Das Faniteum

Heute Karmelitinnenkloster St. Josef in Wien
1894

Trias, Jura und Kreide, in diesen drei Perioden entstand das Gestein unserer Kalkalpen. Nach den niederösterreichischen Voralpen versinkt es in der Tiefe, nur in unserem Raum durchstößt es ein letztes Mal die jüngeren und weicheren Schichten (Flysch, Sandstein, Mergel, Schotter) darüber. Diese „Juraklippen“ bilden einen interessanten Hügelkamm, der sich im Süden Ober St. Veits aus den Wäldern des Lainzer Tiergartens löst, um mit Gemeindeberg, Rotem Berg, Girzenberg und Tratzerberg fast ganz Ober St. Veit zu durchqueren. An der Wurzel dieses Hügelkammes, noch vor dem Gemeindeberg, steht auf einer weithin sichtbaren Kuppe das „Faniteum“.
Das Faniteum fotografiert vom Gemeindeberg. © Bezirksmuseum Hietzing

Nach wie vor besitzt dieser Platz enormen landschaftlichen Reiz, den er dem nahen Lainzer Tiergarten, dem Grün des St. Veiter Waldes, dem höckerigen Gelände des schroff ansteigenden Gemeindeberges, besonders aber der Aussicht auf nahe und entfernte bewaldete Hügel über dem ausgedehnten Wiener Becken verdankt. Auch Kaiserin Elisabeth wusste die Schönheit dieses Platzes zu schätzen, wenn sie ab und zu in Begleitung ihrer Gesellschafterin aus dem Tiergarten spazierte, um die einsamen Wege entlang der Mauer aufzusuchen. Damals erfreuten auch noch Weingärten und ausgedehnte Blumenwiesen mit überquellendem Reichtum an Pflanzen und Tieren das Auge, die Brandung der Großstadt war weit entfernt, Ruhe und klare Bergluft umgaben den Ort.

Allerdings fand Kaiserin Elisabeth bei ihren Spaziergängen noch kein Faniteum vor, sondern eine hölzerne Hütte unter Apfelbäumen neben einem Sandsteinbruch. Die Hütte war von einem Mann und einer Frau bewohnt. Der Mann hatte 1859 bei Solferino mitgekämpft und dort eine französische Marketenderin kennen gelernt. Nach dem Friedensschluss kamen sie beide hierher. Die Kaiserin und ihre Gesellschafterin mussten bei einer der Wanderungen im Mai wohl sehr erstaunt gewesen sein, als sie der Bewunderung eines blühenden Apfelbaumes in französischen Worten Ausdruck gaben und daraufhin von einer ärmlich gekleideten Frau in der gleichen vornehmen Sprache eingeladen wurden, auf der Bank daneben Platz zu nehmen.

Die Gründe gehörten damals noch der reichen Lainzer Bauernfamilie Wambacher, die sie Anfang 1893 an den polnischen Grafen Lanckoronski verkaufte. Karl Graf Lanckoronski (1848–1933), eine sehr populäre Persönlichkeit der ausgehenden Donaumonarchie, war studierter Kunsthistoriker, selbst Kunstsammler und damals bereits Vizepräsident des Staatsdenkmalamtes und Generalkonservator für Galizien. Auch er wusste die Schönheit dieser Gegend zu schätzen. Er hatte Franziska Gräfin Attems kennen und lieben gelernt. Sie wurde seine erste Frau, die Kuppe neben dem Gemeindeberg wählte er als idealen Bauplatz für den gemeinsamen Wohnsitz.

Doch Franziska starb am 8.8.1893 im Kindbett, nachdem sie einen gesunden Knaben zur Welt gebracht hatte. Der Ehe war nur ein Jahr beschieden.

