Karl Hentschel

Geboren 1827, gestorben 1898. War langjähriger Bürgermeister von Ober St. Veit.
1827

Karl Hentschel war von 1869 (=Jahr der Trennung von Unter St. Veit) bis 1891 (Eingemeindung nach Wien) langjähriger und letzter Bürgermeister von Ober St. Veit. Er war ein eingesessener Schuhmachermeister mit Haus und Werkstätte in der Glausauergasse 7 und wurde als Bürgermeister überaus populärer. Dass er als solcher kaum demokratisch-korrekt war, sondern eher als ein etwas selbstherrlicher Dorfpascha auftrat, schienen ihm die Leute nicht übel genommen zu haben, schließlich gewann er 6 Wahlen. Das mag wohl auch an der effizienten Art gelegen haben, mit der er die zahlreichen Probleme des Ortes, egal ob sie finanzieller natur waren oder Unzulänglichkeiten in Schule und freiwilliger Feuerwehr etc. betrafen, zu lösen verstand.

Ober St. Veit war damals sozial gespalten und er war der Kandidat der Einheimischen. Nur einmal musste er für eine 3-Jahresperiode von 1876 – 1879 das Bürgermeisteramt an Alexander Strecker (Namenspatron des heutigen Strecker-Parks) abgeben. Grund dürfte eine Finanzaffäre gewesen sein: Gemeindekassier Karl Zeh hatte fast 4000 Gulden veruntreut und Bürgermeister Hentschel offenbar davon gewusst.

Heute hat Karl Hentschel ein Ehrengrab am Ober St. Veiter Friedhof (Hauptweg, Mitte links). Auch ist in Ober St. Veit eine Straße nach ihm benannt.

Quellen:
nach Vorträgen von Felix Steinwandtner und Gebhard Klötzl

hojos
im Oktober 2005