Ausbau des St. Josef-Krankenhauses

Informationsveranstaltung im Salvator-Saal
09.04.2013

Ziel der Veranstaltung war es, die betroffenen und interessierten Menschen möglichst früh zu informieren und in das Projekt einzubinden. Nach einer Begrüßung durch Verwaltungsdirektor Mag. Johann Seethaler stellten der stellvertretende Verwaltungsdirektor und Projektleiter Mag. Gerhard Fuchs, der ärztliche Direktor Dr. Ulrich Schmidbauer, und der Architekt DI Robert Kriebaum ihre jeweiligen Zuständigkeitsbereiche dar. Der Bezirksrat Andreas Hochmuth hob die für die Region positiven Aspekte des Projektes hervor und stand auch den kritischen Stimmen Rede und Antwort.

Nach langen Finanzierungsverhandlungen soll nun das St. Josef-Krankenhaus umgebaut und erweitert werden. Das Bauprojekt umfasst zwei Kernpunkte, zum einen den Ausbau zum Eltern-Kind-Zentrum und zum anderen die Erweiterung des onkologischen Schwerpunkts (Behandlungen von Krebserkrankungen). Damit wird auch dem von der Stadt Wien beschlossenen Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) entsprochen.

Derzeit ist das Projekt im Status der "Vorentwurfsplanung". Es werden die Raumerfordernisse und Raumwünsche mit den baulichen Gegebenheiten und dem zur Verfügung stehenden Investitionsvolumen abgeglichen. Ungefähr im Mai soll die detailliertere "Entwurfsplanung" beginnen und im Spätherbst 2013 ein "fertiges" Projekt bei der Baubehörde eingereicht und dann auch wieder allen Interessierten präsentiert werden. Die Bauverhandlung wird vorausssichtlich im Frühjahr 2014 stattfinden. Das Bauvorhaben hat ein Investitionsvolumen von über € 50 Mio. und soll von 2014 bis 2018 umgesetzt werden.

Bauprojekt St. Josef-Krankenhaus. Die Erweiterung des Spitals in einer Vergleichsansicht. Der neue Eingangsbereich und ein noch in Diskussion stehender Bauteil rechts unten sind hier noch nicht eingezeichnet. © St. Josef-Krankenhaus

Im Detail soll die Erweiterung der medizinischen Abteilungen zu folgenden Veränderungen führen:

Bettenspiegel Bettenstand 2013
(tats. Betten)
Plan 2020
RSG-Wien
Innere Medizin 66 58
Allgemeinchirurgie 44 34
Plastische Chirurgie - 15
Gynäkologie 17 30
Geburtshilfe 24 48
Kinder und Jugendheilkunde - 20
Intensivmedizin Kinder - 10
Intensivmedizin Erwachsene 4 6
Gesamt 155 221

Damit ist ersichtlich, dass insbesondere durch die Vergrößerung der Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe mit einer Erweiterung der Kapazitäten der Geburtshilfe auf 3.000 Geburten pro Jahr und durch die Einrichtung einer intensivmedizinischen Betreuung von Kindern und Neugeborenen inkl. einer Frühgeborenen-Betreuung schmerzliche Defizite beseitigt werden. Auch der Ausbau des onkologischen Schwerpunkts mit Internistischer Onkologie, Brustgesundheitszentrum, Darmgesundheitszentrum, Behandlungen von gynäkologischen Tumoren als onkologische Tagesklinik und die Einrichtung einer Palliativmedizin deckt einen wichtigen Bedarf. Die Erneuerung des Eingangsbereiches mit einer Entflechtung der Verkehrswege soll der steigendem Patientenzahl gerecht werden.

Grundsätzlich hegen die meisten Bewohner der Region große Sympathie gegenüber dem St. Josef-Krankenhaus, schießlich wurde sehr viele von ihnen in diesem Spital geboren oder brachten hier ihre Kinder zu Welt. Damit finden auch die Erweiterungspläne überwiegende Zustimmung, obwohl sie mit Änderungen der Flächenwidmungen und hohen Neubauten verbunden sind. Diese Schattenseiten des Projektes, wie die Erweiterung von Bauteilen in der Bauklasse III und die Verbauung eines Teiles der schönen Parkanlage wurden daher auch in dieser Informationsveranstaltung angesprochen. Vor allem aber war die untragbare Verkehrssituation  insbesondere in der Schloßberggasse Gegenstand von Unmutsäußerungen und wurde ein begleitendes Verkehrskonzept eingefordert.

Zweifelsohne bedeuten diese Änderungen eine erhebliche Aufwertung des Standortes in der Auhofstraße. Es ist aber auch darauf hinzuweisen, dass derselbe RSG gleichzeitig die weitgehende medizinische Entwertung des für den Südwesten Wiens so wichtigen Krankenhauses Hietzing vorsieht. Für die lebenswichtigen Abteilungen, die von dort abgesiedelt werden sollen, bietet das St. Josef-Krankenhaus nur einen teilweisen, dafür aber hoch subventionierten Ersatz.

Bildergalerie zur Informationsveranstaltung:

hojos
10. April 2013