Die Ausmarchung des Wienerwaldes

Datiert 12. März 1572, kollationierte (mit dem Original verglichene) und gebundene Abschrift aus dem Jahr 1672

Basis dieses Exzerptes ist die im Archivinformatiossystem der Österreichischen Staatsarchives veröffentlichte gebundene Abschrift. Die Übertragung erfolgt sukzessive und umfasst jene Teile, die für die Beschreibung der Grenzsteine im Lainzer Tiergarten relevant erscheinen. Sie erfolgt ohne Gewähr für die Richtigkeit und wird mit Anmerkungen in grün ergänzt.

Register über die Wiener Waldt außmarchung.

Wienerwaltaußmarchung, mit Namensbeschreibung allerhand Joch March, wie dieselben mit Hottern beschribt, und gemarcht ist außen herumb, innbieden grenzend Wiener Wadt, und disselben Waldtgründe gehen, und aufgemarcht sein.

Nun volgen hernach die zwelf Ämbter darinen der Wiener Waldt von Alter hergetailt, mit außmarchung und beschreibung, aller in denselben liegenden herrn und Partheyen Hölzers, sambt den Pergg... aininger genandt, so auch in des Wienerwalt außmarchung ligt, und in des Landtesfürsten Waldambt gehört.

Dabei handelt es sich um die Inhaltsangabe dieser Ausmarchung mit Verweis auf die jeweiligen Blattnummern. Die Blattnummerierung (Foliierung) von früheren Schriften zählt nicht die Seiten, sondern die Blätter, wobei meist (wie hier auch) die Zahl auf der Vorderseite des jeweiligen Blattes rechts oben angegeben ist. In dieser Übertragung verweisen wir auf die Vorderseite eines Blattes mit einem angehängten „a“ und auf die Rückseite mit einem angehängten „b“. Auf die Wiedergabe der im Dokument folgenden weiteren Inhaltsangabe zu den zwölf Waldämtern und den darin erfassten Waldbesitzer wird verzichtet, weil die Blattangaben in dieser Abschrift nicht stimmen. Eine Inhaltsangabe wird später auf Basis der tatsächlichen Einträge nachgereicht. Es folgt somit die Beschreibung des Wienerwaldes, mit der auch die Zählung der Blätter beginnt (also Blatt 1a).

Anfang des Waldtbuechs über den Wienner Wald.

Die ursachen diser Waldtmarchung, und Generalbruelch, wie solche Außmarchung erhalten sollewerden.

Wir Maximilian, der Annder von Gottes genaden, Erwölter Römischer Khaiser zu allen Zeiten, mehrer des Reichs zu Germanien auch zu hungern und Behaimz Khönig etc. Erzherzog zu Österreich, Herzog zu Burgundi, Steyr, Khärndten, unnd Crain, zu Wiertemberg in ober und nider Schlesien, Marggraue zu Märhern, in Ober und Nider Lausnitz, Graue zu Tyroll etc. – S. envirten R. allen unnd jeden, vonn unsern underthanen und getreuen Geistlichen und Weltlichen, in waß würden Standtes oder Wesen die sein, auch unsern Getreuen Lieben Urban Maisinger unnsern Waldtmaister, unsers Wienner Waldts, und Wolfen Plaichsherrn, unser Waldthaster, berüerts Wiennerwaldts, als gegenwärdiger und allen Jeden ... unsern Waldtambthüthern daselbst unnser gnadtend alles zuets, und geben auch hiemit zuuernemen, das wir auß beweglichen Verstehens die waill unser Alte Waldtfürher in des Kriegs ...

Der Erst thail des Waldbuechs

Blatt 2a – 8b

In disem Ersten thail sein begriffen, und mit Namen beschrienen, alle und Jede March, wie dieselben mit Hodtern, beschidt und gemarcht so aussen herumb umb den ganzen Wienner Wald, unnd derselben Waldgericht gehen unnd außgemarcht sein, wie hernachuolgt. ...

Nun volgen hernach die

zwelff ämbter, darein der Wienner Waldt von Alter Heer getailt mit Außmarchught und beschreibung aller in denselben .ünden Herrn und Partheyen, Hölzern sambt dem Perg der Aininger genant so alles in des Wienner Waldt Außmarchung ligt und in des Landesfürsten Waldtambt gehört und in disem Buech der Annderthail ist. Vom Blatt 9a (irrtümlich mit 8 nummeriert) bis zum Ende dieses Dokuments.

