Maria Hiezingensis
Eine Schrift aus dem Jahre 1662
Diese Schrift von Ernst Sauer, der sich selbst Ernestus Saur nannte, aus dem Jahr 1662 ist ein bemerkenswertes Zeitdokument. Das Titelbild zeigt die älteste mir bekannte Darstellung der Hietzinger Kirche. Gewidmet ist das Werk Karl Joseph von Österreich (1649–1664). Er war ein Erzherzog aus dem Haus Habsburg und wurde schon als Kind für hohe geistliche Ämter bestimmt. Bereits als Knabe vereinte er mehrere bedeutende kirchliche und ordenspolitische Titel und galt als vielversprechendes Mitglied der habsburgischen Dynastie. Er starb nur zwei Jahre nach dem Erscheinen der Schrift von Ernst Sauer im Alter von vierzehn Jahren.
Nach den Seiten mit der Widmung, der kirchlichen Begutachtung und der Druckgenehmigung beginnt auf der nummerierten Seite 1 der eigentliche Inhalt der Schrift. Insgesamt ist sie eine leidenschaftliche Huldigung der Gottesmutter und eine Aufzählung ihrer Wundertaten. Die ersten Seiten beschreiben jedoch auch lokalhistorisch besonders interessante Begebenheiten.
Den Anfang bildet der Einfall Sultan Süleymans, der aus Ungarn kommend mit einer Streitmacht von 300.000 Mann in Österreich einfiel und mit der Einschließung Wiens am 27. September 1529 dessen Belagerung begann. Am Ende dieser Schilderung wird die wundertätige Wirkung des im Baum versteckten Marienbildes beschrieben.
Die nun folgende Zeit ungestörter Wallfahrten nach Hietzing wurde durch den Einfall Stephan Bocskays im Jahr 1604 unterbrochen, der auch den Kirchen vielerorts Zerstörung und Brand brachte. Die konkrete Zerstörung des „Hietzinger Heiligtums“ wird von Ernst Sauer allerdings erst den Wallonen zugeschrieben. Als Zeitangabe nennt er lediglich „jene so schreckliche und unheilvolle Zeit“, die offensichtlich auf das Jahr 1604 folgte. Unseren Chroniken zufolge zogen die Wallonen 1607 durch St. Veit und dürften anschließend weiter nach Hietzing gezogen sein.
Bereits nach Ablauf eines Jahres nach der Zerstörung soll die Kirche unter der Leitung des Herrn Thomas Rueff wieder aufgebaut worden sein, allerdings nicht mehr in ihrer früheren Größe. Doch auch sie habe bald wieder die ganze Welt zur Verehrung der Gottesmutter angezogen.
Auch Scipio Deelzi – gemeint ist offenbar Scipione Pannocchieschi d’Elci, Nuntius in Wien bei Kaiser Ferdinand III. (Regierungszeit 1637–1657) und dreimal apostolischer Gesandter beim römischen Kaiser – war von der Kirche sehr beeindruckt. Er schrieb: „Diese Kapelle scheint schon ihrem alten Aussehen nach ein Denkmal wunderbarer Heiligkeit und Frömmigkeit zu sein.“
Auf seinen Einfluss hin stattete Papst Alexander VII. die Kapelle zusätzlich zu den bereits an den größeren Festen der heiligen Jungfrau gewährten Ablässen mit weiteren geistlichen Gnaden aus: Allen, die zur Hietzinger Kirche pilgerten und dort beteten oder auch nur dem Gottesdienst zuhörten, wurde die Vergebung ihrer Sünden zugesprochen. Auch die Betreuung dieses Ortes durch die Regularkanoniker wurde durch die Päpste Urban VII., Gregor XIV., Paul V. und andere bestätigt.
Ernst Sauer beschreibt anschließend noch weitere Erzherzöge und Kaiser bis hin zu Leopold I., die nach Hietzing pilgerten, um die Mutter Gottes in demütiger Kniebeugung und mit großzügigen Gaben zu verehren.
Erwähnt wird auch die besondere Zuneigung der Kaiserin Eleonora. Gemeint ist Eleonora Magdalena Gonzaga von Mantua-Nevers, die dritte Ehefrau des 1657 verstorbenen Kaiser Ferdinand III. Auch ihr wird das „Gonzaga-Schloss“, der nach ihrer Großtante Eleonora I. benannte Vorgängerbau des Schlosses Schönbrunn, als Witwensitz gedient haben. Sie kam nach Hietzing, um zu beten und Maria um Hilfe bei ihren Geburtswehen zu bitten. Dabei wurde sie oft von ihrer jüngeren Familie und von Erzherzog Karl Joseph, dem Sohn Kaiser Ferdinand III. aus seiner zweiten Ehe, begleitet. Karl Joseph, dem diese Schrift gewidmet wurde, soll damals im achten Lebensjahr gestanden sein – also ist vom Jahr 1657, dem Todesjahr Ferdinand III. und dem Geburtsjahr des bald nach der Geburt verstorbenen Ferdinand die Rede.
Diese Inhalte füllen die Seiten 1 bis 11. Anschließend geht die Schrift bis Seite 52 auf unzählige Beispiele österreichischer Frömmigkeit und auf die Hilfe der Gottesmutter ein. Die folgenden Seiten bis Seite 57 bilden einen poetischen Abschluss.
In der Folge werden die einzelnen Seiten der Schrift (zur Vergrößerung die Miniaturbilder anklicken) samt einer Übersetzung aus dem Lateinischen dargestellt. Das dafür verwendete Digitalisat wurde von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen über die Deutsche Digitale Bibliothek unter der Public Domain Mark 1.0 veröffentlicht.
Die Übersetzung erfolgte mit Unterstützung von ChatGPT (OpenAI). Da einige Stellen noch zu korrigieren sind und einzelne Übersetzungen derzeit unlogisch oder unsicher erscheinen, ist sie ausdrücklich als vorläufig zu betrachten. Anregungen und Hinweise zu möglichen Verbesserungen sind willkommen.
Titelblatt
Maria Hiezingensis
oder
Die Fülle der Wunder des hochberühmten Bildes der seligen und glorreichen Jungfrau Maria von Hietzing.
Verfasst von
dem hochwürdigen Herrn Ernestus Saur,
reguliertem Kanonikus von Klosterneuburg
und derzeitigem Beichtvater der genannten Hietzinger Kirche.
Im Jahre 1662.
Wien in Österreich, gedruckt bei Matthaeus Cosmerovius, kaiserlichem Drucker.
Titelbild
Der in die Schrift eingefügte Kupferstich zeigt die alte Hietzinger Kirche mit der Überschrift: Die wundertätige Gottesmutter von Hiezing in Österreich. Von dieser Darstellung gibt es zumindest zwei Versionen, diese ist die inhaltsreichere. Oberhalb der Kirche schwebt auf Wolken die gotische Marienstatue, links neben ihr der Heilige Augustinus mit einem von einem Pfeil durchbohrten Herz als Sinnbild feuriger Gottesliebe und rechts von ihr der Kirchenstifter Leopold III. Das Stift Klosterneuburg war der Grundherr von Hietzing. Der Platz vor der Kirche um den Bildstock ist von Leben erfüllt, unter anderem von einem langen Prozessionszug.
Widmung
Dem durchlauchtigsten und hochwürdigsten Karl Joseph, Erzherzog von Österreich usw. usw.
Mit tiefster Demut, wie es sich geziemt, auf den Knien und in Ehrfurcht trete ich, durchlauchtigster Erzherzog, als Überbringer eines, wie ich hoffe, nicht unwillkommenen Geschenkes vor Eure Hoheit.
Denn ich bringe hier eine kurze Zusammenfassung einiger Gnaden und Dankerweise dar, welche die glorreichste Jungfrau von Hiezing in diesen Jahren, wie man sagt, mit voller Hand über alle ausgegossen hat, die ihre heilbringende Hilfe erflehten.
Damit diese Gnadenerweise nicht in den Finsternissen des Vergessens und des Alters verborgen blieben, wollte ich jene Strahlen zur glänzenden Verehrung Mariens durch Eure Hoheit emporführen.
Eure Hoheit möge, wie ich hoffe, diese Seiten mit gnädigem Blick aufnehmen, die den Ruhm jener glorreichen Mutter und Jungfrau schildern – jener, zu der Eure Hoheit von der ersten Morgenröte des Lebens und seit dem Aufgang Ihrer Jugendzeit an eine höchste und brennendste Liebe stets entzündet hat.
Und die Ströme dieser Frömmigkeit sind mächtig: Aus ihnen entspringen weitere Ströme; denn durch die leuchtenden Beispiele, die Eure Hoheit gibt, erfüllen Sie Ihren erhabenen Vater ganz und gar.
Denn welch großer Glanz strahlt aus dem Angesicht des Vaters! (Anm: Kaiser Leopold I.) Auch er ist stets ganz von der Glut der Gottesmutter und Jungfrau entbrannt gewesen und hat beim Anblick dieses höchst glückbringenden Morgensterns die Augen seines Geistes niemals von ihr abgewandt.
Vielmehr hat er ihr allein sich selbst und seine Völker und Heere, seine Reiche und Provinzen, seine Kronen und Zepter und seine gesamte Herrschaft anvertraut.
Dadurch ist es auch geschehen, dass dieses erhabenste Haus Österreich stets reich an Lorbeeren und an Herrschaft gewesen ist; denn stets war es eine Schutzwehr der heiligen Frömmigkeit, Gerechtigkeit und Religion und gleichsam das Kapitol aller Tugenden.