Trauer und Gedenken an seine verstorbene Frau ließen Graf Lanckoronski seinen Plan ändern. Der Bau sollte keine Wohnstätte mehr, sondern ein Mausoleum für seine Frau werden und gleichzeitig eine soziale Funktion erfüllen. Er sollte Faniteum heißen, nach dem Kosenamen seiner Franziska, und eine große Krypta unterhalb der Kapelle den Sarkophag mit ihren sterblichen Überresten aufnehmen. Der Graf hatte jedoch die Wiener Begräbnisvorschriften nicht bedacht, die ein derartiges Privatmausoleum verboten. Ober St. Veit war am 19.12.1890 der Stadt Wien eingemeindet worden und daher deren Vorschriften unterworfen. Eine Ausnahmeregelung war nicht durchsetzbar, Fanita wurde letztendlich auf dem Hietzinger Friedhof bestattet. Noch heute wird ihr Grab gepflegt. Auch Sohn Anton Lanckoronski (1893–1965) ist auf dem Hietzinger Friedhof begraben.

Graf Lanckoronski ließ das Faniteum trotzdem in den Jahren 1894 bis 1896 errichten. Als Verehrer der italienischen Renaissance wird er schon von den ersten Überlegungen an bestimmte Vorstellungen von dem Bauwerk gehabt haben. Seine für die finale Formgebung ausschlaggebenden Motive hielt er in seinem Stiftungsakt fest, der heute im Zentralen Historischen Staatsarchiv der Ukraine in Lemberg aufbewahrt wird: „Damit das Haus seiner Bewohnerin würdig sei, wird dasselbe im florentinischen Stil des 15. Jahrhunderts erbaut, dessen vornehme Einfachheit dem Wesen der Verewigten am meisten entspricht. Die Pläne haben die Architekten Emanuel La Roche aus Basel und Leopold Eber aus Wien entworfen; den Bau leitet Baumeister Max Kaiser aus Wien. Mehrere der inneren Wände des Hauses werden von Wilhelm Steinhausen aus Frankfurt mit Wandbildern geschmückt, auf einigen von welchen die Verstorbene gleichsam dem Leben wiedergegeben erscheint.“

Mit der Planung beauftragt war also der Baseler Architekt Emanuel La Roche (1863–1922), ein Mitarbeiter Heinrich von Geymüllers und ebenfalls hervorragenden Kenner der italienischen Renaissance.

(Später soll es unter Mitwirkung des französischen Architekten Amand Bauqué im Äußeren teilweise verändert und im Inneren ausgestaltet worden sein?)

Um das Haus dann auch seinem sozialen Zweck zuzuführen, schloss Graf Lanckoronski 1898 einen Pachtvertrag mit der Gemeinde Wien, damit diese darin ein Mädchenrekonvaleszentenheim unterhalten konnte. Zunächst bot es 12, später 16 aus Wiener Spitälern entlassenen, mittellosen Mädchen Platz. Sie wurden von den Barmherzigen Schwestern betreut, die fehlende Beheizung schränkte die Benützung für diesen Zweck freilich auf die Sommermonate ein.

Das Reconvalescentenheim Fanietum. Eine Aufnahme aus der Zwischenkriegszeit. Sie zeigt die gesamte zweiflügelige Anlage noch ohne Baumbestand. © Bezirksmuseum Hietzing

Gleichzeitig mit dem Faniteum ließ Graf Lanckoronski durch die berühmten Theaterarchitekten Fellner & Hellmer das „Palais Lanckoronski“ am Landstraßer Gürtel, Ecke Jacquingasse, erbauen, wo er seinen Wohnsitz nahm. Dieses Palais wurde 1944 bei einem Bombentreffer zerstört und 1960 endgültig abgetragen, sodass von den beiden Lanckoronskibauten in Wien nur noch das Faniteum erhalten ist.

In Wien gibt es nur zwei vergleichbare Mausoleumskirchen aus dem 19. Jahrhundert, nämlich die Kaasgrabenkirche und eben das Faniteum. Bemerkenswert auch die Wahl des Baustiles: Das Zurückgreifen auf frühere Stilformen war in der Zeit der Jahrhundertwende zwar üblich, die florentinische Frührenaissance als Vorbild jedoch einzigartig und bei näherer Betrachtung geradezu symbolisch. Zunächst als Wohnhaus gedacht, beherrscht das Gebäude in Anlehnung an toskanische Landhäuser des 15. Jahrhunderts die Bergkuppe, die Vorfahrt – der Hof war vor dem modernen Zubau nach zwei Seiten hin offen – ist nach Norden, die Loggia nach Süden gerichtet. Die Achse der Kapelle als dem architektonischen Zentrum der Anlage und die anschließende Thujenallee sind auf die von dort aus sichtbare Stephanskirche ausgerichtet.

