulagen anlegen, die Erkrankungen des äußeren Ohres und ihrer Therapieresultate darstellten. Sie ergänzten den Unterricht der otologischen Universitätsklinik Wien. Sie fügen sich in die anderen Lehrbehelfe dieser weltberühmten Schule ein, die Beleuchtungsbilder des Trommelfells (1865), die zehn Wandtafeln (1873) und die Lehrbücher von Gruber (1870), Politzer (1878) und Urbantschitsch (1880). Ihre Wiederentdeckung 2016 belebt das Bild dieser einflussreichen klinischen Schule.

Lotosblüte der Wiener Medizinischen Schule – von Anton Weichselbaum bis Robert Pollitzer

Herwig Swoboda, Reinhard Mundschütz

Die Ausbreitung der dritten Pest-Pandemie 1894 von Yunnan über Hongkong nach Bombay veranlasste Österreich-Ungarn, auf Anregung Anton Weichselbaums (1845–1920), des Begründers der Bakteriologie in Österreich, 1897 eine Pestkommission nach Bombay zu entsenden, ähnlich den Initiativen von 1894, die zur Entdeckung des Erregers durch Yersin und Kitasato geführt hatten. Die tierexperimentelle Aufarbeitung löste 1898 durch eine letale Infektion des Prosekturgehilfen Franz Barisch, des Arztes Franz Hermann Müller und der Krankenpflegerin Albine Pecha in der Wiener Öffentlichkeit die Angst vor einer Epidemie aus, die dank einer Betreuung unter Isolierung ausblieb.

Im Winter 1910/11 brach, durch unsachgemäße Murmeltierjagd ausgelöst, in der Mandschurei eine epidemische Lungenpest aus, die innerhalb weniger Monate 60.000 Todesopfer forderte. Assistiert von einem ausgesuchten internationalen Team mit dem Siebenbürger Arzt und Entomologen Eugen Worell (1884–1961), hob der chinesisch-malayische Arzt Wu Lien-teh (1879–1960) den aerogenen Übertragungsweg von Mensch zu Mensch hervor. Ein Maßnahmenpaket mit Maskenschutz und einer in China bis dahin verpönten Leichen-Kremation erreichte ein zügiges Abklingen der Seuche.

Im Rahmen eines weiteren Pestausbruchs in der Mandschurei im Winter 1920/21 kamen zwei weitere Österreicher zu Wu Lien-teh: Eugen von Bambergers Schüler Robert Pollitzer (1885–1968) und Cand. med. Heinrich Jettmar (1889–1971). 1915 bzw. 1914 in Galizien in Gefangenschaft geraten, wurden sie als Lagerärzte in Sibirien eingesetzt, Pollitzer in Schkotowo bei Wladiwostok, Jettmar in Dauria, Transbaikalien. Pollitzer schrieb 1954 in Wu Lien-tehs Nachfolge eine WHO-Monografie über die Pest. Jettmar beschrieb die ätiologische Rolle der silvatischen Pest des sibirischen Murmeltiers Tarbagan. Als leitender Bakteriologe in Tschita folgte er 1924 einer Einladung Wu Lien-tehs.

Die dritte Pestpandemie von 1894, die einen Konzeptwandel einleitete (Kupferschmidt 1993), fand einen Platz in der Weltliteratur im Lebenswerk des französischen Romanciers Albert Camus (1913–1960; "Der Pestbazillus stirbt nie"). Sie wies viele Parallelen zur COVID-19-Pandemie auf. Die 1910 gegen den aerogenen Infektionsweg eingeführte Schutzmaske bewährte sich 1918-1920 während der Spanischen Grippe. Peter Tsai (*1952) entwickelte die Arbeitsschutz-Maske N95 nach dem Modell Wu Lien-Tehs.

Ludwig van Beethoven aus psychiatrischer Perspektive

Andreas Erfurth

Biographische Darstellungen berühmter Künstler bemühen sich in der Regel darum, den Lebenslauf mit den Werken (und umgekehrt) in Beziehung zu setzen. Das gibt dem Werk eine besondere „Farbe“, dem heutigen Rezipienten oft den Kontext zum Verständnis. Diese Beziehungssetzung ist komplex und häufig wertend, manchmal manipulierend.

Somit sind medizinische (einschließlich psychiatrische), charakterologische und psychodynamische Einschätzungen und Deutungen mit großer Vorsicht vorzunehmen. Die Primärquellen können dürftig sein, die diagnostischen Konzepte können sich verändert haben (Mozart verstarb an „hitzigem Frieselfieber“; zu Hölderlins Lebzeiten „gab“ es noch keine „Schizophrenie“ oder „bipolare Störung“), der Versuch einer diagnostischen Einordnung sagt oft mehr über den Autor und seine Zeit aus als über den Künstler (etwa die Bewertung der psychischen Erkrankungen Robert Schumanns oder Friedrich Hölderlins).