Gestatten Sie daher, durchlauchtigster Erzherzog, dass ich diese Glanzstrahlen der marianischen Gnaden in Ihren Schoß niederlege.
Denn ich weiß niemanden, der Maria angemessener und würdiger dargebracht werden könnte als Joseph.
Eurer Hoheit
der demütigste Diener in Christus,
Ernestus Saur,
Kanonikus und Professor zu Klosterneuburg.
Kirchliche Begutachtung
Der Augustinerpater Augustinus de Burgo, Doktor der Theologie und Leiter des Studienhauses des Wiener Augustinerkonvents, erklärt:
„Ich, der Unterzeichnete, habe aufgrund eines mir eigens dazu erteilten Auftrags dieses Büchlein gelesen, dessen Titel lautet: MARIA HIEZINGENSIS ... und ich habe darin nichts gefunden, was den guten Sitten oder dem katholischen Glauben widerspricht.“
Er hebt vielmehr die zahlreichen Wunderberichte hervor: „insbesondere aber die zahlreichen berichteten Wunder zur größeren Ehre und zum Ruhm der Gottesmutter, der heiligsten Jungfrau Maria ...“
„Daher habe ich es für würdig erachtet, gedruckt und der Öffentlichkeit übergeben zu werden.“
Und Saur erhält sogar ein ausdrücklich missionarisches Lob: „...damit dadurch die fromme Verehrung des dankbaren Volkes für jenes wundertätige Bild noch mehr zunehme.“
Die Begutachtung wurde am 6. August 1662 in Wien im Augustinerkloster bei St. Sebastian und Rochus unterzeichnet.
Zweite Begutachtung und Druckgenehmigung
Am folgenden Tag, dem 7. August 1662, erfolgte eine weitere Prüfung durch den Dominikaner Fr. Reymundus Pinger. Er schreibt, er habe das Büchlein ebenfalls aufgrund eines Auftrags gelesen und darin „nichts gefunden, was dem Glauben oder den guten Sitten entgegensteht“, sondern vielmehr „große Eleganz, Eifer und Begeisterung zur Förderung des marianischen Kultes“ festgestellt.
Deshalb hält er das Buch für „höchst würdig, zum Druck gegeben und verbreitet zu werden, damit die Verehrung der Gottesmutter zunehme.“
Darunter steht seine Amtsbezeichnung: Fr. Reymundus Pinger, Doktor der heiligen Theologie, Leiter des Studiums und derzeitiger Vizeprior.
Anschließend folgt groß IMPRIMATUR: „Es werde gedruckt.“
Die endgültige Druckgenehmigung erteilt: Antonius Guarient, Philosophiedekan und derzeitiger Rektor der Universität Wien.
Seite 1
Die Arche, die einst Gott, der Herrscher des ganzen Weltalls, zur Rettung der dahintreibenden Welt begann, aus dem Schoß der Taube zu errichten, haben ebenso die selige Erfahrung in jener himmlischen Taube, der überaus gnädigen Fürsprecherin der Sterblichen, der Gottesmutter und Jungfrau, überall auf Erden immer wieder erneuert gesehen.
Jene noachitische Taube brachte nach der Besänftigung des Zornes der Nemesis und nach der durch die Wasserfluten erfolgten Auslöschung als Zeichen und Botin des erlangten Friedens dem Retter des Menschengeschlechtes den grünen Ölzweig.
Diese glückliche, stets Öl tragende Jungfrau, die überaus gnadenreiche, führt jene, die mit den verschiedensten Wogen des Elends und der Unglücksfälle kämpfen, in …
Seite 2
… den ruhigen Hafen allen Glückes und führt sie täglich sanft dorthin und lässt sie dort anlegen.
Dies begann sich auch bei unserer glorreichen Hietzinger Mutter, dem sichersten aller Zufluchtsorte, durch ein bemerkenswertes und heiliges Wunder zu zeigen, im Jahre 1529, als der geschworene Feind des katholischen Glaubens, der türkische Kaiser Soliman, mit Geist und Waffen feindselig, die unselige Fackel des Krieges nach Ungarn brachte.
Seine Grausamkeit wütete in jenem ganzen Königreich so sehr, dass es nichts gab, was sie nicht gewagt hätte, mit grausamer Kühnheit zu schänden, völlig zugrunde zu richten und zu vernichten.
Von dort aus drang Soliman weiter bis an die Grenzen Österreichs vor, um mit einer gewaltigen Streitmacht von dreihunderttausend Mann den ganzen Sturm seiner Wut dort zu entfesseln.
Schließlich schloss er auch die Hauptstadt Österreichs, Wien, vom 27. September bis zum 15. Oktober desselben Jahres mit einer Belagerung ein und drohte der Stadt mit Vernichtung und Verwüstung.
Seite 3
Er hatte bereits die Täler, Wälder und Mauern verwüstet.
Nachdem er auf diese Weise einen so schrecklichen Krieg und ein solches Unglück überall verbreitet hatte, dass man nichts als das Elend der Unschuldigen, die Beute der Mächtigen, den Schrecken der Strafen und das Klirren der Ketten und Fesseln hörte, gerieten unter die übrigen auch vier Männer in die Grausamkeit jener Barbaren.
Sie banden einen von ihnen nahe einem Baum fest, der die Hietzinger Kirche überragte, gleichsam als sicheres Opfer und als Beute ihres Wahnsinns.
Als ihnen aber keinerlei Hoffnung mehr blieb, dieses unheilvolle Joch eines Tages von ihrem Haupt abzuwehren oder der gegen ihre Kehle gerichteten Klinge zu entgehen, riefen sie die rettende Hand der überaus gütigen Gottesmutter an.
Diese reichte ihnen ihre so gütige und bereite Hand, dass die Fesseln wunderbar von Hals und Füßen fielen und sie ohne weiteres in die Freiheit gelangten.
Um diese so einzigartige und außergewöhnliche Gnade der ganzen Welt bekannt zu machen, kehrten sie zurück und bezeugten unter Eid, dass …
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… ihnen das glorreiche Bild der Hietzinger Jungfrau bei Nacht, umgeben von wunderbarem Lichtglanz, aus jenem Baum heraus sichtbar geworden sei, in dem sie sich zu jener Zeit verborgen hielt.
Sie sahen sie vor ihren Augen und hörten sie, erfüllt von göttlicher Liebe und Güte, wiederholt sagen:
„Hiets Euch / Hiets Euch!“
Damit nahm sie sie als ihre Kinder an und entzog sich ihren Augen.
Von jener Zeit an begann dieses glorreiche Bild, die ganze Welt mit so vielen Wundern und Gnaden zu erleuchten, dass wir täglich sehen, wie von hier aus in alle Teile der Welt Gnaden ausströmen und Wohltaten hervorquellen.
Gewiss würde ich ihr Unrecht tun, wenn ich mit dem Dichter sagte, dass ihre Gnaden so zahlreich seien wie die Sterne des Himmels.
So erstrahlte dieser Ort für Menschen aller Völker, jeden Alters und jeden Standes als ein glücklicherer Leuchtturm und als eine gleichsam glückselige, immergrüne Insel, von der jene himmlische Taube, die Gottesmutter, täglich so viele blühende Zweige als Zeichen göttlicher Vergeltung durch die verschiedenen Stürme der Unglücksfälle entgegenstreckte.
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Deshalb strömten von allen Gegenden der Welt Menschen hierher, gleichsam zu dem ersehnten Land ihrer Wünsche, und ertrugen gütig die Unbilden der Reise und des Himmels und der Erde.
Sie brachten eine Vielzahl verschiedener Geschenke mit und weihten sie zu Ehren der Gottesmutter als Votivgaben.
Dies dauerte bis zum Jahre 1604.
In diesem Jahr leuchtete hier die göttliche Güte, so bereit, Gelübde anzunehmen, so geneigt zu Wohltaten, so bereitwillig zur Hilfe für alle und so schnell mit Gnaden, vom Himmel herab, derart auf, dass schon bei der bloßen Aussprache des Namens der Allerheiligsten Jungfrau Lahme aufgerichtet wurden, Blinden das Licht ihrer Augen zurückgegeben wurde, stumme Zungen sich zu Dank und Lob lösten, Geschwüre, von Eiter starrend und von schrecklichem Aussehen, geheilt wurden, von Epilepsie Befallene, von Lähmung Entkräftete, von Schlaganfall Niedergeworfene und von Lepra Befleckte wiederhergestellt wurden.
Selbst jene, die bereits an den Grenzen des Grabes standen, wurden zum lieblichen Licht des Lebens und zur glücklichen Wiederkehr ihrer wiederhergestellten Kräfte zurückgeführt.
Unter den zahllosen Gnaden, die die stets gütige …
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… Gottesmutter erwiesen hat, befinden sich auch jene, die in ihrer ersten noch unverdorbenen Unschuld erblühten, sowie jene, die durch eine heilige Beichte aus den Wogen ihrer Sünden danach strebten, in den Hafen eines besseren Lebens zu gelangen.
Noch deutlicher wird dies sichtbar werden, wenn sich die mariatische Muschel öffnet und ihre Vereinigung und ihre Edelsteine der Wohltaten zum Vorschein kommen.
Ich will jedoch, lieber Leser, nicht versuchen, die einzelnen Fälle aufzuzählen.
Der Ozean wird nicht mit einem Eimer ausgeschöpft; auch hat bisher niemand die Strahlen der Sonne gezählt.
Ich will daher nicht mit meinem kleinen Boot in das unbefahrbare Meer der mariatischen Gnaden hinausfahren, sondern mit eingezogenen Segeln am Ufer entlanggehen.
