Linien, die verbinden

Tag der offenen Tür im Bezirksmuseum Hietzing
09.03.2008

Am Sonntag, dem 9. März 2008 war der Tag der Bezirksmuseen. Dies ist eine Initiative der ARGE der Wiener Bezirksmuseen. Am diesem Tag haben alle Bezirksmuseen von 10:00 bis mindestens 16:00 geöffnet. Dieses Jahr zeigte jeder Bezirk unter dem Titel: „Linien, die verbinden“ die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in seiner Region und dessen Besonderheiten.

Im Bezirksmuseum Hietzing eröffnete die Ausstellung um 10:00 Uhr mit einem Referat zu dem Thema: „Vom Stellwagen zur U-Bahn“. Die Mitarbeiter des Museums standen den Besuchern ganztägig mit Auskünften zu allen Fragen zur Verfügung. Mit einem musikalisch umrahmten Rückblick: „Einsteigen, bitte!“ um 16:00 Uhr schloss das Tagesprogramm. Die Ausstellung wurde bis Ende Juni gezeigt.

Fotos der Ausstellung(seröffnung) sehen Sie HIER.

„Linien die verbinden“ heißt auch ein Bildband mit größtenteils unbekannten Bildern aus ganz Wien (ISBN: 386680248X).

Regelmäßige Verbindungen zur Stadt, zu den Vorstädten und Vororten gab es schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es waren Fuhrleute, die die Notwendigkeit gleichmäßiger Kurzverbindungen rund um Wien nutzten und Linienkonzessionen erwarben. So finden sich z. B. im Archiv des Stiftes Klosterneuburg, damals Grundherr von Hietzing, bewilligte Ansuchen in denen immer die Einhaltung eines Fahrplanes verpflichtend war. Eine „Endstelle“ des Stellwagens und später des Pferdeomnibusses war St. Peter. Die Linie nach Hietzing verkehrte anfänglich nur mehrmals am Tage, nach 1850 im Stundentakt. Ähnlich war es auch mit den Linien, die nicht den kürzesten Weg in die Stadt nahmen sondern beispielsweise über Unter-Meidling oder Wieden in die Stadt fuhren.

Die Tatsache, dass eine der ersten Linien der Dampftramway diejenige von Hietzing über Mauer nach Perchtoldsdorf war, spricht für den damaligen Bedarf. Die Linie wurde dann bis nach Ober St. Veit verlängert, stadteinwärts als „Schönbrunnerlinie“ bis etwa zur heutigen U-Bahnstation Margaretengürtel. Die Intervalle auf dieser und auf den Wagen der Pferdestraßenbahn waren in der Regel 15 Minuten und wurden innerhalb von wenigen Jahren bis auf 8 Minuten verdichtet. Die Elektrifizierung der Wiener Linien war bis 1903 abgeschlossen.

Am 9. Mai 1898 wurde die Wiental-Gürtellinie der Stadtbahn eröffnet. Diese fuhr bis 1923 im Dampfbetrieb und der Eisenbahn ähnlich mit Waggons 1. und 2. Klasse. Der Bereich Hietzing erlebte durch die hier zusammenführenden Linien besonders an den Wochenenden wegen des regen Ausflugsverkehrs und der nach Hacking fahrenden Wintersportler Spitzenwerte an Passagieren. Um dem Ansturm gerecht zu werden, gab es zeitweise an Sonntagen eigene Linien in die Ausflugsgegenden.
Das Foto oben zeigt die damalige Station Hietzing im Jahre 1961, kurz vor der ersten grundlegenden Veränderung. Bis heute erhalten geblieben sind nur der 1899 im Jugendstil erbaute Otto-Wagner-Hofpavillon (Gebäude mit Kuppel, es diente dem Kaiser und den Mitgliedern des Hofes exklusiv als Ein- und Ausstiegsstelle zur Wiener Stadtbahn) und die beiden Bronzeplastiken (Kronen tragende Adler) links und rechts auf der Brücke über den Wienfluss. Von den beiden Majestäts-Monogrammen darunter ist eines im Bezirksmuseum Hietzing ausgestellt. Die Brücke wurde damals nur vom 58er passiert, der 10er hatte seine Wendestelle auf der einen und er 60er auf der anderen Seite der Anlage. © Bezirksmuseum Hietzing
Öffnungszeiten des Bezirksmuseums:
Mittwoch von 14:00-18:00 Uhr
Samstag von 14:00-17:00 Uhr
Sonntag von 9:30-12:00 Uhr (am 9.3. von 10:00 bis mindestens 16:00 Uhr).

hojos
im Februar 2008

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