Das Gasthaus in der Einsiedeleigasse 5

Mit einem interessanten Platz davor
01.12.2009

Der heute recht unscheinbare Platz mit dem Postamt und der Abzweigung zur Trazerberggasse  ist neben der „Mietstatt“ vor der Kirche einer der geschichtsträchtigsten des Ortes. Als es die Hietzinger Hauptstraße noch nicht gab, war die Trazerberggasse (ehemals Feldgasse) neben der Auhofstraße ein wichtiger Verkehrsweg in die östlich gelegenen Fluren. Der Platz verfügte über einen Brunnen zur Versorgung der vorbeikommenden Fuhrwerker und ihrer Pferde, aber auch über den Dorfpranger. Damit ist es fast selbstverständlich, dass sich hier seit frühesten Zeiten ein Gasthaus befand. 1820 wurde es vom „Bestandwirt“ Michael Bergmann betrieben, 1880 führte es der aus Böhmen eingewanderte Wenzel Zörner und in den Jahren davor und danach vermutlich noch viele andere. Der vorletzte Pächter scheint Franz Schamböck gewesen zu sein und der letzte vor dem Abbruch um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert der Kastner-Wirt.

Auch die Schilder haben sich im Laufe der Zeit geändert: Früher war es die „Schöne Aussicht“ mit einem Durchgang auf einen Aussichtspunkt am Trazerberg, und später hieß es „Zum Belvedere“, vermutlich eine Übersetzung des gleichen Namens (italienisch „bel vedere“ für „schöne Aussicht“).

Während der Fronleichnamsumzüge sollen von dem Aussichtspunkt am Trazerberg Böllerschüsse abgefeuert worden sein.

Quellen:
Holzapfel, Josef: Historisches Ober St. Veit. Handwerks-, Gewerbe- und Vereinsgeschichte

hojos
im Dezember 2009

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