Das Jahrhundert des Wiener Aquarells

1780

Der im 18. Jahrhundert auftauchenden Neigung zur Natur und der Vision, ihre Wirklichkeit festzuhalten, verdanken wir die frühesten mehr oder minder authentischen Bilder des historischen St. Veits. Das Jahr 1780, an sich das Todesjahr Maria Theresias, markiert mit dem Ausklang des österreichischen Barock auch einen neuen Anfang. Dazu gehört die beginnende Blüte des Wiener Aquarells und der darauf aufbauenden druckgrafischen Werke. Die durchsichtigen Wasserfarben auf weißem Papier erwiesen sich für die Raum- und Lichtprobleme in freier Natur als optimal, und die mit freiem Pinselstrich festgehaltene Stimmung einer möglichst realistischen Landschaft waren weitere Voraussetzungen für den Erfolg. Die notwendigen Auftraggeber fanden sich über den Adel hinaus im neuen Bürgertum.

Joseph Orient, Blick auf Schönbrunn und den Wiener Vorort Meidling. mit Feder überzeichnetes Aquarell vor 1747. Rechts von Schönbrunn sind auch Hietzing und St. Veit mit Kirche und Schloss auszunehmen. Dieses Bild scheint – mit Ausnahme von G. M. Vischers Ansichten – die älteste topografisch brauchbare Ansicht unserer Region zu sein. Es wird gerne an den Anfang von Abhandlungen über das erst später einsetzende Jahrhundert des Wiener Aquarells gegeben. © Albertina Wien
St. Veit und Umgebung. Aquarell um 1795 von Laurenz Janscha. Eine ebenfalls recht frühe Darstellung, die schon mehr über das in den Mariengraben geschmiegte Angerdorf erahnen lässt, und auch die Umgebung inkl. Baumgarten, Hütteldorf und Hacking mit Schloss Hacking zeigt. © Albertina Wien

Quellen:
Milleniumstafel

Eingestellt von hojos
im August 2016