Blick von der Vorhalle des Faniteums Richtung Osten. Als herrlicher Aussichtspunkt hat diese säulengestützte Vorhalle auch den Charakter einer Loggia. Eine Thujenallee entlang ist der Blick genau auf die weit entfernt liegende Stephanskirche gerichtet und liegt exakt auf der Achse der einstigen Kapellenausrichtung. Fotografiert am 12. Juli 2014 © Archiv 1133.at

Die Kapelle besteht aus einem würfelförmigen Grundkörper, dem ein zylindrischer Tambour aufgesetzt ist. Diesen von 12 kreisrunden Fenstern durchbrochenen Zylinder schließt eine halbkugelförmige Kuppel ab, bekrönt von einer ebenfalls aus Zylinder und Halbkugel bestehenden Laterne. Deutliche Renaissanceformen haben die steinernen Fensterrahmen, besonders aber die zweigeschossige Loggia an der Südseite. Das erste Geschoss wird vorne von fünf, an der Seite von je einem Rundbogen gebildet. Der neue Westtrakt des Gebäudes wird ohne Umbauung des untersten Geschosses von Säulen getragen und belässt auf diese Weise eine offene Verbindung vom Hof zum Garten.

Für die einzelnen Bauteile des Faniteums lassen sich verschiedene Vorbilder in den italienischen Renaissance-Bauten identifizieren.

Als Vorbild für die Kapelle wird in der Literatur oft das Kapitelhaus für die Franziskaner von S. Croce, die Capella dei Pazzi (nach 1442 bis um 1470) des Filippo Brunelleschi in Florenz genannt. Brunelleschi, der auch das Florentiner Findelhauses (Ospedale degli Innocenti) errichtet hatte, könnte auch zur Idee eines Mädchenrekonvaleszentenheimes im Faniteum geführt haben.

Als direktes Vorbild für die Kuppel empfiehlt sich aber die aus dem Jahr 1488 stammende Kuppel der Basilica di Santo Spiritoebenfalls in Lanckoronskis Lieblingsstadt Florenz gelegen. Ein Bild dieser Kuppel befindet sich auch in Lanckoronskis umfangreicher Fotosammlung von Kunstwerken auf der ganzen Welt, die er oft als Musterkatalog für von ihm beauftragte Werke verwendete. Auch die Innenseite der Kuppel zeigt große Ähnlichkeiten. Große Übereinstimmungen, auch das Innere der Kuppel und der Bögen und Nischen darunter betreffend, zeigt die Basilica di Santa Maria delle Carceri in Prato.

Die Kuppel der Basilica di Santo Spirito in Florenz. © Wikimedia Commons
Das Faniteum, fotografiert am 12. Juli 2014. Blick von Osten die über eine Vortreppe erreichbare 3-jochige Arkadenvorhalle auf korinthischen Säulen mit Hauptportal und Kuppel. Das Bogenfeld (Lünette) über dem Tor enthält ein Steinrelief aus dem 16. Jahrhundert. © Archiv 1133.at

Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, auch auf die direkten Vorbilder anderer Bauteile, etwa des Portikus, der Loggien und der Schmiedeeisenarbeiten einzugehen.

Das Faniteum, fotografiert am 12. Juli 2014. Die nach Süden gerichtete zweigeschossige 5achsige Loggia in Renaissanceformen. Sie bietet einen herrlichen Ausblick über weite Teile des nahen Lainzer Tiergartens, die formenschönen Kämme der Liesinger Berge bis hin zum Schneeberg und manchen Gipfeln aus den Hainfelder Voralpen. Heute ist diese Aussicht teilweise durch den dichten Baumbestand verdeckt. © Archiv 1133.at
Das Faniteum, fotografiert am 12. Juli 2014. Der 1976/77 von Walter Hildebrand angefügte Westtrakt (damals wurde die 2-flügelige Anlage zu einer Viertraktanlage erweitert) wird ohne Umbauung des untersten Geschosses von Säulen getragen. © Archiv 1133.at

