Emerich Schaffran
Eine Annäherung
09.07.2025
In früheren Jahren war die Schreibweise des Vornamens mit zwei „m“ üblich, später überwog ein einzelnes „m“. Es gibt nur wenige als „Biografie“ einschätzbare Werke zu Emerich Schaffran. Schon die „biografische Glosse“ von Gunther Martin zählt zu den längeren Texten:
Emerich Schaffran
1883 – 1962, Schriftsteller und Maler
Mit Wandbildern für Schiffe des Lloyd Triestino und stimmungsvollen Landschaftsmotiven gehörte er zu jenen österreichischen Malern, die ihre Ausdrucksmittel aus den Traditionen entwickelten. Schriftstellerisch sah er seine Aufgabe vor allem darin, in „Kunstwanderungs“ -Publikationen die Kenntnis heimischen Kulturgutes zu vermitteln.
Glasauergasse 8.
Wikipedia übersieht ihn, die Beschreibung in Wien-Wiki ist hier abrufbar. Allerdings sind die biografischen Angaben zu seiner Ausbildung und seinem Werdegang im Vergleich zu anderen Kurzbiografien widersprüchlich. Ich erlaube mir daher die mir am Kompetentesten erscheinende Kurzbiografie aus dem Katalog zur 189. Ausstellung der Österreichischen Galerie Belvedere in der Neuen Galerie, Wien I., Grünangergasse 1: Emerich Schaffran – Gemälde und Graphik, Februar und März 1956 wiederzugeben. Sie kann wohl nur mit der Zustimmung von Emerich Schaffran verwendet worden sein:
Er hatte sich einen vielseitigen Ruf als Maler, Kunsthistoriker und Vortragender erworben. Schon als aktiver Offizier der k. u. k. Armee war er Schüler vom A. Hlavacek und H. Lietzmann-Torbole. Später studierte er an den Kunstakademien in Wien und München und anschließend an der Universität Wien Kunstgeschichte. Durch viele Jahre war er wissenschaftlicher Beirat des Niederösterreichischen Landesmuseums und trat auch als Kunstschriftsteller hervor. Als Maler bevorzugte er die stilisierte Figur und das Landschaftsbild, sein Spezialgebiet waren perspektographische Schaubilder als Projektierungshilfe für Straßen- und Kraftwerksbauten. Einige Photoreproduktionen zeigten Wandbildentwürfe für verschiedene Techniken: Mosaik, Sgraffito und keramische Platten.
Natürlich ist auch diese Darstellung unvollständig. Folgende biografische Eckpunkte sind zu ergänzen:
- Von 1924–1946 lehrte er an der Urania.
- Von 1941–1948 war er Kunstsachverständiger des Dorotheums sowie Mitglied des Denkmalamts.
- Er schuf Wandgemälde (darunter Pflegeanstalt Am Steinhof), alpine Wandbilder (beispielsweise in den Stationen der Raxbahn), Landschaften, religiöse Bilder und Porträts sowie Fresken für Kirchen in Niederösterreich und Salzburg.
- Als Schriftsteller veröffentlichte er zahlreiche kunstgeschichtliche und heimatkundliche Bücher und veröffentlichte Beiträge in Periodika diverser Geschichtsvereine, periodisch erscheinenden Schriften wie dem getreuen Eckart, in Illustrierten, Zeitungen und sonstigen Schriften, auch Manuskripte für Rundfunksendungen.
- Er war Mitglied bei Hagenbund und später in der Secession.
- Zur Zeit er Gründung des Hietzinger Heimatmuseums im Dezember 1950 gehörte er der Vereinsleitung als Kustos an.
In den Beschreibungen Emerich Schaffrans wird nur auf Lexika und ähnliches verwiesen, eine umfangreichere Einzelbiografie scheint nicht zu existieren.
Literarische Beiträge aus der Feder Emerich Schaffrans sind ab dem Jahr 1909 auffindbar und beginnen mit einem Beitrag in der Österreichischen Touristen-Zeitung vom 1. Jänner und 1. Mai 1909 über zweit Touren in den Suldner Bergen, illustriert mit einer Zeichnung Schaffrans, den Hohen Angelus zeigend.