Allanndt Ambt
9b–10a: Genannt werden zwei Waldeigentümer.
Sigkhendorffer und Dierliesinger Ambt
10b–63a: 39 Waldeigentümer.
Aninger Ambt
64a–69a: 5 Waldeigentümer
Ambt Reichliesing
70a–80a: 10 Waldeigentümer, einige im Bereich des heutigen Lainzer Tiergartens
Ambt Purgkherstorff
81a–112a: 51 Waldeigentümer, die meisten im Bereich des Lainzer Tiergartens
Ambt Dornbach
113a–119a: 8 Waldeigentümer
Ambt Closterneuburg
120a–140b: 34 Waldeigentümer
Ambt Tulbing
141a–158a: 27 Waldeigentümer
Rieder Ambt
158a–162b: 9 Waldeigentümer
Khoglinger Ambt
163a–173a: 15 Waldeigentümer
Antzpacher Ambt
174a–177a: 8 Waldeigentümer
Antzinger Ambt
177 = letztes Blatt des Waldlbuches

Für den Bereich des Lainzer Tiergartens scheinen einige Waldeigentümer des Amtes Reichliesing und alle des Amtes Purkersdorf relevant. Hier die Liste dieser Waldeigentümer.

Ambt Reichliesing

(die letzten vier von diesem Amt erfassten Eigentümer)

Der Herrschaft Maur Gehülz 75b–78a
Herrn Stegers Holz 78a–b
Des von Ratmanstorff Holz das Grädtner Holz genant 79a–b
Der Laäber Gmain, das Keisach genant 79b–80a

Ambt Purgkherstorff

(vollständig)

Sanct Dorothea Holz (81a)
Holz zum Schweizer Hoff (Jezo Holz Stubenol bei Stainhoff 1628) (82a)
Des Herrn Hieronimen Begken Holz (83a)
Hoff Spitals Holz (83b)
Der Veittinger Lüß (84a)
Schalauzer Berg (gestrichen, jetzt das eingefügte Blatt 85)
Aüsmarchüng eines Gehülz so vor disem der Schalauzer Waldt genannt worden und  anyezo als den 26. September: A. 1615. durch den Edlen und  Adam ... von Gergsta  ... (OCO(SV!)
Des Closters Sanct Larenzen Holz (86a)
St. Anna Holz (86aa)
Pfarrers zue Sanct Veit Holz (87a)
Des Bistumbs Wien Holz (87a)
Des Closters Maurbach Holz (88b)
Der Theutschen Herrn Holz (91b)
Weidlingsauer Gemain (93a)
Haderstorffer Gemain (93a)
Burckherstorffer Pfarr Holz (93b)
Sanct Larenzen Holz (94a)
Sanct Marx Holz (94a)
Der Pfarr Weidlngs Au Holz (94b)
Sanct Larenzen Holz (95a)
Sanct Iheronime Holz (95b)
Augustiner Perg (95b)
Paungartner Holz (96b)
Fallenbergers Holz (97a)
Sanct Marx Holz (97b)
Sanct Jacob Holz (98b)
Hoffspital Holz (99a)
Hoff Spital Anders Holz 99a)
Sanct Jacob Holz (99b)
Burgers Spital Wienn Holz (100a)
Pfarr Hietldorff Holz (100a)
Sanct Johanns Holz (100b)
Bistumbs Wienn Holz (103a)
Purgkerstorffer Gmain Holz (104a)
Mülperg fol Weidlinsauer Gamin sem (104b)
Sanct Jacobs Holz (105a)
Des Pfarrers zue S. Veith Holz in der Hohenauer Gründt (106a)
Augustiner Holz in der Hagenauer gründt (107a)
Des Pfarrers Zue Hietldorff Holz am Gluetkhgauen (107b)
Weidlingsauer Gemain am Kottwasser (108a)
Hüetldorffer Gmain mit iren gemerckhen beschrieben (109a)
Die ander der Hüetldorffer Gmain die Scheibling gemain genant (110a)
Der Closter Frauen zue St. Anna zue Wienn Holz (111a)
Jacobiter Holz (111b)
Auhoffs gehülz hend gründt (112a)

Spitalswienn Holz

Ab Blatt 101b (Der Bürger Spital Wald, heute Naturpark Sandstein nordwestlich der Westautobahn, Text in „modernes“ Deutsch übertragen)

Der erste Stein steht oberhalb der Stelle, an der die zwei Bäche zusammenfließen, und der Bach zum Rothwasser wird.