Zu Lebzeiten des Grafen Lanckoronski halfen auch wertvolle Kunstschätze das exquisite Ambiente des Gebäudeinneren zu vervollkommnen. Die Gänge waren von einer großen Anzahl glasierter Terrakotten aus der Schule Robbia (Florenz, 14. Jahrhundert), einem in Florenz abgenommenen und in mühevoller Weise hierher transportierten Fresko aus dem Jahre 1483, durch verschiedene italienische Gemälde, hauptsächlich Sienesen und Florentiner aus dem 14. und 15. Jahrhundert, geschmückt. Florentiner Türumrahmungen, Wappenreliefs, Laternen usw. aus der gleichen Zeit, ferner ein hervorragend schön geschnitztes Gestühl, bretonisch und spanisch, 16. Jahrhundert, und kirchliche Gebrauchsgegenstände aus Stein bewiesen den Sammeleifer des Grafen.

Die Sakristei des Faniteums, fotografiert am 12. Juli 2014. Sie wird von einer Balkendecke, von einem delphinbekrönten steinernen Türgewände, bezeichnet FRACI.DE.SALI (Italien um 1500) und einer von den Karmelitinnen erworbenen Kauffmann-Orgel dominiert. © Archiv 1133.at
Das Faniteum, fotografiert am 12. Juli 2014. Dieses Rundbogen-Relief "Madonna mit Kind" (Terrakotta glasiert in der Art der Della Robbia) ziert noch heute den Korridor vor der Sakristei. © Archiv 1133.at

Auch die moderne Zeit ist mit einer Meisterarbeit vertreten. Unmittelbar nach Fertigstellung des Hauses malte Wilhelm Steinhausen (1840–1924) – ein bedeutender Maler von biblischen Bildern und von Landschaften – wie im Stiftungsbrief festgehalten eine sehenswerte Freskenfolge auf die Wände des Hauptkorridors: An der Längswand sind "Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit“ dargestellt (ausgeführt wurden allerdings nur sechs Fresken), auf der Stirnwand ist Christus als guter Hirte und im Vorraum auf Leinwand die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten und St. Christophorus zu sehen. Der landschaftliche Hintergrund aller Bilder war der nächsten Nähe des Faniteums in seinem damaligen landschaftlichen Reiz entnommen. Eine der barmherzigen Frauengestalten trägt die Portraitzüge der verstorbenen „Fanita“. Mehr zu Wilhelm Steinhausen und seien Fresken im Faniteum bietet der Bericht Nr. 838. All diese Zeugnisse einer hochstehenden Kunst bildeten gemeinsam eine einheitliche künstlerische Ausgestaltung, die Idee eines Gesamtkunstwerkes wieder aufleben lassend. In dieser Ausgestaltung ist aber auch eine reichhaltige, noch aufzuarbeitende Symbolik verborgen.

Die Steinhausen-Fresken im Faniteum. Fotografiert am 12. Juli 2014 © Archiv 1133.at

Mit dem ersten Weltkrieg begann eine bewegte Zeit für das Faniteum. Das Haus wurde als Lazarett verwendet und ab 1.12.1920 erfüllte es wieder seinen Zweck als Kindererholungsheim. 1938 wurde es durch die deutsche Luftwaffe beschlagnahmt, nach dem Zweiten Weltkrieg war es zunächst von russischen, dann von britischen Truppen besetzt. Von 1948 bis 1954 konnten die Barmherzigen Schwestern während der Sommermonate wieder ein Kinderheim betreiben, die Unzulänglichkeit der sanitären Verhältnisse wurde aber immer deutlicher. Nach dem Abzug der Briten 1955 stand das Gebäude lange Zeit leer und erlitt durch zahlreiche Einbrüche beträchtlichen Schaden. 1968 war ein Teilabbruch der Anlage und eine Verbauung des Gartenareals mit einer cottageartigen Wohnanlage geplant. Zwei Stunden vor der Abbruchverhandlung konnte der damalige Bezirksvorsteher Dipl.-lng. Josef Gerstbach beim Bundesdenkmalamt eine provisorische Verfügung erwirken, die bescheinigte, dass die Erhaltung des Faniteums im öffentlichen Interesse liege. Im selben Jahr noch wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Grundbücherliche Eigentümer der Liegenschaft waren in dieser Zeit zwei Kinder aus der 3. Ehe Graf Karl Lanckoronskis, die er mit einer Gräfin Margarethe Lichnowsky geschlossen hatte: die in der Schweiz lebenden Töchter Karoline und Adelheid. Von ihnen erwarb im Jahre 1974 der Orden der Karmelitinnen Haus und Garten und führte es einer würdigen Verwendung zu.