Die Hefte Nr. 9 der Österreichische Alpenzeitung und der Modernen illustrierten Zeitung für Reise und Sport 1909 wurde von Emerich Schaffran mit einem Beitrag über die Alpine Malerei und mehreren Illustrationen bereichert (siehe das Startfoto dieses Berichtes mit dem Titel „Auf der Höhe“). Diese Zeitungen enthalten auch folgende Würdigung Schaffrans:
Von Emmerich Schaffran hat man außer seinen prächtigen, für den „Steinhof" ausgeführten landschaftlichen, in großem Maßstab ausgeführten Gemälden noch wenig zu sehen bekommen. Bekannter ist er vielleicht als Causeur über Kunst im Vortragssaal und geistvoller Plauderer im Kunst-Feuilleton. Im „Hagenbund" sieht man gegenwärtig von ihm einige hübsch empfundene und gut gesehene Hochgebirgs-Szenen, die dem jungen, ungemein strebsamen und hochintelligenten Künstler sicherlich recht bald zu einer fördernden Verbindung mit dem großen Publikum verhelfen werden.— An dieser Stelle mögen ihm auch Dank und Anerkennung ausgesprochen werden für die stets hilfsbereite, von erprobtem Geschmack zeugende Umsicht, mit der er sich der Ausstattung der vorliegenden Festschrift in so trefflicher Weise angenommen hat.
Die auffindbaren Bibliographien zu Schaffrans Gesamtwerk beschränken sich auf einige Hauptwerke. Der Umfang seiner Schiften kann jedoch schon an den antiquarisch erhältlichen Positionen ermessen werden, wie sie im Folgenden aufgezählt sind (Stand Juli 2025). Und dabei handelt es sich nur um einen Teil, denn beispielsweise sind die für unsere Region relevanten Beiträge zu den „Heimatkundlichen Wanderungen“ des Österreichischen Schulbücherverlages zu Ober St. Veit und dem Schloss Ober St. Veit antiquarisch nicht erhältlich. Mit enthalten sind auch Werke, zu denen Emerich Schaffran nur die Illustrationen beigetragen hatte:
- 1915: Die k. k. Technische Hochschule in Wien 1815–1915. Gedenkschrift. Neuwirth, Joseph. Verlag: Wien, Selbstverlag 1915. Hrsg. von Emerich Schaffran und Friedrich Walter
- um 1915: Galerie österreichischer Maler. 52 Kunstbeilagen aus Österreichs Illustrierte Zeitung. Verlag: Wien, Verlag Jacques Philipp. Die Tafeln nach Werken von Hugo Darnaut, Emerich Schaffran, Fritz Lach, Tom v. Dreger, Alexander D. Goltz, Josef Stoitzner, Tina Blau, G. v. Kempf, Franz Windhager, Maximilian Liebenwein, Franz von Defregger u.a.
- 1923: Granit. Landschaftsbilder von Emmerich Schaffran. Verlag: Wien, Österreichischer Schulbücherverlag
1923: XXII. Jahrgang 1923 Nr. 12. Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich. Mit Beitrag von Emmerich Schaffran: Der "lutherische Tempel" in Waidhofen an der Ybbs und Germanische Kleinkunstwerke aus Carnuntum - 1923: Im Salzburgischen Ennstal. Ein nachdenkliches Heimatbuch. Verlag: Wien, Österreichischer Schulbücherverlag
- 1924: Wanderungen im steirischen Ennstal. Von Selztal bis Schladming. Filek, Egid, illustriert von Emmerich Schaffran: Verlag: Wien Österreichischer Schulbuchverlag
- 1924: Heimatkundliche Wanderungen hrsg. vom Österreichischen Schulbücherverlag. Verlag: Wien, Bundesverlag. Mit Beitrag von Emmerich Schaffran über Tulln
- 1924: Wienerwald – Ein Landschaftsbuch. Filek Egid und Schaffran Emmerich (Illustration). Verlag: Österreichischer Schulbücherverlag
- 1924: Waidhofen an der Ybbs. Das Bild einer österreichischen Stadt. Verlag: Wien, Österreichischer Schulbücherverlag
- 1924: Abdias. Der Hagestolz. 2 Erzählungen. Mit farbigen Steinzeichnungen von Emerich Schaffran. Verlag: Wien, Österreichischer Schulbücherverlag
- 1925: Die niederösterreichischen Stifte. Verlag: Wien, Hartleben