Auf diesem Hintergrund sollen Elemente der Biographie Ludwig van Beethovens aus psychiatrischer Perspektive dargestellt werden. Zu diskutieren sind eine Einordnung in das Spektrum bipolarer Erkrankungen, der Alkoholkonsum und die Auswirkungen körperlicher Einschränkungen (Taubheit, Sehschwäche) auf die psychische Gesundheit.

Brendler M. Mozart starb an Frieselfieber. Aber was ist das? In: NZZ am Sonntag, 23. Juni 2017.
Cooper M. Ludwig van Beethoven. Proc R Soc Med. 1971; 64(5):497-500.
Dumke HO. Robert Schumann: Schlussfolgerung nicht zulässig. Dtsch Arztebl 2006; 103(41): A-2700
Erfurth A, Arolt V. Das Spektrum bipolarer Erkrankungen. Der Nervenarzt 74(1), 55-71. 2003; 74(1):55-71. doi: 10.1007/s00115-003-1473-x
Erfurth A, Hoff P. Mad scenes in early 19th‐century opera. Acta Psychiatr Scand 2000; 102: 310–3. doi:10.1034/j.1600-0447.2000.102004310.x|
Erfurth A. Wie stellen sich psychopathologische Phänomene musikalisch dar? Neuropsychiatr 2012; 26, S4:8-9.
Jamison KR. Touched with fire: manic-depressive illness and the artistic temperament. New York (NY): Free Press; 1993.
Kubba AK, Young M. Ludwig van Beethoven: a medical biography. Lancet 1996; 347(8995):167-170. doi:10.1016/s0140-6736(96)90346-3
Lange W. Hölderlin. Eine Pathographie. Stuttgart: Enke; 1909.

Andreas Erfurth ist Vorstand der 1. Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Klinik Hietzing, Wien. Medizinstudium an der LMU München, Doktorarbeit am MPI für Psychiatrie in Martinsried, Facharztausbildung in München, Forschungsaufenthalt am M.I.T., Habilitation in Münster, seit 2005 in Wien. A. E. studierte von 1977–1979 Musik am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom mit Hauptfach Kontrabass bei Lucio Buccarella von "I Musici". Er setzte sein Studium am Richard-Strauß-Konservatorium München bis 1983 bei Erwin Götz von den Münchner Philharmonikern fort. A. E. beschäftigt sich mit der historischen Aufführungspraxis -auch am Violoncello und der Bassgambe- und arbeitete unter anderem mit dem Tölzer Knabenchor, dem Monteverdi-Chor Hamburg sowie dem Ammergauer Motettenchor unter Markus Zwink zusammen. A. E. spielt ein Violoncello von Friedrich Kreuzinger aus Neumarkt-Sankt Veit (1983).

Gehörlos? So what! Anmerkungen eines Ohrenarztes zu Beethoven

Herwig Swoboda 

Am 26. März 1827 starb Ludwig van Beethoven an einem hepato-renalen Syndrom, ausgelöst durch eine Pneumonie nach einer winterlichen Rückfahrt nach Wien. Die seinem Wunsch entsprechende Obduktion, deren lateinisches Obduktionsprotokoll 1970 wieder gefunden wurde, untersuchte auch sein Gehörorgan. 1814 hatte Beethoven dem Chirurgen und Dichter Alois Weißenbach von einem schweren „Typhus“ vor seiner späteren Leidensgeschichte berichtet. Beethovens progrediente Laesio auris interna behinderte allmählich die Dynamik seines Klaviervortrags und die Agogik seines Dirigats. Fehlte es seinem letzten öffentlichen Klavierauftritt 1814 nur an Klarheit der Ausführung, so nahmen ihm 1824 der erste Geiger und der Chorleiter das Dirigat der triumphalen Uraufführung seiner Missa solemnis de facto ab. Die öffentliche Darstellung Beethovens betont stereotyp dessen schroffe Seiten. In seiner Musik jedoch verschmilzt – besonders im gehörlos verfassten Spätwerk – formale Durchdringung mit lyrischer Empfindung.

Neueres über Beethovens Haare und Schädelknochen und Schlussfolgerungen auf seine Ertaubung

Christian Reiter

Eine nicht unerhebliche Anzahl von Personen hatte die Möglichkeit, nach Beethovens Tod Locken vom Haupt des Verstorbenen zu entnehmen, und kam dem auch nach. So konnte auch der damals 15-jährige Ferdinand HILLER, der im März 1827 gemeinsam mit Johann Nepomuk HUMMEL Beethoven einen Besuch abstattete, am Totenbett Beethovens eine Locke für sich gewinnen. Diese wurde in der Familie HILLER vererbt und gelangte letztlich am 1.12.1994 im Rahmen einer Versteigerung bei Sotheby’s in London in den Besitz von 4 Mitgliedern der American Beethoven Society.

