Holprige Straßen und enge Gassen

09.09.2009

Zwei der Dinge, die zur Zeit die Leser des Ober St. Veiter Blatt‘ls bewegen, sind der teilweise schlechte Straßenzustand (am Beispiel Hietzinger Hauptstraße zwischen Schranken und Rohrbacherstraße, siehe Foto oben) und die Einbahndiskussion Trazerberggasse. Eine Einbahnführung wird von vielen Anrainern abgelehnt und es gibt Unterschriftenaktionen. In beiden Fragen richtet sich natürlich der Blick zur Bezirksvertretung. Die Redaktion des Ober St. Veiter Blatt'ls hat daher am 24. August einige Fragen an diese gerichtet. Die Antworten sind am 7. September eingelangt, konnten aber wegen des zurückliegenden Redaktionsschlusses nicht mehr eingearbeitet werden. Sie werden daher vorerst auf dieser Plattform veröffentlicht. In der nächsten Ausgabe des Ober St. Veiter Blatt'ls werden wir dann inkl. eventueller Ergänzungen darauf eingehen. Weitere Anregungen von Seiten der Leser dieses Artikels (z. B. zu verkehrsberuhigenden Maßnahmen) können per Mail an Josef Holzapfel gerichtet werden.

Hier sind die Fragen der Redaktion und die Antworten vom Bezirksvorsteher, Herrn Dipl.-Ing. Gerstbach:

Zum Straßenzustand

Frage 1) Für welche Straßen Ober St. Veits ist der Bezirk und für welche die Gemeinde Wien zuständig?

Antwort 1) Grundsätzlich ist fachlich für alle Straßen die Magistratsabteilung 28 zuständig. Für die Finanzierung ist für alle "Nebenstraßen" ausschließlich der Bezirk zuständig, für "Hauptstraßen" (Verordnung des Gemeinderates) auch der Bezirk mit Beteiligung ("Förderung") aus dem Zentralbudget.

Frage 2) Wer ist für das angesprochene Teilstück der Hietzinger Hauptstraße zuständig?

Antwort 2) Seit der letzten Änderung der Hauptstraßenverordnung mit Wirkung vom 1.1.2007 nur mehr der Bezirk.

Frage 3) Wann kann mit der Sanierung des angesprochenen Teilstückes der Hietzinger Hauptstraße gerechnet werden?

Antwort 3) Die Sanierung der Hietzinger Hauptstraße von Mantlergasse bis Schrutkagasse / Rohrbacherstraße ist für 2010 geplant – wenn die Finanzen vom Finanzausschuss und der Bezirksvertretung genehmigt werden.

Frage 4) Was sind die Gründe für die von vielen Straßenbenützern als sehr zögerlich empfundenen Erneuerungsarbeiten?

Antwort 4) Die Erneuerung der Straßen ist sehr teuer und das Budget, welches uns vom Gemeinderat zugemessen wird, ist zu niedrig.

Frage 5) Gibt es noch andere Strecken, die einer baldigen Reparatur bedürfen?

Antwort 5) Es gibt leider zahlreiche Straßen in Hietzing, die einer dringenden Erneuerung bedürfen. Heuer wird die Geylinggasse und ein Teil der Faistauergasse saniert, die Erneuerung der Speisinger Straße zwischen Hermesstraße und Gallgasse konnte kürzlich beendet werden.


Zur Einbahnführung Trazerberggasse

Frage 1) Ist der Antrag von Frau Bezirksrat Keplinger in der Verkehrskommission schon geprüft worden bzw. wann wird das sein?

Antwort 1) Der Antrag wurde in der Verkehrskommission kurz diskutiert. Zur Einholung von Informationen wurde die Entscheidung vertagt. Grundsätzlich verweise ich darauf, dass ich jedenfalls vor jeder Änderung einer Verkehrsorganisation größeren Umfangs die betreffende Wohnbevölkerung um ihre Meinung befrage.


Zum Verkehr generell, weil das enge, gewachsene Straßen- und Gassennetz unserer Region an vielen Stellen zunehmend überfordert wird und Wünsche wie in der Trazerberggasse (Einbahnregelungen, Halteverbotszonen etc.) zunehmen

Frage 1) Welche Position hat die Bezirksvertretung grundsätzlich zum überbordenden Verkehr in engen Gassen?

Antwort 1) Untersuchungen der MA 46 haben ergeben, dass ein Großteil des Zuwachses von Verkehr in den letzten 15 Jahren "hausgemacht" ist, weil nur etwa 20% des Individualverkehrs echter Durchzugsverkehr durch den Bezirk sind, der Rest von etwa 80% hat entweder die Quelle oder das Ziel im Bezirk, woran auch große Institutionen wie Krankenhäuser und der ORF ihren Anteil haben.

Wir versuchen, den Durchzugsverkehr zumindestens zu verlangsamen. Deswegen sind auch Einbahnen oft nachteilhaft, da sie den Verkehr beschleunigen und damit erleichtern.

Frage 2) Gibt es ein Verkehrskonzept insbesondere für so kritische Stellen wie den historischen Ortskern Ober St. Veits?

Antwort 2) Es gibt ein altes Verkehrskonzept aus den 90er Jahren, das neuralgische Stellen zu entschärfen versucht.

Frage 3) Gibt es Ansätze zu verkehrsberuhigenden Maßnahmen?

Antwort 3) Die Einführung einer fast flächendeckenden Zone 30 ist eine solche Maßnahme, ebenso der Versuch den Fußgänger- und Fahrradverkehr zu erleichtern.

Frage 4) Welche neuen Erkenntnisse haben den einstimmig angenommenen Antrag in der Sitzung vom 1. April (4 Unterführungen unter der Verbindungsbahn) ausgelöst?

Antwort 4) Dieser Antrag ist eine Wiederholung zahlreicher Anträge der Vergangenheit. Durch die nach Fertigstellung des Lainzer Tunnels zu erwartende Umgestaltung der Verbindungsbahn war es sinnvoll, auf die grundsätzlich bekannten Bezirkswünsche nochmals hinzuweisen.

Frage 5) Ist auf der Trasse der Verbindungsbahn mit mehr Zugsverkehr zu rechnen?

Antwort 5) Auf der Verbindungsbahn soll später deutlich weniger Güterverkehr sein, da dieser durch den Lainzer Tunnel geführt wird. Allerdings wird deutlich mehr Schnellbahnverkehr sein. Konkrete Zahlen kenne ich noch nicht.

Frage 6) Freier Verkehr unter der Verbindungsbahn bedeutet logischer Weise mehr Verkehr in Ober St. Veit. Ein Antrag in dieser Richtung ist daher nur im Rahmen eines begleitenden Verkehrskonzeptes (inkl. verkehrsberuhigender Maßnahmen) verantwortbar. Was können wir über dieses Konzept berichten?

Antwort 6) Freier Verkehr unter der Verbindungsbahn bedeutet zunächst weniger Stau und weniger Umweltbelastung. Wahrscheinlich wird sich manches Verkehrsverhalten ändern.

Selbstverständlich werden wir von den fachlich zuständigen Abteilungen (MA 46, MA 18) ein Konzept anfordern, das auf die geänderten Bedingungen reagiert.

Allerdings ist dafür noch Zeit, da der Lainzer Tunnel erst Ende 2012 fertig wird und anschließend der Umbau der Verbindungsbahn beginnen kann.

hojos
Ober St. Veit, am 9.9.2009

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