Romantische Motive im alten Ober St. Veit

Sie inspirierten so manchen Künstler

Die Pfarrkirche Ober St. Veit

Das prominenteste und von vielen Künstlern festgehaltene Motiv Ober St. Veits ist seine barocke Pfarrkirche. In Vertretung der zahlreichen Werke sei hier ein Aquarell Hans Götzingers gezeigt. Aus seiner Hand stammen wohl die meisten Bilder mit Ober St. Veiter Ansichten. 

Fronleichnamsprozession 1933. Aquarell von Hans Götzinger © Familie Bieber
<p><b>Fronleichnamsprozession 1933</b></p><p>Aquarell von Hans Götzinger</p><p><i>&copy; Familie Bieber</i></p>

Der Malerwinkel

Bei dem sogenannten Malerwinkel handelt es sich um die heutige Vitusgasse. Die Vitusgasse (bis 1894 Bognergasse, davor „Im Winkel“) war in früheren Zeiten ein überaus malerisches Gässchen mit erheblicher Anziehungskraft auf kreative Menschen: Die romantische Reihe der geduckten Häuser ließen Maler und Grafiker zu ihren Werkzeugen greifen, von den darin lebenden Menschen berichtete vor allem den Ober St. Veiter Heimatdichter Vinzenz Jerabek. Eine auf einer Ansichtskarte abgedruckte Zeichnung von Hans Götzinger inspirierte ihn zu der Geschichte „Die Ansichtskarte“.

Die Ansichtskarte. Das Bild zeigt vermutlich die von Vinzenz beschriebene Zeichnung von Hans Götzinger. In der Bildmitte das ehemalige Haus Vitusgasse 7, wohl das von Vinzenz Jerabek als Welkerhaus beschriebene Gebäude. © Archiv 1133.at
<p><b>Die Ansichtskarte</b></p><p>Das Bild zeigt vermutlich die von Vinzenz beschriebene Zeichnung von Hans Götzinger. In der Bildmitte das ehemalige Haus Vitusgasse 7, wohl das von Vinzenz Jerabek als Welkerhaus beschriebene Gebäude.</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>

Manche Künstler sind sogar weit hergereist, um diese Dorfansicht festzuhalten, zum Beispiel ein Zeitgenosse von Vinzenz Jerabek mit Künstlernamen Ricard Ieronimovic Kitner.

Idyll aus Ober St. Veit. Stich von Ricard Ieronimovic Kitner, auch Richard Küttner. Der Architekt, Grafiker und Zeichner wurde am 6. Jänner 1879 in St. Petersburg geboren und starb am 6. Jänner 1961 vermutlich in Leningrad. Küttner reiste gleich dem Münchner Architekten Arthur Vögele durch die Lande, um Stadtansichten zeichnerisch festzuhalten. Beiden Künstlern verdanken wir interessante historischen Ansichten aus Ober St. Veit. Wann Küttner nach Ober St. kam, ist unbekannt, aber vielleicht traf er Vinzenz Jerabek, schließlich ist der nur um vier Jahre jüngere Küttner dessen Zeitgenosse. © Archiv Klötzl
<p><b>Idyll aus Ober St. Veit</b></p><p>Stich von Ricard Ieronimovic Kitner, auch Richard Küttner. Der Architekt, Grafiker und Zeichner wurde am 6. Jänner 1879 in St. Petersburg geboren und starb am 6. Jänner 1961 vermutlich in Leningrad. Küttner reiste gleich dem Münchner Architekten Arthur Vögele durch die Lande, um Stadtansichten zeichnerisch festzuhalten. Beiden Künstlern verdanken wir interessante historischen Ansichten aus Ober St. Veit. Wann Küttner nach Ober St. kam, ist unbekannt, aber vielleicht traf er Vinzenz Jerabek, schließlich ist der nur um vier Jahre jüngere Küttner dessen Zeitgenosse.</p><p><i>&copy; Archiv Klötzl</i></p>

Die folgenden Fotos zeigen die Authentizität der Grafiken.