Auch lässt mich der rasende Sturm des Krieges, den Stephan Bocskay, Fürst von Ungarn, im Jahre 1604 entfesselt hat, nicht weiter hinausfahren.
Seine Grausamkeit erwies sich in Pannonien und in den übrigen ehemals zu den Erblanden Kaiser Rudolfs II. gehörenden Gebieten gegenüber allen Verehrern Gottes und den frommen Menschen als überaus grausam …
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… und drang überallhin vor; in den Kirchen brachte sie Zerstörung und Brand, auf den Feldern, in den Dörfern und Städten Gemetzel, Mord und Verwüstung.
In jener so schrecklichen und unheilvollen Zeit richtete auch die Grausamkeit der Wallonen gegen unser Hietzinger Heiligtum die Flammen und verbrannte es in einem verhängnisvollen Scheiterhaufen vollständig zu Asche.
Doch schon nach Ablauf eines einzigen Jahres wurde es unter der Leitung des hochwürdigsten und hochangesehenen Herrn Thomas Rueff, Propst des Klosters Klosterneuburg, aus diesen umgestürzten Mauern und Ruinen wieder aufgebaut, wenn auch nicht in der früheren Größe, so doch in jener stattlichen Gestalt, in der es heute zu sehen ist.
Doch auch in dieser Zeit und nach der seit der Verwüstung verstrichenen Zeit strömte es immer aus den Quellen der Gnaden und Wunder über.
Daher wundere ich mich nicht, dass es bis zum heutigen Tag die ganze Welt zu seiner Liebe und Verehrung hingezogen hat.
Denn wir lieben ja auch jene Flüsse, die unaufhörlich und niemals versiegend aus ihrer Quelle dahinströmen, und wir loben den Boden …
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… weil die Strahlen, die niemals unterbrochen werden, von Osten bis Westen hervorleuchten.
Dasselbe scheint auch der hochberühmte und hochwürdigste Herr Scipio Delzi, dreimal apostolischer Gesandter beim römischen Kaiser Ferdinand, ausgesprochen zu haben.
Er, der dieses glorreiche Bild so oft zu begrüßen pflegte, richtete zu seinem Lob diese ebenso frommen wie herrlichen Worte an dasselbe:
„Diese Kapelle scheint, schon ihrem alten Aussehen nach, ein Denkmal wunderbarer Heiligkeit und Frömmigkeit zu sein.“
Später schmückte er sie, gleichsam einen kostbaren Ring mit einem Edelstein, noch mit neuen Ehren des Lobes.
Als er dann aus Deutschland nach Rom zurückgekehrt war, erhob er vor dem Apostolischen Stuhl, vor unserem heiligsten Herrn Alexander VII., diese glorreiche Kapelle der Gottesmutter durch so hervorragende Bezeichnungen und so große Auszeichnungen, dass der Heiligste Vater, dieser oberste Bischof der Welt, zusätzlich zu den Ablässen, die bereits bei den größeren Festen der heiligen Jungfrau verliehen wurden, auch noch andere Samstagsgnaden …
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… und mit Gunst ausgezeichnet hat.
Er gewährte nämlich allen, die an jenen Tagen fromm zu dieser überaus gütigen Hietzinger Mutter pilgern und die Lobpreisungen derselben glorreichen Jungfrau von Loreto beten oder singen oder sich anhören, wenn sie gesungen oder gesprochen werden, die Vergebung ihrer Sünden.
Ehrfurchtsvoll übergehe ich hier auch die Urkunden der heiligsten Päpste Urban VII., Gregor XIV., Paul V. und anderer, durch welche die Leitung dieses Ortes den Regularkanonikern bestätigt wurde.
Ich lasse sie hier beiseite, denn ich glaube, dass die Welt bereits durch diese eine Sonne hinreichend erleuchtet ist, von deren Strahlen sie bisher ausreichend erhellt worden ist.
Nun aber laden mich der Glanz der erhabensten Kaiser und Erzherzöge und die so herrlichen Zeugnisse ihrer brennenden Liebe zur Gottesmutter dazu ein.
Ferdinand II., der durch seine Tugend, sein Blut und seinen Ruhm …
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… ebenso wie sein Nachfolger Ferdinand III.;
und ebenso der durchlauchtigste Leopold I., König von Ungarn und Böhmen, den die glücklichen österreichischen Lorbeeren dazu einluden, seine Majestät mit dem erhabenen Diadem zu krönen.
Sein Geist, erfüllt von Rat und Klugheit, Tatkraft und glücklicher Vorbedeutung, von natürlicher Milde, Anmut des Gesichtes, heiterer Stirn, freundlichem Ausdruck, ausgeglichenem Gemüt, Liebe zur Religion und Eifer für die Frömmigkeit, war zuvor nach Hietzing gepilgert, um, wie ich glaube, im Spiegel der marianischen Hoheit zu sehen, wie viel Ruhm ihm aus dem Vorhaben dieser Reise erwachsen würde.
Während die ganze Welt zugleich mit dem durchlauchtigsten König in diesem Wunsch sehnsüchtig erwartete, wurde ihm durch die Stimmen der Kurfürsten das Zepter Deutschlands übertragen, und unter glücklichen Adlern kehrte er als Kaiser der Römer zurück.
So haben die erhabensten Kaiser den Weg zu jener glorreichen Hietzinger Mutter oftmals mit ihren eigenen Füßen bezeichnet, indem sie sie in demütiger Kniebeugung und mit den großzügigsten Gaben verehrten …
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Ich will hier nicht, in dieser für die durchlauchtigste Mutter so würdigen Angelegenheit, die schönen Zuneigungen der erhabensten Kaiserin Eleonora mit Schweigen übergehen; sie pflegte nämlich mit ihren benachbarten Gärten hierher zu kommen und in dieser glorreichen Jungfrau häufige Gebete zu verrichten und sie mit Bitten zu bestürmen, damit sie ihr in den Wehen beistehe und mit ihrer Hilfe die Geburt erleichtere.
Auch ihre jüngere Familie pflegte sie häufig zu begleiten und, mit gebeugten Knien, die ehrwürdige Gestalt jener Lauretanischen Jungfrau zu begrüßen; dabei legten sie ihre Bitten vor ihr nieder und brachten ihr Lob dar.
Auch der überaus gnädige Erzherzog, die Zierde und das Licht des österreichischen Blutes, Karl Joseph, der damals erst im achten Lebensjahr stand, verehrte sie, wie man aus den angebrachten und mit Margeriten geschmückten Blumen erkennen kann.
Er bezeugte auf seiner Stirn, die von glücklichem Schicksal gekrönt war, wie sehr er die Überreste seines Lebens diesem Haupt anvertraute.
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… und ließ dies erkennen, wie auch die durchlauchtigste Mutter, die erhabene Jungfrau, die ihn auf neue Hoffnung hin krönte.
Die unzähligen Beispiele österreichischer Frömmigkeit entzündeten in frommen Gemütern stets neue Liebe zu dieser erhabenen Gottesmutter. Ihre Strahlen ergossen sich gleichsam über die Augen derer, die auf ihren Namen blickten und, bedrängt von den Leiden ihrer Prüfungen, sie anriefen; sie erwies ihnen ihre Hilfe.
Doch wenden wir uns nun näher den überaus glücklichen Gnaden der Maria zu, die uns die Menge der Kranken vor Augen führt, welche nicht nur durch den Gebrauch von Arzneien, sondern durch tägliche Hilfe Heilung erlangten.
Ferdinand Christophorus, nahezu ein Jahr lang, ja beinahe sein ganzes Leben lang …
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… hatte er eine Nadel im Mund, die nichts weniger als eine günstige Wirkung hervorbrachte; vielmehr verursachte sie durch ihre drei Zacken Schmerzen und Qualen. Die Mutter hatte bereits die Hoffnung auf Heilung aufgegeben und glaubte, sie müsse den besonderen Eingriff einem Arzt anvertrauen.
Doch wandte sie sich in ihrer Not an die Mutter von Hietzing. In demselben Augenblick vollzog die Jungfrau an ihrem Sohn ein Wunder, indem sie die Nadel aus seinem Körper herauszog.
Die Eltern, die dieses Wunder bezeugen, sprechen von dieser Wohltat.
Rufitius, der an tiefen Geschwüren an den Beinen litt, deren Nerven im ganzen Körper so stark zusammengezogen waren, dass er kaum noch gehen konnte, und der volle sechs Jahre lang in dieser erbärmlichen Lage verharrte, flehte die einzige Hoffnung seines Lebens, die Mutter von Hietzing, an.
Hier wurde er, nach all seinen vergeblichen Bemühungen, plötzlich geheilt und ging schließlich wieder bis …
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… zum Hügel der Blumen und gelangte nach Hietzing, wo er der Jungfrau, die er verehrte, unter Dankesrufen die wiedererlangte Gesundheit verkündete.
Zum ewigen Zeugnis dieser Wohltat hängte er an den größeren Altar eine eiserne Krone, gleichsam als Siegeskrone.
Dann kommt die erstaunliche Geschichte eines gewissen Cöllen, der die Jungfrau von Hietzing wegen seiner schweren Geschwüre aufsuchte und Heilung erlangte.
Auch die Gefährten dieses Mannes, die ihn an verschiedenen Orten der Erde gesucht hatten, fanden ihn nicht; sie hatten ihn bereits unter den Toten gezählt.