- 1925: Entwicklungsgeschichte der Stile in der bildenden Kunst. Verlag: A. Hartleben Verlag
- 1925: Der Attersee, Mond- und Wolfgangsee. Ein Wanderbuch um den Schafberg. Verlag: Wien und Leipzig, A. Hartleben's Verlag
- 1925: Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser. Zweiter Teil: Nördlich der Donau. Österreichische Bücherei. Mitherausgeber Emerich Schaffran (Sonderband II). Verlag: Wien/Leipzig, A. Hartleben
- 1926: Das Land um Krems: Die Städte Krems, Stein, Mautern, Stift Göttweig, d. Kremstal u. Gföhl. Österreichische Bücherei; Sonderband 4. Verlag: Wien, A. Hartleben
- 1926: Ober - Österreich. Land und Volk. Herausgegeben unter Mitwirkung u. a. Emmerich Schaffran. Verlag: Wien, Konegen
- 1926: Kurzgefasste Kunstgeschichte Europas. Tagblatt-Bibliothek Nr. 462/469. Verlag: Wien, Steyrermühl
- 1930: Wien. Ein Wegweiser durch seine Kunststätten. Verlag: Wien, Steyrermühl
- 1930 um: Das Zisterzienserstift Heiligenkreuz. Heimatkundliche Wanderungen 43. Verlag: Wien, Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft u. Kunst
- 1930 um: St. Michael in Wien. Heimatkundliche Wanderungen 81. Verlag: Wien, Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft u. Kunst
- 1930 um: Tulln. Heimatkundliche Wanderungen. Verlag: Wien Österreichischer Bundesverlag für Unterricht Wissenschaft und Kunst
- 1932: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 25. Band 1932. Mit Beitrag von Emerich Schaffran zum zweiten und dritten Einfall der Ungarn in Niederösterreich 1477 und 1481–1490 Lechner, Karl und Verein für Landeskunde von NÖ und Wien (Hrsg.). Verlag: Wien, Eigenverlag, 1933
- 1934: Unsere Heimat. Jahrgang VII. 1934, Nr. 5. Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Mit Beitrag von Emmerich Schaffran: „Georg Haas, Hoftischler in Wien, und sein Musterbuch“
- 1935: Unsere Heimat. Jahrgang VIII. 1935, Nr. 2. Monatsblatt des Vereines für Landeskunde und Heimatschutz von Niederösterreich und Wien. Mit Beiträgen von Emmerich Schaffran über die Pfarrkirche von St. Pantaleon und Anton Schachinger über Krypta und Schädelbestand der St. Pantaleonskapelle in Mödling
- 1935: Die Versicherung von Gegenständen der bildenden Kunst. Verlag: Wien, Österreichische Revue
- 1937: Das Bild. Monatsschrift für das Deutsche Kunstschaffen in Vergangenheit und Gegenwart. Heft 7: Sonderheft zum Tag der Deutschen Kunst München 16.–18. Juli 1937. Deutsche Kunstgesellschaft Karlsruhe (Hrsg.). Verlag: Karlsruhe, Verlag C. F. Müller. Mit Beitrag von Emmerich Schaffran über die bildende Kunst im Dritten Reich
- 1938: Geschichte der Langobarden (= Deutsches Ahnenerbe. Reihe C: Volkstümliche Schriften, Band 6) Verlag: Leipzig, Hase & Koehler
- 1939: Vormärzliches Wien. Verlag: Wien u.a., Luser
- 1940: Der Radstädter Tauern. Verlag: Wien, Adolf Luser Verlag
- 1940: Die Niederösterreichischen Stifte. Verlag: Wien/Leipzig, A. Hartleben
- 1941: Die Kunst der Langobarden in Italien. Verlag: Jena.,Eugen Diederichs Verlag
- 1948: Kunstgeschichte Österreichs. Brüder Hollinek [Hrsg.]. Verlag: Archiv der Stadt Menden
- 1948: Die Wachau. Verlag: Wien, Deuticke
- 1949: Die Baustile Europas. Verlag: Wien, Paris: Georg Prachner
- 1950: Die Stifte Melk Dürnstein Göttweig Klosterneuburg. Verlag: Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster
- 1950: Kunstlexikon in 2 Bänden. Verlag: Buchgemeinschaft der Klassiker-Verlagsgesellschaft
- 1953: Taschenlexikon der Kunst. Verlag: Verlag Lebendiges Wissen
- 1954: Unsere Heimat. Jahrgang 25, 1954, Nr. 1/2. Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich und Wien.