Der "Malerwinkel" (höhe Vitusgasse 7) in einer Fotografie. Keines der hier sichtbaren Gebäude besteht noch. Rechts ist zur Hälfte das ehemalige Haus Vitusgasse 7 zu sehen. Es bestand bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. © Bezirksmuseum Hietzing
<p>Der &quot;Malerwinkel&quot; (höhe Vitusgasse 7) in einer Fotografie. Keines der hier sichtbaren Gebäude besteht noch. Rechts ist zur Hälfte das ehemalige Haus Vitusgasse 7 zu sehen. Es bestand bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.</p><p><i>&copy; Bezirksmuseum Hietzing</i></p>
Die Vitusgasse. Eine malerische Ansicht mit den Häusern Vitusgasse 2 bis 8 (links im Bild) und Vitusgasse 7 (rechts). Das Haus Vitusgasse 6 gibt es noch. © Karl Fischer
<p><b>Die Vitusgasse</b></p><p>Eine malerische Ansicht mit den Häusern Vitusgasse 2 bis 8 (links im Bild) und Vitusgasse 7 (rechts). Das Haus Vitusgasse 6 gibt es noch.</p><p><i>&copy; Karl Fischer</i></p>
Die Vitusgasse in einer alten Fotografie. Rechts das ehemalige, in den 1930er-Jahren abgerissene Haus Vitusgasse 7 und dahinter die Häuser Vitusgasse 10 bis 14, die ebenfalls nicht mehr existieren. © Bezirksmuseum Hietzing
<p><b>Die Vitusgasse in einer alten Fotografie</b></p><p>Rechts das ehemalige, in den 1930er-Jahren abgerissene Haus Vitusgasse 7 und dahinter die Häuser Vitusgasse 10 bis 14, die ebenfalls nicht mehr existieren.</p><p><i>&copy; Bezirksmuseum Hietzing</i></p>
<p><b>Vitusgasse 7</b></p><p>Ein Haus "Im Winkel" mit vielen Geschichten. Foto unbekannten Datums</p><p><i>&copy; Karl Fischer</i></p>
<p><b>Die Vitusgasse</b></p><p>Im Vordergrund das einstige Haus Vitusgasse 16. Das Haus Vitusgasse 6 ganz rechts unterhalb des Kirchenturmes steht heute noch.</p><p><i>&copy; Bezirksmuseum Hietzing</i></p>

Frühling in Ober St. Veit

Hans Götzinger: Frühling in Ober St. Veit. Signiert und datiert 1927. Aquarell auf Papier, 64 x 41 cm. Vor dem Hintergrund der Ober St. Veiter Pfarrkirche zeigt es die Gartenansicht eines der hinteren Anbauten des ehemaligen Hauses Glasauergasse 6. Es soll sich auch um das Armenhaus gehandelt haben. An dessen Stelle wurde 1989/90 der Turnsaaltrakt der Volksschule Ober St. Veit erbaut. © Archiv Bernhard Salcher
<p><b>Hans Götzinger: Frühling in Ober St. Veit</b></p><p>Signiert und datiert 1927. Aquarell auf Papier, 64 x 41 cm. Vor dem Hintergrund der Ober St. Veiter Pfarrkirche zeigt es die Gartenansicht eines der hinteren Anbauten des ehemaligen Hauses Glasauergasse 6. Es soll sich auch um das Armenhaus gehandelt haben. An dessen Stelle wurde 1989/90 der Turnsaaltrakt der Volksschule Ober St. Veit erbaut.</p><p><i>&copy; Archiv Bernhard Salcher</i></p>
Ausschnitt aus dem 1971 von Robert Messner bearbeiteten Franziszeischen Katasterplan 1819. Ein wesentlicher Anhaltspunkt zur Motivbestimmung des Aquarells von Hans Götzinger ist die Perspektive zum Kirchturm. Nach diesem Plan-Ausschnitt bietet sich als Perspektive nur die rote Linie an, und auf dieser liegt nur das Haus mit der seinerzeitigen Konskriptionsnummer 76 = heutige Glasauergasse 6. © Archiv 1133.at
<p><b>Ausschnitt aus dem 1971 von Robert Messner bearbeiteten Franziszeischen Katasterplan 1819</b></p><p>Ein wesentlicher Anhaltspunkt zur Motivbestimmung des Aquarells von Hans Götzinger ist die Perspektive zum Kirchturm. Nach diesem Plan-Ausschnitt bietet sich als Perspektive nur die rote Linie an, und auf dieser liegt nur das Haus mit der seinerzeitigen Konskriptionsnummer 76 = heutige Glasauergasse 6.</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>
Rechts der Bildmitte das Gebäude Glasauergasse 6. Ein Foto unbekannten Datums. Vor 1914 war es das Haus des Vikutalienhändlers Karl Premreiner. 1880 verfügte es über 7 Wohnungen. 1914 wurde es von der Gemeinde Wien gekauft, 1928 hatte es ein Geschäftslokal und 12 Wohnungen. Ein Großteil dieser Wohnungen lag wohl im hier nicht sichtbaren Gartentrakt. 1989/90 wurde an dessen Stelle der Turnsaaltrakt der Volksschule Ober St. Veit erbaut. © Archiv Brennig
<p><b>Rechts der Bildmitte das Gebäude Glasauergasse 6. Ein Foto unbekannten Datums</b></p><p>Vor 1914 war es das Haus des Vikutalienhändlers Karl Premreiner. 1880 verfügte es über 7 Wohnungen. 1914 wurde es von der Gemeinde Wien gekauft, 1928 hatte es ein Geschäftslokal und 12 Wohnungen. Ein Großteil dieser Wohnungen lag wohl im hier nicht sichtbaren Gartentrakt. 1989/90 wurde an dessen Stelle der Turnsaaltrakt der Volksschule Ober St. Veit erbaut.</p><p><i>&copy; Archiv Brennig</i></p>