Einer der Besitzer der Locke, der Urologe Dr. Alfredo GUEVARA sah sich veranlasst, in Erfüllung des von Beethoven im Heiligenstädter Testament geäußerten Wunsches zur Klärung der Ursache der Schwerhörigkeit, Haare aus seinem Besitz für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung zu stellen. Elementaranalysen im Teilchenbeschleuniger des Argonne National Laboratory der Universität von Chicago konnte in den Haaren Beethovens eine ca. 100fach erhöhte Bleikonzentration nachweisen. Da gelegentlich bei Bleivergiftungen auch Beeinträchtigungen des Hörvermögens beobachtet werden, wurde der Schluss gezogen, dass Beethovens Schwerhörigkeit im Zusammenhang mit einer Bleivergiftung stehen könnte. Eigene Untersuchungen von Haaren aus der GUEVARA-Locke sowie von Proben aus 3 weiteren Beethoven-Locken konnten ein einzigartiges und charakteristisches Bleibelastungsmuster in den Haaren Beethovens während der letzten 14 Lebensmonate aufzeigen. Die Bleibelastungen stehen unter anderen in einer Korrelation mit den erfolgten medizinischen Behandlungen Beethovens während seiner letzten Lebensmonate. Es konnte auch gezeigt werden, dass die Bleibelastung in Beethovens Haaren vor Februar 1826 Normalwerte aufwies. Somit steht die dem Tod vorausgegangene Bleibelastung Beethovens nicht im Zusammenhang mit seiner bereits ab seinem 26. Lebensjahr beginnenden Ertaubung.

Der 1869 zum ersten Ordinarius für Geschichte der Medizin an der Universität Wien berufene Dr. Romeo SELIGMANN gelangte im Rahmen der Umbettung der sterblichen Überreste Beethovens in den Besitz mehrerer Schädelfragmente, die in dessen Familie vererbt werden, und letztlich durch molekularbiologischen Abgleich mit Haaren der GUEVARA-Locke als zu ein- und derselben Person zugehörig identifiziert werden konnten. Der gegenwärtige Besitzer der Beethoven Knochen gewährte dem Vortragenden eine Inspektion der Fragmente. Das Ergebnis dieser Untersuchungen kann das vielfach diskutierte Bestehen eines Morbus Paget bei Beethoven ausschließen. Somit kommt auch eine Osteodystrophia deformans des Schädels als Ursache seiner Ertaubung nicht in Frage.

Ao. Prof. Dr. Christian Reiter (*1955) war stellvertretender Leiter des Zentrums für Gerichtsmedizin der MUW, seit 1985 allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger und seit 2008 Vizepräsident der Gesellschaft der Gutachterärzte Österreichs. Die gutachterlichen Schwerpunkte liegen in der Sachverständigentätigkeit in Strafsachen (ca. 10.000 Todesfallanalysen, Verletzungsbegutachtungen, Alkoholisierung, Verhandlungs- und Haftfähigkeit) und im Zivilverfahren (Schmerzperioden, Kausalitätsfragen).
Wissenschaftliche Themenkomplexe: forensische Insektenkunde, Todeszeiteingrenzung, Forensische Histologie und Cytologie, Identifikation unbekannter Verstorbener, incl. Massenkatastrophen, historische Kriminalfälle und forensische Archäologie, Schwermetalltoxikologie.
135 Publikationen, 1 Lehrbuch, zahlreiche Film- und Fernsehbeiträge.

Gehörlosenseelsorge

Maria Schwendenwein

Warum? Wozu? Hören bedeutet für jeden von uns Offensein für die Welt, ihre Stimmen und Stimmungen. Nicht-Hören-Können verändert und prägt die Lebenssituation des gehörlosen Menschen: erschwert die Kommunikation schränkt vielfach den Wortschatz ein, stößt oft auf eine Mauer des Nicht-Verstehens und Nicht-Verstandenwerdens. Ca. ein Promille der Österreicher ist gehörlos. Der Gehörlose ist nicht nur ein Mensch „minus Gehör“. Gehörlosigkeit zieht viele Konsequenzen nach sich. Die Welt des Gehörlosen ist mehr additiv als integrativ. Aus diesen Gründen ergibt sich die Notwendigkeit einer eigenen Gehörlosenseelsorge.

