Warum Engel Wünsche erzählen

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
18.12.2006

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Es war im Jahr 1973, als auf Initiative des damaligen Wiener Erzbischofs Kardinal Dr. Franz König im Rahmen der Erzdiözese Wien der Diözesane Hilfsfonds für Schwangere in Notsituationen (DHF) gegründet wurde. Dieser Fonds unterstützt Frauen, die mit ihren Kindern unter schlechten Lebensbedingungen leben. Manchmal ist es finanziell so eng, dass nicht einmal die Energiekosten bezahlt werden können. Von Weihnachtsgeschenken für die Kinder ist hier keine Rede mehr.

Heuer ließ sich die Familie Prior eine besondere Unterstützungsmöglichkeit einfallen. Papierengel auf ihrem Weihnachtsbaum erzählten von solchen unerfüllbaren Kinderwünschen: Larissa, acht Monate alt, braucht Windeln, die fünfjährige Jennifer wünscht sich eine Puppe und der zweijährige Dennis ein Spielzeug von Duplo ... Mittlerweile sind die Engel fort. Sie sind mit den Geschenken bereits auf dem Weg zu den Familien.

Wie ist das alles gekommen? Lassen wir Frau Margita Prior selbst erzählen:

„Ich war bei der Silberhochzeit meiner Freundin Marlies Matejka eingeladen. Frau Matejka ist Sozialarbeiterin, Ehe- und Familienberaterin beim DHF. Es gab keine Tischordnung. Ich setzte mich an einen Tisch, wo bereits mehrere Leute Platz genommen hatten. Es waren ihre Arbeitskolleginnnen vom DHF. Sie erzählten von ihren Problemen und den kleinen Wünschen der Kinder, die oft unerfüllbar blieben. Ich sagte, da muss man doch irgend etwas tun und hatte bald die Idee mit dem Engelsbaum. Meine Tochter bastelte meist spätabends die Engeln, selbst gemalt und foliert, wir waren ein bißchen spät dran. Auf die Rückseite der Engel malten wir die konkreten Wünsche der Kinder und Familien, so wie sie die Mitarbeiterinnen des DHF aufgeschrieben hatten. Unseren Weihnachtsbaum im Geschäft schmücken wir normalerweise mit Kristallschmuck, heuer erstmals mit diesen Engeln aus Papier. Innerhalb kürzester Zeit waren die Engel weg. Der letzte wurde mir am Freitag nahezu aus der Hand gerissen, den Wunsch wollte ich eigentlich selbst erfüllen. 10 Minuten später war das Paket da.

Die Geschenke sind alle liebevoll verpackt, sichtbar von Emotionen begleitet. Es gefällt den Spendern, dass die Sachen direkt an die armen Leute gehen und kein Groschen verloren wird. Alle machen das ehrenamtlich. Es war eine tolle Erfahrung, für mich war das Weihnachten. Nächstes Jahr werden wir das wiederholen und sicher mehr Wünsche erfüllen können; es spricht sich herum und jeder ist begeistert. Ich habe von einer Firma gehört, die das gleiche in ihren Räumlichkeiten durchführen will. Ich hoffe dass es Schule macht und von vielen angenommen wird. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Spendern!“


Am 18. Dezember 2006 wurden die Geschenke an den Hilfsfonds übergeben. Im Folgenden einige Bilder vom Christbaum und der Übernahme durch den DHF:

hojos
18. Dezember 2006

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