Ein Teilerfolg

Dank der Protestkundgebung vom 21. Mai 2012 und der Bemühungen von BV-Stv. Silke Kobald wurde die per 31. Mai 2012 vorgesehen Schließung des Postamtes 1133 ausgesetzt.
21.05.2012

Bisher wurde von der Post AG die Schließung der Filiale ohne Einrichtung eines Post Partners ausgeschlossen. Die Suche nach einem Post Partner währt nunmehr über ein Jahr und blieb erfolglos. Plötzlich schien die Zusage nicht mehr zu gelten. Die von der Bürgerinitiative um Rudolf Wawra gesammelten 2.400 Unterschriften, die Kundgebung vom 22. August 2011 und die Bemühungen der Bezirkspolitik wurden ignoriert und die Filialschließung per 31. Mai 2012 auch ohne adäquaten Ersatz angekündigt. Damit hätte die Nahversorgung Ober St. Veits und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes einen weiteren schweren Schlag erlitten.

Als Reaktion darauf organisierte die Bürgerinitiative eine weitere Kundgebung gegen die Schließung der Postfiliale 1133. Unter reger Beteiligung der Bürger wurde die Wichtigkeit des Postamtes für den Bezirksteil klar gemacht und die Verantwortlichen bei der Post AG an ihre Versprechungen und Aufgaben erinnert. Natürlich wurde auch der zunehmende Ärger artikuliert. Der Ärger über die gebrochenen Versprechen und die offensichtliche Unfähigkeit der Post, eine Filiale im Zentrum des flächen- und bevölkerungsreichsten Bezirksteiles Hietzings, in der die Menschen trotz mangelhafter Kundenorientierung immer wieder Schlange stehen, kostendeckend zu führen. Aber auch der Ärger über die Politik inklusive der Bezirkspolitik, von der sich die betroffenen Bürger nicht mit dem gebührenden Nachdruck vertreten fühlten. Natürlich wurde auch darauf hingewiesen, dass die Misere mit der Aufhebung des Postmonopols und der Privatisierung der Post AG begonnen hat. Damit bedroht also der so gerne geforderte freie Wettbewerb die flächendeckende Versorgung mit Post-Dienstleistungen.

"Wir haben getan, was wir konnten. Jetzt muss auf anderer Ebene versucht werden, diese Bewegung zu nutzen und mit weiteren Aktivitäten in den Vorstand der Post AG hineinzuwirken!", meinte der Hauptinitiator Rudolf Wawra am Ende der Kundgebung. Die Bezirkspolitik war durch Frau Mag. Silke Kobald als Vertreterin von BV DI Heinz Gerstbach und mit zahlreichen Bezirksräten vertreten. "Jetzt könnte sich jemand profilieren", war ein Kommentar in der sich zerstreuenden Menge.

Von Frau Prudlo aufgenommene Fotos der Kundgebung können bei Foto Prudlo in der Amalienstraße 25 käuflich erworben werden.

Die Sichtweise der Post AG

Von der Post AG hat niemand an dieser Veranstaltung aktiv teilgenommen. Als Begründung für die Schließung wurde schon mit deren Ankündigung die Unmöglichkeit angegeben, diese Filiale kostendeckend zu führen. Die Bemühungen um Kostendeckung scheiterten laut Angabe an der ungünstigen Kundenstruktur in diesem Bezirksteil Hietzings: Der Anteil des ertragreicheren Geschäftes mit kleinen und mittleren Unternehmen ist zu gering. Die Schließung wurde schon mit Schreiben vom 26.5.2011 bei der Regulierungsbehörde bekanntgegeben und von dieser mit Bescheid vom 8.8.2011 "nicht untersagt", weil 1.) die kostendeckende Führung der Filiale dauerhaft ausgeschlossen ist und 2.) die Erbringung des Universaldienstes durch eine andere Post-Geschäftsstelle gewährleistet ist. Beides wurde von der Behörde überprüft. Die flächendeckende Versorgung ist nach dem Postmarktgesetz gegeben, wenn mehr als 90 % der Einwohner eine Post-Geschäftsstelle in einem Umkreis von maximal 2.000 Metern haben. Durch die im Umkreis liegenden Filialen 1132 (Hietzinger Hauptstraße 80), 1134 (Speisinger Straße 41) und 1143 (Baumgartenstraße 37) wird diese Bestimmung auch ohne Post Partner in Ober St. Veit als erfüllt betrachtet.