Zusätzlich ist dieser Auftrag ein biblischer. Es waren daher Priester, Seelsorger, die sich zuerst der gehörlosen Menschen angenommen haben, wie ein kurzer geschichtlicher Überblick zeigt. Außerschulische Seelsorge existiert seit knapp über 100 Jahren. Gehörlosenseelsorge ist vorwiegend eine Diasporaseelsorge.

Die Arbeit der Gehörlosenseelsorge: Vorbereitung und Feiern eigener Gehörlosengottesdienste, Begleitung in der Sakramentenpastoral, Begräbnisbegleitung, Kontaktstelle und Sprechstunden für pastorale, soziale und caritative Anliegen, Dolmetscherdienste, Haus- und Krankenbesuche.

Maria Schwendenwein, Dr. phil., Besuch der Volksschule Wiener Neustadt, Übungshauptschule und LBA Hegelgasse, Studium in Pädagogik und Mathematik an Universität Wien, parallel zum Studium Ausbildung zur Religionslehrerin für Volks-, Haupt- und Sonderschule mit Schwerpunkt Gehörlosenseelsorge. Von 1961 bis 2000 Religionsunterricht am Bundesinstitut für Gehörlosenbildung, 1130 Wien. Seit 1964 parallel und ehrenamtlich tätig in der Gehörlosenseelsorge für Erwachsene, Leitung des Referates für Gehörlosenseelsorge der ED Wien seit 1974. Betreuung der Gehörlosen im seelsorglichen und sozialen Bereich. Erstellung des „Salesboten“, Kommunikationsorgan für Gehörlose.

Klavierbauer Stein und Streicher

Herbert Rasinger

[Johann] Andreas Streicher (* 1761 Stuttgart. + 1833 Ungargasse 45) kam nach dem frühen Tod seines Vaters 1765 ab seinem neunten Lebensjahr wegen der ärmlichen Lebensumstände seiner Mutter in ein Waisenhaus, wo er 1772–75 eine bescheidene Schulbildung erwarb. Er eignete sich hauptsächlich autodidaktisch das Klavierspiel an. Ab 1778 erhielt er erst als 17-jähriger Klavierunterricht.

[Johann] Andreas Streicher lernte in Augsburg seine spätere Ehefrau Nanette Stein (* 2. Jänner 1769 Augsburg, † 16. Jänner 1833 Wien), das 6. Kind des Orgel- und Klavierbauers Johann Andreas Stein (6.5.1728 Heidelsheim – 29.2.1792 Augsburg) kennen. Nanette Stein war als Mitarbeiterin im Betrieb ihres Vaters mit allen Einzelheiten des Klavierbaues vertraut. Nanette hatte in Augsburg 1787 auch Beethoven kennen gelernt.

Nanette Stein 1793 heiratete Andreas Streicher und verlegte die väterliche Klavierbaufirma gemeinsam mit ihrem damals 16 jährigen Bruder Matthäus Andreas 1984 nach Wien. 1802 trennte sich Nanette Streicher von ihrem Bruder Matthäus Stein und übersiedelte in das Haus Ungargasse 46, wo sie und ihr Mann Andreas Streicher nun eine eigene Klaviererzeugung einrichteten, deren Klaviere sie den Namen „Nanette Streicher née Stein“ gaben.

Andreas Streicher bemühte sich um die Ausweitung des Klangvolumens und die Vergrößerung des Tonumfangs (auf sechs Oktaven); er gilt als Erfinder der „Wiener Mechanik" des Hammerklaviers. Für den schlecht hörenden Beethoven machte er 1817 eine Vorrichtung auf dem Klavier, sodass mehr Klangvolumen zum Klavierspieler hin strömen konnte.

Von Beethoven wurde sie in über sechzig kleinen Briefchen um Rat in Erziehungs- und Haushaltsfragen gebeten, nachdem er die Vormundschaft für seinen Neffen Carl übernommen hatte, mit dem er in der Ungargasse 5/25 wohnte.

Am 16. Januar 1833 starb die erfolgreiche Unternehmerin Nanette Streicher und wurde auf dem St. Marxer Friedhof beigesetzt. Der ursprüngliche Grabstein für J. Andreas Streicher und seine Frau Nanette, geborene Stein, auf dem St. Marxer Friedhof besteht noch, obwohl die sterblichen Überreste der beiden seit 1891 in ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof (Gruppe 32, Erweiterung A, Nr. 30) überführt wurden. Der Sohn Johann Baptist Streicher (1796–1871) führte erfolgreich den Klavierproduktionsbetrieb weiter.