Als sie schließlich durch das Gerücht von seinen glücklichen Schicksalen nach Hietzing kamen, fanden sie dort den Kranken, der seine ganze Hoffnung und sein Vertrauen auf die Mutter gesetzt hatte; sie umarmten ihn und erkannten an seinem Gesicht, dass er durch die Wunder der göttlichen Jungfrau wiederhergestellt worden war.
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Ein Kind von drei Jahren, dessen Brust von einer schrecklichen Krankheit entstellt war, sodass es beinahe dem sicheren Tod verfallen war und keine ärztliche Behandlung mehr helfen konnte, wurde von seinen Eltern, nachdem jede menschliche Hoffnung verschwunden war, zur Jungfrau von Hietzing gebracht.
Sie legten das Kind glücklich vor den Leib der göttlichen Mutter, worauf es noch in demselben Augenblick geheilt wurde.
Eine Witwe, die durch äußerste Armut bedrängt und aller Hilfe ihrer Freunde beraubt war, hatte überdies ihre Habe an sich genommen gesehen und war über ein ganzes Jahr lang nicht in der Lage gewesen, ihrem Gläubiger die Miete ihres Hauses zu bezahlen.
Da sie unter so vielen Unglücksfällen nicht wusste, wie sie sich aus ihren Sorgen befreien sollte, setzte sie ihr ganzes Vertrauen auf die Hietzinger Maria und pilgerte siebenmal zu ihr.
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Sie fügte ihrem Gelübde hinzu, dort ein Bild anzubringen, und erfuhr einen glücklichen Ausgang: Ein Rat, der so erfolgreich und zugleich so kräftig war, ereignete sich bei dieser dritten Wallfahrt; sie hatte nämlich ein Gelübde abgelegt und die Hilfe der Kirche noch nicht erkannt, die ihr hinreichend Geld verschaffte.
Sie hatte nicht einmal um einen Pfennig gebeten, als ein gewisser Mann, der ihr im Tode nahegestanden hatte, der ihr ein beträchtliches Vermögen hinterließ, ihr die Mittel gab, ihre Schulden zu bezahlen.
So erfuhr sie die große Gnade der Maria.
Laurentius von Sumaran, der auf offenem Feld unter den Unbilden des Himmels litt und durch die Anstrengung aller menschlichen Kräfte erschöpft war, glaubte bereits, dass der Augenblick des Todes gekommen sei.
Da er sich in großer Not befand, rief er die Hietzinger Mutter an. Kaum hatte er sie angerufen, da sah er sie, von Licht umgeben, in der Ferne erscheinen; sie verbreitete an jenem Ort eine wunderbare Tugend über alle …
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… Menschen.
Auch diese glorreiche Mutter erfuhr dadurch Verehrung.
Judith Franzin lag nachts im Schlaf in großer körperlicher Schwäche; als sie von einem gewissen Strahl der Hietzinger Jungfrau getroffen wurde, glaubte sie, einen Stern am Himmel zu sehen, der ihre Augen erleuchtete.
Als sie jedoch wegen ihrer schweren Krankheit völlig erschöpft war und ihr Leben zu Ende ging, lag sie unter großen Schmerzen und war durch die Bewegung und den Gebrauch ihrer Glieder völlig entkräftet.
Da sie aber am folgenden Tag zur liebenswürdigen Mutter von Hietzing gebracht wurde, verließ sie das Bett, von dem sie aufgestanden war, gesund und wiederhergestellt.
Ein Kind, das kaum drei Jahre alt war, hatte seit seiner Geburt eine so schwere und unverständliche Zunge, dass es nichts anderes als unverständliche und ängstliche Laute hervorbringen konnte.
Als es aber die Jungfrau von Hietzing anrief, wurde seine Zunge plötzlich frei und brachte eine so klare Sprache hervor, dass sie zum Lob und zur Danksagung für die gnadenreiche Mutter befähigt war.
Seite 18
Ein Kind von noch nicht zwei Jahren, dessen Mutter in Neustadt auf einem Mühlenrad saß, fiel in das Wasser, als das Rad sich drehte.
Die Mutter, die sich gerade auf dem Weg befand, um Wasser zu schöpfen, sah, wie das Kind von dem Rad erfasst wurde, und konnte nur noch seinen Namen rufen.
Doch sogleich wurde das Kind durch die Hilfe der Hietzinger Gottesmutter gerettet.
Denn es wurde aus dem Wasser herausgezogen und fand sich, obwohl es von oben bis unten mit Wasser bedeckt war, völlig unversehrt wieder.
Nicht einmal ein einziger Knochen war gebrochen; obwohl es in der Mitte der rasenden Drehung des Rades gelegen hatte, war es nicht verletzt worden.
Die Eltern bezeugen dieses Wunder und bewahren die Erinnerung daran.
Ein gewisser Mann war von so heftigen Kopfschmerzen geschwächt, dass sein Verstand dadurch völlig verwirrt wurde …
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… und er die Schmerzen beinahe nicht mehr ertragen konnte.
Als diese Krankheit bereits lange Zeit seinen Körper quälte und ihn schließlich sogar aus seinem eigenen Haus vertrieb, wandte er sich an die Hietzinger Mutter, um ihre Hilfe zu erbitten.
Durch die Hilfe jener, deren Name Heil bedeutet, wurde er mit Öl gesalbt und bald darauf von seinen Schmerzen befreit.
Wo beinahe die ganze Kopfhaut wie von einem Schwert verwundet war, wurde sie durch die Hilfe der Familie geheilt und mit vollkommener Gesundheit wiederhergestellt; und so ging er, nachdem er seine Gnade und Wohltat erfahren hatte, gesund und glücklich davon.
Nachdem Frau Maria zum dritten Mal von einer äußerst schweren Krankheit befallen worden war, kam sie zur Herrin von Hietzing, um ihre Hilfe zu erbitten, und brachte zugleich ein Gelübde dar.
Sie gelobte ihr, wenn sie von ihrer Krankheit befreit würde, sie an allen Orten zu verehren, und so erwies sie ihr ihre Frömmigkeit.
Die Jungfrau Maria zerstreute die Finsternis ihres verwirrten Geistes und führte sie durch die Strahlen ihrer Gnaden zur glücklichsten Ordnung der Gesundheit und zur guten Verfassung zurück.
Seite 20
Johannes Jacobus Kühlinger hatte während der Nacht so starkes Nasenbluten, dass sein Gesicht beinahe seine natürliche Farbe verlor und vor Schmerzen glühte.
Als er zur Mutter von Hietzing gebracht worden war und sich zu ihr im Gebet wandte, öffnete er die Augen und sah, dass sich plötzlich ein Licht vor ihm zeigte, als ob ihm die überaus gnadenreiche Hilfe dieser Jungfrau zuteilgeworden wäre.
Im Jahre 1641, am 7. September, legte Maria Riederin die Stadt Korneuburg in einem Brand in Schutt und Asche; damals aber bewahrte sie durch ihre fromme Verehrung diese gnadenreiche Jungfrau.
Ihr Haus wurde zwischen den brennenden Häusern der Stadt vom Feuer verschont, sodass weder das Feuer selbst, gleichsam von ihnen ferngehalten, noch ein Windstoß, noch irgendeine andere Gewalt es beschädigte.
Seite 21
Marcinus Gaber, auf Stöcke gestützt, kam zu dieser glorreichen Hietzinger Kapelle. Sie war ihm ebenso glücklich, wie einst jenes Tor, das … [unleserliche Stelle] … gewesen war. Kaum hatte er das überaus liebliche Antlitz der Gottesmutter und Jungfrau, den Sitz aller Gnaden, erblickt, da wurden sogleich seine Beine und Füße gefestigt; er warf die Stöcke beiseite und begann aus vollem Herzen das Lob dieser überaus gütigen Mutter zu verkünden.
Guilielmus Schwabl, der zusammen mit einem Pferd unterwegs war, stürzte auf der Landstraße zu Boden. Doch in eben diesem Augenblick rief er die Hietzinger Mutter an, die er als seine höchste Fürsprecherin erfahren hatte, und obwohl der schreckliche Sturz ihn zu Boden geworfen hatte, erlitt er keinerlei Schaden an seinem Körper.
Jacobus Schindler, der durch die verwüsteten Dörfer Österreichs nach Neudorf zurückkehrte, fand sein Haus durch ein Gelübde der Hietzinger Jungfrau anvertraut. Obwohl ringsum Feuer wütete und die Flammen der brennenden Häuser bis zu ihm vordrangen, blieb sein Haus unversehrt. Maria …
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Maria Salome Haffnerin, von einem schweren körperlichen Leiden befallen, hatte seit sechzehn Monaten die Qualen dieser Krankheit ertragen und war schließlich so geschwächt, dass sie kaum noch aufrecht stehen konnte.
Endlich, nachdem sie verschiedene Ratschläge erhalten und lange überlegt hatte, richtete sie sich an die Mutter. Sie pilgerte nach Hietzing und brachte ihr ein Gelübde dar. Kaum hatte sie ihre Schmerzen und ihre Beschwerden dort vorgetragen, als die Krankheit nachließ und ihre geschwächte Kraft in ihren ganzen Körper zurückkehrte.
Eine gewisse Frau, eine Witwe aus Korneuburg, sah, wie die feindliche Flamme ihrer Stadt sich ausbreitete und auch in ihrer Nähe Häuser ergriff. Sie lief zwischen den brennenden Häusern hindurch und gelobte, ein neues rotes Buch – [bzw. eine rote Votivgabe] – zwischen den Flammen der Stadt anzubringen. Sie hatte die Hietzinger Jungfrau angerufen und wurde, wie sie selbst bezeugt, wunderbar gerettet.
