Faschingsverbrennung

05.02.2008

2008 war die kürzeste Faschingssaison des Jahrhunderts und schon am 5.2.2008 fand die Faschingsverbrennung am Wolfrathplatz statt. Wie jedes Jahr wurde sie vom Narrenzentrum Ober St. Veit veranstaltet.

Jede Gilde feiert das Ende der Faschingssaison anders, fest steht nur: Der Fasching stirbt immer! Das Narrenzentrum Ober St. Veit nennt ihn Bruder Fasching, er ist ja einer von ihnen und mit ihnen verwandt. Bruder Fasching ist am Faschingdienstag immer total erledigt vom vielen Feiern und liegt immer in der „Intensivstation“, wo alle bemüht sind, ihn noch einmal auf die Beine zu bringen. Aber leider, er übersteht seinen letzten Tag nie.

Auch heuer lag er als mit Stroh ausgestopfte, überlebensgroße Puppe im Holzsarg aufgebahrt und das Narrenzentrum versammelte sich mit all seinen Freunderln, Bekannten, Verwandten, Witwen, Waisen und Erbschleichern und feierte kräftig mit Musik, Speis und Trank sein Ableben.

Kurz vor Mitternacht machten sich alle bereit und der Trauerzug formierte sich vor dem Gildenstammlokal „Alte Weinhütt´n“ (1130 Wien, Hietzinger Hauptstraße 162): Ganz voran die Brassband, dann Bruder Fasching in seinem Sarg, getragen von der Narrengarde, es folgten die engsten Verwandten (die Gildenmitglieder) und die anderen trauernden Hinterbliebenen mit Fackeln und Laternen, laut weinend und wehklagend. Die Band spielte zuerst ganz langsame, traurige Melodien, die aber immer schneller und lustiger wurden. So bewegte sich der Leichenzug bis zum Wolfrathplatz vor der Ober St. Veiter Kirche.

Im Kreis warteten dann alle, bis Bruder Fasching aus dem Sarg geholt und richtig zum Verbrennen aufgestellt wurde und die Ministerpräsidentin sehr ergriffen die Trauerrede gehalten hatte. Unter lautem Wehklagen und Weinen wurde er dann angezündet und alle tanzten zu den Klängen der Band ums Feuer, einige Mutige sprangen sogar drüber.

Nachdem das Feuer erloschen war, strömte die Menge wieder in ihr Stammlokal und - so wird kolportiert - feierte bis in den frühen Morgen.

Doch keine Angst um den Fasching, am 11.11. Punkt 11 Uhr 11 wird er von der nächsten Gilde wieder zum Leben erweckt - ein sich immer wiederholender Kreislauf wie bei Mutter Natur:
Geburt = Narrenwecken
Leben = Faschingsaktivitäten
Tod = Verbrennung.

Faschingsverbrennung
in Ober St. Veit
05.02.2008

Schließlich noch paar Fotos von der Faschingsverbrennung:

hojos
im Februar 2008

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