„Wir waren dabey, als sie ihn begruben, und als er starb, haben wir geweint.“

(Franz Grillparzer, Grabrede für Ludwig van Beethoven, Wien am 29. März 1827, vorgetragen von Heinrich Anschütz)
Beethovens Tod als Ausganspunkt für verwandtschaftliche Verbindungen der Familie Rokitansky in die Kunstwelt

Ursula Rokitansky

In der medizinhistorischen Literatur ist Carl Freiherr von Rokitansky (1804–1878) als Pathologe bekannt. In diesem Beitrag soll sein familiär-künstlerisches Umfeld näher erläutert werden. In die Verabschiedung Ludwig van Beethovens (1770–1827) waren die Familien Rokitansky, Teltscher, Hüttenbrenner und Lablache, unmittelbar persönlich einbezogen; einige Jahre später waren sie familiär verbunden. Die Nachkommen dieser Familien förderten Künstler wie Gustav Mahler, Thomas Bernhard und Peter Turrini.

Rokitanskys Gattin war die, von Antonio Salieri (1750–1825) ausgebildete, international anerkannte Konzertsängerin Marie Weis (1806–1888). Durch sie entstanden freundschaftliche Beziehungen zu Salieri, Franz Schubert (1797–1828) und Franz Grillparzer (1791‒1872), die wiederum indirekte Verbindungen zu Ludwig van Beethoven ergaben. Grillparzer verfolgte später mit Rokitansky liberale Bestrebungen.

Beethovens Tod initiierte verwandtschaftliche Verbindungen der Familie Rokitansky in die damalige Kunstwelt, deren Nachkommen ihrerseits die Kulturlandschaft Österreichs nach Rokitanskys Ideal von Freiheit in Wissenschaft und Kunst beeinflussten.

Ursula Rokitansky-Tilscher, Dr. med. univ., 1985 Medizinstudium an der Universität Wien, 1991 Promotion. Ab 1992 wissenschaftliche Tätigkeit an der Universitätsklinik für Zahn-Mund und Kieferheilkunde, seit 1994 als Fachärztin für ZMK tätig. Ab 2009 Aufbau und Leitung des Familienarchivs der Familie Rokitansky, seit 2015 Mitglied der Arbeitsgruppe Geschichte der Medizin und Medical Humanities, Kommission für Geschichte und Philosophie der Wissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2016 Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte, 2020 Mitglied des Historikerkomitees der Gesellschaft der Ärzte in Wien.
Publikationen und Vorträge zu folgenden Forschungsschwerpunkten: Carl Freiherr von Rokitanskys internationale Verbindungen liberaler Geisteshaltung, Einfluss auf die Bildung neuer medizinischer Fachdisziplinen, Verbindungen zur europäischen Kulturlandschaft, Rokitansky aus familienbiographischer Sicht. Der Einfluss Ludwig van Beethovens auf Carl von Rokitanskys wissenschaftliches und künstlerisches Umfeld. Kunst und Psyche.

„Die Antlitznerven waren von bedeutender Dicke; die Hörnerven dagegen zusammengeschrumpft und marklos“

(Aus dem Obduktionsprotokoll Ludwig van Beethovens)
Beethovens Impuls auf Rokitanskys Forschungszugang

Ursula Rokitansky

Geprägt von der Obduktion Ludwig van Beethovens (1770–1827), den Ursprung einer Erkrankung in veränderter Anatomie zu ergründen, leitete Carl Freiherr von Rokitansky (1804–1878) einen Paradigmenwechsel von der spekulativen naturphilosophischen Medizin zur systematisch wissenschaftlichen Medizin ein. Bis dahin beinhalteten Obduktionsberichte in der Regel klinische Beobachtungen sowie die Diagnose vom behandelnden Arzt, die vom Pathologen nur durch die Beschreibung des vorliegenden Krankheitsbildes ergänzt wurde. Durch Rokitanskys Suche nach naturwissenschaftlichen Erklärungen von Erkrankungen entwickelte sich die Pathologie ab den 1830er-Jahren von einer beschreibenden zu einer erklärenden Wissenschaft. Die Protokolle enthielten nun sowohl eine klinische als auch eine oft divergente pathologische Diagnose, die jedoch den Krankheitsursprung und die Todesursache erklärten.

Diese Forschungen führten zu Rokitanskys dreibändigem „Handbuch der pathologischen Anatomie“, dem Standardlehrbuch für alle Medizinstudenten der Habsburgermonarchie, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Darin beschrieb er die Erkrankungen jedes einzelnen Organs systematisch und machte die Beziehungen zwischen klinischen Symptomen und pathologischer Organveränderungen, die klinisch-pathologische Korrelation, bewusst, die eine naturwissenschaftlich fundierte Diagnose gestattete. Durch die systematische Erforschung jedes einzelnen Organs entstanden neue klinische Fachdisziplinen. So unterstütze Rokitansky, der in Verbindung mit Vorreitern der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde wie Joseph Toynbee (1815–1866), William Wilde (1815–1876), Prosper Menière (1799–1862), Friedrich Semeleder (1832–1901), Johann Schnitzler (1835–1893) und Adam Politzer (1835‒1920) stand, auch in seiner Funktion als beratender Medizinalreferent im Staatsministerium die Errichtung der weltweit ersten Klinik für Otologie.

