Hermann Bahr

geboren am 19. Juli 1863 in Linz – gestorben am 15. Jänner 1934 in München
19.07.1863

Hermann Anastas Bahr war ein österreichischer Schriftsteller, Dramatiker sowie Theater- und Literaturkritiker. Heute wird er als zentraler Vermittler der Wiener Moderne und anderer Kulturströmungen seiner Zeit gesehen. Seine Werke sind bedeutende Dokumente österreichischer Geistesgeschichte.

1899/1900 ließ er sich von Joseph Maria Olbrich, dem Architekten des Sezessionsgebäudes, das "Haus Bahr" in Ober Sankt Veit an der Ecke Winzerstraße / Veitlissengasse errichten. Er zog im Jahr 1900 ein und nicht 1905, wie es die am Haus angebrachte Gedenktafel angibt. Im Adressverzeichnis Lehman 1901 ist er als Bahr, Hermann, Schriftsteller, Redacteur d. "Neuen Wiener Tagblatt", XIII/7 Veitlisseng. 5.a. (Redaction I. Steyrerhof 3 (1/2 6–1/2 7) inklusive Sprechstunde eingetragen. Die heutige Adresse des Hauses lautet nach Verlegung des Eingangs Winzerstraße 22. Zur Innenausstattung des Hauses gehört unter anderem auch Gustav Klimts Nuda Veritas.

Das Grundstück in der Veitlissengasse stammte von Emmerich Bukovics, dem Direktor des Deutschen Volkstheaters. Karl Kraus, für den Hermann Bahr schon zuvor ein rotes Tuch gewesen war, behauptete, dass Bahr mit dem Grundstück im Gegenzug für positive Berichterstattung bestochen worden wäre. Siehe dazu auch einen Beitrag aus der Fackel. Am 21. und 22. Februar 1901 wurden die Umstände der Errichtung in einem Verfahren gegen Karl Kraus vor Gericht verhandelt. Kraus konnte seine Behauptung nicht beweisen und verlor den Prozess, es war der einzig verlorene Zivilrechtsprozess seines Lebens. Natürlich könnte er trotzdem Recht gehabt haben.

Spätestens ab der Hochzeit 1909 wohnte auch die Opernsängerin Anna Mildenburg in diesem Haus. 1912 übersiedelten beide ins Schloss Arenberg nach Salzburg.

Mehr zu Hermann Bahr ist auf der Projektseite des Instituts für Philosophie an der Universität Wien und auf Wikipedia nachzulesen.

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