Ein gewisser Mann, der seit siebzehn Tagen und Nächten von einem schrecklichen Geschwür am Hals geplagt wurde, dessen Mund so entstellt war, dass er kaum …
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… atmen konnte und selbst das Wasser, das er trank, wieder hervorbrachte; von den schrecklichen Schmerzen völlig erschöpft, konnte er weder essen noch trinken und erwartete nur noch den Tod.
Doch als er sich an die Hietzinger Jungfrau wandte, verwandelte sie die hoffnungslose Finsternis des Todes in die glücklichste Morgenröte des Lebens. Sie gab ihm seine frühere Kraft zurück und stellte ihn vollständig wieder her.
Zum Zeugnis seiner Dankbarkeit hinterließ er dieser glorreichen Mutter ein Opfer.
Ein ehrwürdiger Pater des Ordens der unbeschuhten Augustiner, der seit seiner Jugend an einer Krankheit gelitten hatte, die seine Füße zusammenzog und ihm das Gehen unmöglich machte, wandte sich an die Hietzinger Jungfrau. Dort, wo er zuvor keinen Schritt tun konnte, fand er den Weg des Lebens und einen göttlichen Weg zur Gesundheit.
Er berichtet diese Gnade der glorreichen Maria.
Laurentius Penninger, ein Jäger …
Seite 24
… wurde von den Fluten der Donau fortgerissen. Er war aus seinem Kahn ins Wasser gefallen und befand sich bereits inmitten des Stromes, als er diese Stunde, die sein Verderben zu werden schien, kaum noch überleben konnte.
Schon war eine neue Überschwemmung im Fluss entstanden und hatte ihn in die Mitte des Stromes getrieben. Doch als er sich zur glücklichen Mutter von Hietzing wandte, deren Bild hier verehrt wird, und sie anrief, erschien sie ihm und reichte ihm ihre Hand.
Sie befahl ihm, nach oben zu greifen, und als er dies tat, erschien ihm ein Mann, der ihn aus der Strömung herauszog und mit seinen Händen zum Ufer brachte.
Er hielt diesen glücklichen Stab – nicht unähnlich dem Stab des Moses, der einst durch die tosenden Meeresfluten den Weg geöffnet hatte – für ein Zeichen der Gnade der Jungfrau.
Dank dieser empfangenen Gnade entkam er lebend aus der Gefahr.
Ein Mann, dem beide Augen …
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… des Lichtes beraubt waren, sodass er während dreier Monate nicht einmal den geringsten Schimmer des Tageslichtes sehen konnte, erhielt von der Hietzinger Mutter durch seine Gebete den hellsten Strahl des ewigen Lichtes.
Als er zu ihr gebetet hatte, wurde die Finsternis seiner Augen beseitigt und das frühere Licht wiederhergestellt.
Nachdem der Arzt seine Augen untersucht hatte, bestätigte er die Wirklichkeit dieser Heilung. Er war ein Einwohner Hietzings.
Laurentius de Heffel war durch Gallensteine so grausam gequält worden, dass selbst beim geringsten Aufstehen Schmerzen und Tränen hervorbrachen. Er trug einen neuen, kaum erträglichen Schmerz in sich, den keine Kunst und kein Können der Ärzte zu lindern vermochte.
Daher wandte er sich an die Hietzinger Patronin; sobald die Krankheit von ihm gewichen war, wurde er geheilt und von seiner früheren Krankheit befreit.
Eva Gertrudis Wiltingerin, die beinahe ein Jahr lang des Gebrauchs ihrer Ohren und ihrer Zunge beraubt gewesen war, eilte zur Hietzinger Maria, der Helferin in allen Nöten.
Und tatsächlich sah sie, kaum hatte sie dies getan, wie ihre Ohren und ihre Zunge …
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… wieder geöffnet wurden; sie konnte wieder hören und sprechen und erlangte sogar einen besseren Zustand als zuvor.
Joannes Imhoff hatte elf Jahre lang unter einer schrecklichen Krankheit gelitten, die sich trotz aller Mittel nicht beheben ließ. Von den heftigsten Schmerzen gequält, wandte er sich schließlich in äußerster Not an den Altar von Hietzing.
Als er dort betete und seine Hände zum Altar erhob, blickte er mit einem Auge auf die Jungfrau und bemerkte, sobald er sie anrief, dass seine Kräfte wieder zurückkehrten.
Joannes Halinger, Bürger von Wien, war durch ein schreckliches Augenleiden fast aller Kräfte beraubt worden. Seine Augen waren so geschwächt, dass er kaum noch sehen konnte.
Doch als er sich an die Hietzinger Jungfrau wandte, wurde sein Körper wiederhergestellt. Obwohl die Krankheit bereits sehr weit fortgeschritten war, ließ sie von ihm ab, und er wurde durch die Hilfe der Jungfrau geheilt.
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Er hatte bereits die Hoffnung auf die Kunst der Ärzte aufgegeben, da alle ihre Bemühungen vergeblich waren und er nur noch den Tod vor Augen sah.
Doch in Erwartung der besten Hilfe richtete er sein einziges Gelübde an die Hietzinger Maria und legte sich ihr ganz anheim.
Sie verwandelte den Tod in ein glückliches Leben und führte ihn wieder zum Licht der Gesundheit zurück.
Zum Zeugnis dieser Gnade und der erhaltenen Hilfe hinterließ er selbst eine Votivgabe.
Matthias Langeisen, ein Mann von vornehmer Herkunft, war, abgesehen von den übrigen Leiden, bereits seit zehn Jahren an einer Lähmung beider Beine erkrankt; schließlich waren auch alle seine Glieder in ihrer Kraft und Tätigkeit geschwächt.
Er hatte jede ärztliche Behandlung versucht und dafür einen hohen Preis bezahlt, um die so heftigen Schmerzen und die so lange andauernde Krankheit zu vertreiben.
Als er jedoch sah, dass keine menschliche Behandlung irgendeinen Nutzen brachte, sondern alles vergeblich war, ohne Hoffnung auf eine bessere Wendung, wandte er sich in höchster Not an jene seligste …
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… Mutter der Barmherzigkeit, die sich inmitten so vieler Übel, die ihn bedrängten, als die einzige Zuflucht erwies.
Er wandte sich der Hietzinger Jungfrau zu, und sogleich wurden die Nerven ihres Körpers durch die Wärme der neuen Kraft gestärkt; seine Füße, die zuvor fest und unbeweglich gewesen waren, wurden wieder beweglich.
So konnte er, nachdem er die abgelegten Votivgaben betrachtet hatte, mit gesunden und kräftigen Füßen nach Hause zurückkehren.
Adolf, der mit grammatischen Studien beschäftigt war, war von einem schrecklichen Geschwür befallen. Er hatte sich in einer verzweifelten Lage befunden und war von den Dämonen der Verzweiflung und der Furcht heftig gequält worden.
Doch nachdem er nach Hietzing gelobt hatte, sich dorthin zu begeben, sobald es ihm möglich sein würde, empfing er schließlich die Eucharistie und fand in seiner Seele eine glücklichere Gesinnung, als er sie zuvor besessen hatte.
Er erfuhr die Hilfe der Hietzinger Jungfrau.
Eine gewisse Frau, deren Hände und Füße durch eine schwere Krankheit …
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… völlig unbrauchbar geworden waren, wandte sich in ihrer Not an die Hietzinger Jungfrau. Sie erkannte, dass ihre schreckliche Krankheit von ihr genommen und ihre Gesundheit wiederhergestellt worden war.
Joannes Walder, Bürger von Duln – von seinem Jagdgefährten und von den übrigen Menschen verlassen und in die Gewalt einer rauen Dornenhecke geraten –, war so unglücklich gefallen, dass er, während er durch die Felder ging, schwer verletzt und zerkratzt wurde.
Am dritten Tag fand man ihn wieder. Niemand konnte sich erklären, wie sein Körper inmitten der Dornen so schwer verletzt worden war; die Arme waren verwundet und blutig.
Ohne Zweifel hatte er, von einem siegreichen inneren Drang bewegt, die Hietzinger Mutter angerufen und ihr sein Vertrauen anvertraut. Sie hatte ihn aus dieser Gefahr gerettet und ihm wieder Gesundheit verliehen.
Joannes Leonardus Nuperck stürzte mit seinem Pferd von einem hohen Berg hinab und warf es über die Weinberge; dabei wäre beinahe alle Hoffnung auf sein Leben zugrunde gegangen.
Doch als er die blühende Maria von Hietzing wahrnahm, die ihm …
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… gleichsam als Zeichen des Lebens und des Heils erschien, sah er plötzlich den ganzen Körper wieder unversehrt und konnte zu neuem Leben zurückkehren.
Georgius Bormann, ein Wiener Bürger, befand sich auf offenem Feld zu Pferd und wurde von einem heftigen Unwetter mit Hagel und Sturm überrascht.
Er wandte sich an die Hietzinger Gottesmutter und betete zu ihr, während er sich unter ihren Schutz stellte. Unter ihrem Schutzschild blieb er, gleichsam unter einem friedlichen Himmel, von der schrecklichen Gewalt des Unwetters verschont.
Die Hagelkörner, die ringsum niedergingen, verletzten und beinahe töteten die Pferde; doch er selbst blieb unversehrt.
Joannes Nümfpeck, ein sechsjähriger Knabe, wurde von einem Pferd und einem Wagen schwer verletzt und lag elend und jämmerlich darnieder.
Er wurde dem Schutz der gnädigen Mutter von Hietzing anvertraut.