William Wilde (1815–1876) in Wien

Irene Montjoye

1840 kam Dr. (später Sir) William Robert Wills Wilde (1815–1876) nach Wien, lange bevor er Oscar Wildes Vater wurde. Er war Augen- und Ohrenarzt, und kannte den guten Ruf der Ophthalmologie des Allgemeinen Krankenhauses in Wien. Später wurde er Spitalsgründer, wissenschaftlicher Leiter der Volkszählungen in Irland und sehr angesehener Archäologe und Ethnologe.

1843 veröffentlichte er in Dublin, Edinburgh und London seinen Bericht über Österreich unter dem Titel „Austria and its Institutions“. Den Ohrtrichter von Ignaz Gruber hat er in medizinischen Zeitschriften im U.K. und in seinem Lehrbuch „Practical observations on aural surgery and the nature and treatment of diseases of the ear“ als besonders nützliche Innovation beschrieben (1853, deutsch 1855, übersetzt von Ernst von Haselberg).

Wilde kannte den schlechten Ruf des Polizeistaates unter Kanzler Metternich, und teilte mit liberal gesinnten Gelehrten in Österreich und in Westeuropa die Abneigung gegen alle Beschränkungen von Freiheit in Lehre, Forschung und in den Medien, die weit verbreitete Bespitzelung, die sehr eingeschränkte Reisefreiheit usw. Gleichzeitig lobte er die Schulpflicht für alle Kinder. Er besuchte jedes Spital in Wien und bewies die vorbildliche medizinische Betreuung der Menschen. Er bedauerte die Abwesenheit einer Akademie der Wissenschaft. Sowohl der Staat der Habsburger wie auch die röm.-kath. Kirche hatten eine Gründung verhindert, mit Ausnahme einzelner Gesellschaften, z.B. der Ärzte, Techniker, Landwirte, aus Angst vor der Aufklärung. Dr. Wilde hat sicher, aus der Ferne, die Gründung einer Akademie der Wissenschaften 1847 begrüßt.

Abgesehen von seinem großen Interesse an Medizin und Wissenschaft in Wien, hat Dr. Wilde auch das Leben in Wien ausführlich und flott genossen. G.B. Shaw hat ja behauptet, er hätte in jedem Dorf in Irland eine Familie gegründet.

Hier der ganze Vortrag:

The non-realized ingenuity of Ignaz Semmelweis

Robert Langer

The Hungarian-born Ignaz Semmelweis studied medicine in Buda and Vienna. He started to work at the Department of Gynecology and Obstetrics of the University of Vienna.

He immediately realized the high maternal mortality rate among the women delivering at the department. It was striking that at the first clinic this rate was about 10%, but at the second clinic, where the midwives delivered just about 3%. He started to investigate systematically the potential causes and ended up with the relevation that he himself, that means the doctors themselves, were the cause by transmitting a disease from the previous pathologic obductions.

This way he became the pioneer of antisepsis, when he started to wash his hands before gynecological examinations. Despite his excellent results the official professionals did not recognize him in his lifetime.

The paper investigates the causes of the rejection of the theses of the “savior of mothers”, his battles and how the “Semmelweis reflex” – an attitude to reject facts without investigating them – became a conception.

Robert Langer, M.D., Ph.D., Prof. of Surgery, Ordensklinikum Linz GmbH Elisabethinen, Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax-, Gefäss- und Transplantationschirurgie.
He studied medicine at the Semmelweis University, Budapest and got his degree in 1992. Then he started to work at the Surgical Department of the Heidelberg University and got two years later another diploma, his thesis was „Liver transplantation for liver tumors”. Then he worked at the Semmelweis University, Budapest and got his board exam in surgery in Budapest in 1997. From 1999 to 2002 he worked in Houston, finished successfully a transplantation fellowship. Upon his return he got a Ph.D. title in immunosuppression. He started the pancreas and islet transplantation program in Budapest. In 2008 he got his board exam for nephrology. In 2009 he became the Head of the Department of Transplantation and Surgery at the Semmelweis University. He could achieve that Hungary joined Eurotransplant in 2012/13, since then 40% more organs are transplanted in the country. He works since 2014 in Linz and is the leader of the kidney transplant program. He was elected as the Chair of EKITA, the European Kidney Transplantation Association in 2017.

