Führung durch die Versorgungsheimkirche zum Heiligen Karl Borromäus

Hauptwerk des Magistratssekretärs Dr. Jakob Dont. Ein Kirchenrundgang auf Initiative der Heimatrunde St. Hubertus
03.03.2017

Veranstalter: KH Hietzing mit NZ Rosenhügel, HNO-Abteilung, Univ.-Doz. Dr. Herwig Swoboda, 1130 Wien, Wolkersbergenstr. 1, Tel: 01 80110 / 2312, Email: khl.hno@wienkav.at, www.wienkav.at/khr

Veranstaltungsort: Ehem. GZW, Spitalskirche, 1130 Wien, Wolkersbergenstraße 1, 3 oder Jagdschloßgasse 59

Veranstaltungszeit:
3. März 2017 15 Uhr

Begrüßung: Pater Edmund Dorner, Rektor der Kirche zum Hl. Karl Borromäus

Kirchenrundgang: Pater Edmund Dorner, Dr. Herwig Swoboda mit der Heimatrunde St. Hubertus. Es sprechen auch die Expertin für Glasmalerei Alicia Spengler (Bezirksmuseum Wien 6)  und der Heraldiker des Österreichischen Staatsarchivs Dr. Michael Göbl.

Nach dem Rundgang wird zu einer Agape in der Sakristei gebeten.

Nach einer Fachfortbildung wird ab ca. 18 Uhr ein Konzert für Bass-Stimme, Orgel und Trompete an der pneumatischen Orgel der Versorgungsheimkirche gegeben mit Werken von Händel, Bach,  Dvořak und anderen.

Die Karlskirche des Wiener Versorgungsheims – Glanzlicht des Wiener Historismus unter Jakob Dont

Die Versorgungsheimkirche (1904) wurde von der Wiener Bevölkerung, ihren Gewerben und ihrem Stadtarchitekten Johann Nepomuk Scheiringer (1855-1934) inmitten eines einzigartigen Architekturraumes geschaffen, der auch das Waisenhaus und Taubstummenanstalt (1913) einschließt. Spiritus rector dieses Höhepunkts des Wiener Historismus war der Leiter der MA XI b Jakob Dont (1864-1946), Sohn des gleichnamigen, bis heute einflussreichen Violinpädagogen.

Jakob Dont verfasste je eine Monografie zur Eröffnung der Kirche 1904 und 1910 zu ihrem heraldischen Schmuck. Die Heraldik der wiener Bezirke und Gewerbe erlebte hier ihre Geburtsstunde (M. Göbl), die Glasmalerei des 19. Jhts. einen Höhepunkt. Plastik, Malerei und Mosaik bilden eine späte Blüte der Ringstraßenepoche. Franz Fischers Fresken lehnen sich an die Pfarrkirche Altlerchenfeld und an Giottos Scrovegni-Kapelle in Padua an. Die pneumatische Orgel ist wie die der Donaufelder Kirche ein Klangdokument des romantischen Orgelbaus.

Versorgungsheim, Zentralfriedhof und Jubiläumskrankenhaus erwecken mit ihren Versammlungsorten, den Kirchen, einen überwältigenden Eindruck kultureller Einheitlichkeit, der durch Zitate von Raggis Borromäus-Statue in Borrominis San Carlino in Rom und den Lukas-Madonnen von Rogier van der Weyden 1440, Hugo van der Goes ca. 1475 und Guercino 1653 unterstrichen wird.

Die Glasmalerei des 19. Jahrhunderts, die in der Franzensburg in Laxenburg ihren Ausgang nahm, gelangte in der Versorgungsheimkirche zu einem Höhepunkt, der ebenso wie der laxenburger Beginn mit dem Namen Geyling verbunden ist. Die Wiener Bezirks- und Gewerbeheraldik erlebte in der Versorgungsheimklirche ihre Geburtsstunde. Sie ist mit dem Namen Ströhl verbunden, der ein großes international beachtetes Werk hinterließ.

Der kreative Administrator Dr. Jakob Dont widmete der Heraldik viel Raum in seinem Buch zur Eröffnung des Versorgungsheimes 1904, und eine Monografie 1910. Das Buch aus 1904 kann HIER online betrachtet werden. Zu einem Exzerpt aus dem Buch hinsichtlich der Versorgungsheimkirche kommen Sie HIER. Das Buch aus 1910 ist online noch nicht verfügbar. 

Der kaum bekannte Magistratssekretär Dr. Jakob Dont, Sohn des homonymen Violinpädagogen, der allen in- und mehr noch ausländischen, zumindest den russischen und amerikanischen ViolinstudentInnen geläufig ist, stand als Spirtus rector hinter

  1. dem Versorgungsheim, das ursprünglich eine alte Vorgängeranstalt im Areal Spitalgasse 23 ersetzen sollte, wo stattdessen die Neubauten des AKH (1911; 1993) Platz fanden (nach der ersten modernen Psychiatrie beim Brünnlbad, Lazarettgasse 14)
  2. dem Kaiserjubiläumsspital (KH Hietzing) und, als Pensionist,
  3. dem bemerkenswerten Umbau der Pfarrkirche St. Erhard (Clemens Holzmeister, Rudolf Eisenmenger)

Das kulturelle Rückgrat von Ort, Zeit und Handlung wird uns aus erster Hand von der Expertin für Glasmalerei Alicia Spengler (Bezirksmuseum Wien 6)  und vom Heraldiker des Österreichischen Staatsarchivs Dr. Michael Göbl näher gebracht.

Dieser Anlass gibt auch Gelegenheit, des 300. Geburtstags der Initiatorin der Erneuerung des Gesundheitswesens in Österreich, Kaiserin Maria Theresia zu gedenken, die den Boerhaave-Schüler Gerard van Swieten aus Leiden nach Österreich berief!

hojos
im Februar 2017

Spanisch Sprachschule