Und siehe: Jener, den man bereits für tot und von den Schmerzen beinahe überwältigt hielt, empfing, wie man glaubt, durch die Jungfrau Maria seine Gesundheit zurück.
Dies bezeugen die von seinen Eltern angebrachten Votivgaben.
Simon Schwartz, der seinen Sohn lange …
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Nachdem man sorgfältig und gewissenhaft nach der glorreichen Herrin von Hietzing gesucht und sie um Hilfe angerufen hatte, zeigte sie sich selbst inmitten der brodelnden Flammen. Die gewaltige Angst und der Schrecken, der bereits über sie gekommen war, veranlassten sie, sich ihr zuzuwenden; und nachdem sie ihre ganze Hoffnung auf sie und ihre Gnade gesetzt hatten, wurden sie aus der Gefahr gerettet.
Denn kaum hatte das Kind noch einige andere Worte hervorgebracht, da sprang es mit süßester Freude zur seligen Jungfrau und begann sie mit den Worten anzurufen, durch die es die Seele des Vaters in Freude und Dankbarkeit versetzte.
Hier werden sich die Eltern finden.
Laurentius Pämbl, nachdem er körperlich schwer erkrankt und von heftigen Schmerzen befallen worden war, wandte sich an diese gütige Königin, die Jungfrau von Hietzing. Nachdem er seine Hände zu ihr erhoben und sie mit frommen Gebeten angerufen hatte, erlangte er seine Gesundheit zurück. Und obwohl er unzählige andere Wohltaten empfangen hatte, bezeugte er diese Gnade unserer Mutter von Hietzing.
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Er bezeugte sie, indem er lediglich sechs Paar Schuhe aus Wachs an den Wänden aufhängte, die er als Zeichen seiner Dankbarkeit hatte anfertigen lassen.
Michael Kernerkalk, von einem Schlaganfall so schwer und heftig getroffen, dass beinahe jede Erinnerung ausgelöscht war und sein Körper bereits von tödlichen Zeichen ergriffen schien, rief den Namen Maria von Hietzing als seinen rettenden Namen an; sogleich wurde sein Geist in allen seinen Teilen wiederhergestellt.
Wolfgang Andreas Neupper, von einer Krankheit befallen und völlig entkräftet, war so geschwächt, dass seine ganze Körperwärme zu erlöschen schien. Doch als er unsere Mutter anrief, vertrieb sie sofort die Krankheit und führte seinen ganzen Körper zur Gesundheit zurück.
Maria Elisabeth, ein siebenjähriges Mädchen, hatte in Wien im Hause Promber an einer schweren Krankheit gelitten und war von heftigen Fieberanfällen ergriffen worden, die sie innerhalb von vier Stunden beinahe dem Tod zuführten.
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Die Eltern glaubten bereits, dass sie vor lauter Trauer ihr Kind verloren hätten. Die Mutter, völlig in Tränen und Gebete aufgelöst, wandte sich an die göttliche Jungfrau von Hietzing und bat sie inständig um Hilfe. Da öffnete das Kind, zum Erstaunen aller Anwesenden, die Augen, sprach, atmete und bewegte die Glieder, als wäre es niemals dem Tod nahe gewesen.
So zeigte die Tochter des Fürsten gleichsam, dass Christus die Beschützerin unseres Heils bestimmt hatte.
Am dritten Tag war die Gesundheit des Körpers vollständig und vollkommen wiederhergestellt; die Gottesmutter von Hietzing wurde dadurch zu einem Schuldner des Lobes und des Dankes.
Georgius Stervvachter war ein ganzes Jahr lang ohne Gebrauch seiner Zunge und ohne seine gewöhnliche Stimme; sein Herz und seine Seele waren durch die Hietzinger Maria völlig verwirrt. Doch sobald die Fessel seiner Zunge gelöst war, wurde sein Gesicht von neuem gesund und heiter.
Ein Kind wurde drei Jahre lang von schrecklichen Krämpfen gequält …
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… es wurde auf verschiedene Weise von seinen Eltern behandelt, doch alle menschlichen Heilmittel erwiesen sich bei ihm als vergeblich. Die Eltern riefen deshalb die Hietzinger Mutter an und vertrauten sich ihrer Güte und Gnade an; sogleich wurde das Kind aus seiner Krankheit befreit und vollständig wiederhergestellt.
Fridericus, durch die Gnade Gottes Fürst und Graf von Zollern, wurde von heftigen Schmerzen gequält. Häufig warf er sich in frommer Verehrung zu Boden und verehrte die glorreiche Herrin von Hietzing, aus deren überaus gütiger Quelle er, nachdem er wieder zu Kräften gekommen war, von neuem gesund und kräftig wurde.
Diese so angenehme und außergewöhnliche Wohltat werde niemals aus dem Gedächtnis gelöscht werden, sondern für alle Ewigkeit als Denkmal seiner Dankbarkeit bestehen bleiben.
Stephanus Hambmayr war seinem Sohn mit größter Sorge zugetan. Als dieser schwer erkrankte, gelobte er ihn der lebendigen Jungfrau von Hietzing und empfing in einem einzigen Augenblick seines Lebens auf wunderbare und gnadenreiche Weise die …
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… Gesundheit zurück und genas vollständig. Dieses Wunder hat er selbst bezeugt.
Michael Schneider, ein Wiener, stürzte in Nösching in einen zwölf Klafter tiefen Brunnen. Seine Füße rutschten ab und er stürzte kopfüber ins Wasser. Von dort wurde er herausgezogen; nachdem er sich wieder etwas erholt hatte, bekannte er, dass ihm die glorreiche Gottesmutter unmittelbar beigestanden und ihn aus den Tiefen des Wassers gerettet habe. Er bewahrt noch immer als Zeugnis dieser ersten Hilfe das Bildnis, das er hier aufgehängt hat.
Auch ein anderer, Vitus Kletzackh genannt, fiel in einen Brunnen, dessen Wasser bis zum Himmel reichte; er blieb dort lange im Wasser und wurde schließlich durch die Gebete und die Liebe der Hietzinger Mutter gerettet. Denn viele Wasser konnten die marianische Liebe nicht auslöschen.
Margaretta Walingin, nachdem sie in Wien ihren Sohn Georgius Rocho verloren hatte, flog nach Hietzing …
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… und eilte zu jenem lieblichen Licht des Lebens und weinte vor dem Bild der Mutter Maria. Sie rief die Jungfrau unter Tränen und Seufzern an und sah, wie sie nach ihrem so innigen Gebet den Geist des Kindes wieder in seinen Körper zurückkehren und ihm das Leben wiedergeben ließ.
Dies sah sie nach mehreren Versuchen und war darüber völlig erstaunt.
Georgius Finckh war vor einiger Zeit in der Donau von einer schwimmenden Planke oder einem Brett getroffen worden; dennoch wurde kein Glied seines Körpers verletzt. Seitdem bewahrt er zum Zeugnis dieses Wunders eine Tafel bei der Hietzinger Maria auf. Denn obwohl er inmitten der ungestümen Fluten schwebte und von der Gefahr hin und her geworfen wurde, rief er immer wieder vertrauensvoll die Hilfe der Hietzinger Mutter an.
Ebenso fanden viele andere, die sich in Gefahr und unter verschiedenen Nöten befanden, bei unserer Hietzinger Mutter glücklichste Hilfe. In ihren so vielen Übeln fanden sie Trost und empfingen Hilfe …
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… und erfuhren die Gnade, von denen einige, andere nicht, ihre Namen hinterließen. Hundertundzwanzig solcher Votivgaben werden an den Wänden gelesen, die zum Zeugnis der empfangenen Wohltaten angebracht wurden.
Rosina Francisca Friderici litt zwei Jahre lang an einem schweren viertägigen Fieber. Obwohl sie verschiedene Heilmittel der Ärzte und sogar göttliche Hilfe anrief, widmete sie sich schließlich in einem Gelübde der Hietzinger Maria und wurde von dem Fieber geheilt und wieder vollkommen gesund.
Viele andere, die lange Zeit unter Fiebern litten, bezeugten ebenfalls die Gnade unserer Hietzinger Mutter und ihrer süßesten Frömmigkeit. Auf wunderbare und glückliche Weise fanden sie Heilung und Genesung; als Zeugnis davon fand man zweiundzwanzig beschriebene Votivtafeln.
Apollonia Ebnerin litt unter entsetzlichen Zahnschmerzen, die sie viele Tage lang quälten; aus großem Schmerz und …
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… Kummer war sie beinahe verzweifelt. Sie flehte die Mutter von Hietzing an; sogleich eilte sie ihr zu Hilfe. Seit dieser Zeit hat sie niemals mehr Zahnschmerzen erlitten.
Sophia Kaunin wurde sieben Wochen lang von einem Fieber gequält. Sie legte ein Gelübde ab und wandte sich an die göttliche Jungfrau von Hietzing; sobald sie ihr Gelübde erfüllt hatte, wurde sie wieder gesund.
Adam Kolb brach sich bei einem Unfall in Ratisbon den Fuß. Er wandte sich an verschiedene Ärzte und Chirurgen, doch niemand vermochte etwas anderes zu tun als den Fuß mit einem Stab zu behandeln. Er rief die Hietzinger Mutter mit seinem Gelübde und seinen Gebeten an; sobald er zu ihr gelangt war, konnte er den Fuß wieder auf den Boden setzen und so fest auftreten, dass er ohne die Hilfe des Stockes nach Hause zurückkehren konnte.
Zum bleibenden Zeugnis dieser Gnade hängte er hier seine Krücken auf.
