Von der Lindwurmwiese zum Faniteum

09.10.2003

Herr Dr. Gebhard Klötzl führte vom Faniteum zur Lindwurmwiese. Das eindrucksvolle, aus südlicher Richtung von weitem sichtbare Faniteum wurde 1894-96 im Auftrag des polnischen Grafen Karl Lanckoronski von dem Schweizer Architekten Emanuel La Roche im Stil der italienischen Renaissance erbaut. Der Name des Gebäudes leitet sich von "Fanita", dem Kosenamen der jungen Gräfin Franziska Lanckoronski, einer geborenen Gräfin Attems ab. Ursprünglich sollte hier der Wohnsitz für das junge Glück entstehen, aber Fanita starb 1893 kaum ein Jahr nach der Hochzeit im Kindbett. Anstelle des geplanten Schlösschens entstand nun ein Mausoleum. Lanckoronski erhielt jedoch nicht die Erlaubnis, seine tote Gattin hier beizusetzen und musste sie stattdessen am Hietzinger Friedhof begraben (wo ihr Grab noch heute gepflegt wird). Den Prachtbau stellte der Graf als Rekonvaleszentenheim für spitalsentlassene junge Mädchen zur Verfügung. Nach wechselnder Verwendung wurde das Faniteum 1977 zum Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen, die dafür im Tauschwege ihr seit 1879 bestehendes Kloster in der Linzerstraße 216 (jetzt ist dort ein Pensionistenheim) der Gemeinde Wien überließen.

Anschließend gab Herr Dr. Klötzl Eindrücke von einer prähistorischen Ansiedlung und einer bis ins 9. Jahrhundert n. Chr. bestehenden Wehranlage am Gemeindeberg. Den Abschluss des Spazierganges bildete die Lindwurmwiese mit den interessanten Erläuterungen zum Geschick des mit diesem Ort verbundenen Ehepaars Weidmann und zu allerletzt die Suche nach dem wahren Kern der Lindwurmsage.

Mehr zum Faniteum bietet der Bericht Nr. 66.

Hier die Fotos:

hojos
9. Oktober 2003

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