Carmina Burana

Chorkonzert der Schulen der Dominikanerinnen
10.10.2011

Am 10. Oktober 2011 fand im Festsaal der Schulen der Dominikanerinnen die Generalprobe zu einem bemerkenswerten Chorkonzert statt. Unter der Leitung von Mag. Christian Horvath wurden die von Carl Orff vertonten Carmina Burana zur Aufführung gebracht. Zu dieser Veranstaltung war nahezu die ganze Schule auf den Beinen. Gemeinsame Auftritte des Schulchors mit Schellack (dem Schwestern-Eltern-Lehrer-Absolventen-Chor) sind fast schon Tradition, diesmal waren zusätzlich alle Klassenchöre im Festsaal versammelt und beschallten bei einzelnen Liedern den Saal aus allen Richtungen.

Das verteilte Programm enthält folgende, von Dr. Wolfram Kautzky verfasste Erklärung zu den Liedern:

Fröhlich, frech und frivol – die Carmina Burana

Die Carmina Burana verdanken ihren Namen ihrem Auffindungsort – dem bayerischen Kloster Benediktbeuern (Buron). Entstanden sind diese "Beurer Lieder" allerdings nicht in Bayern, sondern zwischen 1220 und 1250 in der Steiermark, in Kärnten oder Südtirol. Berühmt wurde die Sammlung erst 1937 durch Carl Orff: Der deutsche Komponist vertonte 23 der insgesamt über 200 (großteils lateinisch, teils auch mittelhochdeutsch und altfranzösisch verfassten) Lieder.

Inhaltlich spiegeln die Carmina Burana die Lebenswelt der mittelalterlichen "Vaganten" wider. Bei ihnen handelte es sich um Studenten (clerici), die eine Dom- oder Klosterschule absolviert hatten, nach Beendigung ihres Studiums aber kein kirchliches Amt fanden. Um sich trotzdem irgendwie durchs Leben zu schlagen, zog dieses "Gelehrtenproletariat" von Fürstenhof zu Fürstenhof (daher der Name "Vaganten" = "Herumstreuner", vgl. Vagabund), um dort selbstgedichtete Lieder vorzutragen. Die bestimmenden Themen sind der Lebensgenuss (z.B. durch Würfelspiel, Wein und Frauen), Spott über den etablierten Klerus, aber auch Klagen über den Geiz der anderen und über die eigene bedauernswerte Situation als soziale Außenseiter – insgesamt eine amüsante  Mischung aus Gelehrsamkeit und Provokation.

Sprachlich weisen die Carmina Burana die typischen Merkmale des Mittellatein (= Latein des Mittelalters) auf: zweisilbiger Endreim (in der klassischen lateinischen Dichtung unüblich!), Ersatz von Zwielauten (z.B. Fortune statt Fortunae, leta statt laeta) und kurze Sätze – vor allem Letzteres ein Umstand, der die Carmina Burana im Latein-Unterricht zu einer bei Schülerinnen und Schülern ausgesprochen beliebten Lektüre macht ...

Carmina Burana
01 - O Fortuna
10.10.2011

Mitwirkende des Chorkonzertes waren:


Schülerinnen und Schüler der 1ABCD, 2ABC, 3ABC, 4ABC, 5ABC, 6ABC, 7ABC, 8ABC, bei der Einstudierung halfen die Professoren Heigl, Starnberger und Reitmann.


Schulchor der Gymnasien der Dominikanerinnen


Schellack


Cornelia Horak, Sopran; Bernd Oliver Fröhlich, Tenor (11.10.); Martin Mairinger, Tenor (12.10.); Günter Haumer, Bariton

Klavierduo Johanna Gröbner & Veronika Trisko

Kevan Teherani, Adina Radu, Bernhard Szensz, Christian Wieser, Franz Hofferer, alle Schlagwerk

Einen Bericht von den Konzertabenden mit mehr Fotos gibt es auf der Homepage der Dominikanerinnen.

hojos
Im Oktober 2010