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Die Stadt Hoff war während der Pest an verschiedenen Orten von dieser Krankheit heimgesucht worden. Aufgrund eines Gelübdes ließ man dort die ewige Lampe zu Ehren Mariens von Hietzing brennen; dadurch wurde jener Ort von jeder Ansteckung durch die pestbringende Luft bewahrt.
Anna Margaretta Hofferin war von einer schweren Cholik so sehr geschwächt und entkräftet, dass ihre Kräfte im ganzen Körper beinahe erloschen waren. Sie richtete ihr Gelübde an die Mutter von Hietzing und erlangte ihre frühere Gesundheit zurück.
Tobias Hackel, Bürger und Steinmetz von Wien, wurde beim Bearbeiten eines Grabsteines aus einer Höhe von mehreren hundert Klaftern getroffen und schwer verletzt. Er wäre gewiss unter den herabfallenden Steinen ums Leben gekommen, wenn nicht die Hietzinger Maria ihn geschützt hätte. Der Stein fiel unmittelbar auf seine rechte Schulter und zerbrach an seinem Körper in Stücke.
Zum Zeichen dieses wunderbaren Schutzes wurde der Stein aufgehoben …
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… und kurze Zeit später sah man den Körper wieder vollkommen gesund und unversehrt.
Adam Püller und Petrus Hamm, Wiener Bürger, waren zusammen unterwegs, als sie einige ihrer Mitbürger mit einer ansteckenden Krankheit vorfanden. Sie schickten sie aus der Gefahr fort; doch obwohl diese Pestkranken ihnen sehr nahe waren und sie selbst dadurch großer Gefahr ausgesetzt waren, vertrauten sie ihr Haupt und ihr Leben der göttlichen Jungfrau von Hietzing an.
Sie erfüllten ihr Gelübde und blieben trotz der Pest unversehrt und gesund.
Martha Maniklin, eine Frau mit drei Kindern, die sich mit siebenundzwanzig Personen auf einem Schiff auf der Donau befand, geriet durch einen Sturm in große Gefahr. Das Schiff erlitt Schiffbruch, und sie befand sich in höchster Gefahr.
Doch ihre menschlichen Augen wurden von einem wunderbaren Schauspiel erfüllt: Durch das Schreien und die Klagen aller, durch das gewaltige Brausen der Wellen und das Heulen des Windes hindurch rief sie die Hilfe der Hietzinger Jungfrau an:
„Rette uns, Herrin!“
Und sie wurde mit den übrigen gerettet.
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… überall beklagt wurde. Martha Maria, von der erwähnten Not betroffen, gelobte sich der Hietzinger Jungfrau und brachte unter Tränen und Seufzern ihr Gelübde dar. Alle zusammen wurden auf wundersame Weise gerettet und heil an Land gebracht.
Dieses Ereignis wurde zum dauerhaften Zeugnis ihrer Gnade aufgeschrieben. Sechsunddreißig solcher Zeugnisse werden an den Wänden gelesen; sie wurden von den Schiffen angebracht, die auf wunderbare Weise aus der Gefahr gerettet wurden.
Nicolaus Schwärtzpaur, ein achtjähriger Knabe, begleitete seine Mutter, als sie Wäsche zum Trocknen trug. Durch einen unglücklichen Zufall stürzte er von der Seite seiner Mutter aus einem Wagen, der außerhalb des Kärntnertores von einem grünen Baum herabgefallen war, und wurde dabei mit dem rechten Fuß getroffen und schwer verletzt. Man konnte von den menschlichen Ärzten keinerlei Hilfe erwarten.
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Daher wurde er von den Chirurgen bereits aufgegeben. In höchster Not wandte sich die Mutter an die Hietzinger Jungfrau, warf sich vor ihr nieder und bat sie um Hilfe. Daraufhin erhielt der Fuß seine frühere Kraft und Festigkeit zurück, sodass keine Spur der Verletzung mehr zurückblieb.
Dorothea Kochin, eine sechzigjährige Frau, wurde von einem schweren Bruch des Oberschenkels heimgesucht und lag dadurch völlig darnieder; sie konnte weder die Hände noch die Füße gebrauchen. Sie gelobte sich der Hietzinger Jungfrau, machte sie zur mächtigsten Fürsprecherin und wurde sogleich von ihren Schmerzen befreit; niemals mehr litt sie dergleichen.
Eva Rosina Bidermannin, die an einer schweren Krankheit der Brust litt, bereitete sich verschiedene Heilmittel und suchte die Hilfe der Chirurgen. Als aber keines dieser Mittel Erfolg brachte, wandte sie sich an die Maria von Hietzing und empfing sogleich die volle Gesundheit ihrer Augen und des übrigen Körpers zurück.
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Matthäus Müllner konnte drei Tage und drei Nächte lang das Blut nicht zurückhalten und nicht stillen; bereits schien sein Leben zu verlöschen, und sein Gesicht war dem Tod nahe.
Doch er zeigte einen außerordentlich frommen Glauben an die Jungfrau von Hietzing und bewies, wie sehr seine brennende Liebe zu Maria sei. Er bezeugte dies dadurch, dass er sein Gelübde erfüllte.
Ebenso wurden Franciscus Nagl und zwanzig weitere Personen durch die überaus gütige Mutter von Hietzing aus ihrer Krankheit befreit und zu glücklicher Gesundheit zurückgeführt.
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Ursula Maberlin aus Eberstorf, eine ältere Frau, deren Füße von einer Krankheit befallen waren, wurde durch die Hilfe eines Stockes und durch diesen berühmten Ort wiederhergestellt. Sie war vorher völlig gebrechlich gewesen; durch die Hilfe unserer Mutter erhielt sie jedoch beide Füße wieder gerade und gesund und kehrte nach Hause zurück.
Schwangere Frauen und Frauen in den Wehen, die mit dem Tod und verschiedenen Gefahren der Geburt bedroht waren, wurden in großer Zahl von diesen Schmerzen und Qualen durch die glorreiche Hietzinger Jungfrau gütig und gnädig befreit. Von den an den Wänden angebrachten Votivgaben wurden mehr als 156 solcher Wunder gezählt.
Barbara Randenhofferin brachte ihren neugeborenen Sohn, der von einer schweren Krankheit befallen war, nach Hietzing …
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… und übergab ihn dort der Mutter, nachdem sie ihn unter Tränen und mit großer Zerknirschung ihrem Schutz anvertraut hatte. Sie legte ihn in ihre Hände und erhielt ihn gesund und wohlbehalten zurück.
Henricus Lindenberger, aus Pinkenfeld, wurde von einem Wirbelwind fast vollständig fortgerissen; selbst seine Äste und Zweige wurden, wie er berichtet, ausgerissen. Nachdem seine ganze Habe zerstört worden war, wandte er sich in seiner Not an die Jungfrau von Hietzing, gelobte sich ihr und vertraute sich ihr durch Gebete an. Und siehe: Kaum war er aus der Gefahr entkommen, als er plötzlich aus dem Feuer und der Verwüstung herauskam. Er erklärte dies selbst für ein Wunder und bezeugte es dankbar.
Hier erstrahlt auch, wenn auch unter Eisen, ein noch größerer Ruhm: Matthias, der zehn Jahre lang in den Ketten der Türken und Barbaren gefangen gewesen war, wurde durch die grausame Knechtschaft in Freiheit gesetzt; diese Ketten bewahrt er als ewiges Zeugnis der Gnade und des Lobes der göttlichen Mutter.
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Christoph Eckhl, ein kaiserlicher Trompeter, hatte die Augen von einem starken Nebel bedeckt. Er war der glorreichen Jungfrau ergeben und stellte fest, dass er, nachdem er sie angerufen hatte, von der Finsternis der Blindheit befreit und wieder mit dem lieblichsten Licht des Himmels beschenkt worden war.
Jeremias Moshamer, der Sohn einer Amme, hatte sich mit großem Eifer um die Kunst der Medizin bemüht und versucht, die Krankheit zu heilen; schließlich suchte er bei der Hietzinger Mutter, der wahren Cynthia, Hilfe und fand sie.
Seine beiden Augen waren von Finsternis bedeckt. Doch als er die Jungfrau anrief, wurde das Dunkel der Augen glücklich beseitigt. Später stellte er fest, dass das eine Auge durch Tobias noch lange Zeit hindurch in Finsternis gehalten worden war, während ihm das andere wieder das Licht zurückgab.
Adam Schiech, der durch Italien reiste, stürzte von einem steilen Bergabhang und fiel mit seinem Pferd in eine tiefe Schlucht; schließlich stürzte er auf einen schrecklichen …
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… Fels und erlitt einen heftigen Sturz. Doch nachdem er die ewige Mutter und Jungfrau von Hietzing angerufen hatte, wurde er, wie er selbst berichtet, durch die überaus gütige Hand jener, die sein Leben aus der Gefahr gerettet hatte, bewahrt.
Joannes Guilielmus, Freiherr von Kronegg, wurde seit sechs Jahren von den heftigsten Gichtschmerzen gequält. Da kein menschliches Heilmittel ihn von diesen Schmerzen befreien konnte, wandte er sich als Pilger an Maria von Hietzing. Sie, die niemals ohne Erbarmen ist, gewährte ihm auf seine Bitten ein Geschenk ihrer Gnade und heilte ihn von der Gicht.
Seit jenem Tag hat er niemals mehr einen solchen Schmerz erlitten.
Eine gewisse Frau aus Wien, die zweiundzwanzig Stunden lang von heftigen Wehen gequält wurde, ohne dass irgendeine Hilfe nahe war, wandte sich an die ewige Mutter von Hietzing und versprach ihr ein Gelübde. Sogleich wurde sie von dieser Gefahr des Lebens befreit und vollständig wiederhergestellt.