„...einen Gypsabdruck von der Leiche zu nehmen“

Die Totenmaske Beethovens

Roland Sedivy

Beethoven gehört zu den ersten, bei welchen sowohl eine Toten- als auch Lebendmaske abgenommen wurde. 15 Jahre vor seinem Tod wird ihm 1812 vom Wiener Bildhauer Franz Klein ein Lebendabguss von seinem Gesicht abgenommen, der als Vorlage für eine Portraitbüste dienen soll. Unmittelbar nach dem Tod Beethovens 1827 wandte sich der Wiener Maler Josef Danhauser an Beethovens besten Freund, Stephan von Breuning und ersuchte, dem Verstorbenen eine Totenmaske abnehmen zu dürfen. Letztlich erhielt er sogar die Erlaubnis sich für geraume Zeit am Totenbett aufzuhalten.

Univ.-Prof. Dr. Roland Sedivy, MLS geb. 1963 studierte und habilitierte an der Medizinischen Universität Wien und graduierte in Medizinrecht. Als Pathologe war er an verschiedenen Standorten in Österreich und der Schweiz, u.a. als Chefarzt oder stv. ärztl. Direktor, tätig. Ist Lehrbeauftragter der Sigmund Freud Privat-Universität und Dozent der Donauuniversität Krems. Autor zahlreicher wissenschaftlicher Artikel sowie von Sach- und Fachbüchern. Heute arbeitet und lebt er in Wien.

Körper und Seele in der Kunst von Egon Schiele

Johann Thomas Ambrózy

Der zu Ende des Ersten Weltkrieges jung verstorbene Egon Schiele ist heute neben Gustav Klimt der weltweit bekannteste Maler der Frühen Wiener Moderne. Zu seinem Werk existiert eine derart umfangreiche Literatur, wie es sie wohl zu keiner anderen Persönlichkeit in der gesamten Kunstgeschichte Österreichs je gegeben hat. Leider kann aber nur ein Bruchteil davon im kritischen Sinne als redliche Wissenschaft betrachtet werden.

Nach wie vor wird das in der Öffentlichkeit vorherrschende Bild Schieles von oberflächlichen Fehldeutungen selbsternannter „Experten“ und von einer Unzahl von allgemein seinem Oeuvre zugerechneten, aber nicht aus seiner Hand stammenden Werken völlig verfälscht. Wie in fast aller vorgeblichen „Wissenschaft“ wird auch bei Schiele der „Mainstream“ von Machtstreben, Eitelkeit sowie Geldgier dominiert. So entstand der jeder realen Grundlage entbehrende, aber immer noch fast allgegenwärtige Mythos vom „sexbesessenen“ Schiele und einem Künstler, der seine angeblichen „psychischen Probleme“ in seiner Kunst abarbeitete.

Erst die Aufdeckung vieler Schiele-Fälschungen und die Entschlüsselung seines fast ein Jahrhundert lang missverstandenen allegorischen Werkes durch den Vortragenden gewährten einen Einblick in die wahre Welt des Künstlers. Und ermöglichten damit auch zu erkennen, was für ihn der Körper bedeutete und was er für das Seelenleben des Menschen als entscheidend erachtete. Egon Schiele erweist sich so nicht nur als eindringlicher Darsteller existenzieller Einsamkeit des Menschen, sondern zugleich auch als ein Verfechter hoher Ethik und leidenschaftlicher Spiritualität. Womit er als Künstler durchaus im Sinne humanistischer, ganzheitlicher Medizin handelt: In seiner Diagnose geht es nicht um oberflächliche Symptome, sondern um das Wesen des menschlichen Leidens, und die Therapie, die er anbietet, ist nichts Geringeres als die Selbst-Transzendierung des Menschen.

Johann Thomas Ambrózy, Dr. phil., Wiener Kunsthistoriker mit österreichisch-ungarischen Wurzeln. Spezialisierte sich nach jahrzehntelanger Forschungserfahrung in diversen Bereichen der Kunstgeschichte, seit 2008 vor allem auf Egon Schiele (1890–1918) und die frühe österreichische Moderne. Ist seit 2009 erfolgreich mit der Entschlüsselung der bis dahin völlig missverstandenen, rätselhaften Ikonographie des allegorischen Werkes von Egon Schiele befasst und arbeitet an der Erkennung und Erforschung von Schiele-Fälschungen. 2010 begründete er gemeinsam mit internationalen Forscherinnen das „Egon Schiele Jahrbuch“, die weltweit einzige periodische wissenschaftliche Sammelpublikation zu Egon Schiele (egon-schiele-jahrbuch.at). Ambrózy ist Präsident der 2015 von ihm mitbegründeten, unabhängigen, internationalen „Egon Schiele Research Society“ mit Sitz in Wien (egon-schiele-research.com). 2017 war er der wissenschaftliche Berater der großen Egon Schiele-Ausstellung der Wiener Albertina und Hauptautor des Kataloges der Ausstellung. Seit 2012 organisiert er das jährlich in Wien und Neulengbach (NÖ) stattfindende, meist zweitägige „International Egon Schiele Research Symposium“.