Das Armenhaus von Ober St. Veit war an verschiedenen Orten untergebracht: bis 1857 in der Vitusgasse 2, bis 1879 in der heutigen Glasauergasse 2 und bis 1891 (also der Eingemeindung Ober St. Veits nach Wien) in der Glasauergasse 4 (siehe dazu u.a. hier). Nach späteren Angaben wurde die Glasauergasse 4–6 als ehemaliges Armenhaus bezeichnet, an dessen Stelle 1989/90 der Turnsaaltrakt der Volksschule Ober St. Veit erbaut wurde. Das kann aber nicht stimmen, denn die Häuser Glasauergasse 2 und 4 waren bereits spätestens im Jahr 1904 dem neuen Schultrakt and der Ecke Hietzinger Hauptstraße/Glasauergasse gewichen. Siehe hier zum Jahr 1904/05. Also kann es sich bei diesem Aquarell Götzingers nur um einen hinteren Trakt des Hauses Glasauergasse 6 handeln. Allerdings ist er auf keinem Plan in dieser Form eingezeichnet.

Ob der gezeigte Trakt tatsächlich als Armenhaus diente, ist ungewiss. Der auf dieser Seite aufrufbare Überblick über das Haus Konskriptionsnummer 75 (= Glasauergasse 4) zeigt in der Häuserzählung 1880 in zwei Wohnungen untergebrachte 11 Armenhäusler. Der Überblick über das Haus Konskriptionsnummer 76 (Glasauergasse 6) zeigt für 1880 das Haus des Viktualienhändlers Karl Premreiner mit 7 von verschiedenen Familien bewohnten Wohnungen. Vielleicht wurden dort später in der einen oder anderen Wohnung auch arme Menschen untergebracht.

Das Aquarell Götzingers zierte auch die Titelseite einer Zeitschrift: Bühne - Welt und Mode, Illustrierte Wochenbeilage der Wiener Neusten Nachrichten, Nr. 89, 10. Juli 1927:

Cover der Zeitschrift Bühne - Welt und Mode. Illustrierte Wochenbeilage der Wiener Neusten Nachrichten, Nr. 89, 10. Juli 1927. Es zeigt das Aquarell von Hans Götzinger. © Archiv Bernhard Salcher
<p><b>Cover der Zeitschrift Bühne - Welt und Mode</b></p><p>Illustrierte Wochenbeilage der Wiener Neusten Nachrichten, Nr. 89, 10. Juli 1927. Es zeigt das Aquarell von Hans Götzinger.</p><p><i>&copy; Archiv Bernhard Salcher</i></p>

Und hier noch ein Foto, das exakt dieselbe Ansicht wie in Götzingers Aquarell zeigt:

Rückseite eines Traktes des Gebäudes Glasauergasse 6. Dieses Foto unbekannten Datums beweist die Genauigkeit des Aquarells von Hans Götzinger mit gleicher Perspektive. Anstelle dieser Gebäude wurde 1989/90 der Turnsaaltrakt der Volksschule Ober St. Veit erbaut. © Archiv 1133.at
<p><b>Rückseite eines Traktes des Gebäudes Glasauergasse 6</b></p><p>Dieses Foto unbekannten Datums beweist die Genauigkeit des Aquarells von Hans Götzinger mit gleicher Perspektive. Anstelle dieser Gebäude wurde 1989/90 der Turnsaaltrakt der Volksschule Ober St. Veit erbaut.</p><p><i>&copy; Archiv 1133.at</i></p>

Die Firmiangasse

Ein anderer weit gereister Künstler, der ein Motiv in Ober St. Veit festhielt, war der Münchner Architekt und Städtezeichner Arthur Vögel. Erste Wiener Zeichnungen stammen aus dem Jahr 1957, die meisten Zeichnungen, die auch Motive aus unserer Region beinhalten, stammen aus dem Jahr 1965. Gesucht hat er dabei keineswegs die Wiener Feudalarchitektur mit städtebaulich klaren Lösungen, sondern Brüche, die noch nicht von „neutralen“ Neubauten nivelliert worden waren. Eine Fundgrube für den Historiker.

Meist zeichnete er seine Städtebilder mit Tusche und Spitzfeder vom Dach geeigneter Häuser. Mit diesem Anliegen bereiste er mehrere europäische Großstädte, wobei er in der besseren Jahreszeit auf Campingplätzen übernachtete und für kürzere Distanzen  das Fahrrad benützte.

Die den Zeichnungen Vögels beigefügten Beschreibungen fußen auf den Kommentaren zu Fotografien, die er gleichzeitig mit den Zeichnungen anfertigte. Diese fotografischen Stadtansichten scheinen allerdings verloren zu sein, jedenfalls sind sie nicht Teil des im Münchner Stadtmuseum aufbewahrten Nachlasses Arthur Vögels.

Fimiangasse, Ober St. Veit. 1965 (Werkverz. Nr. 37). Bildbeschreibung des Künstlers: 23. Firmiangasse in Ober St. Veit, 13. Bezirk, Hausnummern (von links): 13, 15, 17, 19, 21, 23. Zweite Fassung. Die erste war misslungen (bekam auch keine Nummer). Gezeichnet 1965. Größe 34/26 cm. Wienblatt No 37. Tuschfeder. © Callwey
<p><b>Fimiangasse, Ober St. Veit</b></p><p>1965 (Werkverz. Nr. 37). Bildbeschreibung des Künstlers: 23. Firmiangasse in Ober St. Veit, 13. Bezirk, Hausnummern (von links): 13, 15, 17, 19, 21, 23. Zweite Fassung. Die erste war misslungen (bekam auch keine Nummer). Gezeichnet 1965. Größe 34/26 cm. Wienblatt No 37. Tuschfeder.</p><p><i>&copy; Callwey</i></p>

Hier noch eine Auswahl anderer Zeichnungen Vögels aus der Region:

<p><b>Bischofsteg über die Wien</b></p><p>1965 (Werkverz. Nr. 36). Bildbeschreibung des Künstlers: 17. Wienflussverbauung, Bischofsteg. Aus der Hadikgasse, 14. Bezirk, jenseits 13. Bezirk, Fabrik. Gezeichnet 1965. Größe 50/43 cm. W.Bl. No 36</p><p><i>&copy; Callwey</i></p>
<p><b>Zufferbrücke über die Wien</b></p><p>1965 (Werkverz. Nr. 34). Bildbeschreibung des Künstlers: 19. Wienflussverbauung, Zufferbrücke, Stadtbahn. Aus dem Bereich des Ansatzes der Hadikgasse, 14. Bezirk. Drüben der 13. Bezirk, Bereich der Auhofstraße, Türme der Kirche des Dominikanerinnenklosters. Gezeichnet 1965. Größe 48/42 cm. Wienblatt No 34. Tuschfeder.</p><p><i>&copy; Callwey</i></p>
<p><b>Vinzenz-Heß-Gasse</b></p><p>1965 (Werkverz. Nr. 35). Keine Bildbeschreibung.</p><p><i>&copy; Callwey</i></p>
<p><b>Gastwirtschaft zum Deutschen Orden, Hackingerstraße</b></p><p>1965 (Werkverz. Nr. 47). Bildbeschreibung des Künstlers: 20. „Michael Steinböck, Gastwirtschaft zum Deutschen Orden“, am Wienfluss, Ecke Hackingersttraße/Deutschordenstr., 14. Bezirk. Unmittelbar nach Vollendung dieses Blattes wurde der alte Schanktisch herausgenommen, ein neuer, recht scheußlicher, eingebracht. Dies ist die zweite Fassung von Steinböcks Gastraum. Sie ist geraffter als die erste, die Steinböck kaufte (als Wienblatt 46). Das Haus gehörte ehedem dem Deutschen Orden. Originalgewölbe aus dem 16. Jahrhundert (sagt der Wirt). Jugendstilbüste. Gezeichnet 1965. Größe 46/41 cm. Wienblatt No 47. Tuschfeder.</p><p><i>&copy; Callwey</i></p>
<p><b>Villa an der Schloßberggasse</b></p><p>1965 (Werkverz. Nr. 40). Bildbeschreibung des Künstlers: 18. Ein Haus von Otto Wagner (Anm: Junior), an der Schloßberggasse (No 14), 13. Bezirk, Ober St. Veit. Bis zum Jahre 1969 hatte sich die Situation wesentlich geändert: Die Gartenmauer war eingestürzt bzw. abgebrochen, was natürlich auch das Verschwinden des originalen Wagnergitters mit sich brachte, Auch der große Baum wurde zur gleichen Zeit entfernt. Gezeichnet 1965. 44/42 cm. Wienblatt No 40. Tuschfeder. Eine zweite Fassung ging an Thomas Teichmann, der damals des Haus bewohnte (Student).</p><p><i>&copy; Callwey</i></p>
<p><b>Pfarrkirche St. Anna, Baumgarten</b></p><p>1965 (Werkverz. Nr. 33). Bildbeschreibung des Künstlers: 21. Pfarrkirche St. Anna, Baumgarten, 14. Bezirk, Gruschaplatz, Linzerstraße. Eine vorangehende Dorfkirche von 1511. Der heutige Bau, 1908, wurde 1966/67 im Außenbau völlig renoviert, unter Weglassung sämtlicher Putzfugen. An der Linzerstraße, in der Gebäudeflucht hinter dem erdgeschoßigen Giebelhaus, stand damals noch das Geburtshaus von Gustav Klimt, welches auf dem folgende Blatt sichtbar wird. Gezeichnet 1965. Größe 53/42 cm. Wienblatt No 33. Tuschfeder.</p><p><i>&copy; Callwey</i></p>
<p><b>Geburtshaus Klimt, Linzerstraße</b></p><p>1965 (Werkverz. Nr. 51). Bildbeschreibung des Künstlers: 22. Das Geburtshaus von Klimt, 14. Bezirk, Baumgarten, Linzerstraße No 247. Gedenktafel (links des Frontaufbaus): „In diese Hause wurde Gustav Klimt am 14. Juli 1862 geboren.“ Meine Darstellung zeigt das Haus bei Beginn der Abbrucharbeiten: Es fehlt bereits die äußere Dachhaut, Montagelatten über Pappdeckung treten zutage. 1967, als ich den Ort wieder aufsuchte, waren sämtliche Altbauten – ausgenommen der Gründerzeiteckbau – entfernt, ein großer Mietsblock im Bau. Das dreigeschoßige Eckhaus steht zur Zehetnergasse. Den gezeigten Althäusern gegenüber lag damals ein kleines Kloster mit Vorhof, sehr reizvoll, etwa 1880. Gezeichnet 1965. Ein kleines Blatt. Wienblatt No 51. Im Jahre 1970 schenkte ich das Blatt an Theodor Hugues, Architekt, München 80. Tuschfeder.</p><p><i>&copy; Callwey</i></p>

Quellen:
Wacha, Dr. Robert: Hans Götzinger. Ein Wiener Meister des Aquarells in: Der getreue Eckart 4. Jahrgang 9. Heft und diverse Kunstlexika.
Wien. 100 Zeichnungen von Arthur Vögel. HG: Freundeskreis Arthur Vögel e.V., München. München: Verlag Georg D. W. Callwey, 1976.
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21. Juli 2022