Von demselben ein Stein im Weg mit ♁ (der Reichsapfel mit Kreuz steht für das Bürgerspital).

Von dem den Graben hinauf ist auf der linken Seite der Spitalswald, und auf der rechten Seite der Wald des Bistums Wien. Den Graben hinauf zu einer Eiche, bei der ein Stein mit ♁ und dem Zeichen des Bistums Wien.

Den Graben hinauf zu einer Weggabelung mit einer Eiche und einem Stein mit ♁ und (BW). Hier trennt sich der Wald des Bistums Wien auf der rechten Seite von jener des Spitals auf der linken Seite. Gegenüber ist der Wald seiner Kaiserlichen Majestät.

Von da noch ein Stein mit ♁ und (LF = im Text ein Symbol für den landesfürstlichen Wald).

Von da den Graben hinauf zu einer Eiche auf der linken Seite mit ♁ und (LF).

Von da weiter zu einem Hotter mit einer dreischichtigen Eiche darauf mit ♁ und (LF).

Von da zu einem Stein ♁ zwischen zwei Eichen, und in der Eiche (LF).

Von da wieder zu einer Eiche mit ♁ und (LF).

Von derselben herauf zur einem Hotter und innerhalb des Rennweges zu einem Stein), und in der Eiche (LF).

Von da nach Links dem Rennweg nach zu einem Stein auf einem Hotter zwischen zwei Eichen mit ♁ und in der Eiche (LF).

Von dann dem alten Weg nach auf bei einer Eiche auf einem Hotter ein Stain ♁ und in der Eiche (LF).

Von da weiter zu einem Stein bei einer Eiche mit (LF).

Von da weiter dem Rennweg nach zu einem Stein auf einer Weggabelung ♁ und in der Eiche (LF).

Weiter dem Rennweg nach zu einem Stein ♁, dabei eine Eiche (LF).

Dann ein Stein bei dem Rennweg bei einer großen Eiche ♁  und in der Eiche (LF).

Dem Rennweg weiter nach zu einem Stein ♁ bei einer Eiche auf einem einem Hotter (LF).

Von da  links zu einem Hotter mit einer Eiche und einer dreischichtigen Tanne – in der Eiche ♁ und des Theutschen Herrn Wald grenzt an: ⊕ (Dieses Radkreuz wird als Zeichen für den Deutschen Wald verwendet).

Von da herab zu einer Eichen mit ♁ und ⊕.

Von da herab dem Graben nach zu einem Stein, darin des Spitals March ♁, daneben eine Eiche mit ⊕.

Von da gegen das Tal herab zu einer Wiese, dort steht eine große Eiche auf einem Hotter, darin ♁ und ⊕.

Von dann wieder herab nach der Wiese eine große Eiche mit ♁ und ⊕.

Von da herab auf den Weg bei der Weidewiese, daselbst ein Stein ♁ nicht weit von einem Adlespaum (Adlerholzbaum?), darin ⊕.

Von da über den Weg durch den Wald zu einer Eiche ♁ und ⊕.

Von der selben rechts ab zu einem Stein ♁ bei einer Eiche, darin ⊕.

Von dann herum nach rechts, da steht in Stein bei einem Hotter mit ♁ und ⊕ und dem Össterrdrischen schildt. Da scheidet sich des Theutschen herrn Wald, und der Kaiserlich Majestetische Wald raint an.

Von da zu einer Eiche bei einem Weg, daneben ein Stein ♁ und (LF).

Von da zu einer Eiche mit (LF).

Von da wiederum zu einem Stein dem Weg nach hinum, darin ♁ und in einer jungen  Eiche daneben (LF).

Von da herab über den Weg rechts eine großs Eiche mit ♁ und (LF).

Von da weiter zu einem Stein bei einem Adlespaum ♁ und (LF).

Von da auf einen Kreuzweg, daselbst ein Stain mit ♁ bei einer Eiche auf dem Hotter mit (LF).

Von da dem Weg nach hinum links, denselben nach zu einem Stain ♁, daneben eine Eiche (LF).

Von da weiter über den Weg, und an einem andern Weg noch ein Stain mit ♁ und in einer Tanne ein (LF).

Von da dem berührten Weg nach zu einem Stein ♁ und einer jungen Eiche (LF).

Von da herum zum Kreuzweg daselbst ein Stein mit ♁.

Von da hinauf zum Stain bei dem roten Wasser, wo mit dem ersten March begonnen wurde.

Exzerpiert von hojos
im Jänner 2023