Pharaonen, nix als Pharaonen

Die Ober St. Veiter Faschingsgilde fuhr zum Eurocarneval der Guggenmusik in Venedig und Verona vom 22. bis 25. Jänner 2009.
22.01.2009

Zu einem der Höhepunkte des europäischen Faschings zählt mittlerweile der Euro-Carneval der Guggenmusik. Dieser Riesenevent der Faschingsmusikkapellen wird jedes Jahr in einer anderen europäischen Stadt organisiert. Heuer fand er vom 22. bis 25. Jänner in Venedig und Verona statt, es war der 16. Euro-Carneval.

Wir, das Narrenzentrum Ober St. Veit, waren als Pharaonen aus dem alten Ägypten dabei. Wahlspruch des Euro-Carneval der Guggenmusik ist: „Verlasse nie das Hotel in Zivilkleidung“ und daher waren wir immer als Ramses 1 bis 7 unterwegs.

Zum Abendessen nach der Anreise des ersten Tages gab‘s köstliche italienische Speisen und Tischmusik der Guggenmusikkapellen vom Feinsten. Wir saßen gleich neben dem Podium und konnten nicht nur diese „crazy“ Musikklänge, diese in eigenartigen Interpretationen gespielten bekannten Melodien und Lieder genießen, sondern auch die tollen Kostüme der Gruppen bewundern und mit viel Applaus belohnen. Abschluss war eine riesige Polonaise durch alle Säle zu den verrückten Faschingsklängen.

Der nächste Tag brachte uns nach Venedig „La Serenissima” (die allerdurchlauchteste Republik des Heiligen Markus). Vom Parkplatz ging‘s mit den Narrenschiffen zum Faschingstreiben. Alle 50 teilnehmenden Gruppen des Euro-Carnevals schwärmten in ihren tollen Kostümierungen durch die Stadt im Meer, ständig begleitet von den Melodien ihrer Guggenmusik. Beim Campanile am Markusplatz war der Start zum Faschingsumzug aller Kostümgruppen, vorbei an der Ehrentribüne, auf der ein Sprecher jede Gruppe begrüßte und vorstellte. Die Vertreter der Stadt und des Venezianischen und Veroneser Carnevals applaudierten bei uns ganz speziell und vom Herrn Bürgermeister gab‘s noch obendrein ein „complimenti“ für uns, die Vertreter und Abgesandten vom Wiener Fasching. Der Platz war voll maskierter Musikanten und die Zuseher applaudierten und fotografierten ununterbrochen. Jeder wollte ein Foto mit uns, ich gab sogar ein Interview für Rai Uno.
Das Abendessen fand in einer aufgelassenen Kaserne statt. Sie stammte aus einer Zeit, als das Haus Habsburg in Norditalien noch etwas zu sagen hatte. In kleineren Räumen war immer für ein bis zwei närrische Karnevalsgruppen reserviert. Vor und zwischen den Speisen hallte die Guggenmusik durch das alte Gemäuer. Das Tagesabschlusskonzert fand auf der Steintreppe im Kasernenhof statt. Unter dem Nachthimmel Veronas tanzten alle zu den verrückten Klängen. Ein weiteres grandioses Erlebnis.

Am nächsten Tag wurden die Vertreter der Gruppen vom Bürgermeister Veronas im Rathaus empfangen und anschließend ging‘s zum Faschingsumzug durch die Altstadt von Verona. Die Narrengruppen starteten von zwei verschiedenen Punkten und trafen dann in der Arena von Verona zusammen, um dort ein Guggenmonsterkonzert zu geben. Auf den Rängen wogte ununterbrochen „la ola“ und eine Musikkapelle spielte nach der anderen. Die italienischen Guggen spielten beim Einmarsch natürlich den Triumphmarsch aus Aida und wir sieben Pharaonen standen auf und ließen uns gebührend feiern. Abschließend spielten in der Mitte der Arena alle Kapellen zusammen ein Monsterkonzert. Man stelle sich das vor: 1200 Mann spielten gemeinsam. Keiner, der diese Klangwolke über der Arena miterlebte, wird sie jemals vergessen. Das Veroneser Carnevalskomitee wählte die beste Guggenmusik und bei der anschließenden Abschlussveranstaltung, während der jede Gruppe wieder abwechselnd spielte, gab‘s für jeden ein Abschiedsgeschenk.

Dann war‘s leider vorbei. Aber nächstes Jahr in Prag sind wir sicher wieder dabei.

Mit dreifachem Narrengruß
HAHAHA - Hallotria und RRRRuck-zuck-noch-ein-Schluck
Ihre Ministerpräsidentin
Emma Zorga
Narrenzentrum Ober St. Veit
Wiens älteste Faschingsgilde (seit 1886)

zusammengestellt von hojos
im Feber 2009

Spanisch Sprachschule