Im Tauschwege gegen das seit 1879 bestehende Kloster der Karmelitinnen in der Linzerstraße 216 (jetzt ist dort ein Pensionistenheim) übernahm es die Gemeinde Wien, in Zusammenarbeit mit kirchlichen Stellen, dem Bundesdenkmalamt und den städtischen Behörden die Anlage entsprechend seiner neuen Bestimmung als Kloster zu sanieren und nach Plänen von Walter Hildebrand zu erweitern. Ein neuer, vom Einfahrtstor her als erstes sichtbarer Trakt schließt nunmehr den ehemals offenen Hof im Norden ab. Am 1.10.1977 weihte Dr. Franz Kardinal König das Kloster, bis zum 14.10.1977 waren die Schwestern übersiedelt.

Der Orden der Karmelitinnen ist streng kontemplativ, er sucht die Annäherung an Gott durch Gebete in strenger Abgeschiedenheit. Aus diesem Grunde ist die komplette Anlage heute eine Klausur, nur der Vorplatz und die Kapelle blieben öffentlich zugänglich. Die jetzige Ausgestaltung der Kapelle berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse eines Karmelitinnenklosters: Einerseits soll die Kapelle als Gottesdienstraum den in strenger Klausur lebenden Schwestern zur Verfügung stehen, andererseits den Gläubigen allgemein zugänglich sein. Der Altar wurde daher von der Westseite, wo er sich zur Zeit Lanckoronskis befunden hatte, in die Nische an der Nordseite verlegt. Diese Nische grenzt an den Betchor der Schwestern, mit dem die Kapelle durch eine faltbare Glastüre verbunden ist. Während des Gottesdienstes wird diese Türe geöffnet, sodass die Schwestern vom Chor aus mitfeiern können. An der Südseite, in einer durch einen Rundbogen abgetrennten Nische, zeigt ein Grabrelief Lanckoronski, das neugeborene Kind im Arm haltend und seiner Frau Franziska die Hand reichend. Darunter befindet sich die nie in Benützung genommene Krypta, die eigentlich Franziskas Sarg hätte aufnehmen sollen.

Grabrelief in einem seichten Nebenraum an der Südseite der Kapelle. Das Relief zeigt Karl Graf Lanckoronski, das neugeborene Kind im Arm haltend und seiner Frau Franziska die Hand reichend. Fotografiert am 9. Oktober 2003 © Archiv 1133.at
Blick in den Unterbau der Kapelle. Dies sollte der Gruftraum des ursprünglich geplanten Mausoleums werden. Fotografiert am 12. Juli 2014 © Archiv 1133.at

Das steinerne Weihwasserbecken und ein Weihbrunnkessel mit einer Darstellung der päpstlichen Schlüssel und darüber das Relief Maria mit dem Jesuskind, dahinter Joachim und Anna, rechts unten vermutlich der kleine Johannes der Täufer geben einen Eindruck des einstigen Glanzes.

Für die nachhaltige Sicherung des Faniteums gebührt dem Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen unser innigster Dank.

Quellen:
Dehio Wien;
Hietzing, ein Heimatbuch des 13. Wiener Gemeindebezirkes, 1. Band, 1925;
Jerabek, Vinzenz: Erlebtes und Erlauschtes aus Wiens Vorstadt, 1956;
Schaffran Emmerich: Heimatkundliche Wanderungen, 1924;
Szymanowicz-Hren, Aleksandra: Zwischen Historismus und Moderne: Das Faniteum in Wien. Vortrag am 8. Juni 2017 in der Polnischen Akademie der Wissenschaften - Wissenschaftliches Zentrum in Wien, 1030 Wien, Boerhaavegasse 25;
Weissenbacher, Gerhard: In Hietzing gebaut, Band I, 1996.

hojos
im Oktober 2003, aktualisiert im Juli 2014 und Juni 2017

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