Das Kaiserpaar und die Mühlbergers

Ein Ereignis auf der Baderwiese im Lainzer Tiergarten
14.07.2002

Am Montag, dem 8. September 2003 bekam der Lainzer Tiergarten mit dem Tenno-Kogo-Stein ein weiteres Denkmal. Es soll an den Besuch des japanischen Kaisers Akihito und der Kaiserin Michiko vom 14. Juli 2002 erinnern und wurde vom japanischen Botschafter Hiroshi Hashimoto, Bürgermeister Michael Häupl und BV Heinz Gerstbach auf der Baderwiese enthüllt. Das Denkmal besteht aus einem großen Wienerwald-Sandstein mit Tafel darauf. Zu beiden Seite wurden je eine japanische Lärche gepflanzt. Der Besuch im Lainzer Tiergarten war ein "geheimer" Spaziergang auf besonderen Wunsch der kaiserlichen Naturliebhaber, die vom 13. bis 16. Juli 2002 auf Staatsbesuch in Wien weilten.

An diesen Besuch des Kaiserpaares im Lainzer Tiergarten haben die Ober St. Veiter Richard und Maria Mühlberger sogar eine persönliche Erinnerung. Am Sonntag, dem 14. Juli 2002 gingen sie mit dem befreundeten Herrn Karl Stehlik und dessen aus Sri Lanka angereisten Tochter Andrea im Lainzer Tiergarten spazieren. Auf der Baderwiese angekommen sahen sie ein Polizeiauto den Weg zum Aussichtspunkt mit dem Grenzstein und den Bänken hinunterfahren. Der Wagen, es war ein VW-Bus, blieb stehen, Polizisten stiegen aus und wieder ein, der Wagen fuhr den Wanderweg wieder hinauf und blieb an der Kreuzung mit dem Weg zum Rohrhaus stehen. Als die Mühlbergers ebenfalls diese Stelle erreichten, wurde sie von den Polizisten auf Wasser angesprochen, denn es war heiß und sie hatten Durst. Leider konnten sie nur Schokolade anbieten. Die Polizisten rieten den Mühlbergers, wieder zur Baderwiese zurückzugehen, denn es wird das Kaiserpaar aus Japan kommen. Inkognito haben sie bereits die Hermesvilla und den Johannser Kogel besucht und in ungefähr einer 1/4 Stunde werden sie auch hier her kommen. Etwas misstrauisch folgten die Wiener dem Rat der Polizisten und warteten. Nach ca. zehn Minuten kam tatsächlich Bewegung auf. Japanische Fotografen mit ihrer Ausstattung samt Leitern und mehrere Sicherheitsbeamte erschienen. Eine Menschengruppe mit vier Forstingenieuren vom Forstamt der Stadt Wien (MA 49) und Forstdirektor Dipl.-Ing. Andreas Januskovecz an der Spitze begleitete das Kaiserpaar langsamen Schrittes zum Aussichtspunkt. Den Gästen wurde die Aussicht auf Wien erklärt und auch die Vegetation im Umfeld. Eine männlicher Dolmetsch für den Kaiser und ein weiblicher für die Kaiserin übersetzten. Dann haben sich die Forstleute zurückgezogen und das Kaiserpaar genoss die schöne Aussicht alleine. Nach einiger Zeit gingen der Kaiser und die Kaiserin zu den Bänken, wo die Gruppe mit dem Ehepaar Mühlberger stand. Der Kaiser fragte Herrn Mühlberger auf Englisch, ob er ein Wiener oder ein Tourist sei. Für diese Konversation war Richard Mühlbergers Englisch ausreichend. Als der Kaiser aber Richard Mühlbergers Kilometerzähler, den dieser bei solchen Spaziergängen bei sich zu führen pflegte, entdeckte und sich danach erkundigte, mussten die Dolmetscher übersetzen. Wie viele Kilometer sie schon gegangen seien, wollte der Kaiser noch wissen, und dann folgten wieder ein paar belanglose Worte auf Englisch. Schließlich gab die Kaiserin den Wienern die Hand und wünschte ihnen ein glückliches, langes Leben, auch der Kaiser reichte mit den gleichen Worten die Hand. Das weiter ziehende Kaiserpaar hinterließ das Grüppchen Wiener, das sich in Trance oder in einem seltsamen Traum wähnte. Doch es war kein Traum, sie hatten rein zufällig den japanischen Kaiser Akihito und die Kaiserin Michiko auf der Baderwiese im Lainzer Tiergarten getroffen, hatten mit ihnen gesprochen und ihnen die Hände geschüttelt. Kaum jemand wird ihnen das später ohne stichhaltigen Beweis glauben. Gott sei Dank gibt es diesen Foto-Beweis.

Quellen:
Maria und Richard Mühlberger

hojos
Festgehalten im Oktober 2010

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