Aber auch Alt-Hietzing steht möglicherweise die Verlegung des im Kaiserstöckl angesiedelten Hauptpostamtes bevor: Die Post AG überlegt, die Geschäftssparten der Postfiliale 1130 und der schräg gegenüber liegenden BAWAG-PSK an einem der beiden Standorte zusammenzufassen und den anderen aufzulassen.

Ein erster Erfolg

Am auf die Protestkundgebung vom 21. Mai 2012 folgenden Tag gab es weitere Gespräch in der Bezirksvertretung und intensive Bemühungen insbesondere von Frau BV-Stv. Silke Kobald. Sie waren von Erfolg gekrönt und per E-mail vom 23. Mai 2012 wurde ein erstes Zugeständnis der Post AG mitgeteilt:

"Sie haben sich gegen die bevorstehende Schließung der Postfiliale in der Ober St. Veiter Einsiedeleigasse in der von Herrn Wawra koordinierten Bürgerinitiative in großartiger und vorbildlicher Weise eingesetzt. Sie haben unvorstellbare 2.400 Unterschriften gesammelt (ein großes Danke an Herrn Wawra und Sie alle!) und haben so zahlreich – insgesamt waren wir über 100 Menschen – an der Protestkundgebung diesen Montag teilgenommen.

Dank des beharrlichen Vorgehens von Herrn Bezirksvorsteher Heinz Gerstbach und Ihres unermüdlichen Engagements ist gerade eine vorübergehende Lösung gelungen: Schließung des Postamts erst, wenn ein Postpartner gefunden ist, und nicht wie von der Post beabsichtigt am 31. Mai 2012! Diese fixe Zusage haben wir inzwischen mündlich von der Post erhalten!! Über jede weitere neue Entwicklung halten wir Sie selbstverständlich am Laufenden.

Übrigens, falls Sie den ORF-Beitrag über die Protestkundgebung versäumt haben, können Sie ihn in der ORF-TVthek ansehen: http://tvthek.orf.at/programs/70018-Wien-heute/episodes/4064661-Wien-heute

Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung und besten Grüßen,

Silke Kobald"

Wer will Post Partner werden?

In Wien gibt es dzt. 19 und österreichweit rd. 1300 Post Partner. Sie übernehmen die Brief- und Paketab-wicklung, die Entgegennahme von Werbesendungen, Erlagscheineinzahlungen und die Ein- und Auszahlung auf/von Sparbüchern der BAWAG/PSK. Briefmarkenverkauf und andere Dienstleistungen sind freiwillig. Voraussetzungen sind die grundsätzliche Bereitschaft dazu, eine gute, verkehrsgünstige Lage, ausreichend Platz und adäquate Öffnungszeiten. Die Branche ist egal, unter den 19 Wiener Post Partnern sind sogar 4 Apotheken. Der Schalter und alle Geräte werden von der Post AG kostenlos zur Verfügung gestellt, 1–3 Mitarbeiter werden 2 Tage theoretisch geschult und dann 2 bis max. 4 Wochen vor Ort betreut. An Provisionen und Qualitätsprämien erhalten die Post Partner durchschnittlich 15.000 € pro Jahr.

Sind Sie interessiert? Weitere Fragen können Sie an das Partner-Service unter Tel. 057767 DW 24339, per E-Mail an post.partner@post.at oder brieflich an die Österreichische Post AG, Partnermanagement, Haidingergasse 1, 1030 Wien richten. Auch die Bezirksvertretung unterstützt die Suche nach einem Post Partner. Hinweise oder Ideen bitte an post@bv13.wien.gv.at oder Tel. 4000-13115!

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hojos
21. Mai 2012