Karl Henning und Alphons Poller – Die Wiener „Meister der Moulage“

Eine Spurensuche

Reinhard Mundschütz

Moulagen waren vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Lehrmittel für den Unterricht in der Medizin gebräuchlich.

In Wien war es der aus Siebenbürgen stammende Arzt Karl Henning (1860–1917), der ab 1897 im Allgemeinen Krankenhaus in Wien in einem für ihn eingerichteten Laboratorium im Schnitt bis zu 100 Moulagen jährlich für diverse Universitätskliniken gegen Entgelt für Unterrichtszwecke herstellte. Seine mit „großer Kunst ausgeführten“ Moulagen fanden im In- und Ausland große Anerkennung und Beachtung. Nach seinem plötzlichen Tod 1917 führte sein Sohn „provisorisch“ seine Arbeit weiter, bis der Arzt Alphons Poller nach Kriegsende zum neuen Leiter bestimmt wurde.

Alphons Poller (1879–1930, geboren in der Nähe von Trautenau/Trutnov in Böhmen) erwarb sich seine Kenntnisse in der Moulagenbildung bereits als Student bei Karl Henning. Während des Ersten Weltkrieges legte Poller als Vorstand des Moulagen-Laboratoriums der Kaiser Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen in Berlin den Grundstein für eine Lehrsammlung kriegschirurgischer (Moulagen-) Modelle.

Nach Kriegsende nach Wien zurückgekehrt übernahm er 1919 die Leitung des Wiener „Moulagen-Instituts“, dessen Bezeichnung auf sein Ansuchen hin in „Institut für darstellende Medizin“ geändert wurde. 1925 – ohne je Räume für dieses Institut bekommen zu haben – wurde Poller aufgrund staatlicher Sparmaßnahmen aus dem Dienst der Universität entlassen. Bis zu seinem Tod 1930 fand er dann Beschäftigung als Konsulent in der von ihm eingerichteten „Abformabteilung“ des Erkennungsamtes der Wiener Polizeidirektion. Sein von ihm erfundenes Moulage-Verfahren wurde später weltweit von den Polizeibehörden in ihren Erkennungsdienst aufgenommen.

Joseph Haydn (1732-1809) Streichquartett Hob III:44 Op 42 in d-moll

Sabine Hille, Richard Hirn, Ernst Kolar, Julia Marschner

Sabine Hille (1. Violine)
Musikalische Ausbildung an der Musikschule Bingen/Rhein und am Schubert Konservatorium/Wien. An der Universität für Bodenkultur forscht und lehrt sie in der Tierökologie.

Ernst Kolar (2. Violine)
Nach einem Violin-Studium am Konservatorium der Stadt Wien arbeitete Ernst Kolar als Mitglied des ORF-Orchesters und als Lehrer an den Musik-Lehranstalten der Stadt Wien. Er wirkte bei verschiedenen Kammermusik – Ensembles mit und konnte auch viele seiner Schüler für die Kammermusik begeistern.

Richard Hirn (Viola)
Ausbildung an der Musikschule der Stadt Wien, Ernst Kolar hat ihn dort in Violine und Bratsche unterrichtet. Nach Abschluss eines Elektrotechnik-Studiums arbeitet er jetzt als Techniker in einer Telekommunikationsfirma. Einer seiner Ur-Urgroßväter hatte übrigens einen berühmten Bruder – den Balneologen Wilhelm Winternitz in Kaltenleutgeben. Ein jüngerer Namensvetter war der Musikwissenschafter Emanuel Winternitz (1898–1983), der auch über Leonardo da Vinci als Musiker geschrieben hat.

Julia Marschner (Cello)
Ausbildung an der Musikschule der Stadt Wien im Fach Violoncello bei Prof. Eberhard Zwölfer. Nach Erlangung des Diploms an der Akademie für Physiotherapie am AKH Wien arbeitet Julia Marschner heute als selbstständige Physiotherapeutin in eigener Praxis.

Abschließend ein paar Fotos von den Vorträgen am Samstag, den 17. Oktober 2020 (zur Vergrößerung bitte anklicken):

<p><b>Irene Montjoye</b></p><p>Während des Vortrages über William Wilde (1815-1876) in Wien. Narrenturm, 17. Oktober 2020.</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
<p><b>Vorträge im Narrenturm</b></p><p>17. Oktober 2020</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>

Eingestellt von hojos
im Oktober 2020