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Stephanus Neuman, des durchlauchtigsten Erzherzogs Leopold Wilhelm Kammerdiener, befand sich auf der Reise von Frankfurt und wurde von einem Pferd so schwer verletzt, dass er sich einen gefährlichen Bruch und eine schwere Verletzung des Körpers zuzog.
Da er von den Menschen keinerlei Hoffnung auf Verlängerung seines Lebens mehr hatte, wandte er sich an die Jungfrau von Hietzing, legte all sein Vertrauen in sie und bat sie, alle Wolken seiner Leiden zu zerstreuen. Sie gewährte ihm die Gesundheit und heilte ihn vollständig.
Zum Zeugnis dieser empfangenen Gnade brachte er selbst eine Votivgabe in Hietzing an.
Ferdinand Henthaller, der sich in einem Wald aufhielt, wurde von Räubern angegriffen. Sie wollten ihn berauben und alles, was er besaß, an sich nehmen. Doch als er zu der Hietzinger Jungfrau seine Zuflucht nahm und ihre Hilfe anrief, wurde ihm ein starker Schutz gewährt, von dem die Waffen der Räuber abprallten; sie konnten ihm nichts anhaben.
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Er rief nach Zuflucht und Hilfe und erhielt eine starke Hand, von der ein Schild und tausend Waffen abhingen. So entkam er aus der Gewalt der Räuber und wurde von der Hietzinger Jungfrau gerettet.
Walburga, ein Mädchen von ungefähr achtzehn Jahren, war ihr ganzes Leben hindurch in Klosterneuburg gefangen gewesen und hatte dort unter äußerster Not und elendem Zustand gelebt. Niemand kümmerte sich um sie.
Doch als sie in das dortige Armenhaus aufgenommen wurde, kam sie schließlich nach Hietzing, wo sie die fromme Jungfrau Maria mit Gebeten und Bitten anrief.
Daraufhin wurde sie von ihren Leiden befreit und empfing neue Kraft.
Viele andere ähnliche Fälle werden berichtet.
Martinus Schierer, der Sohn seiner Eltern, war noch keine zwei Jahre alt und bereits dem Tod nahe. Er war von einer schweren Krankheit befallen und lag wie tot im Bett.
Die Eltern, von Trauer und Tränen überwältigt, riefen die Hietzinger Jungfrau an und gelobten ihr ihr Kind. Noch am selben Tag empfing der Knabe wunderbarerweise das Leben zurück.
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Gabriel Cammermayer stürzte aus einem Fenster, das drei Stockwerke hoch lag, und fiel so schwer auf den Kopf, dass er fünf Tage lang keinerlei Lebenszeichen zeigte.
Als er jedoch der Mutter von Hietzing anvertraut wurde, kamen seine Angehörigen und Freunde zusammen. Schon bald sahen sie ihn wieder völlig gesund und unversehrt.
Solche Wohltaten hat die glorreiche Jungfrau …
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… der Jungfrau noch viele weitere waren anvertraut worden; zwanzig von ihnen waren durch Gelübde von den Banden des Anathems befreit worden.
Christophorus Sibner, von Melancholie oder Verzweiflung ergriffen, hatte sich in seinem Wahnsinn mit gewalttätigen Absichten erfüllt und sogar ein Schwert ergriffen, um sich damit selbst das Leben zu nehmen. Doch als er die Strahlen der Maria anflehte, ließ er von seinem Wahnsinn ab und bereute seine Verirrung. Er legte ein Gelübde bei der Hietzinger Jungfrau ab, die ihm die Flucht aus den bereits offenen Abgründen der Hölle ermöglichte, und brachte aus Dankbarkeit ein Geschenk dar. Durch die glorreiche Hietzinger Mutter erhielt er sein früheres Leben zurück.
Katharina Peurin, aus Klosterneuburg, war zwei volle Jahre lang an Händen und Füßen völlig gelähmt und konnte keines ihrer Glieder gebrauchen. Nachdem sie verschiedene ärztliche Mittel ohne Erfolg versucht hatte, nahm sie schließlich Zuflucht zur Hietzinger Jungfrau.
Seite 52
Sie hielt daher ihre Hände stets offen und wandte sich mit ihrem Gelübde und ihren Bitten an die Mutter. Sie empfing sie freundlich und gab ihren bisher gelähmten Füßen und Händen sogleich wieder Kraft und Beweglichkeit.
An diesem Ort sind mehr als 48 Votivgaben angebracht, durch welche die gnadenreiche Gottesmutter ihre Fürsorge erwiesen und die Kranken aufgerichtet hat.
An diesem glückseligen Ort der Heilung und Zuflucht kann man sich an die Erinnerung an unseren Heiland Johannes erinnern: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören und Tote werden auferweckt.
Dies sind wahrhaft außergewöhnliche und bewundernswerte Zeichen der Liebe und Barmherzigkeit jener überaus gnadenreichen Jungfrau, der Mutter Gottes, der Lieblingin des Menschengeschlechts, die allen, die ihre Hilfe in ihren Nöten anrufen, beisteht.
Nun beginnt ein poetischer Abschnitt, der nicht mehr einzelne Wunder erzählt sondern als Lobgedicht auf Maria gestaltet wurde. Saur fordert dazu auf, die dauerhaften Lobpreisungen der Maria gleichsam mit den kostbarsten Materialien einzuschreiben: „in Gold und Bernstein oder auf den Zedern des Libanon“ sollen ihre Lobpreisungen für alle Zeiten festgehalten werden. Dann werden die Eigenschaften Marias in dichterischer Form beschrieben.
Seite 53
**So wie einst die Erde aus dem tiefsten Schmutz
durch den alten Adam hervorgebracht wurde,
so wurde sie durch Maria
wieder in ihre ursprüngliche Reinheit zurückgeführt.
Wie einst Eva, die erste aller Frauen,
durch den Biss der unheilvollen Schlange
verderbt wurde,
so hat Maria
den Kopf der Schlange zertreten.
Wie Fleisch und Blut
durch die Sünde Adams befleckt wurden,
so gab Maria
durch ihre Reinheit
ihren Wohlgeruch der Welt.
Wie aus der ursprünglichen Befleckung
eine makellose Reinheit hervorging,
so wurde Maria
gleich einer reinen Perle des Meeres
zur leuchtendsten Schönheit.
Wie eine klare Quelle
unter den Sternen des Himmels
glänzt,
so ist Maria
die schönste unter allen.**
Seite 54
**Wie eine Perle,
die aus dem Meer hervorgeht,
rein und klar,
so ist Maria.
Wie eine Perle,
die keinen Makel kennt,
so ist sie,
die Königin der Jungfrauen.
Sie hat den Glanz des Goldes,
die Reinheit des Silbers
und den Wohlgeruch des Libanon.
Ihr Anblick gibt den Augen Freude,
ihr Wesen schenkt dem Herzen Frieden.
Wie der Mond
die Nacht erhellt
und der Tag
die Finsternis vertreibt,
so ist Maria
das Licht der Welt.
Wie die Sonne
mit ihren Strahlen
den Himmel schmückt,
so ist Maria
die Krone der Sterne.
Wie zwölf Sterne
den Himmel zieren,
so ist sie
mit zwölf Tugenden geschmückt.
In ihrem Angesicht
strahlt die Gnade,
und aus ihren Augen
leuchtet das Licht.**
Seite 55
**Von ihrem Hals
erglänzt der Schnee des Libanon,
durch dessen Reinheit
die ganze Welt erhellt wird.
In ihren Augen
findet sich die Reinheit des Himmels,
und in ihnen
spiegelt sich die Liebe Gottes.
O Maria,
du unermessliche Freigebigkeit des Himmels,
du Freiheit,
du Güte der Welt!
Durch dich wird uns
im Himmel das Licht bereitet,
auf Erden aber
erscheint die grüne Hoffnung
und bringt Frucht.
Wie die leuchtende Wolke
Maria vom Himmel herabsteigt,
so hat sie uns
das Manna gegeben
und unser Leben
mit himmlischer Speise erfüllt.
Für die Kranken
bist du die Medizin,
für die Schwachen
die Kraft.
O Maria,
du Quelle des Ostens,
die aus den Fischern Indiens
…**
Seite 56
**… die kostbare Perle hervorbringt.
Mutter Christi,
du Quelle des Paradieses,
du Quelle des Paradieses
aus den paradiesischen Fluten.
Nicht verborgen sind uns,
glorreiche Jungfrau und Gottesmutter,
die Quellen deiner Gnaden,
die du uns bisher geöffnet hast;
sie fließen über die ganze Welt.
Denn deine Quellen
sind besser als jene,
die einst aus den Felsen
hervorströmten und die Menschen
mit Wasser sättigten.**
**O Maria,
ganz golden, ganz leuchtend,
Jungfrau,
schön und wunderbar,
lang mögest du Frieden
und Glück schenken
dem österreichischen Haus
und allen christlichen Völkern
des Erdkreises.
Mögest du den Tag
unter deinem Schutz verbringen,
und möge dein Wohlwollen
uns allen leuchten.
O Jungfrau,
gütig und gnadenreich,
du Hoffnung der Familien
und aller …**
Seite 57
**… Geliebten.
Möge dir der edelste
und glücklichste Fürst
seine Gunst erweisen
und gegen die Feinde
dein Banner erheben.
Möge er die Ungläubigen
zurückschlagen
und den Ruhm des Kaisers
vermehren.