Die Straßenpflasterung am Wolfrathplatz

Im November 2012 wurde das historische "Pferdepflaster" saniert, seit September 2013 steht es per Bescheid unter Denkmalschutz.
08.02.2014

Zur Bewahrung des Ortsbildes wurde die Granit-Pflasterung im alten Stil ("Geritzte“, siehe separaten Artikel) wieder hergestellt, nur der Bereich des Schutzweges bekam eine Asphaltschicht, weil die Farbschichten auf den Steinen schlecht haften.

Während eines Besuches beim Pflasterer Günter Barylak und seinem Lehrling konnte die Verlegung der Pflastersteine beobachtet werden. Die beidseits schon sehr abgenützten Steine des Pferdepflasters, auch „Geritzte" genannt, sind rund 70 bis 110 Jahre alt und damit bereits eine echte Rarität.

Leider waren die „Geritzten" knapp, und an ihrer Stelle wurden zahlreiche gewöhnliche Quader verlegt. Im Nachhinein betrachtet wäre das allerdings nicht notwendig gewesen, denn die unter dem danach asphaltierten Zebrastreifen gelegenen Steine blieben ungetastet und wurden abtransportiert. Die Stellungnahme der MA 28 gibt aber die Hoffnung, dass sie für spätere Sanierungen zur Verfügung stehen werden:

"Das vorhandene Material wurde wieder eingebaut, die von der MA 31 im Zuge der Arbeiten ausgebauten Steine wurden am Lagerplatz der MA 28 gelagert und im Zuge der Sanierung wieder verwendet. Durch den in den letzten Jahren über den Wolfrathplatz geführten Verkehr kann es zu Abnützungen der Oberfläche gekommen sein, wodurch die Rillen nicht mehr so ausgeprägt sind..."

Seinerzeit wurde auch die Unterschutzstellung dieses Pflasters nach dem Denkmalschutzgesetz durch die Bezirksvertretung beantragt. Das diesbezügliche Verfahren ist mittlerweile beendet und am 30. September 2013 wurde der Bescheid ausgestellt. In der Begründung wird angeführt, dass "die Pflasterung des Wolfrathplatzes eine Bodenformation von besonderer geschichtlicher und kultureller Bedeutung darstellt. Die Bedeutung der gegenständlichen Pflasterung ist in der Verwendung von mittig geritzten Steinen begründet. Eine solche Bodenformation ist nur mehr selten vorzufinden. Darüber hinaus ist die bis heute weitgehend unverändert erhaltene Pflasterung als Beleg für die straßenbautechnische Entwicklung in Wien anzusehen." Am 24. Mai 2014 wurde im Dechant-Kinzl-Park eine diesbezügliche Hinweistafel im Rahmen des Ober St. Veiter Grätzlfestes enthüllt.

Herzlicher Dank gebührt allen, die sich für die Erhaltung dieser mittlerweile in Wien sehr selten gewordenen Pflasterungsart eingesetzt haben!

Quellen:
Bezirksvertretung

hojos
im Februar 2014