- 1956: Unsere Heimat. Jahrgang 27, 1956, Nr. 3/4. Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Mit Beitrag von Emmerich Schaffran über den Bildhauer Aegydius aus Wr. Neustadt und seine Werke in Padua und Umgebung
- 1957: Die Welt als Geschichte: Eine Zeitschrift für Universalgeschichte. 17. Jhg. Mit Beitrag von Emerich Schaffran zur Geschichte der Hunnen in Europa. Stier, Hans Erich und Fritz Ernst (Hrsg.). Verlag: Stuttgart, W. Kohlhammer
- 1958: Die Stifte Melk, Dürnstein, Göttweig, Klosterneuburg. Aufnahmen von Gerhard Kerff. Verlag: Königstein/Taunus, Verlag Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster
- 1958: Die vorromanischen Wandmalereien in der St. Prokuluskirche zu Naturns (Vinschgau, Südtirol). Eine form- und zeitgeschichtliche Untersuchung. Verlage: Innsbruck, Universitätsverlag Wagner und Laurin, Meran Verlag
- 1958: Kunstdenkmäler Wiens. Verlag: Wien, Birken Verlag
- 1958: Dictionary of European art. Emerich Schaffran; Kenneth Northcott [Translator]. Verlag: The Wisdom Library
- 1960: Philobiblon. Eine Vierteljahrsschrift für Buch- und Graphik-Sammler. 4. Jahrgang, Heft? Im Auftrag der Maximilian-Gesellschaft EV. Hauswedell, Ernst L. (Hrsg.): Verlag: Hamburg, Dr. Ernst Hauswedell & Co Verlag. Mit Beitrag von Emerich Schaffran „Das Musterbuch des kaiserlichen Hoftischlers Georg Has von 1583
- 1960: Die Porta Hungarica von Petronell bis Wolfsthal. Österreich-Reihe Bd. 116/117. Verlag: Wien, Bergland Verlag
- 1961: Frühchristliche Mosaiken. Verlag: München, Knorr & Hirth
- 1962: Die Wiener Schotten. Österreich-Reihe Bd. 179/181. Verlag: Wien, Bergland Verlag
- 1962: Stifte in Österreich. Reise-ABC. Bearbeitet nach einem Manuskript. Mit Beitrag von Emmerich Schaffran, Emerich. Verlag: Linz, Trauner
- 1963: Canzonen. Sammlung Dieterich. Bd. 288 Leopardi, Giacomo, übertragen, erläutert und eingeleitet von Emerich Schaffran. Verlag: Schünemann Verlag (Auf Umschlag: Verlag Schibli-Doppler, Birsfelden bei Basel).
- 1963: Wien. Die Stadt der Musik. Verlag: Olten/Lausanne/Freiburg, Urs Graf Verlag
- 1967: Ägyptische Malerei. Verlag: Bern, Hallwag
- 1969: Ancient Egyptian painting [Orbis pictus 25], [English translation by Britta M. Charleston]. Verlag: Bern, Hallwag
Ohne Jahresangabe:
- Perchtoldsdorf. Ein Heimatbuch. Verlag: Augsburg, Benno Filser Verlag ohne Jahresangabe.
- Österreichische Kunstbücher, Band 35: Perchtoldsdorf. Verlag: Wien, Ed. Hölzel
- Städtebilder der Heimat. Mit Beitrag von Emmerich Schaffran über Tulln. Verlag: Wien, ÖBV
- Österreichische Kunststätten I + II. Mit Beiträgen von Emmerich Schaffran. Verlag (Hrsg.): Wien, Österr. Bundesverlag
- Peintures Egyptiennes. Verlag: PAYOT
- Führer durch die wichtigsten öffentlichen und privaten Kunstsammlungen und Galerien in Wien. Verlag: Wien, Steyrermühl
Die genaueren Umstände zu den – gemäß dieser Listung – posthum erschienenen Werken sind noch zu klären. Antiquarisch angeboten werden fallweise auch seine Aquarelle und grafischen Arbeiten. Bei Auktionen, u.a. im Dorotheum, werden dafür maximal um die 500 Euro geboten. Zu Schaffrans Werken zählen auch Kleingrafiken wie Reklamemarke, z.B. für die Kaiserlich Königliche Gartenbau Ausstellung Deutsche Heimat.
Bemerkenswert ist der Beitrag zur Reichsautobahn Wien–Breslau. Von 1939 bis 1942 wurde 83,5 Kilometer fertiggestellt. Deren Einbettung in das Gelände erfolgte anhand von perspektivischen Landschaftsbildern des Kunstmalers Professor Emmerich Schaffran aus Wien. Der nicht fertiggestellte restliche Trassenverlauf ist eine der größten, noch heute sichtbaren Autobahnruinen.
Nicht unerwähnt bleiben soll ein Beitrag von Christian H. Stifter und Robert Streibel in Spurensuche 29. Jg., 2020 über die Neuordnung der Wiener Volkshochschulen 1938–1945 mit dem Titel »… und mich freudig zum National-Sozialismus bekenne!«. Darin wird Prof. Emerich Schaffran in die Kategorie der „anpassungswilligen Vortragenden“ gezählt. Als Beleg wird der Vortrag 1938/39: „Österreich und der Ostalpenanteil an der gesamtdeutschen Kunst“ [Deutsches Volksbildungswerk, Volksbildungsstätte Urania Wien] angeführt. Damit wird Emerich Schaffran wegen seiner im neu organisierten Volksbildungswesen fortgesetzten Tätigkeit kritisiert und in diffamierender Weise in die Nähe von – in dem Beitrag ebenfalls beschriebenen – „Tätern“ gerückt.
Die Tätigkeit Schaffrans wird in dem Beitrag so beschrieben: „... seit 1921 Kursleiter an der Wiener Urania, wo er neben Kursen zu 'Aktzeichnen', Lichtbildvorträgen zu Malerei und Kunstgeschichte auch eine Vielzahl an Exkursionen abhielt. Ab 1941 war er Kunstsachverständiger des Dorotheums und Mitglied des Denkmalamtes, wo er seit 1925 als Korrespondent tätig war. 1948 publizierte er einen Text über die Wachau. Bis zum 30. Jänner 1945 hielt er Vorträge in der Urania, zuletzt einen Lichtbildervortrag über 'Giotto, Michelangelo, Delacroix', der aufgrund der durch Bombentreffer verursachten Zerstörungen allerdings in der 'Ausweichstätte' in Ottakring stattfinden musste.“
Dazu passend eine Fußnote in Ruth Linharts „Wenn erst Friede ist“: Im Tagesbericht Nr. 1 vom 29.1.–1.2. 1943 der Staatspolizeileitstelle Wien der Gestapo heißt es: „Gegen den Maler und Kunsthistoriker, Professor Emmerich Schaffran ... wurde Sicherungsgeld in der Höhe von 2.000.- RM festgesetzt. Sch. hat in einem Schreiben an eine Gastwirtin in Salzburg, wo er um ein Unterkommen für seine Tochter und deren Kinder bat, von 'bevorstehenden schwersten Fliegerangriffen auf Wien und noch Ärgeres' geschrieben und damit den Eindruck erweckt, daß der Ausbruch von Unruhen zu erwarten sei. Der Inhalt des Schreibens war geeignet, eine Beunruhigung der Bevölkerung hervorzurufen. Von der Festnahme des Schaffran und seiner Einweisung in ein KL (Konzentrationslager, Anm. d. Verf.) wurde nur mit Rücksicht auf seine Kriegsbeschädigung (80% Kriegsinvalide) abgesehen. Er ist bislang nicht nachteilig hervorgetreten. (DÖW-Akt 5734 a)“. Der in dem Brief von Frau Kittel ebenfalls erwähnte Lyriker und Erzähler Hans Carossa wurde 1941 Präsident der von Goebbels inspirierten „Europäischen Schriftstellervereinigung“. Er wird zu jenen Schriftstellern gezählt, die in „die innere Emigration“ gingen.
Abschließend ein Foto aus dem Ober St. Veiter Friedhof mit den Gräbern des vergessenen Emerich Schaffran und des bewunderten Egon Schiele.